Zum Wohl von Natur, Klima und Fischerei

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Effektive Meeresschutzgebiete sind essentiell im Kampf gegen die Biodiversitäts- und Klimakrise. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und Whale and Dolphin Conservation (WDC) fordern die Bundesregierung auf, sich für eine Regulierung umweltschädlicher Fischereipraktiken, wie Grundschleppnetz- und Stellnetzfischerei, einzusetzen. Um das gesamte Klimaschutzpotenzial von marinen Ökosystemen auszuschöpfen, müssen 30 Prozent der Meeresflächen in Deutschland sowie weltweit effektiv geschützt werden. Dazu gehört, dass 50 Prozent dieser geschützten Meeresflächen als Nullnutzungszonen ausgewiesen, also von jeglicher menschlichen Nutzung freigehalten werden. Das heißt, dass diese Meeresflächen nicht nur auf dem Papier „Schutzgebiete“ sein dürfen. Vielmehr müssen sie durch ein nachhaltiges Management und den Ausschluss umweltschädigender Nutzungen zu echten Ruhezonen für bedrohte Tierarten werden, sodass sich die Natur erholen kann. Darauf weist die DUH auch in ihrem neuen Positionspapier hin.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Umweltschädigende Fischereimethoden und die Überfischung gehören zu den größten Bedrohungen für die Gesundheit der Meere. Nach dem Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichts müssen Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner und Bundesumweltministerin Schulze endlich handeln und Fischereiaktivitäten mit negativen Umweltauswirkungen in den Meeresschutzgebieten der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone in Nord- und Ostsee verbieten.“

Die Grundschleppnetzfischerei ist zwar in Teilbereichen der deutschen Nordsee-Meeresschutzgebiete verboten, nicht jedoch in der Ostsee. Die Auswirkungen sind großflächig und folgenschwer, da die schweren Netze über den Meeresboden gezogen werden und dabei nicht nur wertvolle Habitate zerstören, sondern auch große Mengen des im Sediment gespeicherten Kohlenstoffs als CO2 freisetzen. Die Stellnetzfischerei ist in deutschen Meeresschutzgebieten bis heute sogar uneingeschränkt erlaubt, obwohl diese Netze eine lebensbedrohliche Gefahr für Seevögel und Schweinswale darstellen, die häufig als Beifang darin verenden.

„Insbesondere der Schweinswal leidet unter fehlenden Ruhezonen“, sagt Fabian Ritter, Leiter des Bereichs Meeresschutz bei WDC. „Beifang in Stellnetzen ist die Todesursache Nummer eins für den kleinen Wal. Die Population in der zentralen Ostsee ist auf rund 500 Individuen geschrumpft und gilt als akut vom Aussterben bedroht. Deswegen muss jetzt schleunigst gehandelt werden.“

Dazu gehört, dass das Landwirtschafts- und das Umweltministerium endlich die Verhandlungen mit den Ostsee-Anrainern zur Regulierung der grundberührenden Fischerei in den deutschen Ostsee-Meeresschutzgebieten angehen. Vor allem aber müssen laut WDC und DUH die so genannten Notfallmaßnahmen der EU-Kommission schleunigst in Kraft treten, mit denen eine zeitweise Schließung in den Wintermonaten für die Stellnetzfischerei verfügt wird, insbesondere im Meeresschutzgebiet Pommersche Bucht.

Katharina Fietz, Referentin für Meeresnaturschutz der DUH, ergänzt: „Effektiv gemanagte Meeresschutzgebiete sind in Zeiten der Klimakrise wichtiger denn je. Sie bieten bedrohten Arten Schutz, erlauben Lebensräumen, sich zu regenerieren und sorgen für höhere Fischereierträge in ihrer Umgebung. Sie sind aber auch Kohlenstoffsenken, denn das Meer ist der größte Klimapuffer des Planeten. Solche vielfältigen Vorteile müssen mit dem Naturschutz zusammengedacht werden. Damit diese wichtigen Funktionen aufrechterhalten werden können, regen DUH und WDC eine engere Zusammenarbeit zwischen der Fischerei und Natur- sowie Klimaschützerinnen und -schützern an.“

 

OV von Deutsche Umwelthilfe DUH

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