Dritte Änderung der Gebührenordnung: Hoffnung für Straßenkatzen

Mit der Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ macht der Deutsche Tierschutzbund auf die Wichtigkeit der Katzenkastration aufmerksam. Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.

 

 

Mit der Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ macht der Deutsche Tierschutzbund auf die Wichtigkeit der Katzenkastration aufmerksam.
Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Das Bundeskabinett hat die Gebührenordnung für Tierärzte geändert. Das zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium begründet dies vor allem mit der aus Sicht der Tierärzteschaft notwendigen Anpassung an die Kostenentwicklung. Bei aller Befürchtung, dass sich die Kostenlage für Tierheime weiter verschärft, gibt es auch eine gute Nachricht: Tierärzte können nun mit Tierschutzvereinen vergünstigte Sätze für die Kastration von frei lebenden Straßenkatzen vereinbaren. Das ermöglicht den Vereinen in Zukunft öfter Kastrationsaktionen durchzuführen, um die Zahl der Tiere tierschutzgerecht zu reduzieren. Der Deutsche Tierschutzbund hatte diese Möglichkeit für die Zusammenarbeit von Tierschutzvereinen und Tierärzten lange gefordert. Zugleich aber fordert der Verband auch Bund, Länder und Kommunen auf, sich finanziell und durch entsprechende Kastrationsverordnungen an der Lösung aktiv zu beteiligen.

 

„Die Lage der Tierheime bleibt angespannt. Gerade der hohe Aufwand für die Straßenkatzen war und ist eine extreme Belastung, das hat der zuständige Bundeslandwirtschaftsminister erkannt und gehandelt. Die Anpassung der Gebührenordnung für Tierärzte, die wir lange schon fordern, wird es zukünftig einfacher machen, das Problem der frei lebenden Straßenkatzen anzugehen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Angesichts von geschätzten zwei Millionen Straßenkatzen bundesweit, waren die Kosten nach Gebührenordnung bisher eine rechtlich nahezu unüberwindbare Hürde. „Mit der Anpassung hoffen wir nun, dass Tierschutzvereine gemeinsam mit Tierärzten noch intensiver als bisher das Katzenelend mindern können“, sagt Schröder. „Zugleich aber appellieren wir an den Bund, die Länder und besonders die Kommunen, sich auch finanziell und durch Verordnungen zu beteiligen. Denn am Ende ist es im Interesse der Allgemeinheit, daher sollten weder die Tierärzte, noch die Tierschützer bei der Tierschutzarbeit für die Katzen alleine gelassen werden. Wenn dann auch Katzenbesitzer stärker in die Pflicht genommen werden, ihre Freigängerkatzen zu kastrieren, lässt sich die Population der Straßenkatzen endlich dauerhaft verkleinern.“

 

Gemäß der angepassten Verordnung dürfen Tierärzte den einfachen Gebührensatz für die Kastration frei lebender Katzen zukünftig legal unterschreiten – wenn sie die Kastration im Auftrag einer gemeinnützigen Tierschutzeinrichtung, wie eines Tierschutzvereins, durchführen. Bei den frei lebenden Katzen handelt es sich um Nachkommen von ehemals privat gehaltenen Katzen, die nun ohne einen zuordenbaren Besitzer leben. Sie vermehren sich unkontrolliert, leiden oft unter Hunger und Krankheiten. Die Tierschützer fangen die frei lebenden Katzen ein und lassen sie nach der Kastration wieder in ihrem angestammten Revier frei. Der karitative Tierschutz trägt die Kosten für Fang, Kastration und Betreuung der Tiere – finanziert durch Spenden und durch Mithilfe von ehrenamtlichen Helfern.

 

Posts Grid

22-Jähriger beklaut wehrlosen Pfandflaschen-Sammler: Dieb kommt dank Zeugenhinweisen nicht weit

(ots)Kassel-Mitte: Zu einem äußerst gewissenlosen Diebstahl kam es in der Nacht zum Sonntag in der…

Minister Özdemir vor Herkulesaufgabe

  Am Freitag hat Bundesminister Cem Özdemir im Bundestag die Schwerpunkte seiner agrar- und forstpolitischen…

Suizidale Körper im antiken Griechenland

Praxis, Prinzipien und Probleme im Umgang mit Leichnamen von Suizidenten Vortrag und Gespräch mit Isabelle…

Deutschlands Kommunen altern – drei Städte in Hessen trotzen dem Trend

  Deutschlands Kommunen werden älter – doch drei Städte in Hessen trotzen dem Trend. Die…

Wechselmodell: Eltern müssen kooperieren können

Dresden/Berlin (DAV). Ein paritätisches Wechselmodell dient nur dann dem Kindeswohl, wenn Vater und Mutter gut…

Wer nicht hilft, macht sich strafbar aber viele potenzielle Retter haben in Notsituationen Angst, etwas falsch zu machen

  Anderen in Notsituationen zu helfen und damit womöglich Leben zu retten ist eigentlich gar nicht so…

MT testet gegen Großwallstadt und Leipzig vor Zuschauern

Während derzeit die Europameisterschaft auf Hochtouren läuft, gehen auch die Akteure  von Handball-Bundesligist MT Melsungen…

Förderbescheid für den DigitalPakt Schule für den Wetteraukreis

  Europaministerin Lucia Puttrich hat heute einen Förderbescheid von knapp 1,5 Millionen Euro an den…

Universität Kassel: berufsbegleitend zur/zum Personal-Ökonom:in

(ots) Die Aussicht auf Erfüllung durch den Beruf, eine Verbesserung der Karrierechancen und die Weiterentwicklung…

Mehrere Veranstaltungen mit Corona-Bezug am Montagabend im Bereich des Polizeipräsidiums Nordhessen

(ots)In Stadt und Landkreis Kassel sowie den Landkreisen Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner und Schwalm-Eder konnten ab dem…

Hündin Fatima entlaufen – Bereich Wilhelmshöhe

6 Wege: So übertragen Sie Dateien von Windows 10 auf Windows 11

  Wie überträgt man Dateien von Windows 10 auf Windows 11, wenn Sie einen neuen…

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung
%d Bloggern gefällt das: