MT erarbeitet sich 30:27-Sieg in Ludwigshafen

Foto von Alibek Käsler

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Die MT Melsungen gewann am Sonntagnachmittag das Nachholspiel des 16. Spieltages der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga bei den Eulen Ludwigshafen mit 30:27, nach 14:11-Halbzeitführung. Es war kein glanzvoller, aber ein ehrlich erarbeiteter und somit verdienter Sieg. Der nach der jüngsten Heimniederlage gegen Balingen natürlich besonders gut tut. Julius Kühn (8 Tore) und Timo Kastening (7/1) erwiesen sich einmal mehr als zuverlässige Goalgetter. Zudem überzeugte Torhüter Silvio Heinevetter mit 11 Paraden. Dessen Gegenüber, Ludwigshafens Keeper Martin Tomovski, stand ihm kaum nach. Im Angriff der Eulen setzten Maximilian Haider, 6 Tore vom Kreis, und Max Neuhaus als Siebenmeterschütze (6/5) die meisten Akzente. Die MT Melsungen will das positive Gefühl nach diesem Auswärtserfolg nun mit in das Heimspiel am Donnerstag gegen Top-Gegner Rhein-Neckar Löwen nehmen.  

Auf Seiten der MT Melsungen fehlten mit Finn Lemke (Muskelfaserriss), Kai Häfner (Adduktorenprobleme) und Arnar Arnarsson (Bänderriss) gleich drei Leistungsträger. Insofern war es nicht verwunderlich, dass beim vermeintlichen Favoriten eine gewisse Anspannung herrschte. Das gestand Gudmundur Gudmundsson vor dem Anwurf in Ludwigshafen am Sky-Mikrofon. Und der MT-Coach schob nach, dass der neu formierte Innenblock, Felix Danner und Marini Maric, seine Sache heute möglichst gut machen müsse, wenn man in Ludwigshafen bestehen wolle.

Zum Spielbeginn hatte “Gudmi” gleich ein kleines Überraschungsmoment parat, er ließ seine Schützlinge in einer 5:1-Abwehrformation mit Domagoj Pavlovic auf der Vorgezogenenposition agieren. Die wurde jedoch gleich im ersten Angriff von den Hausherren von einem völlig frei zum Wurf kommenden Pascal Bührer düpiert – der Spielmacher hatte sich bis an den Sechsmeterkreis geschlichen.

Im ersten MT-Vorstoß setzte Julius Kühn einen Wurf an den Pfosten, dann kam der Ball zu Linksaußen Yves Kunkel, der den Ausgleich erzielte. Die nächste starke Szene gehörte Silvio Heinevetter, der einen scharfen Ball von Hendrik Wagner abwehrte. Wie schon zu erahnen war, kam der eigentliche Halblinke der Eulen im rechten Rückraum zum Einsatz, also dort, wo man in der Bundesliga nur sehr selten einen Rechtshänder postiert vorfindet. 

Ganz sicher abgespeichert war in den Köpfen der Spieler hüben wie drüben das Hinspielergebnis. Im Oktober hatten sich die Eulen mit einem 25:25-Remis ihren ersten Punkt überhaupt gegen die MT erkämpft. Und so spielten sie auch jetzt wieder alles andere als Verstecken vor dem Gast aus Nordhessen. Davon zeugen die knappen Zwischenstände in fast der gesamten ersten Halbzeit. Über 3:3 ( 6. Min.), 5:5 (9.) und 7:7 (18.) war die Partie absolut ausgeglichen. Und auch wenn es der MT einige Male gelang, sich auf zwei Tore abzusetzen, wie etwa beim 7:9 (20.) und beim 9:11 (24.), kämpften sich die Hausherren immer wieder dicht heran.

Den 11. MT-Treffer hatte Timo Kastening per Siebenmeter erzielt. Danach verkürzte dessen Pendant bei den Eulen, Alexander Falk zwar zum 10:11, aber Melsungen erstickte aufkeimende Hoffnungen des Gegner durch einen Doppelschlag von Julius Kühn und wiederum Timo Kastening zur ersten Drei-Tore-Führung für die Nordhessen (10:13, 28.).

Und weil Silvio Heinevetter kurz danach den frei vor ihm auftauchenden Linksaußen Jonathan Scholz entzauberte, die MT ihre Überzahlsituation ausspielte (Pascal Bührer saß eine Zeitstrafe ab) und Yves Kunkel das Leder versenkte, war das 14:10 ein verdienter Lohn für die gezeigte Beharrlichkeit in Abwehr und Angriff. Daran änderte auch das Tor von Max Neuhaus zum 14:11, Sekunden vor dem Halbzeitpfiff nichts mehr.

Gleich im ersten Angriff nach Wiederanpfiff tanke sich MT-Spielmacher Domagoj Pavlovic unnachahmlich zum 11:15 durch. Dann handelte sich Marino Maric, der in der Abwehr jeweils für Stefan Salger kam, eine Zweiminutenstrafe ein. Dessen vorangegangenes Foul hatte einen Siebenmeter zur Folge, den Max Neuhaus gegen den eigens hereingekommenen Nebojsa Simic zum 12:15 verwandelte. 

Nach dem 12:16 durch Felix Danner, erwischte es in puncto Bestrafung auch Domagoj Pavlovic. Jetzt war die MT in doppelter Unterzahl, die die Eulen zum 13:16 und die anschließende einfache Unterzahl zum 14:16 nutzten. Die Gastgeber ließen sich einfach nicht abschütteln. Woran die MT nicht ganz schuldlos war. Gut nur, dass sie es immer schaffte, auf Torerfolge des Gegners die passenden Antworten zu finden.  Wie etwa mit einem geschickten Anspiel auf Felix Danner, der nur auf Kosten eines Fouls am Wurf gehinderte werden konnte. Den Strafwurf verwandelte Timo Kastening zum 14:17 (35.).

Keine sechs Minuten später hatte sich die MT zum zweiten Mal in diesem Spiel dank eines Triples mit vier Toren abgesetzt. Domagoj Pavlovic machte mit seinem Tor zum 17:19 den Anfang. Den Gegenangriff von Jonathan Scholz entschärfte Silvio Heinevetter mit einer Blitzreaktion, vorne traf Julius Kühn (17:20), hinten lieferte Heinevetter die nächste Parade und vorne netzte Pavlovic aus sechs Metern souverän zum 14:21 ein (42.). War das zumindest die  Anbahnung einer Vorentscheidung?

Nein. Denn Ludwigshafen nutze zwei Unachtsamkeiten der MT, um wiederum zu verkürzen. Dumm gelaufen auch für Julius Kühn, der nach einer missglückten Abwehraktion auf zwei Minuten raus musste. Gudmundur Gudmundsson kompensierte die Strafe mit “Torwart raus, Feldspieler rein”  und hatte Erfolg damit. Denn Felix Danner bekommt einen Abpraller direkt in die Hände – 19:22 (44.).  Was dem Routinier übrigens zehn Minuten später erneut glückte. Da war es das 25:28, einem Pfostenwurf von Stefan Salger entsprungen.

Apropos Salger: Der Ex-Ludwigshafener taute in der Schlussviertelstunde richtig auf und knüpfte an seinen guten Auftritt gegen Balingen an: Der Zweimetersieben-Mann lieferte mit seinen Toren zum 21:24 (48.), 23:25 (51.) und 24:27 (55.) einen nicht unerheblichen Beitrag, seinen ehemaligen Arbeitgeber auf Abstand zu halten. 

In den letzten fünf Spielminuten ließ die MT nichts mehr anbrennen. Die Treffer von Alexander Falk und Maximilan Haider beantworteten Timo Kastening und Lasse Mikkelsen zum verdienten 27:30-Endstand. Damit hatte Melsungen an diesem Nachmittag sicher keinen Schönheitspreis gewonnen. Was auch nicht das primäre Ziel war. Zwei Punkte von einem Auswärtstripp mit nach Hause zu bringen schürt allemal das Selbstvertrauen. Was angesichts des nächsten Gegners Rhein-Neckar Löwen (Donnerstag , 19:00 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel) umso willkommener ist.

Silvio Heinevetter zum Spiel:
Natürlich sind wir froh, heute gewonnen zu haben. Wir hatten wirklich gute Phasen in diesem Spiel. Andererseits bin ich ein wenig sauer. Denn wir hatten auch Phasen, in denen gar nichts lief. Es war heute insgesamt viel Kampf und Krampf. Wir brechen auf einmal aus unserem System, jeder meint, die Welt allein retten zu müssen. Letztendlich aber haben wir gewonnen und das allein zählt. 

Eulen Ludwigshafen – MT Melsungen 27:30 (11:14)

Eulen Ludwigshafen: Tomovski (9 Paraden), Škof (0 P.) – Wagner 3, Bührer 3, Dietrich 2, Remmlinger 1 – Klimek, Haider 6, Neuhaus 6/5, Meddeb, Scholz 1, Falk 4, Valiullin 1, Klein – Trainer Ben Matschke.

MT Melsungen: Heinevetter (11 P.), Simic (bei einem Siebenmeter, 0 P.) – Maric 1, Kühn 8, Kompenhans, Reichmann, Kunkel 3, Mikkelsen 1, Danner 3, Allendorf, Pregler, