OHB präsentiert Konzept für Mission zur Venus

Machbarkeitsstudie zu autonom fliegenden Sonden in der Atmosphäre des Nachbarplaneten / Bisher stand die Venus bei der Suche nach extraterrestrischem Leben hinter dem Mars zurück. Die Entdeckung der Phosphor-Wasserstoff-Verbindung Monophosphan in ihrer Atmosphäre könnte das ändern / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/69441 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/OHB SE/JAXA"

image_pdfimage_print

 

(ots) Zwei unterschiedlich große, autonom fliegende Sonden schweben in einer Höhe von rund 50 Kilometern durch die Venusatmosphäre und suchen mit einer Kombination verschiedener Sensoren nach Spuren von Leben. So könnte eine künftige Mission zur Venus aussehen. Das geht aus einer Machbarkeitsstudie des Raumfahrtunternehmens OHB SE hervor, die von Inhaber und CEO Marco Fuchs selbst finanziert wurde. Die Studie wurde von der Abteilung Vorentwicklung und Raumfahrtsystemstudien erstellt.

Kern des Konzepts sind ein bis zwei unterschiedlich große flugzeugähnliche Sonden, die sich autonom durch die Venusatmosphäre bewegen. Die Sonden sollen dabei nach Spuren von Leben suchen. Als Instrumente tragen die Fluggeräte eine Kombination aus Gaschromatograph und Massenspektrometer. Um größere Partikel zu analysieren, soll die Sonde auch ein Mikroskop an Bord haben. Als weiteres Instrument ist zudem ein Laserspektrometer angedacht, mit dem die chemische Zusammensetzung bestimmter Spurenmoleküle untersucht werden soll. Zu diesen zählt unter anderem auch Monophosphan, das kürzlich durch seine Entdeckung weltweite Aufmerksamkeit erregt hat.

Die durch Sonnenenergie betriebenen Flugzeuge sollen mehrere Monate über der Venus kreisen. Die Spannweite des größeren Flugzeugs soll knapp dreieinhalb Meter bei geringer Flügelstreckung betragen und zur Lagestabilisierung und Steuerung ist ein T-förmiges Leitwerk vorgesehen. Um einen platzsparenden Transport zu ermöglichen, sollen die Flugzeuge faltbar konstruiert werden. Den knapp zwei Jahre dauernden Transfer Erde – Venus sollen die Flugzeuge sicher verstaut in einer Eintrittskapsel verbringen. Diese soll von einem Orbiter zur Venus gebracht werden. Im Venusorbit angelangt, soll die Eintrittskapsel vom Orbiter abgetrennt werden und in die Atmosphäre des Planeten absteigen. In einer Höhe von gut 50 Kilometern über der Oberfläche sollen dann die Flugzeuge ausgesetzt und entfaltet werden

Besonders günstige Startzeitfenster für die Mission öffnen sich alle acht Jahre. Das nächste beginnt 2023 und endet 2025. Die Mission bis dahin auf den Weg zu bringen ist aufgrund der zu leistenden Entwicklungsarbeit allerdings utopisch. Aus technischer Sicht ist ein Start frühestens im Jahr 2026 möglich – das aber auch nur, wenn die nötigen Geldmittel bereits Anfang 2021 zur Verfügung gestellt werden.

OHB-Vorstandsvorsitzender Marco Fuchs war bereits lange vor dem Fund von Monophosphan in der Atmosphäre überzeugt, dass die Venus eine Reise wert ist: „Da wir über all das, was mögliches Leben auf der Venus hervorgebracht hat oder vielleicht sogar immer noch hervorbringt, kaum etwas wissen, sollten wir uns um eine Wissenschaftsmission dorthin bemühen. Herauszufinden, ob es im All möglicherweise auch ganz andere Spielregeln der Biologie gibt, rechtfertigt eine derartige Mission aus meiner Sicht voll und ganz. Diese Erkenntnisse könnten dann auch sehr hilfreich sein, um die Wahrscheinlichkeit von Leben auf den tausenden von Exoplaneten besser einschätzen zu können, die in den vergangenen Jahren entdeckt worden sind.“

 

Original-Content von: OHB SE

Posts Grid

Saubere Flüsse unverzichtbar für sauberes Trinkwasser

  Der 26. September ist der „Internationale Tag der Flüsse“. Das Forum Trinkwasser e.V. verweist…

Die schönsten Wanderungen im Herbst: Brandenburg für „Gipfelstürmer“, Landweg-Liebhaber und Pilger-Fans

  Nirgendwo in Deutschland stehen so viele Landschaften unter Schutz wie in Brandenburg. 15 Nationale…

Hessen stellt 4,5 Millionen Euro bereit

  Städte und Gemeinden im Umfeld des Frankfurter Flughafens bekommen auch künftig jährlich 4,5 Mio….

WWF – Ernährungswende im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen und dem Schutz biologischer Vielfalt

  Am 23. September lädt UN-Generalsekretär António Guterres zum „UN Food Systems Summit“ ein, dem digitalen Gipfeltreffen…

Kein Anspruch mehr auf Verdienstausfallentschädigung für Ungeimpfte ab 01. November

  Ab dem 1. November 2021 haben Ungeimpfte in Hessen keinen Anspruch mehr auf eine…

Mit elan in die Zukunft

  Im Rahmen der jährlichen elan-Fachtagung bestätigten Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz und der Vorsitzende…

Kleines Land mit XXL-Highlights: Montenegro überrascht mit spektakulären Naturschauplätzen und unbekannten Schätzen

  Ein Anblick, der auch ohne rosa Brille zauberhaft ist: Flamingos in den Salinen von…

„Heloponte II“ mit 5 Millionen Euro gefördert

  Das Land Hessen beteiligt sich mit 5 Mio. Euro am Neubau des Freizeitbades „Heloponte“…

Spritpreise weiter auf Höhenflug

  Die Spritpreise befinden sich weiter auf Höhenflug. Wie die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise…

CO2-Abgase aus der Stahlindustrie werden zu Kraftstoffen „recycelt“

  Bundesforschungsministerin Anja Karliaczek hat am Mittwoch in Berlin den Prototypen eines Autos vorgestellt, das…

EC Kassel Huskies – Knappe 2:3-Niederlage beim Testspiel gegen Landshut

  In einem temporeichen Testspiel mussten sich die Kassel Huskies dem EV Landshut am Ende…

Das e-Football Team des KSV Kassel

Das Runde muss ins Eckige, egal ob auf dem Platz oder Online. Die steigende Popularität…

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung

%d Bloggern gefällt das: