Warum ein „Weiter so“ nicht zielführend ist

Wer ist Andreas Grün? Warum sollte man ihn kennen oder schon mal was von ihm gehört haben?

Andreas Grün ist der Vorsitzende der Hessischen Gewerkschaft der Polizei, kurz GdP.

Er vertritt damit eine Vielzahl von Polizeibeamten und Justizbeamten in Hessen. Herr Grün reichts langsam und er wird deutlich:

Herr Grün weist die Schönfärberei der Hessischen Landesregierung zurück .

Es geht dabei um die Besoldung der Polizeibeamten in Hessen.

„Die darin von Vertretern der Landesregierung gemachten Aussagen entbehren zum Teil der Wahrheit oder sie sind völlig irreführend, weil sie aus Kontexten anderer Darstellungen separiert wurden und nun in einer sinnentstellten Art und Weise gegensätzlich argumentativ genutzt wurden. Dagegen verwehre ich mich für die hessische GdP und weise die Behauptungen der hessischen Landesregierung entschieden zurück.“ schreibt Herr Grün.

Gerade wenn man die Sicherheitskonzepte der gerade vergangenen Silvester“Feiern“ ansieht, wird jedem verständigen Betrachter klar, dass die Polizei des Landes auf einem arbeitsintensiven, hohen Niveau arbeitet.

In den 70gern gab es Gewrkschaftssprüche wie:“Arbeit soll sich sich wieder lohnen“ „Arbeiten um zu leben und nicht leben um zu arbeiten“.

Davon scheint Hessen momentan weit entfernt.

Wer von den beiden Recht hat, werden wir später beleuchten.

2. Nachwuchssorgen bei der Polizei

Fakt ist, dass die Hessische Polizei erhebliche Nachwuchssorgen hat.

Aktionen wie Werbung an Bushaltestellen, Leuchtreklamen oder Bandenwerbungen sogar in Sportstadien bleiben nicht unbemerkt. „Blaulichttag“ bei den Kassel Huskies.

Warum aber muss die Polizei plötzlich um junge Leute werben?Früher konnte man aus den Bewerbern auswählen.

Polizeibeamter oder Beamtin zu sein, ist ein attraktiver Beruf mit vergleichsweise hohem Ansehen in der Bevölkerung.

Der Polizei wird in diesem Land vertraut. Hinzu kommt der sicherlich nicht unattraktive Vorteil der Verbeamtung. Warum also wollen junge Menschen nicht zur Polizei? 

Die Antwort liegt sicherlich auch in den vergleichsweise hohen Anforderungen die man an angehende Kommissare und Kommissarinnen stellt. Zum Berufsabschluß zählt das Studium, was einen Bachelor of Arts einschließt.

Der Grund liegt also auch mit am fehlenden Gehalt. 

Wenn man sich Vergleichstabellen der Agentur für Arbeit anschaut, stellt man fest,dass der Polizeiberuf schon lange nicht mehr attraktiv ist.

TABELLE DER AGENTUR FÜR ARBEIT

Dort wird ein mittleres Entgelt(Median) in Deutschland  mit 3625 Euro für einen Bachelor of Arts angegeben.

Wenn man nun also in Hessen die 2982,58 € Brutto betrachte, bei denen die enormen Fahrtkosten nach Frankfurt (aus Nordhessen) und die Kosten für die Krankenkasse abziehe, dann kann man es irgendwie verstehen.

Diese Summe bezieht sich auf die unterste Besoldungsgruppe A9. In der nächsten Stufe, bei der die meisten Beamten rund 20 Jahre verweilen dürfen, werden in der Tabelle 3358,10 € angegeben.

Wie gesagt Abzug von Krankenkasse von rund 220 €. Immer noch deutlich unter dem angegebenen mittleren Entgelt.

Es scheint also keineswegs verwunderlich.

Hessens Polizei kann also nicht mit anderen Berufen mithalten. Hessen kann noch nicht mal mit den anderen Bundesländern im gleichen Beruf mithalten.

Bereits im Nachbarland NRW würde ein Beamter in A 10 rund 400 €mehr bekommen MONATLICH.

Die A 11 ist dort die Regelbeförderung und die Beamten erhalten die freie Heilfürsorge.

Hinzu kommt dann noch die eine Stunde mehr die Hessens Polizeibeamte in der Woche arbeiten als überall in Deutschland.

3.Nicht-Wertschätzung.

Der hessische Innenminster ist ausserdem nicht als Symphatieträger geeignet, denn seine Bediensteten werfen ihm vor:  

„Politik nach Gutsherrenart, wenig Kommunikation mit seinen Bediensteten, Arroganz.“

Dieses gilt das nicht nur für die Polizeibeamten, sondern auch für die Kommunen, für die der Innenminister ebenfalls zuständig ist.

Hinzu kommen zahlreiche andere Einschnitte die der „Gutsherr“ den Beamten in Hessen verordnet. Zum Beispiel seien hier die Einschnitte bei der Beihilfe genannt oder die Nullrunden und im letzten Jahr die 1% Erhöhung als seine Wertschätzung.

„Gehen Sie einfach mal zu einer Demo“, riet deshalb der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Günter Rudolph. Polizisten und Feuerwehrbeamte seien „stinksauer“ gewesen, die Nullrunde das falsche Zeichen einer Nicht-Wertschätzung. Auch dieser Punkt wird von der Hessischen Landesregeirung vehement bestritten. Die Unzufriedenheit könne man nicht feststellen.

Beamte auf einer Demo wurden vom jetzigen Ministerpräsident Volker Bouffier sogar als „Krawallmacher“ beschimpft.

Der Geschäftsführer der SPD, Günter Rudolph forderte hingegen einen „Pakt für den öffentlichen Dienst“ und einen „respektvollen Umgang“ mit den Bediensteten.

Das da was im Argen ist, spricht so sich so langsam herum.

Wenn man sich die Schlagzeilen der Zeitungen ansieht, stellt man schnell fest, dass die Arbeitsbelastung der Polizeibeamten sicher nicht weniger wird.

Solche enormen Sicherheitskonzeptionen wie Silvester kann man mal machen, aber sicherlich nicht ständig. Durch die absolut konzeptionslose Politik aber sind solche Szenarien für die Zukunft eher der Regelfall.

4.Massenhaft auftretende Gruppierungen.

Auch gerade im vergangen Silvester tauchten plötzlich massenhaft Gruppierungen junger Migranten auf. Diese haben sich nicht zufällig zu einer bestimmten Stunde getroffen sondern verabredet. Dies bedeutet auch, dass die Polizeien ein erhöhtes Kräfteaufkommen vorhalten müssen um solchen Phänomenen zu begnegnen.

Dies macht deutlich, wie prekär die Misere wirklich ist.

Zum einen stehen weniger und unzufriedene Polizeibeamte und zum anderen hohe Zuwanderungszahlen von Menschen, die nicht primär aus dem Schutzgedanken eingereist sind.

Behalten sie die Zahl 1000 mal im Hinterkopf, bis Ende des nächstes Kapitels.

 

5.Peter Beuth versprach den Bürgern mehr Sicherheit. 

Bereits 140 Stellen sollen schon im nächsten Jahr also 21018 mehr da sein.

Diese Beamte sind aber nur rechnerisch mehr da, denn ab dem 01. August wird die Arbeitszeit aller Polizeibeamter in Hessen um 1 Std. wöchentlich gekürzt. Diese Stunden rechnen sich bis 2018 hoch zu 140 Stellen.

Weitere angeblich Tausendzehn Beamte sollen in 2020 zusätzlich also mehr zu Verfügung stehen. 

„Zwischen fünf und sieben Prozent der Polizeianwärter eines Jahrgangs brechen das Studium ab oder bestehen es am Ende nicht“, sagt Grün.

Diese Zahlenangaben sind also eher fragwürdig.  Abziehen müsste man dann auch die 479 Stellen die durch Pensionierungen verloren gehen, da bleiben also echte 531 Beamte übrig. Immerhin.

Davon gehen leider nochmal 320 Stellen flöten.

