Hochwasser Tag 6: Was gar nicht geht!

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Der sechste Tag  nach der Flut bricht an und es zeichnen sich deutlich Erfolge ab. Langsam aber sicher greift die Organisation, die Koordination der Hilfen und es gibt klare Strukturen und Prozesse, die die Hilfeleistungen und Arbeiten in den Griff bekommen.

Der logistische Aufwand ist enorm, zumal die Infrastruktur zum Teil vollkommen zerstört ist. Gas-, Trinkwasser- und auch Abwasserleitung über Kilometer zerstört oder verstopft sind. Stromleitungen unterbrochen wurden.

Die Gasleitungen werden vermutlich im Ahrtal über Monate unterbrochen bleiben. Trinkwasser wird zum Teil mit Hubschraubern rangeschafft und überall wurden dieselbetriebene Stromgeneratoren aufgestellt, deren Brennstoffdurst auch eigene Versorgungsketten erfordern.

Umfassende Hilfsleistungen müssen erbracht werden

Es sind immer wieder Kleinigkeiten als Folge von Notwendigkeiten, die Behindern und Organisationsgeschick erfordern. Zum Teil und Gott sei Dank auch abseits der (über)reglementierten Norm.
Beispielsweise wurden in RLP 600 DixiKlos zusammengesucht und aufgestellt. Fürs erste reicht das. Für die Hilfskräfte… Und auch hier müssen bald Nachversorgungen durchgeführt werden. Das blaue Zeug entsorgt und ausgewechselt werden.
Wie die Einwohner mit der fehlenden Abwasserversorgung umgehen, darüber redet man hinter vorgehaltener Hand. Es steht auf der Liste, ist aber erst einmal nebensächlich, da die Bergung von Toten und die Beseitigung von verendeten Nutzvieh Vorrang hat. Sommerliche Temperaturen könnten hier nun seuchenfördernd sein.

Weiterhin schwimmen Ölteppiche stromabwärts. Die Öltanks in den Kellern wurden aufgeschwemmt und beschädigt. Daher ist überall das Erdreich mit Öl verschmutzt. Schlimm, aber auch kein lebenswichtiger Schwerpunkt für Woche 1 nach der Flut.

Die Abfallentsorgung ist ein Problem. Es wurden Deponien ausgewiesen wo wirklich alles entsorgt wird. Sperrmüll, Hausabfälle, Schrott und Erde. Das später wieder zu trennen wird eine neue Aufgabe werden.

 

 

Was aber jetzt schon sichtbar wird ist der Umstand, dass Not auch bei unmoralischen Gestalten erfinderisch macht. Eine Schande für unsere Gesellschaft.

Polizei überwacht die Hochwassergebiete

1.) Plünderungen und Diebstähle durch Einzelpersonen und Gruppen
 Sie treten und traten überall im Flutgebiet auf. Es waren keine organisierten Plünderungen im großen Stil, wie in Südafrika vor zwei Wochen zu beobachten war.
Es waren wirkliche Einzelfälle. Dennoch war jeder Einzelfall einer zu viel.
Aber die Menschen wehren sich. So wurde ein Auto von Plünderern von zwei Anwohnern stark beschädigt. Auch sie wurden erwischt.
Die Polizei ist überall vor Ort und überwacht evakuierte Gebiete und Ortsteile.
Dennoch hat es einen guten Grund, dass Plünderer in anderen Ländern sofort und auf Sicht erschossen werden.
Sich am verbleibenden Rest der Habe von Flutopfern zu bereichern ist mit die unterste Schublade.

 

 

2.) Abzocke
Es rennen sog. Vertreter durch die Gegend, die Leuten nachträglich Versicherungspolicen andrehen wollen.

Es gibt angeblich Hilfsbedürftige, die sich bei Sammelstellen melden, um Hilfsgüter abzugreifen. Gern auch wiederholt und in anderer Kleidung erscheinend.
Hierbei handelt es sich oft und im Sinne von „pressetechnischen Einzelfällen“ vornehmlich um weniger integrierte Leutchen. Gern auch vom fahrenden Volk.
Auch hier ist falscher Scham unangebracht und diese Leute müssen zur Rechenschaft gezogen werden.

Anderswo tauchen Schrotthändler auf und suchen gezielt nach Elektroartikeln und höherwertigen Metallen. Gern unter dem Vorwand von Räumungsarbeiten. Nur nehmen sie auch gern zum Trocknen abgestellte Gegenstände mit. Und nicht alle haben Gewerbekarten dabei…

Andere Künstler erscheinen bei Ausgabestellen und holen sich gespendete Elektroartikel ab. Und das in Mengen, die kaum als „handelsüblich“ zu bezeichnen wären.

 

3.) Propaganda
Bald ist Wahl. Da ist es normal, dass das politische Interesse „sich auch mal sehen zu lassen“ recht groß ist. Dümmliche Versprechen genauso schnell gemacht wie vergessen werden. Von allen Protagonisten politischer Parteikultur.

