Schlechtes Zeugnis für Luftqualität in deutschen Städten

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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht sich in ihrer Forderung nach wirksamen Maßnahmen für saubere Luft durch die heute veröffentlichte Rangliste der Europäischen Umweltagentur (EEA) zur Feinstaubbelastung in europäischen Städten bestätigt. Die oberste europäische Umweltbehörde kommt zu dem Ergebnis, dass die Luftqualität in vielen deutschen Städten allenfalls das Prädikat „mäßig“ verdient. Berlin schafft es sogar nur auf Platz 219 von 323. Millionen Menschen in Deutschland leiden unter der Feinstaubbelastung, die über den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt und jährlich zu 60.000 vorzeitigen Toden führt.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die neueste Auswertung der Europäischen Umweltagentur zeichnet ein klares Bild: Deutschland hat ein Feinstaubproblem. Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam Sofortmaßnahmen ergreifen, damit Menschen endlich überall saubere Luft zum Atmen haben. Diese Maßnahmen müssen vor allem Holzöfen und Holzheizkessel betreffen, die eine entscheidende Quelle von Feinstaub und Ruß darstellen. Wirksame Abgasreinigung muss bei diesen Anlagen zur Pflicht gemacht werden. Mit dem Blauen Engel für Kaminöfen steht schon jetzt ein Instrument bereit, dass schnellstmöglich als zwingender Mindeststandard in Kommunen eingeführt werden muss.

Das schlechte Abschneiden der deutschen Städte zeigt außerdem, dass die Verkehrswende hierzulande bislang kaum vorankommt. Bessere Radwege bedeuten weniger Autos und sind damit ein wichtiger Baustein für saubere Luft in Städten. Nicht ohne Grund weist die Fahrradstadt Göttingen die beste Luftqualität unter allen deutschen Städten auf.

Auch bei den Vorgaben jenseits des Straßenverkehrs wird zu wenig getan. Im Gegensatz zur Schweiz etwa, wo es seit Jahrzehnten eine Filterpflicht für Baumaschinen gibt, werden diese in deutschen Städten nach wie vor ohne Partikelfilter betrieben – zu Lasten von Arbeitnehmern auf den Baustellen und Anwohnern. Gleiches gilt für Diesel-Triebwagen.

Nicht zuletzt muss die Bundesregierung auch bei der Landwirtschaft ansetzen. Ammoniak, das bis zu 95 Prozent aus der Landwirtschaft und vor allem der Nutztierhaltung kommt, wird nämlich zu Feinstaub umgewandelt. Obwohl Deutschland laut einer EU-Richtlinie verpflichtet ist, seine Ammoniakemissionen bis 2030 gegenüber 2005 um 29 Prozent zu verringern, sind bisher kaum Reduktionen zu verzeichnen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist vor allem eine Verringerung der Tierbestände notwendig.

 

OV von Deutsche Umwelthilfe (DUH)

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