200 Stellen für den Staatsschutz
120 Stellen für die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität / Cybercrime

Verbleiben noch genau 211 Stellen mehr. Wenn man dann noch diejenigen abzieht, die sich umorientieren oder gar Schwanger sind oder werden, relativiert sich die Zahl doch erheblich.

 

6.„Wir haben unsere Sicherheitsstrategie langfristig angelegt“, so der Innenminister.

„Durch das Sicherheitspaket erfolgt im Schwerpunkt eine massive Erhöhung der Reaktions-, Schutz- und Durchhaltefähigkeit der hessischen Polizei, um im Falle eines terroristischen Anschlags reagieren zu können.“ so der Innenminister.

Glaubt das angesichts der oben dargelegten Zahlen eigentlich noch jemand ausser Peter Beuth?

 

7.Sicherheitsgefühl der Bürger

Also wenn sie mich fragen würden, ob ich mich sicher fühle, dann bin ich ja nach neuesten (wahrscheinlich finanzierten) Umfragen ein AfD Wähler, denn alle anderen Wähler fühlen sich sicher.

Diese Umfrage wurde von der ARD herausgegeben. Ja genau die gleiche ARD,der eine übermäsige Regierungsnähe nachsagt wird.

  • 73 % fühlen sich angeblich sicher.
  • 26 % fühlen sich unsicher.

Die ARD führt weiter aus, dass eine Aufsplittung dieser 26 % ergeben würde, dass sie faktisch nur die AfD Mitgleider unsicher fühlen.

Ergo: Fühlen sie sich auch unsicher sind sie folglich AfD Mitglied, denn sonst würden sie sich ja sicher fühlen.

Bemerken sie die Dialektik die dahintersteht? Hier wird ein Feindbild aufgebaut, das nicht dem tatächlichen Feind entspricht.

Die ARD führt weiter aus: 57 Prozent der Bürger sind der Auffassung, dass Deutschland gegen terroristische Angriffe alles in allem gut geschützt ist (+2 Punkte im Vergleich zu August 2016).

Mittlerweile dürften diesen 57 % aber eigentlich klar sein, dass der Attentäter von Berlin seit Jahren bekannt war und mit 14 Identitäten ausgestattet war. Das er dabei auch 14 mal Geld abgezogen hat, sind ja nur Peanuts.

Das wir seit Jahren ein grosses gemeinsames Terrorabwehrzentrum finanzieren dürfte wenigen Bürgern bekannt sein.

Man fragt sich in aller Deutlichkeit, wie solche Umfragen und die abstrusen Ansichten unserer Politiker zustande kommen.  Die reinen Zahlen belegen etwas deutlich anderes als die Aussagen der Politiker, hier insbesondere beleuchtet die Aussagen der Unionspolitiker.

211 Beamte die eine deutliche Erhöhung der Schlagkraft in Hessen darstellen sollen, sind eher ein Scherz als eine reale Zahl. Wenn man die Zahl der erfassten Gefährder von 224 gegenüberstellt, ist das wirklich schlagkräftig.Respekt.

Das Dunkelfeld wollen wir in dieser Sache lieber nicht beleuchten, das erhöht die Angst. 

Ich persönlich frage mich, was die Intention (Absicht) der Politiker tatächlich ist. 

Dieser Tage hörte ich den Begriff der „Wirklichkeitsverweigerer“. Daran scheint auch die wahrscheinlich von der Landesregierung in Auftrag gegebene Umfrage, des Staatssenders Hessischer Rundfunk, nichts zu ändern. In dieser wurde gerade am gestrigen Tag verlaubart, wie zufrieden die Hessischen Bürger doch mit allem sind.

Geht man raus und befragt selbst oder hört sich im Bekanntenkreis um, hört man komischerweise nr andere Aussagen.

 

 

 

 

https://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-islamismus-und-islamistischer-terrorismus/gemeinsames-terrorismusabwehrzentrum-gtaz

https://www.gdp.de/gdp/gdphe.nsf/id/DE_besoldung_2016_presse?open&ccm=001

https://presse.wdr.de/plounge/tv/das_erste/2017/01/20170105_ard_deutschlandtrend_4.html

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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