Ein FAKE-Polizeiauto, was Falschmeldungen verkündet!

Ergo sollen und dürfen auch Volksvertreter aller Parteien das Gebiet besuchen, sich informieren und auch ihren Teil des verbalen Überflusses von sich geben. Daran wird man sie leider nicht hindern können.

Es gibt da aber Anzeichen, dass Lautsprecherwagen mit behördlichem Aussehen für gewisse An- und Durchsagen verantwortlich zeichnen, die bestenfalls als barer Unsinn zu bezeichnen sind. All diese erkannten Tätigkeiten sind polizeilich erfasst worden.

Dann wird vor „Kümmerern“ gewarnt, die unter dem Vorwand sich um Probleme von Opfern kümmern zu wollen, politische Agitation betreiben. Hier wurde vor allem vor „Rechten“ gewarnt. Doch ist dieses Phänomen etwas umfassender zu sehen. Denn auch unsere linke Flanke ist da gut vertreten.

Dann sind da krasse Falschmeldungen im Umlauf, wo die Anzahl der Toten 800 betragen soll. Und daher alle Hilfswilligen von der Polizei abgewiesen werden, um die wahre Anzahl der Toten zu verschleiern.
Richtig ist, dass viele Hilfswilligen deshalb abgewiesen werden, weil sich die Helfenden zum Teil schon selbst vor Ort im Weg stehen. Richtige Arbeit braucht auch Platz. Und wer helfen will, soll sich bei Koordinationsstellen melden und einplanen lassen. Nur so macht es Sinn. Hilfe will koordiniert sein, wenn sie wirken soll.

 

4.) Katastrophentourismus
In der Urlaubszeit auch mal rauszukommen mag schön sein, nur nicht dahin, wo jetzt jeder überflüssige Gaffer stört. Im Weg steht und sogar mit seinem Auto benötigte Freiflächen und Zufahrtsstraßen blockiert. Hilfskonvois aufhält und Retter behindert.

Und Hobbyfilmer mit Drohnen stellen nun eine eigene Gefahrenquelle dar, da sie im engen Tal der Ahr beispielsweise Hubschrauber gefährden. Diese sehen die kleinen Drohnen zu spät und können im Tal auch nicht ausweisen. (HIER)
Die Hochwassergebiete wurden daher vorgestern zu einer absoluten Flugverbotszone erklärt. Wer jetzt noch seine Drohne in die Luft bringt sollte viel Geld in der Tasche haben.

Und von schaulustigen Handyfilmregisseuren wissen wir nicht erst seit der Flut.

 

Pioniere der Bundeswehr beim Brückenschlag über die Ahr. An der Stelle wurde die alte Brücke (rechts) weggerissen.

 

Das waren nur ein paar Beispiele, was so alles gemacht wird. Was so alles möglich ist, wenn kriminelle Energie und Gelegenheit zusammenfallen. Wenn Moral und Ethik mal wieder nur Begrifflichkeiten im Fremdwörterlexikon sind und den Raum zwischen den Ohren nie erreicht haben. Oder einfach dreiste Dummheit, Egoismus und/oder Opportunismus obsiegt.

Gegen all das ist konsequent vorzugehen. Gegen alles und jeden der meint, hier mal schnell Reibach oder Unfug machen zu können.

Wünschenswert wären vor Ort befindliche Schnellgerichte, wo so Ertappte bei geringeren Vergehen zu Sozialstunden verurteilt werden. Gern auch im dreistelligen Bereich und dann vor Ort mit der Option auch gleich Schaufel und Schubkarre bekommen zu können.
Ähnlich wie bei Fussballspielen schon erprobt. Gern auch mit anwesendem Pflichtverteidiger.

Es müssen klare Signale gesetzt werden. Abschreckende Signale, die notfalls auch keinen Übersetzer brauchen sondern selbsterklärend sind.

Es sind tausende von Menschen zu Schaden gekommen. Milliarden an Schäden sind zu verzeichnen. Der Wiederaufbau wird dauern. Nerven und Zeit kosten. Weitere Hilfe vor Ort erfordern.

Gemeinsam schaffen wir das mit Sicherheit. Und das auch gern ohne Idioten! – SIC!

 

 

Ein Dank an alle Helfer!

 

IHR – WIR -ZUSAMMEN!

 

Auch:

Wo waren die Vorwarnungen? Staatsversagen?

Hilfsbereitschaft überwältigt!

Bundeswehr im Hochwassergebiet (Mit großer Bildergallerie!)

Feuerwehren im Dauereinsatz (mit Ratschlägen der Feuerwehr!)

Drohnen von Hobbyfilmern gefährden den Luftraum

Erst Hochwasser, dann Planlosigkeit und dann Versteckspiel

 

 

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