“Wird der Bauer unbequem – ist er plötzlich rechtsextrem”

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Mehr fällt dieser unsäglichen Hobbytruppe in Berlin nicht mehr ein.

Erst heute wurde in der Tageschau mit voller Inbrunst verkündet, dass die Proteste von Rechten unterwandert werden.

Natürlich sind da auch Rechte dabei. Nämlich Leute die Recht haben auf die Straße zu gehen. Das Recht ist im Art. 8 des Grundgesetzes genannt.

 

Wer dieses Recht wahrnimmt ist einer der ein Recht hat und nicht ein Rechter.

Dies mal vorab an die Herrschaften der Qualitätsmedien.

 


Bauern machen ernst: Städte und Autobahnen werden lahmgelegt

Mit dezentralem Protest gegen die Politik der Bundesregierung wollen Bauern am Montag das ganze Land blockieren. Auf einer Aktionskarte veröffentlichen sie hunderte Autobahnblockaden und Innenstadtkorsos. Andere Berufsgruppen schließen sich an.

Vom hohen Norden bis an den Alpenrand – von der belgischen Grenze bis an den Oderbruch, ab Montag wird in Deutschland flächendeckend gegen die Ampelpolitik demonstriert. Hunderte Bauerndemonstrationen wurden landesweit angemeldet. “Wir haben die Schnauze voll!”, riefen die Landwirte am Donnerstag vom Fähranleger Schlüttsiel einem Wirtschaftsminister Habeck entgegen, der infolgedessen lieber mitsamt Fähre abdrehte.

Schon seit den Montagsdemonstrationen hat Deutschland das offensichtlich wirkungsvolle Prinzip der dezentralen Aktion für sich wiederentdeckt. Dabei kämpfen Aktivisten, in diesem Fall die Bauern und ihre Unterstützer, für eine gemeinsame Sache, planen aber ihre Aktionsformen jeweils unabhängig voneinander.

Da auch die Bahnmitarbeiter ab Montag in den Streik treten wollen, wird es ab kommender Woche hierzulande wieder einen massiven Ausnahmezustand geben. Mit einem Unterschied: Der Ausnahmezustand wird dieses Mal “von unten” organisiert – und deshalb echauffieren sich Politiker aller Couleur auch schon über das “Undemokratische” an diesen Protesten.

Einen guten Überblick über den Umfang der Bauernprotestaktionen kann man sich auf einer speziell eingerichteten bundesweiten Aktionskarte verschaffen. Dort werden für alle Bundesländer und Regionen detaillierte Aktionen präsentiert. Durch Anklicken der Markierungen erfährt man Datum, Uhrzeit und den genauen Ort der Protestaktion. Vielfach haben die Organisatoren vor Ort ihren Protest auch unter ein Motto gestellt oder ihre Aktion mit ein paar Worten beschrieben. Ein paar wenige von hunderten Aktionen, die allein am kommenden Montag hierzulande stattfinden werden, seien an dieser Stelle kurz vorgestellt.

Klickt man beispielsweise auf den Marker für die Aktion in Simmerath-Rollesbroich, erfährt man, dass am 8. Januar 2024 ein friedlicher Protestzug auf der Autobahn A44 nach Aachen-Lichtenbusch geplant ist. Die Teilnehmer treffen sich am Montagmorgen um 5.15 Uhr mit Traktoren, Lastwagen, Bussen, Pkws und Motorrädern auf der Siemensstraße in Simmerath-Rollesbroich. In Bad Berleburg treffen sich ab 16.00 Uhr die Montagsspaziergänger vor dem Rathaus und spazieren zum Thema: “Solidarität mit unseren Landwirten, Gastronomen, Logistikunternehmen, Handwerkern etc.”

Um 7.00 Uhr verabreden sich Demonstranten mit Fahrzeugen auf dem Annakirmesplatz in Düren, um auf der Autobahn A4 eine Protestfahrt zwischen Aachen und Köln durchzuführen. In Köln-Hürth wiederum trifft man sich um 8.00 Uhr auf dem Feldweg zum Konraderhof. Von dort aus geht es gemeinsam zur Blockade des zentralen Güterverteilzentrums am Eifeltor. Anschließend wird mit einer Kolonne die Kölner Innenstadt lahmgelegt.

Landwirte aus Schleiden, Hellenthal, Hillesheim und Blankenheim wollen ab 8.00 Uhr die Autobahnauffahrt Blankenheim an der A1 blockieren. Die Gütersloher planen eine Sternfahrt aus den umliegenden Orten und die Korbacher ebenfalls eine Autobahnkolonne. Alternativ wird von den Korbachern auch noch eine Sternfahrt nach Wiesbaden organisiert, genauso wie in Halle an der Saale: Von dort aus führt eine Sternfahrt nach Magdeburg. In Dresden trifft man sich um 12.00 Uhr auf dem Schlossplatz. In Uckerfelde trifft man sich zwischen 8.00 und 16.00 Uhr auf dem Autobahnkreuz A11/A20 zu einer gemeinsamen Vollsperrung.

Im hohen Norden unserer Republik finden Demonstrationen an der A20 statt, zum Beispiel in Rostock oder Lüdersdorf zwischen 5.00 Uhr und 15.00 Uhr. In Hamburg-Bergedorf startet ab 7.30 Uhr ein Protestzug mit 250 bis 300 Traktoren, der auf einer festgelegten Strecke entlang der Rothenhauschausee – Holtenklinker Straße – Am Brink – Mohnhof – Bergedorfer Straße – Eiffestraße – Anckelmannplatz bis zur Landesgrenze fährt.

In München hat man sich auf dem Odeonsplatz um 11.00 Uhr zu einer Protestkundgebung mit Traktoren verabredet. Ganz im Osten Deutschlands trifft man sich unter anderem um 8.00 Uhr in Löcknitz bei Ankes Pommernstübchen auf der Großen Wiese direkt an der B104 zu einem motorisierten Demozug. Man könnte noch so viele Orte und Beispiele erwähnen, etwa die “Schwarzwälder Sternfahrt” nach Kirchzarten, die um 9.30 Uhr in Titisee-Neustadt losgeht.

Wer wissen möchte, welche Aktionen in der eigenen Region stattfinden, kann sich auf der Karte umschauen. Aktivisten können hier aus dem Vollen schöpfen. Es bleibt zu hoffen, dass den Politikern diesmal eine Spaltung der Bewegung in gute und böse Demonstranten nicht gelingen wird, selbst wenn noch auf die letzte Minute “böse” Demonstranten eingeschleust werden sollten.

Von Felicitas Rabe Dieser bericht wurde hier zuerst veröffentlicht:

https://freedert.online/inland/191920-bauern-machen-ernst-staedte-und/


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Ein paar beispielhafte Plakate von Aktionen aus dem Bundesgebiet



“Bangt der Bauer um die Butter – bleibt der Habeck auf dem Kutter.”

Özdemir giesst Öl ins Feuer – Gibt es denn wirklich nicht einen mit Hirn in der Regierung?

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