Von der Rolle: MT gegen Minden ohne Chance

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Die MT Melsungen hat ihr Heimspiel gegen den bis dahin punktlosen Tabellenletzten der HBL, GWD Minden, mit 25:29 (7:14) verloren. Dabei vermochten die Nordhessen die anfängliche Führung der Gäste nicht ein einziges Mal mehr auch nur auszugleichen. Von Beginn an lief das Spiel der Nordhessen mit vielen Fehlern behaftet, den Rest zur klaren Pausenführung der Ostwestfalen besorgte der starke Malte Semisch im Tor. Den so herausgespielten Vorsprung konnten die Gäste nach dem Seitenwechsel verwalten und kamen nicht mehr in Gefahr. Bester Spieler der Melsunger neben Torhüter Silvio Heinevetter war Yves Kunkel mit neun Treffern, dem gegenüber standen acht von GWD-Linkshänder Nikola Jukic.

Sein Heimspieldebüt erlebte Gleb Kalarash, nachverpflichtet zur Stabilisierung der Abwehr, noch auf der Bank. Denn den Innenblock bildeten bei Ballbesitz der Gäste Arnar Freyr Arnarsson sowie Elvar Örn Jonsson, daneben verteidigten Kai Häfner und Andre Gomes, komplettiert wurde die Feldbesetzung vor Torhüter Nebojsa Simic von den Außen Timo Kastening und Yves Kunkel. Das erste Mindener Tor des Abends verhindern konnten sie allerdings nicht, das erzielte Niclas Pieczkowski noch vor Ablauf der ersten Spielminute. Weniger erfolgreich verlief der erste Melsunger Angriff. Da holte Arnarsson zwar einen Siebenmeter heraus, den brachte Timo Kastening aber nicht an Malte Semisch vorbei. Mehr noch: im Versuch des Nachfassens erwischte der Schütze den weit herausgekommenen Keeper am Kopf und kassierte dafür prompt zwei Minuten.

Danach erwischte es Andre Gomez, auch er musste auf die Strafbank. Bis auf den fälligen Strafwurf konnte Minden daraus kein Kapital schlagen und bei seinem zweiten Versuch vom Strich, erneut nach Foul an Arnarsson, war dann Kastening doch noch erfolgreich: 1:2 (5.). Spielbestimmend blieb weiter GWD. Gestützt auf einen Malte Semisch in blendender Form und umsichtig geführt von Niclas Pieczkowski, der selbst jederzeit torgefährlich war. Das 2:5 (9.) war bereits sein dritter Treffer, zwei Minuten später erhöhte Mats Korte nach mehreren Fehlern im Melsunger Aufbau und weiteren Semisch-Paraden auf 2:7 (11.). Die erste Auszeit von MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo war fällig.

Julius Kühn kam für Andre Gomez, Silvio Heinevetter löste nach Nikola Jukic‘ 3:8 Nebojsa Simic zwischen den Pfosten ab. Mit Erfolg, denn nach einem ersten Fehlpass löste Kühn zweimal vorn Jubel aus, Heinevetter einmal hinten mit seiner Parade gegen Jan Grebenc. Nur noch 5:8 also und ebenfalls die erste Auszeit von Frank Carstens (16.). Genauso erfolgreich wie die seines Kollegen zuvor, denn Grün-Weiß baute seinen Vorsprung nach äußerst zähen Minuten beiderseits kräftig aus, weil unter anderem Kastening ein zweites Mal von der Linie an Semisch scheiterte und Minden vorn konsequent abschloss. Nach Max Staars Gegenstoß zum 5:12 (23.) legte Parrondo bereits seine zweite Grüne Karte.

Es nutzte nichts; den ersten Versuch von Alexander Petersson nach der Unterbrechung hielt Malte Semisch sogar fest – Höchststrafe für einen Schützen. Im Gegenzug stoppte Kastening Mats Korte regelwidrig, Tomas Urban erhöhte per Siebenmeter. Kastenings Versuch der Wiedergutmachung scheiterte vorn an Semisch, doch diesmal verhinderte hinten Silvio Heinevetter mit einer Doppelparade gegen Urban weiteres Unheil. Weil Elvar Örn Jonsson nach ewig erscheinenden zwölf Minuten erstmals wieder ins Netz traf und Yves Kunkel mit der Sirene per Siebenmeter erfolgreich war, blieb es zumindest bei minus sieben bei Halbzeit.

Auch der Beginn der zweiten Hälfte ging daneben. Oder besser: an den Innenpfosten. Denn da landete der Wurf von Kai Häfner und sprang wieder ins Feld zurück. Erst der zweite und der dritte Versuch des MT-Kapitäns saßen, nachdem Justus Richtzenhain zwischenzeitlich getroffen hatte. Das Melsunger Spiel blieb dennoch fehlerbehaftet, während die Gäste mit ihrem sicheren Vorsprung im Rücken zumeist geduldig auf ihre Chancen lauern konnten und in Nikola Jukic einen sicheren Vollstrecken in den eigenen Reihen hatten: der Kroate traf zum 10:18 (38.).

