Das deutsche Rentensystem ist aufgrund des demografischen Wandels unter Druck. Wie die Infografik von Statista auf Basis von Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigt, gibt es seit Jahrzehnten eine Lücke zwischen eingenommenen Rentenbeiträgen und den Rentenausgaben. 1992 lag der Anteil der Rentenausgaben, der durch Beiträge gedeckt ist, in etwa zwischen 74 und 81 Prozent. Die Lücke wird mit Bundeszuschüssen – also mit Steuern – gefüllt. Hierfür werden der Rentenversicherung Steuermittel in Form von Bundeszuschüssen und weiteren Bundesmitteln überwiesen. 2024 waren dies für Rentenversicherung und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung insgesamt rund 127 Milliarden Euro, wie die Plattform Bundeshaushalt digital des Bundesministeriums der Finanzen zeigt. Dies entspricht rund 70 Prozent des gesamten Etats des Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Jahr 2024.
Die Problematik dürfte sich in den kommenden Jahren verschärfen: Demnächst geht die so genannte Babyboom-Generation in Rente. Als Babyboomber werden die geburtenstarken Jahrgänge der Zeit von 1955 bis 1965 bezeichnet. Das Wirtschaftswunder sorgte damals für steigende Geburtenraten. Das staatliche Rentensystem wird daher in den kommenden Jahren großen finanziellen Belastungen ausgesetzt. Eine längere Arbeitszeit über das Regelaltersalter hinaus könnte die Finanzierungslücke der gesetzlichen Rentenversicherung zumindest verringern. In Europa arbeiten im Schnitt etwa ein Fünftel der Rentner unter 70 Jahren in den ersten sechs Monaten nach Rentenbeginn weiter. In Deutschland liegt dieser Anteil mit 14,3 Prozent unter dem Durchschnitt.
Mehr Infografiken finden Sie bei Statista