Nun EU Sanktionen gegen Saudi Arabien und die Türkei? Wohl kaum!

„Ist es möglich, den Rumpf in eine Tasche zu packen?“
„Wir durchtrennen die Gelenke. Das ist kein Problem.

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„Ist es möglich, den Rumpf in eine Tasche zu packen?“

„Wir durchtrennen die Gelenke. Das ist kein Problem. Am Anfang schneide ich auf dem Boden. Wenn wir Plastikbeutel nehmen und ihn in Stücke schneiden, ist es geschafft. Wir werden jedes Teil einwickeln.“

Kurz darauf erkundigt sich der andere Agent. „Ist das Opfertier eingetroffen?“

 


So unterhielten sich zwei Männer vor dem abscheulichen Mord an Jamal Khashoggi, dessen Tod wahrscheinlich komplett ungesühnt belieben wird.


Kronprinz Mohammad bin Salman Al Saud (Official White House Photo Shealah Craighead)

Nach der gestrigen Veröffentlichung des US Geheimdienstberichtes zur Ermordung des in den USA ansässigen Journalisten (Washington Post) dürften die Reaktionen weltweit heftig ausfallen. 

Nun ist es endlich raus und wurde auch durch die amerikanischen Behörden anerkannt:

DIe Ermordung des saudiarabische Journalisten und Betriebswirtschaftlers Jamal Khashoggi (جمال أحمد خاشقجي) wurde mit Billigung (und auf Anweisung?)des saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman al-Saud durchgeführt.

 

Khashoggi wurde mutmaßlich am 2. Oktober 2018 im Konsulat!!!! des Staates Saudi_Arabien in Istanbul gefoltert, getötet, enthauptet und zerteilt.

2o Minuten nach dem der Mann ahnungslos die Botschaft!!!  (ein durch internationale Abkommen besonders geschütztes Refugium) betreten hat, war er tot und wurde durch einen Mediziner (der hypokratische Eid gilt weltweit!!) zerteilt;

Aus Saudi-Arabien seien 15 Männer eingeflogen worden, um seine Entführung oder Ermordung auszuführen. [Bericht Independent]

Die regierungsnahe türkische Tageszeitung Sabah veröffentlichte eine Liste mit Namen und Fotos von 15 Saudis.

Laut einem Bericht der New York Times stammen einige der mutmaßlichen Täter aus dem direkten Umfeld des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.

Unter ihnen befand sich auch Salah Muhammed al-Tubaigy, ein forensischer Pathologe mit internationaler Ausbildung u.a.in Europa.

Al Tubaigy hat vermutlich sein von ihm entworfenes forensisches Minilabor mitgeführt, mit dem man in sieben Minuten die Todesursache mittels Obduktion feststellen kann.

Beitrag der New York Times über den Audio Mitschnitt der Ermordung:

Es scheint also zu stimmen, Jamal Khashoggi wurde in die saudische Botschaft in Istanbul gelockt, um ihn dort zu ermorden. 

Schließlich und unendlich war er immerhin ein Kritiker des saudischen Kronprinzen und hatte wegen befürchteter Konsequenzen bereits sein Land verlassen und lebte in Amerika.  

Als er dann auch noch anfing Trump zu kritisieren, war der Bogen überspannt.

 

Da die Amerikaner und auch die EU sowie Deutschland (ganz vorn dabei), erhebliche Konsequenzen im Fall der (angeblichen Beteiligung Putins an der Vergiftung Nawalnys) beschlossen haben, darf man nun gespannt sein, wie gnadenlos und hart die Maßnahmen ausfallen werden. 

 

Dass vermutlich gar nichts passieren wird, kann man sich bereits gut vorstellen, denn der neue Präsident der USA, hat sich weitere Schritte vorbehalten, denn die wirtschaftlichen Interessen seines Landes sind doch zu groß.

Also wird vermutlich der gute Freund des EX-Präsidenten Trump in keinster Weise auch nur mißbilligend angeschaut.

Die UNO-Sonderberichterstatterin Agnès Callamard empfahl europäischen Politikern schon vor einiger Zeit sich nicht freundschaftlich mit dem Kronprinzen zu zeigen.

Spannend wird nun auch die Rolle der türkischen Behörden. Immerhin haben diese die saudische Botschaft komplett überwacht. Es steht auch zu vermuten, dass sie über die Pläne Bescheid wussten. Es steht ebenfalls zu vermuten, dass sie über die Einreise der illustren Gesellschaft genau Bescheid wussten.

Schließlich kamen diese nicht mit einer Linienmaschine sondern einem privaten Learjet.Bekant ist weiterhin, dass nur zwei der 15 Personen mit Diplomatenpass einreisten. Wer schon einmal in der Türkei weiß, wie man dort gefilzt wird und genaustens kontrolliert.

