MT Talents: Die Hinspiel-Bürde war zu groß – auch im Rückspiel keine Chance gegen Berlin

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Es hat nicht sollen sein, was nach der klaren Hinspiel-Niederlage ohnehin keiner zu hoffen wagte. Auch im Halbfinal-Rückspiel um die Deutsche Meisterschaft unterlagen die MT Talents den hoch favorisierten Füchsen Berlin mit 21:34 (10:16). Nur in der Anfangsphase hielten sie mit hohem Tempo dagegen und gingen auch in Führung. Als die Fehlerquote auf Melsunger Seite zunahm, wurden die Gäste jedoch immer sicherer und schraubten das Ergebnis kontinuierlich nach oben. Dennoch bleibt das Erreichen der Vorschlussrunde ein großer Erfolg nach den Unbillen des vergangenen Jahres.

 

Die Melsunger legten erst einmal mächtig los mit dem Mute der Verzweiflung. Und mit einem atemberaubenden Tempo, denn anders war ein Hoffen auf das Wunder ohnehin aussichtslos. Also gingen sie ein unglaublich hohes Tempo, nahmen sich ihre Möglichkeiten, sobald es auch nur irgendwie ging. Rene Andrei zog aus zehn Metern einfach flach durch die Deckung ab zur 1:0-Führung, wohingegen Malvin Haeske sein engagiertes 1-gegen-1 kurz darauf als Offensivfoul gewertet bekam. So profitierten die Gäste einfach, indem sie mit dem Hinspiel-Vorsprung im Rücken auf die sichere Chance oder aber den Fehler der Gastgeber warten konnten und dann eiskalt zuschlugen. Das reichte, um trotz eines von Jannik Büde gegen Tim Grüner gehaltenen Siebenmeters durch Maxim Orlov die Führung zu übernehmen (1:2, 4.).

Die Hausherren hielten das Tempo trotzdem oben – und ernteten dafür zunächst auch den verdienten Lohn. Paul Kompenhans holte die Führung zurück, Benjamin Fitozovic konservierte sie mit dem 4:3 (8.). Es war ein offener Schlagabtausch mit viel Risiko, aber auch beiderseitig mit vielen Fehlern. Die jedoch nahmen in den Folgeminuten überhand seitens der MT Talents. Berlin dagegen behielt den Überblick und traf: dreimal in Folge zum 4:6 (10.). Ein früher Dämpfer für die Melsunger, der ihre Bemühungen kräftig einbremste.

Dennoch blieben sie noch dran, auch wenn es von temporeich erst einmal in hitzig überging. Erst musste David Kuntscher für zwei Minuten runter, dann Marcel Nowak. Auch als Malvin Haeske von der Siebenmeterlinie am starken Lasse Ludwig  scheiterte, war das Bemühen um und der Glaube an ein gutes Ergebnis noch zu spüren. Doch als dann Ben Beekmann seinen Tempogegenstoß als Aufsetzer über das Tor bugsierte, gingen die Köpfe spürbar nach unten. Darüber täuschte auch das erfolgreiche Nachsetzen von Benjamin Fitozovic zum 9:12 nach Parade von Ludwig gegen Kuntscher nicht hinweg. Bis zum Seitenwechsel waren es dann schon sechs Tore Differenz.

Mit der Einwechslung von Moritz Goldmann ins Team und zwei tollen Paraden gegen Marcel Nowak sowie Nils Lichtlein kam noch einmal Schwung in die Aktionen der MT Talents. Doch David Kuntschers 11:17 beantwortete Nils Lichtlein umgehend mit einem Doppelschlag und Marcel Nowak setzte noch einen drauf zum 11:20 – die Vorentscheidung im Spiel (36.). Der nächste Melsunger, der sich für einige Minuten stark präsentierte, war Rene Andrei. Zweimal netzte er und es war dennoch vergebens, weil im gleichen Zeitraum die Hauptstädter das Ergebnis bis auf 13:24 hochschraubten (43.).

Trotz der Ausweglosigkeit des eigenen Vorhabens und der mit zunehmender Spieldauer größer werdenden Überlegenheit der Berliner hatten auch die Nordhessen immer wieder kleine Highlights. Wie den gemeinsam gelaufenen Tempogegenstoß, bei dem Rene Andrei trotz eigener guter Aussicht auf Erfolg dennoch uneigennützig Paul Kompenhans den Ball zum 14:24 auflegte. Oder als sich Melsungens Regisseur durchsetzungsstark durch die Berliner Abwehr tankte und zum 17:29 einwarf. Da war natürlich längst nichts mehr zu ändern am ergebnistechnischen Untergang. Die Füchse brachten das Spiel routiniert und überlegt zu Ende, schraubten den Sieg noch auf vierzehn Tore hoch und zogen damit hochverdient ins Finale um die Deutsche Meisterschaft ein.

 

Stimmen zum Spiel

Florian Maienschein: Ich hatte meiner Mannschaft vorher gesagt, dass sie in dieser Konstellation aller Voraussicht nach nicht mehr zusammenspielen würden. Klar war es schwierig, zu gewinnen. Aber sie sollten es wie ihr letztes Spiel einfach genießen und dabei Spaß haben. Man hat am Anfang auch gesehen, wie emotional und motiviert sie waren.  Aber auf dem Niveau der ersten Minuten kann man dieses Tempo nicht über ein ganzes Spiel durchhalten. Irgendwann kam der Bruch, dass wir an unsere Misere vom Hinspiel angeknüpft haben und plötzlich war Berlin zur Pause schon sechs tore weg. Nach dem Seitenwechsel hat man das Niveau der Füchse gesehen. Sie konnten durchwechseln, ohne an Qualität zu verlieren. Trotzdem bin ich sehr stolz auf diese Mannschaft und das von ihr Erreichte.

Bob Hanning: Das war eine Demonstration von meiner Mannschaft. Ich bin sehr zufrieden, dass sie das hier so durchgezogen hat. Ich habe damit gerechnet, dass Melsungen einen solchen Auftakt hat. Sie mussten das Tempo so erhöhen. Aber wir sind individuell so stark, dass wir da gegenhalten konnten. Und wenn mal nichts geht, dann haben wir mit Lasse Ludwig immer noch einen Torwart, der eine Klasse für sich ist. Meiner Mannschaft habe ich vor dem Spiel gesagt, dass es unser Ziel sein muss, den Gegner bei höchstens 24 Toren zu halten. Denn dass wir selbst vorn unsere Tore machen würden, war uns klar. Und damit konnte dann eigentlich auch nichts schief gehen.

Statistik

MT Talents: Büde (6 Paraden, 23 Gegentore), Goldmann (3 P. / 12 G.)  – Haeske, Beekmann 1, Pregler, Kompenhans 5, Fitozovic 3, Dhaliwal, Andrei 4, Hellemann, Rietze, Sahin 2, Kuntscher 6/1 – Trainer Florian Maienschein.

Füchse: Ludwig (11 P. / 13 G.), Kull (6 P. / 8 G.) – Heinis, Nowak 5, Orlov 8, Beneke2, Sauter 3, Dieffenbacher 2, Freihöfer 1/1, Lichtlein 3, Scheminski 2, Grüner 7/2, Kilias 1, Langhoff – Trainer Bob Hanning.

Z: – – SR: Bona / Frank (Remscheid) – Strafen: 12: 6 Minuten – DQ: Dhaliwal (56.) – 7m: 5/1 : 4/3.

MT


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