MT mit bitterer Heimniederlage gegen Berlin

Kai Häfner, rechts Mijaljo Marsenic Nr.93

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Nach der Niederlage gegen Kiel kassierte die MT Melsungen beim 25:33 (9:15) gegen die Füchse Berlin bereits die zweite Heimpleite der Saison. Nur eine Viertelstunde vermochten die Nordhessen die Partie ausgeglichen zu gestalten, dann sorgte Dejan Milosavljev im Tor fast allein für den komfortablen Halbzeitstand aus Sicht der Gäste. Zu Beginn des zweiten Durchgangs stimmte dann auch der Einsatz der Rot-Weißen wieder, näher als auf vier Tore kamen sie aber nicht heran. Im Gegenteil schraubte Berlin das Resultat wieder nach oben und fuhr einen ebenso klaren wie auch verdienten Sieg ein. Mit sieben Treffern, davon drei Siebenmeter, war Timo Kastening bester MT-Schütze, für die Füchse war Hans Lindberg sechsmal erfolgreich.

Kai Häfner, rechts Mijaljo Marsenic Nr.93

Mit der Kiel-Aufstellung schickte Trainer Gudmundur Gudmundsson seine Schützlinge aufs Feld, also auch wieder mit Nebojsa Simic im Tor. Etwas überraschend, hatte man doch eher Silvio Heinevetter gegen seinen ehemaligen Club erwartet. Simic durfte zwar gleich mit jubeln über den ersten Treffer der Partie durch Elvar Örn Jonsson, musste dann aber zweimal hinter sich greifen. Jeweils überwunden von Mijailo Marsenic, der durch die sehr offensive Deckung der Nordhessen am Kreis sehr viel Platz hatte. Den dritten Streich des Serben verhinderte Arnar Freyr Arnarsson, indem er den Pass in die Nahwurfzone abfing und Timo Kastening damit den 2:2-Ausgleich ermöglichte (7.).

Mächtig Emotionen im Rund der Halle weckte Jacob Holm, der sich nach seinem 2:3 (8.) zu einer provokanten Geste gegenüber den MT-Fans hinreißen ließ. Die Antwort: wieder Kastening glich aus und die nächsten beiden Holm-Würfe parierte Simic glänzend. Nutzen zog Melsungen daraus jedoch nicht, weil auf der Gegenseite auch Dejan Milosavljev auf dem Posten war. Da lag mächtig Feuer drin im Spiel der beiden Kontrahenten um mögliche Europacup-Plätze am Ende der Saison. Toremäßig blieb es noch pari: auf Fabian Wiede folgte Arnarsson auf Pass von Julius Kühn: 4:4 (13.).

Nach einer knappen Viertelstunde erspielten sich die Hauptstädter dann erste echte Vorteile. Weil Milosavljev wiederholt sowohl gegen Arnarsson als auch gegen Kühn Sieger blieb. Dem gegenüber stand lediglich eine Glanztat von Simic gegen Tim Matthes im Gegenstoß, so dass Lasse Anderssons 4:8 (18.) den Füchsen bereits ein ordentliches Polster bescherte – und Gudmundsson zur ersten Auszeit veranlasste. Domagoj Pavlovic kam gemeinsam mit Alexander Petersson im Rückraum, Marino Maric am Kreis und in der Deckung Finn Lemke im Wechsel mit dem Kroaten. Das schmeckte den Gästen nicht, die prompt etwas Boden einbüßten. Jonsson verkürzte auf 6:9 und jetzt war Jaron Siewert dran, seine Reihen neu einzustellen (22.).

Was zwar spielerisch nur bedingt gelang, aber da war ja noch Dejan Milosavljev zwischen den Pfosten, der diesmal gegen Pavlovic, gegen  Kastening von außen sowie gegen Petersson glänzend reagierte. Auch ohne große Feldüberlegenheit in dieser Phase konnten die Berliner ihre Führung so zwar langsam, aber stetig ausbauen: Fabian Wiede traf zum 6:11 (24.). Und es wurde sogar noch deutlicher, weil der MT-Angriff plötzlich allzu großen Respekt vor dem Füchse-Schlussmann an den Tag legte. Niemand wollte mehr abschließen, im Zweifel wurde noch ein Querpass angehängt. Domagoj Pavlovic brachte das Leder nach Durchbrücken zum Kreis immerhin noch zweimal an Milosavljev vorbei, aber das war dann letztlich nur die Verkürzung zum 9:15-Halbzeitstand.

Zur zweiten Hälfte kam dann doch Silvio Heinevetter für den glücklosen Simic, außerdem löste Yves Kunkel auf Linksaußen Michael Allendorf ab. Auch Julius Kühn und Elvar Örn Jonsson kehrten zurück aufs Feld. Auf der anderen Seite setzte Berlin auf seine bewährten Kräfte und führte das Werk der ersten Hälfte unbeeindruckt fort: Lasse Andersson traf. Erst als Julius Kühn seine ersten Treffer des Abends erzielte (33.), Heinevetter gegen Wiede den ersten Ball hielt und Timo Kastening per Siebenmeter auf 11:16 verkürzte, kam wieder etwas mehr Leben in die Halle. Nicht lange allerdings, denn mit einer Zeitstrafe gegen Kühn hatte Berlin wieder Gelegenheit, sich kurz zu fangen (35.).

