Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz als Experten nutzen

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Während des „Digitalen Rathausgespräches“ gaben sieben pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz Einblicke in ihren Alltag. Gemeinsam mit dem Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg gab die Stadt Kassel durch die Online-Veranstaltung all denjenigen die Möglichkeit zum Dialog, die die Situation der Betroffenen verstehen und verbessern wollen.
„Allein in Kassel gibt es derzeit etwa 3.600 Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Viele von ihnen werden liebevoll zuhause von Angehörigen gepflegt. Und genau ihnen, den Angehörigen, möchte ich meinen vollen Respekt, meine Anerkennung und auch mein Mitgefühl für ihr wundervolles Engagement aussprechen“, so Bürgermeisterin Ilona Friedrich während der dreistündigen Veranstaltung. Tief beeindruckt zeigt sich Friedrich von den Einblicken in den Pflegealltag der Angehörigen.

 

Sieben von ihnen stellten sich der Kasseler Öffentlichkeit und zahlreichen kommunalen Akteuren wie etwa Beratungs- und Pflegeeinrichtungen. In den Erfahrungsberichten ging es um Belastungen, Bedürfnisse aber auch um die schönen Momente, die sie mit ihren an Demenz erkrankten Familienmitgliedern im Alltag erleben. „Wir wünschen uns mehr Unterstützungsangebote wie beispielweise Online-Kurse oder auch digitale Angehörigengruppen. Dieser Austausch mit Gleichgesinnten ist für uns wichtige Kraftquelle im Alltag“, so ein Angehöriger. Im Dialog mit den lokalen Akteuren wurden einige Ideen konkretisiert: beispielsweise durch die Bereitstellung geeigneter Räumlichkeiten soll ein Erzähl-Café zum Erfahrungsaustausch zwischen den Angehörigen entstehen.

 

Das Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg wird in den kommenden Wochen weitere Interviews mit den Teilnehmern führen und die Erkenntnisse in ein laufendes Forschungsprojekt einbeziehen. Dies soll dann die Weiterentwicklung bedarfsgerechter Angebote vorantreiben. „Vielleicht schaffen wir dadurch eine demenzfreundlichere Kultur, zu der auch das Leben in einer Kommune gehört“, erläutert Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse, Leiter des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg

 

„Die Angehörigen haben uns wichtige Impulse und Anregungen für unsere Arbeit gegeben. Sie passen in die Gesamtstrategie der Stadt Kassel, die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren. Jetzt muss die soziale Infrastruktur analysiert und eventuelle Versorgungslücken geschlossen werden. Denn aufgrund der demographischen Entwicklung rechnen wir 2030 schon mit über 4.500 Menschen, die mit Demenz bei uns in Kassel leben“, so Bürgermeisterin Ilona Friedrich im Anschluss der Veranstaltung. Die Angehörigen sollen zudem auch als Experten in dem neu gegründeten Demenznetzwerk der Stadt Kassel tätig sein.

documenta-Stadt Kassel


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