„Stopp!“ – Wie Eltern ihre Kinder gegen Rassismus stärken können

"Stopp!" - Wie Eltern ihre Kinder gegen Rassismus stärken können / Ein Ratgeber der SOS-Kinderdörfer weltweit / In den weltweiten SOS-Kinderdörfern wachsen Kinder und Jugendliche verschiedener Kulturen gemeinsam auf, so auch in Bogota, Kolumbien. Damit sind die SOS-Kinderdörfer vielerorts ein lebendiges Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung. Es gehört zu ihren Grundsätzen, Kinder in Not zu unterstützen, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion. (Foto nur zur Verwendung im Kontext der SOS-Kinderdörfer weltweit) Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/1658 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Foto: Giti Carli Moen"

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(ots) Rassismus ist auch in Deutschland ein Thema, das machen nicht nur die anhaltenden Proteste deutlich: Laut einer EU-Studie haben 48 Prozent aller in Deutschland lebenden Schwarzen innerhalb von fünf Jahren Rassismus erfahren. „Schon Kinder erleben Ausgrenzung und Diskriminierung. Aber ihre Eltern können sie stärken“, sagt Teresa Ngigi, Psychologin der SOS-Kinderdörfer weltweit. Doch wie können Eltern ihre Kinder vorbereiten? Wie sprechen sie mit ihnen über das Thema? Und wie können sie ihre Kinder am besten unterstützen? Ngigi hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt. Die SOS-Psychologin weiß, wovon sie spricht: Als Kenianerin, die mit ihrer Familie in Italien lebt, hat sie selbst Erfahrungen mit Rassismus gemacht.

- Gut informiert sein und die Dynamik von Rassismus verstehen

Bevor Eltern mit ihren Kindern sprechen, sollten sie überprüfen: Verstehe ich selbst die Dynamiken, die rassistische Äußerungen auslösen? „Wenn ein Kind wiederholt Mobbing erfährt, reagiert es typischerweise entweder mit Flucht oder Angriff. So etwas muss ich als Mutter oder Vater erkennen, damit ich meinem Kind helfen kann!“, sagt Ngigi. Wichtig sei auch zu wissen, dass Rassismus nicht angeboren, sondern ein erlerntes Verhalten sei.

- Die eigenen Erfahrungen reflektieren

Viele Eltern mit dunkler Hautfarbe in Europa haben selbst Rassismus erlebt. „Als ich vor 15 Jahren aus Kenia nach Italien kam, musste ich feststellen, dass viele Arbeitgeber meine Qualifikationen nicht anerkannten. Das tat weh, aber deshalb gehe ich nicht davon aus, dass alle Europäer so denken!“, sagt Ngigi. Es sei wichtig, dass Eltern ihre eigenen Erfahrungen reflektieren anstatt Vorurteile aufzubauen und an die Kinder weiterzugeben.

- Den Reichtum der eigenen Kultur bewusstmachen

„Meine Kinder haben sowohl italienische als auch kenianische Wurzeln und sie sind auf beides stolz“, sagt Ngigi. Es stärke die Kinder, wenn die Eltern ihnen ein Bewusstsein für ihre Kultur vermitteln. „Dabei geht es nicht um besser oder schlechter, sondern darum, den Reichtum und die Einzigartigkeit einer jeden Kultur zu feiern!“, sagt Ngigi.

- Dem Kind zuhören

Wenn das eigene Kind aufgrund seiner Hautfarbe gemobbt werde, sei zuallererst wichtig, zuzuhören.“Manche Eltern halten es nicht aus, dass ihr Kind solche Dinge erlebt, und verschließen sich, aber dann bleibt das Kind alleine mit seinen Erlebnissen!“, sagt Ngigi. Entscheidend sei, offen über den Vorfall zu sprechen, dem Kind immer wieder zu vermitteln, dass es nichts falsch gemacht habe und dass die Anfeindungen nichts über ihn oder sie aussagen.

- Eine gute Antwort finden

Eltern können ihrem Sohn oder ihrer Tochter dabei helfen, selbstbewusst zu antworten, anstatt reflexhaft mit Wut oder Angst zu reagieren“, sagt Ngigi. Ihr eigener Sohn habe im Alter von acht Jahren rassistische Äußerungen durch einen Klassenkameraden erfahren. „Wir haben zusammen überlegt, was er tun kann. Beim nächsten Mal hat er dem Jungen in die Augen geschaut, ihm laut und deutlich gesagt, dass er das nicht möchte und dass der Junge aufhören soll. Das hat funktioniert.“

- Das Umfeld mit einbeziehen

Nicht immer lässt sich ein Vorfall so einfach klären. „Eltern sollten keine Hemmungen haben, zum Beispiel auch die Lehrer mit einzubeziehen und im Umfeld um Unterstützung zu bitten. Jeder rassistische Vorfall muss ernstgenommen und dem betroffenen Kind vermittelt werden: Du hast ein Recht auf einen respektvollen Umgang“, sagt Teresa Ngigi.

In SOS-Kinderdörfern sind alle Kinder gleich

Die SOS-Kinderdörfer sind vielerorts ein lebendiges Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung: Es gehört zu ihren Grundsätzen, Kinder in Not zu unterstützen, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Im SOS-Kinderdorf Ksarnaba im Libanon wachsen Sunniten, Schiiten und Christen zusammen auf, in den SOS-Kinderdörfern in Ecuador finden sowohl Nachkommen der Ureinwohner als auch der europäischen Einwanderer ein Zuhause und in Indien freuen sich christliche Kinder, die Feste ihrer Hindu-Freunde mit zu feiern – und umgekehrt.

 

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit

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