MT Melsungen – Kraftakt des MT-Minikaders bleibt unbelohnt

 

Handball-Bundesligist MT Melsungen hat im letzten Saisonspiel beim TVB Stuttgart mit einem Minikader noch einmal alles gegeben, musste aber am Ende ziemlich entkräftet den Hausherren mit 28:25 (10:11) den Vortritt lassen. 4.081 Zuschauer in der Stuttgarter Porsche Arena boten einen würdigen Finalrahmen und sahen mit den beiden Halbrechten jeder Mannschaft, Viggo Kristjansson (6/1) und Kai Häfner (5), die besten Torschützen. Die MT beendet damit ihre 17. Saison in der LIQUI  MOLY Handball-Bundesliga auf dem achten Tabellenplatz.

Auch in diesem letzten Saisonspiel musste Roberto Garcia Parrondo verletzungsbedingt auf ein halbes Dutzend Akteure aus dem Profikader verzichten. Dennoch kam die MT gut aus den Startlöchern. Den ersten Angriff der Hausherren, abgeschlossen von Samuel Röthlisberger, vereitelte Nebojsa Simic. Im Gegenzug hatte die MT die Gelegenheit, den Eröffnungstreffer zu platzieren. Aber das von André Gomes abgefeuerte Spielgerät landete nur am Pfosten. Wenig später brach Tobias Reichmann das Eis, kurz darauf legte Kai Häfner zum 0:2 nach (5. Min.). Stuttgart indes benötigte einen längeren Anlauf, erst in der achten Minute brachte Viggo Kristjansson den Knoten zum Platzen.

Die MT, bei der Gleb Kalarash André Gomes jeweils in der Abwehr vertrat, agierte hinten aufmerksam und vorne zielstrebig. So wie zum Beispiel Arnar Freyr Arnarsson, der sich am Kreis zum 1:3 durchtankte (9.). Nach gut 12 Minuten brachte der MT-Coach Alexander Petersson für den bis dahin etwas glücklosen André Gomes. Dadurch rutsche Kai Häfner in die Mitte, Julius Kühn auf seine angestammte Halblinke und der Routinier auf die Halbrechte. Das Spiel der Rotweißen nahm in der Folge an Dynamik zu. Was sich auch in der Torausbeute bemerkbar machte.

Mit einem 3:0-Lauf zwischen der 19. und 22. Minute gelang es den Nordhessen, den Abstand auf 5:9 zu vergrößern. Der inzwischen wieder aufs Feld zurückgekehrte Gomes und zweimal hintereinander der schlitzohrige Petersson waren die Urheber. TVB-Coach Roi Sanchez sah sich zur Auszeit genötigt. Mit dem Ergebnis, dass nach Wiederanpfiff  Egon Hanusz auf 6:9 verkürzte. Im Gegenzug scheiterte Julius Kühn an Torhüter Ivan Pesic. Und auch Michael Allendorf hatte bei seinem Gegenstoß kein Fortune, sein Ball landete am Lattenkreuz. Woraufhin es Julius Kühn besser machte und den 10. Melsunger Treffer markierte (25.). Es sollte der letzte an diesem Nachmittag für dem Melsunger Goalgetter bleiben.

Der Faden riss nun bei der MT und die Hausherren packten die gute Gelegenheit beim Schopfe, sich wieder heranzukämpfen. Nachdem Nebojsa Simic erst gegen Adam Lönn glänzend pariert hatte, musste er den Nachwurf des Stuttgarter Halblinken passieren lassen. Damit markierte dieser den Start für einen 4:0-Lauf seiner Mannschaft, der im 10:10-Ausgleich gipfelte. Im letzten Angriff vor der Halbzeitsirene sorgte Kai Häfner wenigsten für die knappe Pausenführung.

Kurz zuvor wurden die ohnehin arg dezimierten Nordhessen noch um einen weiteren Spieler reduziert. Nach einer überharten Bestrafung von Julius Kühn in Form einer Roten Karte, eineinhalb Minuten vor der Halbzeit, standen für den Rückraum lediglich noch Kai Häfner, André Gomes und Alexander Petersson zur Verfügung.

