Unbeliebter Schutz – der passende Fahrradhelm ist ein Garant für Sicherheit

 

Immer mehr Verkehrsteilnehmende entscheiden sich dafür, häufiger das Auto stehen zu lassen und stattdessen mit dem Fahrrad zu fahren. So reduzieren sie Lärm und Abgase, sparen Platz und tun etwas für ihre Gesundheit. Immerhin fast jede:r zweite Fahrradfahrer:in in Deutschland achtet auf die persönliche Sicherheit und trägt immer (36 Prozent) oder meistens (13 Prozent) einen Helm. Die andere Hälfte der Fahrradfahrer:innen trägt hingegen nie (39 Prozent) oder nur selten (12 Prozent) einen Fahrradhelm. Das hat eine vom TÜV-Verband in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.004 Personen ab 16 Jahren ergeben. „Schon jetzt trägt knapp die Hälfte der Radler:innen regelmäßig einen Kopfschutz. Fahrradhelme sorgen für ein deutlich geringeres Verletzungsrisiko bei Unfällen“, sagt Marc-Phillip Waschke, Referent für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband. „Radfahren ist und bleibt vor allem in Städten gefährlich. Die Infrastruktur für den Radverkehr lässt in Deutschland häufig zu wünschen übrig. Das Tragen eines Fahrradhelms ändert nichts am Unfallrisiko, bietet Radler:innen aber den bestmöglichen Schutz.“

Warum sind Fahrradhelme wichtig?

Bei einem Viertel aller Fahrradunfälle ist der Kopf betroffen. Eine Studie der HFC Human-Factors-Consult GmbH im Auftrag der Verkehrsministerien von Baden-Württemberg und Thüringen zeigt, dass Helme 20 Prozent aller leichten und 80 Prozent aller schweren Kopfverletzungen verhindern. Um sicher mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, empfiehlt der TÜV-Verband ausdrücklich das Tragen eines Helms. Damit Radler:innen den richtigen Fahrradhelm finden, verraten wir, worauf es beim Kauf ankommt.

Nach welchen Kriterien werden Fahrradhelme getestet?

Die Helme werden auf verschiedene Qualitätsstandards geprüft. Neben der sicheren Bauart werden auch Grenzwerte von Weichmachern in den Kunststoffen getestet. Die Stabilität der Helme wird durch das Durchhaltevermögen bei einem Aufprall überprüft. Ein Kinderhelm muss beispielsweise einen Sturz aus 1,50 Metern aushalten. Vielen Verbraucher:innen ist nicht bewusst, dass Helme ihre Schutzwirkung nach einem Sturz oder längerer Gebrauchszeit verlieren. „Nach fünf Jahren sollte man über den Kauf eines neuen Helms nachdenken, da das Material dann porös wird“, sagt Waschke. „Nach einem Unfall sollte der Helm gründlich untersucht werden. Kleine Risse, die durch einen Aufprall entstehen, führen zu weniger Stabilität und damit zu einem deutlich geringeren Schutz.“

Wann sitzt der Helm richtig?

Da Helme in verschiedenen Größen erworben werden können, sollte vor dem Kauf der Kopfumfang gemessen werden. Um den richtigen Umfang zu ermitteln, sollten Sie 2,5 Zentimeter über den Augenbrauen ansetzen und ein Maßband möglichst gerade um den Kopf ziehen. Neben der richtigen Größe ist auch der passende Sitz entscheidend. Der Helm sollte etwa 2,5 Zentimeter über den Augenbrauen sitzen. Achten Sie also darauf, dass der Helm nicht zu weit im Nacken sitzt und die Stirn ungeschützt bleibt. Die meisten Helme können zusätzlich an die Kopfgröße und -form angepasst werden. „Neben der Größe bieten Helme weitere Einstellungsmöglichkeiten wie Kopf- oder Kinnriemen. Sie sollten festsitzen, aber kein beengendes Gefühl geben“, so Waschke. „Vor allem Stirn, Schläfen und Hinterkopf sollten vom Helm gut geschützt sein.“

Wie erkennen Sie getestete Sicherheit?

Eine Mindestanforderung ist das CE-Kennzeichen, das vom Hersteller selbst vergeben wird und angibt, dass der Helm den geltenden Anforderungen genügt. Wer sich nicht allein auf die Selbsterklärung des Herstellers verlassen will, sollte beim Kauf auf das GS-Zeichen und das TÜV-Prüfzeichen achten. Sie zeigen, dass der Helm von einer unabhängigen Prüfstelle geprüft wurde, die Europäische Norm EN 1078 erfüllt und auch die Herstellung überwacht wird. Waschke: „Die Anforderungen in den Testlaboren unabhängiger Prüforganisationen sind meist höher als die des Gesetzgebers.“

Worauf sollten Sie beim Kauf achten?

  • Wahl der richtigen Helmgröße, je nach Kopfumfang
  • Optimaler Halt durch festen Sitz von Kopf- und Kinnriemen
  • Reflektoren oder auffällige Farben tragen zur Sicherheit bei
  • GS-Kennzeichen und TÜV-Prüfzeichen weisen auf unabhängige Prüfungen hin
  • Helm nach Sturz oder längerer Tragezeit (ca. 5 Jahre) austauschen

Methodik-Hinweis: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.004 Personen ab 16 Jahren. Die Fragen lauteten: „Fahren Sie regelmäßig, also mindestens einmal pro Monat, mit einem normalen Fahrrad, mit einem Elektrofahrrad (E-Bike, Pedelec), mit beiden oder fahren Sie nicht regelmäßig Fahrrad?“ „Wie häufig tragen Sie beim Fahrradfahren einen Helm?“

 

OV von TÜV-Verband e. V.

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