Nordhessisches Tischtennismädel wieder erfolgreich

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Sophia Klee, Sarah DeNutte, Nina Mittelham und Franz Lingens

Der TuS Bad Driburg schnuppert an der Sensation

Tischtennis: Die Frauen des TuS Bad Driburg stehen im deutschen Pokalfinale, unterliegen dort aber dem Favoriten TTC Berlin mit 1:3. Der Vizepokalsieg ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte

 

Hannover/Bad Driburg. Der Tischtennis-Bundesligist TuS Bad Driburg hat die riesengroße Überraschung verpasst, aber dennoch den größten Erfolg in der Vereingeschichte geschafft: Beim Final Four erreichte der TuS das deutsche Pokalfinale, unterlag dort aber dem Ausnahmeteam TTC Eastside Berlin mit 1:3.

„Wir haben ein tolles Finale erlebt. Das erste Mal dabei und gleich als Vizepokalsieger nach Hause zu kommen, das ist ein toller Erfolg. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaf“, freute sich TuS-Manager Franz-Josef Lingens.

Auf dem Weg ins Finale musste der TuS Bad Driburg zunächst im Halbfinale gegen den Zweitligisten TSV Langstadt gewinnen. Das gelang in der Swiss Life Arena in Hannover souverän mit 3:0. „Wir haben dem Druck standgehalten. Lediglich Sophia Klee musste in den fünften Satz gehen und gewann knapp mit 3:2. Dieser Sieg war wichtig für ihre Psyche. Sarah und Nina haben konzentriert gespielt und wir haben verdient gewonnen. Ich bin sehr zufrieden“, so Lingens. Nina Mittelham besiegte im Halbfinale Alena Lemmer 3:1, Sarah de Nutte hatte keine Probleme beim 3:0 über Janina Kämmer und Sophia Klee besiegte Sonja Busemann 3:2.

Im Finale gegen den Seriensieger TTC eastside Berlin, der sich gegen die TTG Bingen Münster-Sarsheim mit 3:1 durchsetzte, war der TuS Bad Driburg der Außenseiter.

Aber dank Nina Mittelham startete der TuS bestens. Sie besiegte Georgina Pota mit 3:1. Unter den Augen der Bundestrainerin Jie Schöpp spielte Mittelham groß auf. In dem wirklich hochklassigen ersten Finalspiel wirkte Mittelham fokussiert und konzentriert wie selten zuvor. Nach ihrem variablen Aufschlagspiel folgte ein toller Passierschlag nach dem anderen. Mit ihrer gefürchteten Vorhand spielte Mittelham die Polin oftmals aus. Auch die Rückhand war dicht und somit fand die Berlinerin Pota kein wirkliches Mittel gegen die stark aufspielende Mittelham, die immer eine Antwort mehr parat hatte. „Eine wirklich starke Leistung von Nina“, lobte Lingens. Sarah de Nutte konnte das hohe Niveau und die schnellen Tempiwechsel der Honkong-Chinesin Tian Jian von Anfang an nicht mitgehen und geriet schnell in einen 0:2-Rückstand. Im dritten Satz stand es allerdings 8:2 für de Nutte, sie verlor jedoch den Satz noch mit 10:12. „Wenn Sarah diesen Satz gewinnt wird es vielleicht noch einmal eng.“ meinte Lingens nach dem Spiel. Der verdiente Ausgleich zum 1:1 war da.

Sophia Klee fing an wie die Feuerwehr, setzte Shan Xianao mit der Rückhand unter Druck und führte 4:1, ehe die erfahrene deutsche Nationalspielerin und Europameisterin aufholte und den ersten Satz doch noch zum 11:9 umbog. Danach schaltete die Berlinerin einen Gang höher und konnte Klee das ein oder andere Mal ausplatzieren. Ein klares 11:2 war die Folge. Im dritten Satz ging es ähnlich weiter, wobei Sophia Klee am Ende des Satzes wieder taktisch klüger spielte jedoch mit 5:11 den Kürzeren zog und ein wenig Lehrgeld zahlte. „Sophia Klee hat eine ganz starke Leistung gezeigt und hier ihr bestes Spiel seit langem gespielt“, sagte Lingens über die Schülerin. „Ich habe im ersten Satz sehr gut gespielt und war nah dran an einem Satzgewinn. Danach habe ich auch taktische Fehler gemacht und nicht mehr so gut ins Spiel gefunden. Ich bin trotzdem zufrieden mit meiner Leistung“, meinte Klee. Die 2:1-Führung für Berlin war somit hergestellt und das Kräfteverhältnis wieder geradegerückt. Im vierten Spiel traf Sarah de Nutte auf Georgina Pota. Nach einem misslungenen Start konnte de Nutte sich im zweiten Satz noch einmal herankämpfen, doch es reichte nicht zum Satzgewinn. So ging die ersten beide Sätze mit 4:11 und 8:11 verloren. „Dabei hatte Sarah ihre Chancen und einige Bälle liegengelassen, es war mehr drin“, meinte Mittelham. Im dritten Satz keimte dann Hoffnung auf und De Nutte verkürzte auf 2:1. Doch im vierten Satz kam Pota erneut stärker auf. Zu einfache und viele Fehler waren letztendlich der Schlüssel dazu, dass es am Ende nicht reichte und das Spiel mit 1:3 verloren wurde. „Schade, denn Sarah hat im zweiten Einzel gut gespielt“, sagte Lingens.

Christian Seel

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