Zahl der Tiere in Versuchen unverändert hoch

versuchstiereDie am 01.12 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlichten Zahlen zeigen, dass der Verbrauch von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken auf hohem Niveau stagniert. Fast drei Millionen Tiere wurden 2015 genutzt – etwa genauso viele wie im Vorjahr. Besonders erschreckend ist die Zahl der im Rahmen der Grundlagenforschung verwendeten Tiere: Ihre Zahl ist fast doppelt so hoch wie im Vorjahr 2014. Erstmals hat das Ministerium auch Informationen zum Grad der Schmerzen, Leiden und Schäden für die Versuchstiere veröffentlicht. Die Tierschützer kritisieren die gleichbleibend hohe Zahl der Tierversuche und fordern die Politik auf, endlich zu handeln.

„Obwohl Bundesminister Christian Schmidt als langfristiges Ziel die Beendigung aller Tierversuche propagiert, fehlen noch immer konkrete Maßnahmen zur Erreichung des Ziels“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Auch auf der Grundlage der nun vorgelegten Zahlen muss ein konkreter Maßnahmenkatalog mit festen Terminen vorgelegt werden, um das Ende der Tierversuche zu erreichen. Die Förderung tierversuchsfreier Alternativmethoden muss endlich oberste Priorität haben.“

Die Gesamtzahl der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere im Jahr 2015 betrug 2.799.961, im Jahr 2014 waren es 2.798.463 und damit fast genauso viele. Während nach wie vor Mäuse und Ratten zu den Tieren gehören, die am häufigsten in Versuchen zum Einsatz kommen, stieg die Zahl der Affen und Halbaffen von 2.848 auf 3.141 Tiere. Auch 4.491 Hunde und 1.112 Katzen wurden eingesetzt. Die veröffentlichen Zahlen zeigen zudem, dass das Spielen mit dem Erbgut von Tieren stetig zunimmt: Der Anteil von genetisch veränderten Tieren lag mit 1.115.000 Tieren bei etwa 39 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr (34 Prozent) leicht gestiegen. Erschreckend ist die Zahl der für die Grundlagenforschung in Versuchen verwendeten Tiere mit 1.643.259 – fast doppelt so viele wie im Jahr 2014. Damit wurden rund 47 Prozent aller Tierversuche für einen Bereich durchgeführt, der keinen absehbaren Nutzen für Mensch, Tier oder Umwelt hat.

Erstmals hat das Ministerium auch veröffentlicht, welchen Grad an Schmerzen, Leiden und Schäden die Tiere in den Versuchen ausgesetzt waren. So durchlitten 124.936 Tiere die höchste Schmerzstufe, darunter Mäuse (96.287), Ratten (5.032), Meerschweinchen (3.453) und auch sechs Paviane. „Leider werden die Belastungen für die Tiere von den Wissenschaftlern, die die Versuche durchführen, häufig untertrieben, so dass von mehr Tieren, die erheblich in den Versuchen leiden mussten, auszugehen ist“, sagt Schröder.

https://www.tierschutzbund.de/

 

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