Wie Oldtimer, Motorräder und Camper richtig überwintern

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(ots) +++ Das „Einmotten“ gut vorbereiten +++ Für konstante Trockenheit sorgen +++ Bei Standplätzen im Freien ist Schutzhaube erforderlich +++

Nasses Wetter, Schnee und Eis auf den Straßen: Für viele Oldtimer, Motorräder und Camper bricht jetzt die Winterruhe an. Damit es später kein böses Frühlingserwachen gibt, haben die Experten des TÜV-Verbandes einige wichtige Tipps zusammengestellt, die beim Überwintern beachtet werden sollten. „Durch die langen Standzeiten kann besonders an der Karosserie, aber auch im Motor Korrosion entstehen – das sollte man unbedingt vermeiden“, sagt Richard Goebelt, Bereichsleiter Mobilität beim TÜV-Verband (VdTÜV). „Eine gute Vorbereitung ist mindestens ebenso wichtig wie ein optimaler Winterstellplatz für das Fahrzeug.“

Als Erstes sollten alle Füllstände kontrolliert und die Flüssigkeiten auf die Maximalstände nachgefüllt werden. „Wichtig ist dabei, dass man Leitungen und Dichtungen nach Undichtigkeiten absucht, damit während der langen Standzeit keine Flüssigkeiten austreten“, sagt Goebelt. Bei Fahrzeugen, die wenig bewegt werden, empfiehlt sich im Anschluss eine letzte Ausfahrt, damit sich die Flüssigkeiten im System verteilen. Zudem wird während der Fahrt der Motor erhitzt, wodurch Feuchtigkeit und Kondenswasser entweichen können. Fahrzeuge mit Stahltank werden anschließend vollgetankt, Kunststofftanks sollten komplett entleert werden.

Hoher Reifendruck verhindert „Plattreifen“

Das Fahrzeug sollte außerdem gründlich gereinigt werden. Bei Oldtimern empfiehlt sich eine Handwäsche und eine anschließende Versiegelung des Lacks mit Wachs. Wichtig: Gummiteile, wie zum Beispiel Fensterdichtungen, sollten mit einem Korrosionsschutzmittel behandelt werden, damit sie nicht mürbe werden oder zerfallen. Bei Cabrios ist eine Imprägnierung des Verdecks fällig. Sensibel sind auch die Reifen, da sie sich durch die lange Standzeit verformen können. Bei Oldtimern empfiehlt es sich sogar, das Fahrzeug aufzubocken. Ist das nicht möglich, muss der Reifendruck auf ungefähr vier Bar erhöht werden.

Trockener Standplatz

„Der Standplatz sollte nicht nur eben sein, sondern auch so trocken wie möglich“, sagt Goebelt. „Optimal ist ein beheizter oder klimatisierter Raum mit einer relativen Luftfeuchte von etwa 50 Prozent.“ Ist keine beheizte Umgebung vorhanden, sind Frostschutzmittel, etwa im Kühlwasser, zwingend notwendig. Damit sich im Innenraum keine Feuchtigkeit bildet, empfiehlt es sich, die Fenster einen kleinen Spalt geöffnet zu lassen. Sollte das Fahrzeug im Freien abgestellt werden, muss es auf alle Fälle mit einer Winterabdeckung geschützt werden. Auch im Strand ziehen Fahrzeuge Strom aus der Batterie, weshalb sie abgeklemmt werden sollte. Doch Vorsicht: Gerade bei neueren Pkw-Modellen sind elektronische Speichereinheiten permanent auf Batteriestrom angewiesen. Hier empfiehlt es sich, die Batterie während des Winters regelmäßig zu prüfen und notfalls an einer Steckdose nachzuladen.

Motorräder: Ölwechsel vor dem Winter

Für Motorräder gilt Ähnliches wie für PKW: Befüllen, Reinigen und Warmfahren. Allerdings sollte man ihnen vor dem Winter zusätzlich einen Ölwechsel gönnen. Außerdem empfiehlt es sich, den Vergaser zu entleeren. Ketten- oder Kardanantriebe sollten gefettet werden, wobei ein Kettenantrieb nicht zu stark gespannt sein sollte. Auch bei Zweirädern muss der Reifendruck etwa um 0,5 Bar erhöht werden, hingegen sollte man den Luftdruck der Federung zur Entlastung der Ventile verringern.

Bei Wohnwagen für trockene Innenräume sorgen

Bei einem Wohnmobil oder Wohnwagen sind zur Überwinterung noch zusätzliche Vorkehrungen nötig. Gasventile müssen geschlossen und Gasleitungen restlos entleert werden. Zudem sollte das Wassersystem entleert und gereinigt werden, wobei die Wasserhähne geöffnet bleiben. Selbstverständlich sollten alle Lebensmittel entfernt und der Kühlschrank abgetaut werden. Wichtig ist zudem, dass der Innenraum während des Winters trocken bleibt. Daher sollten alle Gegenstände, die Feuchtigkeit anziehen, entfernt werden und Teppiche, Decken oder Papier gesondert gelagert werden. Zusätzlich kann ein Luftentfeuchter für konstante Trockenheit sorgen. Bei Wohnwagen sollten auch die Markisen und das Vorzelt gereinigt und imprägniert werden. Zudem sollten hier die Gelenke an den Rahmen gefettet werden. Wichtig ist auch das „Abschmieren“ aller Scharniere, der Deichsel und der Handbremse. Und: Die Deichsel muss über den Winter mit einer Schutzhabe abgedeckt sein.

Diese Checkliste fasst noch einmal die wichtigsten Vorkehrungen für das Überwintern von Fahrzeugen zusammen:

   - Füllstände kontrollieren und ggf. Flüssigkeiten auffüllen
   - Volltanken (bei Kunststofftanks Kraftstoff ablassen)
   - Fahrzeug innen und außen gründlich reinigen
   - Lack, Gummiteile, Verdeck mit Pflegemittel behandeln
   - Fahrzeug warmfahren
   - Reifendruck um 0,5 Bar auf maximal 4 Bar erhöhen
   - Batterie abklemmen (oder während des Winters regelmäßig checken)
   - Fahrzeug in trockener Umgebung abstellen, im Freien: 
     Schutzabdeckung

Bei Motorrädern zusätzlich:

   - Ölwechsel vornehmen
   - Vergaser entleeren
   - Antriebe fetten, Kettenantriebe entspannen
   - Luftdruck in der Federung senken

Bei Wohnmobilen zusätzlich:

   - Innenraum gründlich reinigen, Kühlschrank abtauen
   - Wassersystem entleeren und reinigen, Wasserhähne geöffnet lassen
   - Gasventile schließen, restliches Gas aus den Leitungen 
     entweichen lassen
   - Materialien entfernen, die Feuchtigkeit ziehen, ggf. 
     Luftentfeuchter aufstellen
   - Markisen und Vorzelt reinigen und imprägnieren, Gelenke 
     schmieren

Bei Wohnwagen zusätzlich:

   - Deichsel, Scharniere und Handbremse abschmieren
   - Deichsel mit Schutzabdeckung versehen

Verband der TÜV e.V. (VdTÜV)


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