ZDF-Politbarometer Extra Thüringen Oktober I 2019: Rot-rot-grüner Landesregierung droht Verlust der Mehrheit

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Gute Werte für Ministerpräsident Bodo Ramelow

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Thüringen sieht es danach aus, dass eine Mehrheitsfindung nach der Wahl schwierig werden könnte: Linke und CDU sind fast gleich stark, die AfD kann ihren Stimmenanteil verdoppeln, SPD und Grüne sind einstellig, die FDP ist durch die Fünf-Prozent-Hürde gefährdet.

Wenn schon am nächsten Sonntag gewählt würde, dann ergäben sich aktuell folgende Projektionswerte für die Parteien: Die CDU käme jetzt auf 26 Prozent, die Linke auf 27 Prozent, die SPD auf 9 Prozent, die AfD auf 20 Prozent, die Grünen auf 8 Prozent und die FDP auf 5 Prozent. Die anderen Parteien lägen zusammen bei 5 Prozent. Damit würde die amtierende Regierung aus Linke, SPD und Grünen ihre Mehrheit verlieren, aber auch eine Regierung aus CDU, SPD und Grünen würde eine parlamentarische Mehrheit verfehlen.

Diese Projektionswerte geben aber lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar. Grundsätzlich sind bei diesen Werten auch die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen, weshalb ein Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde nicht auszuschließen ist. Darüber hinaus kann es bis zum Wahlsonntag für die verschiedenen Parteien durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge noch zu entscheidenden Veränderungen kommen. Zudem wissen zurzeit 38 Prozent noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.

Bei der letzten Landtagswahl 2014 war die CDU auf 33,5 Prozent gekommen, die Linke auf 28,2 Prozent, die SPD auf 12,4 Prozent, die AfD auf 10,6 Prozent, die Grünen auf 5,7 Prozent, die FDP auf 2,5 Prozent und die anderen Parteien zusammen auf 7,1 Prozent.

Landes- und Bundespolitik

Als wichtiger für ihre aktuelle Wahlabsicht nennen ähnlich wie vor fünf Jahren 60 Prozent die Landespolitik und 34 Prozent die Bundespolitik (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden: „weiß nicht“).

Gewünschter Ministerpräsident:

Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, sprechen sich 50 Prozent für Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) aus und 31 Prozent bevorzugen den CDU-Spitzenkandidaten Mike Mohring. Gegenüber dem Spitzenkandidaten der AfD, Björn Höcke, liegt Ramelow mit 76 Prozent zu 6 Prozent vorne.

Spitzenpolitiker:

Mit guten 2,0 auf der plus fünf/minus fünf Skala ist Bodo Ramelow (Linke) der beliebteste Politiker in Thüringen, gefolgt von Wolfgang Tiefensee (SPD) mit 1,6 und Mike Mohring (CDU) mit 1,2. Sehr negativ wird Björn Höcke (AfD) bewertet (minus 3,5). Auffällig ist hier vor allem, dass Bodo Ramelow in allen Parteianhängerlagern außer der AfD positive Beurteilungen erhält und umgekehrt Björn Höcke von allen Parteianhängergruppen außer der AfD extrem negativ bewertet wird. Selbst bei den AfD-Anhängern erhält Höcke lediglich einen Wert von 0,7.

Zufriedenheit mit Regierung und Opposition

Die Zufriedenheit mit der Arbeit der einzelnen Parteien in der Regierung fällt unterschiedlich aus. Am besten wird die Linke mit einem Durchschnittswert von 0,9 auf der plus fünf/minus fünf Skala bewertet. Die SPD erhält 0,6 und die Grünen nur minus 0,1. Die Arbeit der CDU in der Opposition wird mit 0,7 beurteilt und die der AfD mit sehr negativen minus 2,8.

Koalitionspräferenzen:

Grundsätzlich bevorzugen 44 Prozent eine von der CDU geführte Landesregierung und 42 Prozent eine durch die Linke geführte. Eine mögliche Koalition aus Linke, SPD und Grünen fänden 42 Prozent gut und 36 Prozent schlecht (egal: 18 Prozent). Eine Regierung aus CDU, SPD und Grünen fänden 36 Prozent gut und 38 Prozent schlecht (egal: 21 Prozent).

Wichtigste Themen:

Das wichtigste Thema in Thüringen ist mit 28 Prozent „Schule/Bildung“. Danach folgen „Infrastruktur“ (16 Prozent), „Umweltschutz/Klima“ (13 Prozent), „AfD/Rechte“ (11 Prozent) und „Flüchtlinge/Asyl“ (10 Prozent).

Die Umfrage zu diesem Politbarometer Extra wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 14. bis 16. Oktober 2019 unter 1.004 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Thüringen telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte.

Das nächste Politbarometer Extra zu Thüringen sendet das ZDF am Donnerstag, 24. Oktober 2019, im „heute journal“ und das nächste bundesweite Politbarometer am morgigen Freitag, 18. Oktober 2019.

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