Der Nachhaltigkeit stand erneut Heinevetter im Wege, als er Hans Lindberg einen Siebenmeter wegnahm. Besser machte es da schon Kastening auf der Gegenseite: 13:17 von der Linie (38.). Die MT war wieder da, die Halle ebenfalls mit einer Lautstärke, als ginge es um die Meisterschaft. Und Tore fielen in Sekundenabständen, denn nur eine dreiviertel Minute später stand es hach Kai Häfners zweitem Treffer hintereinander bereits 15:19. Dennoch zogen die Füchse wieder leicht weg: Nach Anderssons Block gegen Häfner lief Marian Michalczik den Konter zum 16:22 (42.).

Melsungen nun ebenbürtig, Berlin mit der klaren Führung im Rücken nicht mehr auf Tempospiel aus. Neben Michalczik bekam auch Nils Lichtlein Gelegenheit sich auszuzeichnen und bedankte sich mit dem 17:24 bei bereits angezeigtem passivem Spiel (46.). Dazu kam das Glück der Tüchtigen, als Heinevetter zwar gegen Marsenic vom Kreis klasse reagierte, der Ball aber von seinem Arm nicht ins Toraus, sondern zum 19:26 nach hinten ins Tor sprang (49.). Es gelang einfach nicht, noch einmal in Schlagdistanz zu kommen.

Fragwürdig war sicher die Entscheidung auf Tor für Berlin zum 20:28 (52.). Silvio Heinevetter war herausgekommen um einen langen Pass auf Milos Vujovic abzufangen. Das gelang, der Ball ging ins Aus. Vujovic reagierte schnell, führte den Einwurf auf den mitgeeilten Johan Koch aus, hinderte aber Heinevetter mit einem festen Griff in dessen Trikot am Spurt zurück in den Kasten und riss ihn stattdessen zu Boden. Koch interessierte das alles nicht, er beförderte das Leder unter gellenden Pfiffen des aufgebrachten Publikums in die Maschen. Es war so etwas wie der moralische KO für die Gastgeber, die anschließend nicht mehr viel zuzusetzen hatten. Zu klar war der Rückstand, zu abgeklärt spielten die Hauptstädter die Partie zu Ende.

Stimmen zum Spiel

Gudmundur Gudmundsson: Glückwunsch an Jaron und die Füchse zum Sieg. Sie waren die bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen. Ich bin sehr enttäuscht vor allem von der ersten Halbzeit. Da haben wir viel verworfen. Der Berliner Torwart hatte über 50% gehaltene Bälle, das sagt sehr viel. Unsere Wurfquote war unterirdisch. Das ist in der zweiten Halbzeit besser geworden und wir konnten zeitweise mithalten. Momentan haben wir zu viele Baustellen, vorne wie hinten. Wir haben in nächster Zeit viel zu tun und jetzt zehn Tage vor dem nächsten Spiel, um an uns zu arbeiten.

Jaron Siewert: Ich glaube, die Geschichte dieses Spieles ist schnell erzählt. Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt. Wenn der Torwart schon 55 bis 60% der Bälle hält, muss man vorn auch nicht immer selbst ein Tor machen und es spielt sich wesentlich leichter. In der zweiten Hälfte mussten wir richtig fighten und noch einmal Gas geben, konnten den Abstand aber halten. Ich wünsche der MT wirklich viel Erfolg für die Zukunft, ich erinnere mich da noch gut an unsere eigene Situation vor einem Jahr.

MT Melsungen – Füchse Berlin 25:33 (9:15)

MT Melsungen: Simic (5 Paraden / 15 Gegentore), Heinevetter (4 P. / 18 G.); Maric 1, Kühn 5, Lemke, Reichmann, Kunkel 2, Jonsson 3, Arnarsson 1, Allendorf , Häfner 4, Petersson, Kastening 7/3, Pavlovic 2 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Füchse Berlin: Milosavljev (14 P. / 22 G.), Genz (0 P. / 3 G.); Wiede 4, Holm 4, Andersson 3, Lichtlein 2, Lindberg 6, Michalczik 2, Langhoff 1, Chrintz 1, Matthes, Kopljar, Vujovic 4/1, Koch 3, Marsenic 3, Drux 1 – Trainer Jaron Siewert.

Schiedsrichter: Tanja Kuttler (Meckenbeuren) / Mauke Merz (Oberteuringen)

Zeitstrafen: 2 – 6 (Kühn 34:40 – Koch 25:46, Marsenic 33:51, Siewert 55:22)

Strafwürfe: 3/3 – 2/1 (Lindberg scheitert an Heinevetter 36:39)

Zuschauer: 2.447 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Das nächste Spiel:
So., 26.09.21, 16:00 Uhr, MT Melsungen – TuS N-Lübbecke, Rothenbach-Halle Kassel


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