Tiger in der Schlinge

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Nach dem Fund dreier toter Sumatra-Tiger in Indonesien warnt die Naturschutzorganisation WWF Deutschland vor Millionen Schlingfallen in Südostasien. Eine Tigermutter mit ihren Jungtieren war in eine der tödlichen Fallen getreten. Laut einer WWF-Untersuchung aus 2020 liegen demnach allein in Laos, Vietnam und Kambodscha rund 12 Millionen illegaler Schlingfallen aus. Die Zahlen für ganz Südostasien dürften nach WWF-Einschätzung noch um ein Vielfaches höher liegen. Dem gegenüberstehen – im aktuellen Fall – gerade einmal noch rund 600 Sumatra-Tiger in freier Wildbahn. 

„Die Wälder werden förmlich leergefegt. Millionen von Schlingfallen in den südostasiatischen Wäldern gleichen zusammengenommen einem riesigen Schleppnetz, aus dem es für viele Tiere kein Entrinnen gibt“, warnt Dr. Stefan Ziegler, Asien-Referent beim WWF Deutschland. „Wilderer in der Region stellen eine große Zahl dieser Fallen auf, um Tiere für den Wildtierhandel zu fangen. Das hat in den letzten Jahrzehnten auch dazu geführt, dass Tiger in Vietnam, Laos und Kambodscha heute als ausgestorben gelten. Bald könnte auch andere südostasiatische Länder diesem traurigen Beispiel folgen.“

Aber auch seltene Tierarten wie die Saola-Wildrinder, Sumatra Nashörner oder Rotschenkel-Kleideraffe sind massiv davon bedroht. Wenn es einem Tier doch gelingen sollte, aus solch einer Falle zu entkommen, stirbt es meist später an den schweren Verletzungen oder an Infektionen.“

Die Schlingfallen-Krise in Südostasien kostet nicht nur Millionen Tiere das Leben und destabilisiert ganze Ökosysteme, sie stellt auch ein enormes Gesundheitsrisiko für den Menschen dar. Etliche der gewilderten Tiere können Viren in sich tragen, die dann vom Tier auf den Menschen überspringen und Epidemien auslösen.

 

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OV von WWF Deutschland

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