Neue Anpassungsstrategie der EU – viele gute Ansätze, wenig Verbindlichkeit

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Gestern hat die Europäische Kommission eine neue EU-Strategie vorgelegt, welche eine Anpassung an den Klimawandel konkretisiert. Im European Green Deal aus dem Jahre 2019 wurde dies schon angekündigt.

 

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger kommentiert: „Nach drei Dürresommern und immer neuen Hitzerekorden war eine Revision der Anpassungsstrategie dringend geboten. Die überarbeitete Strategie ist ganzheitlicher aufgestellt und untermauert die Anpassungsziele des geplanten EU-Klimagesetzes. Dass naturbasierte Ansätze wie die Renaturierung von Ökosystemen wie Feuchtgebieten hervorgehoben werden, die langfristig nicht nur kostengünstiger sind als technische Anpassungslösungen, sondern auch natürliche Kohlenstoffsenken und Artenvielfalt fördern, ist zu begrüßen. Eine wirkliche Verbindlichkeit, etwa zur Priorisierung solcher Maßnahmen, bleibt aber leider aus – die EU setzt stattdessen auf bessere Kommunikation und finanzielle Anreize.“

 

Während ein Schwerpunkt der ersten Anpassungsstrategie die Schließung von Wissenslücken war, steht dieses Mal das Handeln im Vordergrund. Dafür hat die EU unter anderem den Finanzrahmen für Klimaanpassung erweitert. Geldmittel sollen etwa mithilfe der neuen EU-Taxonomie und als Teil des Wiederaufbaus nach der Covid-19-Pandemie bereitgestellt werden. Eine Investition in präventive Anpassungsmaßnahmen könnte sich auszahlen, denn Untätigkeit käme die EU wohl teurer zu stehen: Die jährlichen Kosten aufgrund von Schäden durch klimabedingte Extreme wie Dürre, Hochwasser und Starkregen bewegen sich im zweistelligen Milliardenbereich, Tendenz steigend.

 

Besonders tückisch ist die Schwerfälligkeit des Klimasystems. Frauke Scholvin, NABU-Expertin für Klimaanpassung, erläutert: „Selbst, wenn wir auf einen Schlag alle Treibhausgasemissionen einstellen würden, ginge der Klimawandel zunächst weiter. Die Auswirkungen wären noch Jahrzehnte spürbar. Wir müssen also zweierlei tun: Drastisch unsere Emissionen senken und uns gleichzeitig auf die unausweichlichen Folgen der Klimakrise vorbereiten.“ Entscheidend für die rechtzeitige Bewältigung dieser Mammutaufgaben sei es, Synergien zwischen Klimaschutz und -anpassung mithilfe ökosystembasierter Ansätze zu nutzen. „Grüne Infrastruktur in Städten etwa senkt die Umgebungstemperatur, sorgt für bessere Luftqualität und unterstützt die urbane Artenvielfalt. Es liegt nun an den EU-Mitgliedstaaten, den Mehrwert naturbasierter Lösungen zu erkennen und auch ohne bindende Vorgaben entsprechende Maßnahmen umzusetzen,“ so Scholvin.

 

OC von NABU

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