Es war Silvio Heinevetter, der seine Mannschaft wieder zurück in die Spur brachte. Dreimal war der Zerberus zur Stelle, dreimal traf die MT im Anschluss zum 13:18 (Kunkel, 41.). Zweite Auszeit Minden, das Momentum aber blieb bei den Nordhessen. Mit einer feinen Körpertäuschung schlängelte sich Elvar Örn Jonsson durch die grün-weiße Deckung und verkürzte weiter. Heinevetter entzauberte zwar Tomas Urban, sah sich dann aber durch Jan Grebenc doch überwunden. Melsungen blieb dennoch dran, der Kapitän selbst übernahm Verantwortung: Häfner zum 15:19 (44.).

Das Mittel der Wahl in dieser Phase hieß „der siebte Mann auf dem Feld“. Schon gegen Ende der ersten Hälfte praktiziert, erspielte sich die MT über diese taktische Variante deutliche Vorteile als Grundlage ihrer gestarteten Aufholjagd. Dabei ging nicht alles glatt. Häfners Pass auf Kastening landete im Aus, weil der Außen bereits zum Rückwechsel in Richtung Bank gestartet war. Und Niclas Pieczkowski traf nach Ballgewinn über das ganze Feld ins leere Tor zum 16:21 (48.).

Minden hielt sich über solche Geschenke nicht nur im Spiel, sondern baute sich sogar wieder auf. Innerhalb weniger Sekunden stellten Mats Korte und Tomas Urban auf 18:24 (51.) und stellten die Weichen damit vorzeitig auf Sieg für die Ostwestfalen. Daran änderten auch die schönen Tore von Yves Kunkel über Linksaußen nichts mehr, denn darauf wusste GWD jeweils zu antworten. Silvio Heinevetter parierte noch einmal spektakulär gegen Mats Korte, Elvar Örn Jonsson tankte sich zum 23:27 durch (58.). Doch all das war am Ende zu wenig, um Punkte gegen das Schlusslicht einzufahren. Der Abschluss eines enttäuschenden Abends aus Sicht der MT war dem besten Mindener vorbehalten: Malte Semisch verwehrte Timo Kastening den letzten Treffer der Partie mit seiner insgesamt dreizehnten Parade.

Stimmen zum Spiel

Roberto Garcia Parrondo: Gratulation an Minden, sie waren heute das bessere Team im Vergleich zu uns. Deshalb ist ihr Sieg verdient. Der Hauptgrund dafür lag schon in den ersten zehn, fünfzehn Minuten. Da waren wir nicht fokussiert genug. Und nach diesem Auftakt war es sehr schwer, noch einmal zurückzukommen. Wir waren in der letzten Woche durch verschiedene Länderspieleinsätze nicht komplett im Training, aber das möchte ich nicht als Ausrede verstanden wissen. Wir hätten mit viel mehr Intensität spielen müssen, aber das war leider nicht der Fall.

Frank Carstens: Ich nehme diese Glückwünsche gern an. Wir haben einen sehr langen Anlauf genommen für unsere ersten Punkte dieser Saison. Aber es hat sich zuletzt schon angedeutet, dass wir dichter herankommen und stabiler werden. Heute hatten wir endlich gewissermaßen unser „coming out“. Mein Team hat überragend gekämpft. Beim Stand von nur noch 19:16 kann es auch noch anders ausgehen. Aber ich muss meinem Team ein Kompliment machen, das war ein Riesenschritt heute für uns.

MT Melsungen – GWD Minden 25:29 (7:14)

MT Melsungen: Simic (2 Paraden / 8 Gegentore), Heinevetter  (11 P. / 21 G.); Maric, Kühn 3, Kunkel 9/5, Jonsson 3, Arnarsson, Allendorf , Gomes, Kalarash, Häfner 4, Petersson, Fuchs, Kastening 3/1, Pavlovic 3, Kuntscher – Trainer Roberto Garcia Parrondo.

GWD Minden: Semisch (13 P. / 23 G.), Lichtlein (bei zwei Siebenmetern, 0 P. / 2 G.); Meister, Janke, Kranzmann, Richtzenhain 1, Zeitz, Korte 2, Thiele, Pieczkowski 7, Schluroff, Jukic 8, Staar 2, Urban 6/4, Grebenc 1, Darmoul 2 – Trainer Frank Carstens.

Schiedsrichter: Julian Fedtke (Berlin) / Niels Wienrich (Berlin)

Zeitstrafen: 4 – 8 (Kastening 1:53, Gomes 2:51 – Pieczkowski 11:40, Janke 48:35, Zeitz 52:53, Urban 59:04)

Strafwürfe: 8/6 – 5/4 (Kastening scheitert an Semisch 1:49 21:30, Urban scheitert an Heinevetter 26:38)

Zuschauer: 2.496 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Das nächste Spiel:

Sa., 13.11.21, 15:30 Uhr, MT Melsungen – TVB Stuttgart, Rothenbach-Halle Kassel


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