Neue Wolfszahlen veröffentlicht: Mehr Wölfe, mehr illegaler Beschuss

image_pdfimage_print

Schulte: Artenschutzkriminalität muss stärker geahndet werden

________________________________________________________________

Bonn – Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat das Ergebnis des aktuellen Wolfmonitorings veröffentlicht. Im Monitoringjahr 2019/20 wurden in Deutschland 128 Wolfsrudel, 35 Paare und zehn territoriale Einzeltiere bestätigt. Das bedeutet einen Anstieg der Territorienzahl um 9% im Vergleich zum Vorjahr. Das weiterhin positive Wachstum war zu erwarten, da es in weiten Teilen der deutschen Kulturlandschaft hohe Wilddichten und geeigneten, noch nicht besetzen Lebensraum für Wölfe gibt.  Auffällig ist jedoch, dass der Zuwachs deutlich geringer ausfällt als in den Jahren zuvor, in denen teils Wachstumsraten von 30% registriert wurden. Schwankungen können mitunter in der Natur einer Population liegen, von exponentiellem Wachstum kann daher keine Rede sein.

Neben der Verbreitung wird auch die Totfundstatistik aktualisiert: Seit 2000 starben 378 Wölfe im Verkehr, 50 Wölfe wurden hingegen mutwillig illegal getötet. Letztere wurden meist geschossen, doch auch geköpfte und absichtlich überfahrene Wölfe wurden gefunden. Neueste Erkenntnisse zeigen zudem: Sieben der 98 im Straßenverkehr verunfallten Wölfe des letzten Monitoringjahrs 2019/20 wurden zu Lebzeiten beschossen, was jedoch nicht zum Tod der Tiere führte. Dazu kommen elf Wölfe, die in diesem Zeitraum illegal getötet wurden. Diese Zahl steigt stetig, 2018/19 waren es acht, 2017/18 sechs illegal getötete (und gefundene Wölfe).

Die Aufklärungsrate dieser Straftaten ist verschwindend gering, die Dunkelziffer vermutlich hoch. Ralf Schulte, Teamleiter Artenschutz beim NABU Bundesverband: „Der Wolf ist eine streng geschützte Art, das Nachstellen und Töten der Tiere ist strafbar. Die Verfolgung der Täter*innen muss stärker voran getrieben werden.“ Artenschutzkriminalität wird in vielen Bundesländern immer noch als Kavaliersdelikt vernachlässigt. „Wir fordern die Länder auf, in ihren LKAs Stellen zu schaffen, die auf die Ermittlung von Artenschutzkriminalität spezialisiert sind. Neben Wölfen werden auch geschützte Greifvögel oder Luchse immer wieder Opfer illegaler Tötung. Diese Straftaten dürfen nicht bagatellisiert werden.“

Das BfN macht ebenfalls deutlich, dass der sogenannte „günstige Erhaltungszustand“ der hiesigen Wolfspopulation noch nicht erreicht ist. Forderungen nach offizieller Bejagung wird somit eine Absage erteilt. Marie Neuwald, NABU-Wolfsexpertin erklärt: „Aus fachlicher Sicht müssen Wölfe in Deutschland nicht bejagt werden. Aufgrund ihrer Territorialität wird es nie übermäßig viele Tiere auf einer kleinen Fläche geben. Auch als vorbeugende Herdenschutzmaßnahme ist Bejagung nachweißlich kein erfolgreiches Mittel. Wer das fordert, lenkt nur von wirklich hilfreichen, aber aufwendigeren Methoden wie Elektrozäunen und deren Förderung ab.“


Posts Grid

Wie mündig sind Patienten heute wirklich?

Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ hat das Verhältnis zwischen Arzt und Patient untersucht (ots) Soll die…

Mit gefiedertem Schwung ins Superwahljahr 2021

NABU Hessen: Wählen Sie ihren Vogel des Jahres unter www.vogeldesjahres.de Wetzlar – Die erste öffentliche…

„Jeder kann kochen, man braucht nur Mut“: Lendchen mit Pflaumen

  Hallo liebe Lecker Schmecker. Hinter dem Herd des Nordhessen Journals steht Nils Kreidewolf, Chefkoch…

ROCK/PÜRSÜN (FDP) : Landesregierung reagiert nur auf stetigen Druck

Verschärfung der Testpflicht ist Schuldeingeständnis Tests müssen personell leistbar sein Freie Demokraten haken weiter nach…

Hautirritationen durch Mund-Nasen-Schutz: Was hilft Menschen mit Problemhaut müssen auf besondere Pflege achten

(ots) Pickelchen und Rötungen sind zwei lästige Begleiterscheinungen des Mund-Nasen-Schutzes. Darunter leiden besonders die Berufsgruppen,…

83 Prozent weniger Gäste im November

Hessischer Tourismus im November 2020 weiterhin schwach Im November 2020 zählten die hessischen Beherbergungsbetriebe 83…

Klimaschutz: LichtBlick versorgt Köln mit Ökostrom Starkes Signal für funktionierenden Wettbewerb im Strommarkt

(ots) Klimaschutz: LichtBlick versorgt Köln mit Ökostrom Seit Jahresbeginn versorgt das Klimaschutz-Unternehmen LichtBlick die Stadt…

Hautirritationen durch Mund-Nasen-Schutz: Was hilft Menschen mit Problemhaut müssen auf besondere Pflege achten

  (ots) Pickelchen und Rötungen sind zwei lästige Begleiterscheinungen des Mund-Nasen-Schutzes. Darunter leiden besonders die Berufsgruppen,…

Impfungen im Impfzentrum Kassel ausschließlich mit Termin

Die Impfungen im Impfzentrum der Stadt Kassel erfolgen ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung. Darauf weist die…

Keine Mitarbeit bei Mogelpackung

  Die Umweltverbände BUND, NABU und WWF sowie die Michael Succow Stiftung lehnen eine Mitarbeit…

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung