MT geht in Flensburg unter

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Das war bitter: Die MT Melsungen hat im Top-Spiel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga eine herbe Niederlage kassiert. Bei der SG Flensburg-Handewitt unterlagen die Nordhessen 24:34 (14:18).

Der Auswärtstrip am 15. Spieltag der HBL hatte für die MT Melsungen schon unter schlechten Vorzeichen begonnen. Im Mannschaftsbus fehlte jemand: Elvar Örn Jonsson. Der Isländer hatte sich im Spiel gegen Eisenach einen Faserriss in der Bauchmuskulatur zugezogen und stand für einen Einsatz gegen die SG Flensburg-Handewitt nicht zur Verfügung.

MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo musste sich also etwas einfallen lassen. In den linken Rückraum beorderte er Julius Kühn, den Part im Innenblock an der Seite von Abwehrchef Adrian Sipos übernahm zunächst Rogerio Moraes. Zudem bekam Dimitri Igantow den Vorzug vor dem an der Stirn verletzten Timo Kastening.

Die Startphase gehörte den Gastgebern, genauer gesagt den Möllers: Vorn traf Lasse zweimal, hinten parierte Kevin gegen Moraes – 2:0 für Flensburg, und noch nicht mal eine Minute gespielt. Das ging fix. Aber genauso schnell reagierte das Parrondo-Team. Kühn, Erik Balenciaga und Sipos – und zack stand es 3:2 für die MT (3. Minute).

In der Folge lief es munter weiter. Kein Team schaffte es, sich deutlich abzusetzen. Die SG trug ihre Angriffe mit ordentlich Tempo vor, die Melsunger hatten es in ihrem Vorwärtsdrang nicht so eilig, fanden aber immer wieder gute Lösungen. Und nebenbei entwickelte sich ein Duell der Torhüter. Denn nicht nur Möller, sondern auch Nebojsa Simic im MT-Tor brachte den gegnerischen Angriff phasenweise zur Verzweiflung.

Als Balenciaga für die Melsunger auf 12:10 stellte (20.), holte Flensburgs Trainer Nicolej Krickau seine Jungs erstmal an die Seitenlinie. Und die Auszeit zeigte Wirkung. Die SG spulte einen 4:0-Lauf ab, auch begünstigt durch die Melsunger, die im Angriff hier und da fahrig auftraten und den Ball zu schnell herschenkten. Lasse Möller erzielte mit seinem fünften Treffer das 14:12 (24.).

Die MT wirkte in dieser Phase ein wenig zerstreut, Abspiele kamen zu ungenau, außerdem gab es zwei Zeitstrafen gegen die Nordhessen. Dies alles nutzten die Gastgeber eiskalt und bauten ihren Vorsprung bis zur Pause auf vier Tore aus. Es passte ins Bild, dass Ivan Martinovic – wie schon Kastening in der Anfangsphase – vom Siebenmeterpunkt scheiterte. Mit 18:14 ging es in die Halbzeit.

Eine kleine Gruppe mitgereister Melsunger Fans musste nach Wiederanpfiff aber mit ansehen, dass ihre Mannschaft kein Mittel fand gegen diese immer besser aufspielenden Flensburger. Martinovics Kempa-Tor nach Zuspiel von David Mandic zum 22:18 sah zwar spektakulär aus (37.), täuschte aber nicht darüber hinweg, dass an diesem Abend in der mit 6.300 Zuschauern gefüllten Campushalle ganz klar ein Team dominierte, und das waren die Flensburger.

Hinzu kam, dass die Fehlerquote bei den Gästen nicht wirklich niedriger wurde. Und so roch es bereits nach Johannes Gollas Treffer zum 28:19 (47.) nach einem kleinen Debakel. Dass Simic, der eindeutig beste Melsunger, sogar zwei Siebenmeter parierte, half dann auch nichts mehr. Zumal der eine Möller, Lasse nämlich, fast traf, wie er wollte, und der andere Möller, Kevin nämlich, seinem Gegenüber Simic in nichts nachstand.

Für die MT ging es da ohnehin nur noch darum, die Niederlage irgendwie in Grenzen zu halten. Als Lasse Möller mit seinem zehnten Treffer das 30:21 erzielte (54.), hatte sich dieses Vorhaben aber ebenfalls erledigt. An einem gebrauchten Abend für die Melsunger marschierten die Flensburger als hochverdiente Sieger von der Platte.

 

Statistik

SG Flensburg-Handewitt: K. Möller (14 Paraden / 24 Gegentore), Buric (n.e.); Golla 1, Einarsson 3, Mensah 1, Gottfridsson 3, Jörgensen 1, Hansen 2, Horgen, Pedersen, Jakobsen 5/2, Smits 7/1, Blagotinsek 1, L. Möller 10 – Trainer Nicolej Krickau.

MT Melsungen: Simic (14 Paraden / 34 Gegentore), Morawski (n.e.); Kühn 4, Balenciaga 6, Mandic 1, Sipos 2, Kristopans 2, Ignatow, Moraes 2, Drosten 1, Arnarsson, Aho, Martinovic 2, Kastening 4/3 – Trainer Roberto Garcia Parrondo.

Schiedsrichter: Nils Blümel (Berlin) / Jörg Loppaschewski (Berlin); Spielaufsicht: Marcus Helbig.

Zeitstrafen: 6 – 4 Minuten (Einarsson 17:37, Blagotinsek 34:20, Mensah 52:17 – Arnarsson 26:09, Ignatow 27:16)

Strafwürfe: 4/2 – 5/3 (Jakobsen scheitert an Simic 37:26, Smits scheitert an Simic 50:31 – Kastening scheitert an Möller 12:39, Martinovic scheitert an Möller 28:50)

Zuschauer: 6.300 in der Campushalle, Flensburg

Spielstände: 1:0 (1.), 2:0 (1.), 2:3 (3.), 6:6 (9.), 9:7 (13.), 9:10 (18.), 10:12 (20.), 14:12 (24.), 15:14 (26.), 18:14 (30.) HZ – 18:15 (31.), 20:16 (35.), 22:18 (37.), 24:19 (41.), 28:19 (47.), 30:22 (54.), 32:22 (57.), 32:24 (58.), 34:24 (60.) Endstand.

 

MT Spielbetriebs- und Marketing AG

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