Weihnachtsgebäck: Herkunft enthaltener Eier meist unklar

kekseplaetzchenweihnachtenMit der Adventszeit beginnt auch wieder die Zeit von Plätzchen, Stollen und Lebkuchen. Im Supermarkt oder beim Bäcker gekauftes Gebäck enthält allerdings nach wie vor meist Eier von Hennen aus der tierschutzwidrigen Käfighaltung. Anders als bei frischen Eiern besteht bei verarbeiteten Eiern keine Kennzeichnungspflicht – für den Verbraucher ist somit nicht erkennbar, woher die enthaltenen Eier tatsächlich stammen.

Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt daher, beim Einkauf ganz genau hinzuschauen und im Zweifelsfall lieber selbst zu backen. Dabei bieten auch vegane Rezepte ganz ohne Eier eine leckere Alternative.
Während frische Schaleneier aus Käfighaltung auf Druck von Verbrauchern und Tierschützern bereits aus den Sortimenten verschwunden sind, finden diese nach wie vor in anderen Produkten Verwendung. Verarbeitet in Gebäck, aber auch in Nudeln, Fertigprodukten oder Eierlikör, ist für den Verbraucher unklar, woher die verwendeten Eier stammen. Denn eine gesetzliche Pflicht zur Kennzeichnung der Haltungsform gibt es für verarbeitete Eier nicht. Diese machen in Deutschland rund 40 Prozent der konsumierten Eier aus. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher eine verpflichtende Kennzeichnung, genau wie bei frischen Eiern: Dabei steht die Ziffer 3 für Käfig-, 2 für Boden-, 1 für Freiland- und 0 für Biohaltung.
Einige Hersteller geben mittlerweile freiwillig an, woher die verarbeiteten Eier in ihren Produkten stammen. Sofern nicht anders gekennzeichnet, stammen diese jedoch mit größter Wahrscheinlichkeit aus der Käfighaltung. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt, in diesem Fall lieber auf den Kauf zu verzichten und die Weihnachtsplätzchen selbst zu backen – mit Eiern aus artgerechterer Tierhaltung, etwa Eiern aus Freiland- oder Biohaltung. Auch das Label des Deutschen Tierschutzbundes, das seit Anfang 2016 frische Eier kennzeichnet, steht für ein „Mehr an Tierschutz“. Am tierfreundlichsten ist das Backen ganz ohne Eier, das heutzutage Dank der großen Auswahl leckerer veganer Rezepte in vielen Backbüchern oder im Internet kein Problem mehr darstellt.
Hintergrund: Käfighaltung
2000px-deutscher_tierschutzbund_logo-svgAcht Prozent aller in Deutschland produzierten Eier stammen nach wie vor von Tieren, die in Käfigen gehalten werden. Die sogenannten Kleingruppenkäfige haben 2009 die „klassischen“ Käfigbatterien abgelöst, sie bieten den Hennen aber kaum mehr Platz und kaum keine Möglichkeit, zu scharren, zu picken oder im Sand zu baden, wie Hühner es lieben. Etwas mehr Platz als ein DIN A4-Blatt steht jedem Tier zur Verfügung. Die bedrückende Enge führt zu Verhaltensstörungen, wie dem gegenseitigen Bepicken. Der Bewegungsmangel begünstigt Knochen- und Muskelschwäche; Fußballgeschwüre bilden sich durch die Haltung auf Gitterboden. Erst Ende 2025 soll diese Haltungsform abgeschafft werden.

Deutscher Tierschutzbund

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