Startschuss zur Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie

Europa, Deutschland, 30165 Hannover, Vahrenwald, Schleswiger Str. 31, AWO Seniorenzentrum Vahrenwald, Geschuetzter Wohnbereich für an Demenz/Alzheimer erkrankte Menschen. - Leben und Alltag im AWO Seniorenzentrum Vahrenwald. - Bewohnerin Zora Kurel AWO-Mitarbeiterin Eva Richter

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(ots) Die Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie ist gestartet. Bei einer digitalen Veranstaltung im Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) unterzeichneten Bundesseniorenministerin Dr. Franziska Giffey, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und 57 Partnerinnen und Partner die Nationale Demenzstrategie. Damit haben sich alle wichtigen Akteure auf die Umsetzung der insgesamt der 160 beschlossenen konkreten Maßnahmen verpflichtet. Ziel ist, dass Menschen mit Demenz Teil der Gesellschaft bleiben können und ein offenes Klima für den Umgang mit dieser Erkrankung geschaffen wird. 1,6 Millionen Menschen sind hierzulande von der Krankheit betroffen, im Jahr 2050 könnte die Zahl schon bei etwa 2,8 Millionen Menschen liegen.

Bundesministerin Giffey: „An Demenz erkrankte Menschen können noch sehr lange aktiver Teil der Gesellschaft bleiben, wenn die Gesellschaft sich darauf einstellt. Das bedeutet: Busfahrerinnen, Schaffner, Ärztinnen oder Mitarbeiter von Behörden müssen speziell geschult werden, genauso wie sich Sportvereine oder Kirchenchöre auf Menschen mit Demenz vorbereiten müssen. Um das zu schaffen brauchen wir Teamgeist für Menschen mit Demenz. Darum starten wir die Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie mit einem breiten gesellschaftlichen Bündnis. Mit der Strategie wollen wir bundesweit mehr Vor-Ort-Netzwerke aus Kommunen, Vereinen, Kirchen oder Unternehmen schaffen, Familien von Menschen mit Demenz unterstützen und mit einem breiten Bündnis die Gesellschaft darauf einstellen, für Menschen mit Demenz da zu sein.“

Bundesminister Spahn: „Der Umgang mit Demenz gehört für sehr viele Menschen in Deutschland zum familiären oder beruflichen Alltag. Es geht darum, Demenzkranken respektvoll und hilfsbereit zu begegnen. Ein breites gesellschaftliches Bündnis ist ein wichtiger Schritt, dieses neue Bewusstsein zu schaffen. Und auch die ärztliche und pflegerische Betreuung kann noch besser werden. Entsprechende Qualifikation und koordinierte Abstimmung zwischen den Leistungserbringern kann helfen, Demenzkranke optimal zu versorgen.“

Bundesministerin Karliczek: „Demenz ist eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft. Angesichts der zunehmenden Alterung müssen wir dementielle Erkrankungen in Zukunft sogar noch stärker in den Blick nehmen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Wissenschaft darin, Ursachen der Erkrankungen besser zu verstehen und wirksame Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Damit wird eine Grundlage gelegt, die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu verbessern. Mein Haus fördert daher das Deutsche Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE) mit rund 80 Millionen Euro im Jahr.“

Die Nationale Demenzstrategie: 160 konkrete Maßnahmen

Die Nationale Demenzstrategie wurde gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, den Ländern und Kommunen, den Verbänden des Gesundheitswesens und der Pflege, den Sozialversicherungsträgern, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft erarbeitet. Am 01. Juli wurde sie durch das Bundeskabinett beschlossen. Heute, am 23. September, erfolgt der Start der Umsetzung mit allen Beteiligten.

In den kommenden Jahren werden insgesamt 160 konkrete Maßnahmen umgesetzt, um Deutschland demenzfreundlicher zu machen – 2026 wird Bilanz gezogen.

Breites gesellschaftliches Bündnis trägt die Initiative „Teamgeist für Menschen mit Demenz“

Die Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie (NDS) wird begleitet von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis, das die Initiative „Teamgeist für Menschen mit Demenz“ trägt. Ziel ist ein neues Bewusstsein in allen Bereichen des Lebens, soziale Unterstützungsnetzwerke vor Ort, gute medizinische Versorgung und erstklassige Forschung. Getragen wird die Initiative durch unterschiedlichste gesellschaftliche Akteure. Um den öffentlichen Verkehr demenzfreundlicher zu machen beteiligen sich die Deutsche Bahn (DB), die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und auch die Regensburger Stadtwerke, weitere sollen folgen. Die mehr als 27 Millionen Mitglieder in knapp 90.000 Turn- und Sportvereinen will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) erreichen, um die Vereinsstrukturen demenzfreundlicher zu machen.

Mit der Bundestrainerin der Frauen-Fußball-Nationalmannschaft, Martina Voss-Tecklenburg, ist auch der Deutsche Fußballbund vertreten. Die Supermarktketten „Netto Marken-Discount“ und „Alnatura“ bringen sich ein, indem sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über den Umgang mit Menschen mit Demenz im Alltag aufklären. Die katholische und die evangelische Kirche machen sich auf den Weg ihre Strukturen vor Ort demenzfreundlicher zu gestalten. Der Deutsche Kulturrat wirbt dafür, Museen, Konzerte und Veranstaltungen für Menschen mit Demenz zu öffnen und gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer (BÄK) soll die Ärzteschaft in die Umsetzung der Strategie einbezogen werden.

Auf der neu gestalteten Seite www.wegweiser-demenz.de finden Sie weitere Informationen über das Bündnis und die Initiative „Teamgeist für Menschen mit Demenz“. Außerdem sind dort Informationen über die Krankheit und konkrete Möglichkeiten zum Engagement zu finden.

 

Original-Content von: Bundesministerium für Bildung und Forschung

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