TÜV-Verband fordert verbindliche Vorgaben für mehr Nachhaltigkeit von Produkten

 

Der TÜV-Verband hat die Einführung verbindlicher Nachhaltigkeitskriterien bei der Entwicklung neuer Produkte in der Europäischen Union gefordert. So könnten Anforderungen hinsichtlich Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit, Recyclingfähigkeit sowie einer umweltfreundlichen Entsorgung bereits beim Produktdesign berücksichtigt werden. Die Einhaltung dieser Vorgaben sollte unabhängig geprüft und die Produkte entsprechend gekennzeichnet werden. „Verbraucher:innen sollten einfach erkennen können, welche Produkte wiederverwertbar sind und ob sie bereits recycelte Materialien enthalten“, sagt Juliane Petrich, Referentin für Nachhaltigkeit und Politik beim TÜV-Verband. „Nachhaltige Grundprinzipien im Sinne von „Sustainabilty by Design“ sollten auf möglichst viele Produktkategorien ausgeweitet werden, zum Beispiel Elektrogeräte wie Smartphones oder Tablets, Möbel, Textilien oder Baumaterialien.“ Notwendig sei die Entwicklung allgemein anerkannter Prüfkriterien und die Einbindung unabhängiger Dritter, um sicherzustellen, dass die Vorgaben eingehalten werden.

Am 30. März wird die Europäische Kommission ihre Sustainable Product Initiative (SPI) vorstellen. Ihr Ziel ist es, dass alle in der EU auf den Markt gebrachten Produkte möglichst nachhaltig, langlebig, wiederverwendbar, reparierbar und recycelbar sind sowie energieeffizient hergestellt werden. Die Initiative ist eine Maßnahme des Aktionsplans für eine europäische Kreislaufwirtschaft. Der TÜV-Verband begrüßt die SPI für nachhaltige Produkte ausdrücklich. Petrich: „Die EU-Initiative eröffnet die Möglichkeit, den Umwelt- und Klimaschutz konsequent in das wirtschaftliche Handeln zu integrieren.“ In seinem aktuellen Positionspapier „Kreislaufwirtschaft made in Europe“ formuliert der TÜV-Verband dazu politische Empfehlungen, wie eine nachhaltige Transformation gelingen kann.

Verbindliche Nachhaltigkeitsanforderungen schaffen

Aus einer europäischen Kreislaufwirtschaft ergeben sich auch für Unternehmen viele Vorteile. „Made in Europe“ kann im Kontext der Kreislaufwirtschaft zu einem echten Werte- und Qualitätsversprechen werden und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen im internationalen Vergleich stärken. „Europa kann zum Vorreiter für ressourcenschonende und hochqualitative zirkuläre Produktlösungen, Technologien und Geschäftsmodelle werden“, sagt Petrich. „Verbindliche Nachhaltigkeitsanforderungen unterstützen Hersteller dabei, Produkte zu fertigen, die länger halten, von höherer Qualität sind und aus wiedergewonnenen oder wiederverwertbaren Materialien bestehen.“ Für den TÜV-Verband steht neben verbindlichen Nachhaltigkeitskriterien auch die Festschreibung unabhängiger Konformitätsbewertungen im Fokus. Unabhängige Prüforganisationen können sicherstellen, dass kreislauforientierte Vorgaben auch tatsächlich umgesetzt werden. Klare und unabhängige Kennzeichnungen informieren Verbraucher:innen, welche Produkte kreislauftauglich sind oder einen Mindestanteil an Rezyklaten enthalten.

Abfallmengen reduzieren

Die drastische Reduzierung der Abfallmengen ist ein zentrales Ziel in einer Kreislaufwirtschaft. Der Einsatz von wiederverwendbaren Materialien wird daher in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Jedoch akzeptieren Nutzer:innen recycelte Materialien nur dann, wenn für deren Einsatz die gleichen Anforderungen gelten wie für Neuware. „Ein Zweiklassensystem von Neuware und Rezyklaten darf nicht entstehen“, sagt Petrich. „Insbesondere Anforderungen an die Qualität der Prozesse und der resultierenden Rezyklate sollten daher gesetzlich festgelegt und unabhängig geprüft werden.“

Darüber hinaus müssen in einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft digitale Technologien eine größere Rolle spielen. Die Digitalisierung bietet zahlreiche Chancen, zum Beispiel für eine effizientere Abfalltrennung oder innovative Geschäftsmodelle, die Nutzungspfade jenseits des individuellen Besitzes von Produkten eröffnen. Voraussetzung ist, dass der ökologische und soziale Fußabdruck der digitalen Technologien so gering wie möglich ist. „Insbesondere Elektrogeräte gehen zu schnell kaputt oder sind so konzipiert, dass sie nur eine Lebensdauer von zwei bis drei Jahren haben“, sagt Petrich. „Um in Zukunft Elektroschrott effektiv zu verhindern, muss die Technologiebranche selbst zu einem nachhaltigen Produktdesign verpflichtet werden.“

Außerdem unterstützt der TÜV-Verband die Einführung von digitalen Produktpässen. Digitale Produktpässe können alle wichtigen Umwelt- und Materialdaten eines Produkts abbilden. Voraussetzung ist, dass die enthaltenen Informationen zu den sozialen und ökologischen Auswirkungen der Herstellung sowie zu den Umwelteigenschaften von Produkten oder Dienstleistungen unabhängig geprüft und damit verlässlich sind.

Die politischen Empfehlungen des TÜV-Verbands für eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft sind hier abrufbar: https://ots.de/ALsvsK

 

OV von TÜV-Verband e. V.,

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