Inwieweit die türkischen Behörden nicht nur die Pläne kannten(aufgrund der Audioauzeichnung, die ja auch die Tage zuvor schon aktiv war), sondern auch ggf. über Videomaterial verfügen, müsste geklärt werden. 

Fakt ist, durch die Ermordung wurden auch zahlreiche politische Konflikte heraufbeschworen. 

Es wurde nicht nur ein Mord durchgeführt, es gab eine Verletzung der UN-Charta, internationale Konventionen wurden verletzt, die Wiener Konvention,  durch die Ermordnung in einer durch diese Konvention geschützten Botschaft.


Konsquenzen daraus:

Theoretisch…

…gesehen, müsste nun die Völkergemeinschaft namens UNO tätig werden und strenge Restriktionen gegen den saudiarabischen Staat verhängen. 

…müsste die EU Sanktionen verhängen und die Handelsbeziehungen einfrieren.

…müssten die Amerikaner Sanktionen verhängen. Die Amerikaner haben auch bereits Einreiseverbote für 76 saudische Bürger verhängt, nur der gute und liebenswerte Prinz ist nicht darunter. Der dürfte natürlich weiterhin kommen.

…müsste auch die deutsche Bundesregierung und unser wunderbarer Staatspräsident das Wort erheben (hat er im Fall Nawalny auch getan, wo gar nichts eindeutig oder klar ist und wir auch nichts mit zu tun haben) LINK

…müsste auch die Türkei Sanktionen zum arabischen Bruderland verhängen.

…müssten alle Waffenverkäufe in diesen Schurkenstaat unterbunden werden.

 

Praktisch…

…gesehen wird es dabei bleiben. Man wird allenfalls Protestnoten ohne jeglichen Wert aussprechen. Botschafter oder so werden natürlich nicht ausgewiesen, eventuell Aysche Bülbül die türkische Putzfrau.

…werden die wirklich guten und fruchtbaren Handelsbeziehungen zu diesen „Mördern“, Pardon das war unreflektiert, natürlich aufrechterhalten.

…wird sich Steinmeier nicht dazu äußern, denn Deutschland ist nicht involviert.

…bestehen hier seit Jahrzehnten allerbeste Handelsbeziehungen, nicht zuletzt zum Unternehmen in der Wolfhager Straße in Kassel (gemeint ist die Tankstelle dort, die durch saudische Öllieferungen erst betrieben werden kann 😉 ) und deren wunderbaren Umsätzen dadurch. Interessant ist übrigens der Fakt, dass man behauptet hat, dass die Saudis gar nicht so viele bestellte … brauchten, sondern dass es um die Stützung und Aufrechterhaltung der wirklich guten Beziehungen zu Deutschland ging. 

…wird die Rolle der Türkei völlig unbeachtet bleiben

…wird die Türkei niemals protestieren beim Kronprizen

…wird gar nüscht passieren und der arme Mann ist nicht nur umsonst gestorben und hat Qualen erleiden müssen, sein Tod wird völlig ungesühnt bleiben.

…haben seine Söhne, den zum Tode verurteilten 5 (wieso eigentlich 5?)Männern salbungsvoll bereits 1,5 Jahre nach dem gewaltsamen Tod verziehen. Kleines aber feines Detail: Beide Söhne leben in Saudi Arabien, wurden aber zu keiner Zeit unter Druck gesetzt.   

…muss man auch einsehen, dass man die Saudis doch braucht für die Bekämpfung der IS

…hatte Biden im Wahlkampf auch irgendwie noch etwas anderes gesagt zur Bestrafung der Mörder. Aber das gilt nun auch nicht mehr.

…praktischerweise hat der wunderbare Reformer Biden auch gleich mit den Saudis telefoniert und die tolle Freundschaft bekräftigt. (Übrigens am gleichen Tag als Biden seinen ersten mörderischen Luftschlag anordnete) Passt doch oder?

 


Wunderbare LINKS zum Thema:

Der arme Kronprinz wird nun ein ganz kleines bißchen stigmatisiert

Der neue und wunderbare Präsident der USA behält sich vor, die Saudis zu bestrafen, weil die amerikanischen Interessen doch zu groß sind:

 

Todesurteile in der Causa Khashoggi sind eine Farce

Khashoggis Verlobte verklagt saudischen Kronprinzen

Weil die Söhne (in Saudi-Arabien wohnhaft!!!) des ermordeten Mannes den Tätern verziehen, bleibt ihnen die Todsstrafe erspart.

Die Deklaration von Genf, die für alle Mediziner weltweit gilt:

WMA Declaration of Geneva

Wunderbare Waffenverkäufe

 

CNN Beitrag

Rekalibrierung der Verhältnisse zu den Saudis sagt die NY-Times

Selbst die wunderbare Tagesschau wagt einen zaghaften Ansatz journalistischer Kritik  (bitte Artikel abspeichern, wird bestimmt bald gelöscht)

Die UN-Sonderermittlerin im Interview

 

 


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