Der TVB blieb von Beginn des zweiten Durchgangs an weiter am Drücker. Alexander Schulze – auch der mit einem Nachwurf – glich zum 11:11 aus. Und nach 37 Minuten gingen die Blauweißen erstmalig in Führung (14:13). Ohne die MT zunächst aber weiter abschütteln zu können. Beim Stand von 16:13 sorgte Roberto Garcia Parrondo per Grüner Karte für einen Break. Anschließend verkürzte Tobias Reichmann per Strafwurf zum 16:14 (41.). Noch näher sollte die MT aber nicht heranreichen. Im Gegenteil. Stuttgart gelang es binnen nur vier Minuten, sich auf 20:16 abzusetzen (45.).

Das nicht gerade hochklassige Spiel lebte nun eindeutig von der Wechselhaftigkeit auf beiden Seiten. Denn auch mit vier Toren Vorsprung durften sich die Gastgeber noch keineswegs auf der Siegerstraße wähnen. Denn die MT kam durch zwei Tore von André Gomes, dazwischen einem weiteren Treffer von Kai Häfner, zurück. Und so lagen die Rotweißen 12 Minuten vor Schluss beim 21:19 sogar wieder auf Schlagdistanz.

Doch dann starteten die Schwaben abermals einen 4:0-Lauf, den auch der zwischenzeitlich für Nebojsa Simic zwischen die Pfosten gekommene Silvio Heinevetter trotz einiger anfänglicher Paraden nicht verhindern konnte. Stuttgart brachte sich jedenfalls bis zur 52. Minute mit 24:19 vorentscheidend nach vorn. Aber die noch immer nicht aufsteckenden Parrondo-Schützlinge kämpften sich in der Folge erneut heran. 48 Sekunden vor dem Abpfiff stand es nur noch 27:25.

Enger wurde es dann aber doch nicht mehr – am Ende leuchtete ein 28:25 von der Anzeigentafel. Trotz dieser Niederlage durften Häfner & Co. erhobenen Hauptes das Spielfeld verlassen. – Wer weiß, wie es ausgegangen wäre, wenn Julius Kühn weiter hätte mitmischen können.

Die MT Melsungen schließt damit ihre 17. Saison in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga mit dem achten Tabellenplatz ab. Dank der beiden zuvor errungenen Siege beim Bergischen HC und gegen die HSG Wetzlar gelang auf der Zielgeraden noch der Sprung zurück auf einen einstelligen Tabellenplatz. Mit etwas Glück hätte es an diesem letzten Spieltag sogar noch etwas weiter nach oben gehen können. Doch das gelang nicht mehr, weil die unmittelbar vor der MT liegenden Mannschaften Wetzlar und Lemgo jeweils ihre Heimspiele gegen Minden, beziehungsweise Hamburg gewannen.

TVB Stuttgart – MT Melsungen 28:25 (10:11)

TVB Stuttgart: Pesic (1.-34. Min., 2 Paraden / 13 Gegentore), Thulin (34.-60. Min., 4 P. / 12 G.), Vukovic – M. Häfner 1, Runarsson, Weiß 3, Hanusz 4, Schottle, Lönn 3, Schulze 5, Röthlisberger, Nicolaus 2, Pfattheicher 3, Peshevski 1, Kristjansson 6/1, Bacani  – Trainer Roi Sanchez.

MT Melsungen: Simic (1.-45. Min., 10 Paraden / 19 Gegentore), Heinevetter (45.-60. Min., 4 P. / 9 G.) – Kühn 1, Reichmann 4/2, Arnarsson 3, Allendorf 2 , Gomes 3, Kalarash 4, K. Häfner 5, Hörr, Petersson 3, Fuchs, Drosten – Trainer Roberto Garcia Parrondo.

Schiedsrichter: Julian Köppl (Düsseldorf) / Denis Regner (Nieder-Olm)

Zeitstrafen: 4 Min. – 8 Min. (Kristjansson, 46:33 Min.; Lönn 54:39 Min. – Kalarash, 07:26 Min.; Kühn, 17:57 Min.; Arnarsson, 32:45 Min.)

Disqualifikation: Kühn, 28:25 Min.

Strafwürfe: 1/3 – 2/2 (Kristjansson scheitert an Simic, 40:07 Min.; Kristjansson scheitert an Heinevetter 52:23 Min.)

Zuschauer: 4.081, Porsche Arena Stuttgart

 

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