Superfood: „planet e.“ im ZDF über den Hype ums gesunde Essen

Quinoa bietet den bolivianischen Bauern meist nur zwei Jahre lang gute Erträge, danach sind die Felder nicht mehr zu gebrauchen. Copyright: ZDF/Tiemo Fenner

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Quinoa bietet den bolivianischen Bauern meist nur zwei Jahre lang gute Erträge, danach sind die Felder nicht mehr zu gebrauchen.
Copyright: ZDF/Tiemo Fenner

Chia-Samen, Goji-Beeren und Quinoa als Ersatzgetreide – solche „Superfoods“ sollen gut für die Gesundheit sein und schlanker und leistungsstärker machen. Der Hype ist längst global – doch wie groß ist der Nutzen wirklich? Am Sonntag, 7. Juli 2019, 16.30 Uhr im ZDF, fragt „planet e.“ in „Superfood – Der Hype ums gesunde Essen“ bei Verbrauchern, Medizinern und Erzeugern nach den Wirkungen der vermeintlichen Alleskönner. Zudem richtet sich der Blick auch darauf, was dieser Boom auf fruchtbaren Feldern anrichten kann. Der Film von Anne Kauth ist ab Freitag, 5. Juli 2019, 10.00 Uhr, in der ZDFmediathek verfügbar.

In deutschen Großstädten finden sich immer mehr „Superfood-Restaurants“. Florian Klar aus Bochum hat sein „Nährstoff-Reich“, das erste Superfood-Bistro des Ruhrgebiets, vor einem Jahr eröffnet. Er setzt beim Lebensmitteleinkauf auf ein Mischkonzept: Die Zutaten kauft er bei regionalen Händlern, verarbeitet aber exotische Superfoods in seinen Gerichten.

Der Trend zu Quinoa, Goji und Chia findet sich auch im Supermarkt wieder. Die Lebensmittelindustrie hat gemerkt: Damit lässt sich Geld verdienen. Seitdem gibt es Müsli mit Chia-Samen, Quinoa im Kochbeutel und Goji-Beeren im Müsliriegel. Superfood ist kein geschützter Begriff und bedeutet zunächst einmal, dass diese Lebensmittel einen hohen Anteil an Nährstoffen enthalten. „Jedes Land hat sein eigenes Superfood“, sagt Ernährungswissenschaftler Dr. Matthias Riedl. Heidelbeeren, Leinsamen, schwarze Johannisbeeren, Grünkohl sind demnach die in Deutschland heimischen Superfoods.

Was der weltweite Boom um Superfood anrichten kann, zeigt sich am Beispiel Bolivien, einem der Hauptexporteure von Quinoa. Mit dem Hype um das sogenannte Inka-Korn haben sich die Exporte von 2007 bis 2013 vervierfacht. Der steigende Preis auf dem Weltmarkt führte dazu, dass die Andenbauern ihre Anbauflächen ausgeweitet haben. Nach zwei Jahren Quinoa-Anbau in Folge sind die Felder meist nicht mehr zu gebrauchen – sie gleichen einer Wüste.

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