Was in Kabul in den letzten Stunden passieren wird…

Hindukusch beim Anflug auf Kabul

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Am Hamid Karsai Kabul International Airport (HIER und HIER), in ehemaligen ISAF-Kreisen passender Weise gern als KIA (killed in action) abgekürzt, wird in den letzten Stunden vor dem totalen Abzug aller restlichen Soldaten noch einiges passieren. Und es wird unschön werden.

Der Airport ist in einen nördlichen militärischen und einen südlichen zivilen Teil unterteilt uns insgesamt von einer Mauer umgeben, die aber leicht überwunden werden kann, solange sie nicht bewacht wird. Mit zunehmend abziehenden Truppen wird das dann schnell nicht mehr auf ganzer Länge möglich sein und sie wird erstürmt werden.

Da sie aus gebrannten Lehmziegeln besteht kann sie auch gerammt oder mit kleinsten Sprengsätzen geöffnet werden.

Es werden also zunehmend Menschen auf das Gelände kommen, während zeitgleich immer mehr Sicherungssoldaten abziehen werden. Dazu muss die Startbahn frei sein… Nicht von Menschen, wohl aber von Fahrzeugen und schweren Hindernissen, die den Start der Transportmaschinen gefährden könnten.

Die IS haben zwar eine Sicherheitsgarantie für die Abschirmung des Flughafens gegen andere Kräfte ausgesprochen, aber was diese Garantie wert ist, hat man am Donnerstag gesehen.
Aus diesem Grund werden die USA die letzte Phase nun in Eigenverantwortung übernehmen wollen.

C-130 Hercules beim Start auf einer Sandpiste

Nach Abzug aller internationalen EvacTeams wir es irgendwann nur noch EINE (1) Maschine am Boden geben. Das wird vermutlich eine C-130 sein (HIER), die notfalls auch neben er asphaltierten Startbahn starten kann. Wesentlich robuster ist, als eine C-17 und auch weniger Startbahn braucht.

Diese Maschine wird startbereit warten und die letzten US-Sicherungstruppen werden vor der nachdrängenden Menschenmasse ausweichend zurückgehen und die offene Laderampe sichern. Dann wird die C-130 Hercules losrollen. Mit offener Laderampe, aus der heraus US-Truppen nach hinten sichern und die Menge auf Abstand halten. Gern mit Warnschüssen. Notfalls auch direkter, denn jeder der da nun anstürmt könnte ein Selbstmordattentäter sein, eine Granate in das Flugzeug werfen oder sonstwas planen.

Dann wird das Flugzeug starten. An schweren Hindernissen vorbei und über Menschen hinwegrollend, die dumm genug sind noch im Weg stehen zu wollen.

Normalerweise wird soetwas mit Kampfhubschraubern flankiert, doch wird es die nicht geben. Die Reichweite zur nächsten US-Basis ist nicht gegeben. Ergo wird das durch die US-Luftwaffe mit Kampfflugzeugen gemacht.

Vermutlich werden F-16 Leuchtbomben im Tiefflug abwerfen und so die Menschen auseinander und von der Startbahn wegtreiben. Warnschüsse aus der Bordkanone sind als Eskalationsstufe auch denkbar.

Sollte von wo auch immer dieser Rückzug gestört werden, durch MG- oder Panzerfaustschützen auf den Dächern der Flughafengebäude, dann greift das, was was man gern allg. als Gefechtsfeldabriegelung bezeichnet. Dann wird es ernst.

B-52 wirft Bomben über Vietnam

Alle unterstützende Maschinen werden vom Indischen Ozean herangeführt werden. Entweder von einer Trägerkampfgruppe oder von Diego Garcia (HIER). Diese Insel war schon zu ISAF-Zeiten der Dreh- und Angelpunkt der schweren Luftunterstützung durch B-52, B-1 und F-111 Bombern.
Lufttanker werden die Versorgung in der Luft sicherstellen und die Ausdauer der Flieger über AFG erhöhen.

Wie man aus der Region Ramstein erfährt, verlegen gerade die USA B-52 von den Staaten via AFB Ramstein in den indischen Raum.
Gleichzeitig werden Drohnen aller Art vorgehalten, die wohl auch mit Masse aus Ramstein geführt werden.
Man darf ruhig annehmen, dass zu diesem Zeitpunkt mehr Flugzeuge in Wartepositionen über AFG kreisen als zur schlimmsten ISAF-Zeit.

 

 

AC-130 Gunship beim Abwurf von Flares zur Eigensicherung

Gleichzeitig wird sich die USA mit Sicherheit die Option des direkten Beschusses freihalten und AC-130 Gunships (HIER) einsetzen. Die verschiedenen Gatlinggeschütze dieser Flugzeuge stellen wohl die letzte Warnung da, bevor andere Waffen zum Einsatz kommen. 

Wer immer nach Flares (Show of Force), Warnschüssen aus Bordkanonen und Slaven von der AC-130 noch auf dem Flughafengelände weilt, wird als feindlich eingestuft werden müssen. Die USA werden auf keinen Fall ihre Nachhut riskieren!

