1

Frankreich: Missbrauchsopfer Valérie Bacot zu symbolischer Haft verurteilt


Der Prozess um die Ermordung von Daniel Polette 2016 durch Valérie Bacot hat nun sein Ende gefunden. Mit einem Urteil des Schwurgerichts in Chalon-sur-Saône (Ostfrankreich), das die Angeklagte zu vier Jahren Haft verurteilte. Davon waren drei auf Bewährung und das vierte Jahr galt mit der Untersuchungshaft als verbüßt.

Die damals zwölfjährige Valérie Bacot war von ihrem Stiefvater missbraucht und mit vierzehn Jahren dann geschwängert worden. Ihre Mutter setzte sie vor die Tür. Später heiratete der Vergewaltiger dann das hörige Mädchen und zeugte insgesamt vier Kinder mit ihr. Bot sie dann auch Fernfahrern zur Prostitution an, um mit ihr Geld zu verdienen. Er selbst war in den 90er wegen Vergewaltigung von Valérie Bacot zu einem Jahr verurteilt worden.

Als ihre älteste Tochter vierzehn wurde überwand sich Valérie Bacot und tötete ihren Peiniger mit einem Schuss in den Nacken. Mit der Waffe, mit der er sie auch immer bedroht hatte.

Der Prozess hatte starkes öffentliches Aufsehen in Frankreich hervorgerufen. Bis hin zu einer Petition, die von 700.000 Franzosen mitgezeichnet wurde, sie freizusprechen.

In seltenem Einklang von Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht wurde Valérie Bacot selbst als Opfer angesehen und mit dem nun erfolgten Urteil gelang es der Richterin, Céline Therme, fast schon ein salomonisches Urteil zu sprechen. Ein Urteil, dass mit Beifall im Gericht bedacht wurde.

Valérie Bacot hat inzwischen ein Buch darüber geschrieben. Der wegweisende Titel „Tout le monde savait“ (Jeder wusste es) sagt alles.

 

An dieser Stelle möchte die Redaktion alle bitten eben NICHT wegzusehen wenn etwas offensichtlich wird. Soweit wie bei Valérie Bacot muss es nicht, darf es nicht kommen. Ansprechpartner sind im Netz überall zu finden. Man muss sie nur finden wollen. Und dann auch handeln…

 

 

Dazu auch:

Krieg den Kinderschändern

Der Papst und Homosexualität – Kirche auf dem Prüfstand

Passive Sterbehilfe für 17jähriges MIssbrauchsopfer

Pädophile: ein Täterkreis aus Politik, Justiz und Perversen





Ex-Minister Deubel muss ins Gefängnis

 

Der ehemalige SPD-Finanazminster von Rheinland-Pfalz, Ingolf Deubel (70), verlor in letzter Instanz vor dem Bundesgerichtshof (BGH) seine Revisionsklage.

Deubel war die uneidlichen Falschaussage und Untreue in der causa Nürburg-Ring nachgewiesen worden. Obwohl die ursprüngliche Strafe von dreieinhalb Jahren in Revisionsinstanzen aufgehoben worden war, wurde Deubel nun rechtskräftig zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Durch die laufende Revision war er bisher noch nicht in Haft und konnte auch seine Pensionsbezüge von monatlich 6700 Euro elf (11!) Jahre weiterbeziehen.

Doch jetzt droht ihm aufgrund des Strafmaßes von über zwei Jahren der Entzug des Pensionsanspruches.

Nachdem Deubel zu Anfang der Prozessserie gern selbstherrlich und arrogant auftrag, sich keiner Schuld bewusst war und nie ein volles Geständnis ablegte, war er sich letztlich nicht zu Schade mit tränenerstickter Stimme und zitternden Händen das Gericht um eine Strafe von unter zwei Jahren zu bitten…

Nun wird geprüft, ob man ihm die Pension tatsächlich absprechen kann, was verfahrensrechtlich so korrekt ist. Sollten die erforderlichen Prämissen erfüllt sein, würde Deubel keinen Cent mehr bekommen.

Das Urteil sollte für Politiker Signalwirkung haben. Auch wenn es Ex-Minister Deubel nicht gefällt, dem  Steuerzahler gefällte es um so mehr.
Es bleibt zu hoffen, dass er keine Haftverschonung aufgrund des „hohen Alters“ bekommt und man politisch nicht versucht ist, ihm seine Pension zu lassen.

Wir behalten es im Auge!

 




Auffahrunfall auf der Autobahn bei 38 km/h

Brandenburg/Berlin (DAV). Bummelt ein Fahrer auf der Autobahn ohne ersichtlichen Grund mit lediglich 38 km/h, haftet er bei einem Auffahrunfall zur Hälfte mit. Der auf das langsame Fahrzeug Auffahrende haftet ebenfalls mit 50 Prozent.

Zumindest, wenn er den Anscheinsbeweis eines Abstandsverstoßes nicht entkräften kann. Dies ergibt sich aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Brandenburg vom 14. Juli 2016 (AZ: 12 U 121/15), über das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) informiert.

Der Mann fuhr auf der Autobahn 38 km/h, als ihm der Lkw-Fahrer hinten auffuhr. Folglich ging es vor Gericht vor allen Dingen darum, warum der Mann so langsam fuhr. Er behauptete, vor ihm sei ein Transporter eingeschert. 

Seine Klage hatte nur teilweise Erfolg. Das Gericht entschied, dass beide Fahrer jeweils zur Hälfte haften. Zum einem sei der Kläger deutlich zu langsam gefahren.

Zwar könne die Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h unterschritten werden, soweit dies nicht zur Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer führe. Im vorliegenden Fall sei der Kläger jedoch lediglich 38 km/h gefahren. Und dies ohne triftigen Grund. Seiner Behauptung, er habe aufgrund des Fahrspurwechsels eines Transporters von seinen 120 km/h abbremsen müssen, glaubte das Gericht nicht.

Der Kläger hatte auch ausgeführt, er habe lediglich sachte beziehungsweise mäßig abgebremst. Dies würde aber nicht seine Geschwindigkeit von 38 km/h erklären.

Hierzu hätte er abrupt abbremsen müssen.  „Die Autobahn dient dem Schnellverkehr“, so das Gericht.

Mit einer solch niedrigen Geschwindigkeit müssten nachfahrende Kraftfahrer nicht automatisch rechnen.

Der Lkw-Fahrer hafte ebenfalls zu 50 Prozent.

Er habe den Anscheinsbeweis nicht entkräften können, dass er den Sicherheitsabstand nicht ausreichend eingehalten habe.

https://anwaltverein.de/

Grundsätzlich müsse man auch auf der Autobahn damit rechnen, dass das vorausfahrende Fahrzeug aus verkehrsbedingten Gründen verlangsamt oder abbremst.

 

Vielen Dank für diese Erläuterung

Information: www.verkehrsrecht.de

 

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung