MT macht es der SG schwer, geht aber leider leer aus

Pic by Alibek Käsler

 

Für die MT Melsungen bleibt die SG Flensburg-Handewitt ein harter Brocken. Im 33. Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga gingen die Nordlichter zum 28. Mal als Sieger vom Feld. Doch dazu musste sich der Tabellenvierte am Mittwoch vor eigenem Publikum richtig anstrengen. Denn die Melsunger blieben ihm 60 Minuten lang dicht auf den Fersen, hatten nach einem 11:13-Halbzeitrückstand im zweiten Durchgang noch mehrere Gelegenheiten, mit den Hausherren gleichzuziehen. Doch die gaben immer dann genau die richtige Antwort und behielten am Ende mit einem 27:24-Erfolg nicht unverdient beide Punkte in der Flens Arena. Dort sahen die 2.420 Zuschauer eine schnelle, an vielen Stellen taktisch geprägte Partie, bei der hüben wie drüben die Defensivreihen im Vordergrund standen. Und als Torschützen bei den Blauweißen einmal mehr Spielmacher Jim Gottfridsson (8) und bei den Rotweißen Elvar Örn Jonsson und Domagoj Pavlovic (beide jeweils 5). – In fünf Tagen, also am 27. Dezember, steht für die MT in Berlin das letzte Spiel des Jahres auf dem Programm.     

Die Partie, bei der die MT Anwurf hatte, begann etwas hektisch. Nach einem Fehlpass von Julius Kühn warf im Gegenzug Mads Mensah neben das von Silvio Heinevetter gehütete Tor. Auf der anderen Seite scheiterte Yves Kunkel am Flensburger Schlussmann Kevin Møller. Nach 110 gespielten Sekunden platzte der Knoten – zuerst bei der MT. Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson setzte sich auf Anspiel von Domagoj Pavlovic zum 0:1 durch.

Beide Mannschaften operierten mit einer 6:0-Abwehr, wobei die MT ihr Zentrum mit Alexander Petersson, Elvar Örn Jonsson und Arnar Freyr Arnarsson bildete. Erst die Melsunger Unterzahl in der 3. Minute (Alexander Petersson musste auf die Bank) nutzten die Hausherren zum 1:1-Ausgleich (Teitur Örn Einarsson). Obwohl sich Melsungen gegen die sehr bewegliche Flensburger Hintermannschaft schwer tat, gelang es Kai Häfner und Elvar Örn Jonsson, ihr Team in Führung zu werfen (2:3, 7. Min.).

Doch die MT vermochte diesen zarten Vorteil nicht weiter zu nutzen, eröffnete durch kleinere Fehler dem Gegner dann erstmalig die Gelegenheit, vorbeizuziehen. Jim Gottfridsson und Mads Mensah drehten den Spieß zum 4:3 um (9. Min.). Das Parrondo-Team ließ sich aber nicht weiter abschütteln, blieb den Hausherren in der Folge stets mit ein oder zwei Toren Abstand auf den Fersen. Bis zur 18. Minute, als Hampus Wanne freie Bahn hatte, Timo Kastening hatte sich verspekuliert, und auf 9:6 stellte.  

Aber auch davon ließen sich die Nordhessen nicht aus der Bahn werfen. Obwohl kurz darauf der MT-Rechtsaußen von der Siebenmeterlinie an Kevin Møller scheiterte und dann auch noch Julius Kühn eine Zeitstrafe absitzen musste. Jedenfalls war beim 11:10 und 12:11 alles wieder dicht beieinander. Kurz zuvor hatte Roberto Garcia Parrondo eine Auszeit genommen und eine 7-gegen-6-Formation aufs Feld beordert. Nach dem Jim Gottfridsson-Treffer zum 13:11 ging es in die Kabinen.

Zum zweiten Durchgang kam Melsungen in der gleichen Aufstellung wie zu Beginn des Spiels auf Feld – einziger Unterschied: für Silvio Heinevetter stand nun Nebojsa Simic zwischen die Pfosten. Den besseren Start erwischte dann Flensburg. Franz Semper drosch das Leder nach nur 32 Sekunden zum 14:11 in die Melsunger Maschen. Wenig später verwertete Johannes Golla ein Kreisanspiel von Jim Gottfridsson zum 15:11 (32.).

Die Gäste hielten dagegen, steckten immer wieder kleinere Rückstände weg um sich jeweils auf ein Tor heranzukämpfen. Wie etwa beim 18:17, nach dem Anschlusstreffer von Julius Kühn (40. Min.) oder beim 21:20 durch Arnar Freyr Arnarsson nach Kühn-Anspiel (46.). Auch dieses Tor entsprang einer 7-gegen-6-Situation. Danach wechselte SG-Trainer Maik Machulla den Keeper, für Kevin Møller kam nun Benjamin Buric.

Warum die MT bei diesen knappen Spielständen nicht jeweils noch einen draufsetzen konnte, um die Partie wieder vollends zu öffnen, lag zum einen an eigenen Fehlern (unter anderem wurden vom Kreis drei klare Gelegenheiten nicht genutzt), hauptsächlich aber an den nie um eine Antwort verlegenen Hausherren. Bei denen Jim Gottfridsson weiterhin die Fäden zog und wahlweise als Anspieler oder Schütze fungierte.

Acht Minuten vor Schluss, Domagoj Pavlovic hatte gerade zum 24:22 verkürzt, und danach Nebojsa Simic einen Gottfridsson-Wurf unschädlich gemacht, boten sich weitere Möglichkeiten, die aber leider nicht in Torerfolge umgemünzt werden konnten. Währenddessen stand die Abwehr bis auf wenige Ausnahmen weiterhin gut, drängte den Flensburger Rückraum durch Vorrücken bis zur 9-Meter-Linie bisweilen sehr weit zurück.

Teitur Örn Einarsson gab in der 54. Minute von Halbrechts mit einem fulminanten verdeckten Hüftwurf zum 25:22 ins lange ober Eck, für Nebojsa Simic definitiv nicht zu erahnen, ein erstes Signal, wer die Platte als Sieger verlassen würde. Das bestätigte kurz darauf Mads Mensah mit einem Schlagwurf-Treffer zum 26:22 (56.). Den für Flensburg erfolgreichen Spielausgang konnte dann auch Elvar Örn Jonsson mit seinen beiden Toren zum 26:23 und 27:24 nicht mehr verhindern.

SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen 27:24 (13:11)

SG Flensburg-Handewitt: Møller (1.-47. Min.; 8 Paraden / 20 Gegentore), Buric (47.-60. Min.; 3 P. / 4 GT) – Golla 2, Hald 1, Svan 4, Wanne 2, Meyer-Siebert, Steinhauser, Mensah 3, Søgard, Gottfridsson 8, Müller, Jakobsen, Semper 2, Mensing, Einarsson 5, Lindskog – Trainer Maik Machulla.

MT Melsungen: Heinevetter (1.-30. Min.; 4 Paraden / 13 Gegentore), Simic (31.-60. Min.; 4 P. / 14 GT) – Maric, Kühn 3, Reichmann 1/1, Beekmann, Kunkel 2, Jonsson 5, Arnarsson 2, Kalarash, Häfner 4, Hörr, Petersson, Kastening 2, Pavlovic 5 – Trainer Roberto Garcia Parrondo.

Schiedsrichter: Robert Schulze / Tobias Tönnies (beide Magdeburg)

Zeitstrafen: 2 Min. – 6 Min. (Hald, 09:19 Min. – Petersson, 02:36; Kühn, 19:15; Kalarash, 22:09)

Strafwürfe: 0/0 – 1/2 (Kastenig scheitert an Møller, 18:21 Min.)

Zuschauer: 2.420, Flens Arena, Flensburg

Das nächste Spiel
Mo., 27.12.21, 19:05 Uhr, Füchse Berlin – MT Melsungen, Max-Schmeling-Halle, Berlin

 

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