 

 

Was dann kommt reicht von zum Abschied winken bis hin zum Bombenhagel aus den schweren Bombern. Ganz abgesehen davon, dass die USA den Taliban so wenig wie möglich an eigener Ausrüstung in die Hände fallen lassen werden. 
Bei ihrem Abzug aus MeS haben sie zum Beispiel per Luftschlag Material auf dem Flughafen zerstört. Das sollte man für den KIA auch annehmen, zumal der Nordteil des Flughafens Wartungshallen, Lager, Kommunikations- und Kommandozentren für die ehemalige afghanischen Streitkräfte und US-Truppen beherbergt haben, die „state of the art“ waren. All das werden sie nicht den Taliban zuspielen wollen.  Noch nicht einmal als Lagergebäude…

Da die Taliban die Außensicherung nicht garantieren oder gar den Evak-Bereich von Beschuss freihalten können, werden die USA den mit Sicherheit zunehmenden Beschuss in der Endphase der Evakuierung niederhalten. Ergo im Stadtgebiet gezielt „feindliche Stellungen und Einheiten“ angreifen. Ohne den Unterschied zu machen oder nachrichtendienstlich zu kennen, ob das Taliban, IS oder sonstwer ist. 
Diese feine und an sich wichtige Unterscheidung findet seit Ende Mai 2006 eh nicht mehr statt…

In dieser Phase wird es hässlich. Der IS versucht die Taliban zu diskreditieren und wird die weichenden Truppenteile angreifen. Flugzeuge massiv beim Start beschießen. Wahrscheinlich auch das Flughafengelände unter Raketenfeuer nehmen. So wie man es seit 20 Jahren mit Kabul gemacht hat. In der Hochphase des ISAF-Einsatzes fast jede Nacht.

Die letzten Maschinen werden also in einem möglichst steilen Winkel starten und hochziehen, um leichtem Bodenfeuer aus den Kabuler Vororten aber auch von den nördlichen Bergketten zu vermeiden. Schwere Maschinenwaffen (14,5 und 12,7mm MGs) werden problematisch werden. 

Die größte Gefahr geht aber von vielleicht vorhandenen schultergestützten Boden-Luftraketen (z.B.: Stinger, SA-7, SA-14) aus, die Flieger noch in 6000 Metern höhe erreichen können.

An der Stelle muss nicht erwähnt werden, wie die USA dann reagieren würden.

Letztlich wird die Räumung des KIA durch US-Truppen einer abgeschwächten Form dessen entsprechen, wie sie einen umkämpften Brückenkopf verlassen würden. 

Wie soetwas enden kann, haben wir 1979 bei der Geiselnahme im Iran gesehen (HIER). Ein Trauma der US-Streitkräfte bis dato, denn die geplante Luftrettung (Operation Eagle Claw: HIER) ging schief und führte auch zur Wahlniederlage von Jimmy Carter gegen Ronald Reagan

Gedenkstein auf der Gunter Air Force Base in Alabama

 

So einen Gedenkstein versucht Biden um jeden Preis für seine Truppen zu vermeiden. Es wäre das Ende der Demokraten für alle nachfolgende Wahlen. Schon jetzt ist sein Entschluss umstritten. Ein abgeschossenes Flugzeug wäre ein Fanal für alles, was in Zukunft in AFG passiert oder passieren könnte.
Es könnte wirklich der Beginn der Steinzeit in AFG sein. Das wissen selbst die Taliban, die vermutlich jetzt alles tun, um ihre Feinde, den IS, vom Flugplatz fernzuhalten. Das wird zu weiteren Kämpfen im Stadtgebiet führen, was die Sicherheitslage weiter verschärfen wird.

All das ist allen bekannt. Die Prozeduren zur Räumung des Brückenkopfes. Das US-Vorgehen in solchen Fällen. Selbst die dem zugrunde liegenden US-Militärhandbücher sollten allen bekannt sein. Daher wäre es wirklich dumm, jetzt noch Blödsinn  zu machen. 
Der böse Westen zieht ab. Mit eingezogenem Schwanz, hängendem Kopf und blutiger Nase. Es wäre wirklich dumm Reisende noch aufhalten zu wollen und sie… zu verärgern. -SIC!

 

 

 

Auch:

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Als Interessenverband für alle Einsatzveteranen ist der Bund Deutscher Einsatzveteranen e.V. (HIER). Er ist Ansprechpartner und Anlaufstelle für alle Kameraden, die Hilfe brauchen. Es wird jedem, sofort und  professionell geholfen werden, der durch seinen Dienst für die Bundesrepublik Deutschland zu Schaden kam.

Wir bitten unsere Leser um Spenden für die gute Sache und hoffen auf breite Unterstützung für die Kameraden!

Spendenformular HIER

 

Kostenloser Download des Erfahrungsberichtes eines traumatisierten Kameraden: Kunduz im Kopf

 

 

Fotoquellen: WIKI

 

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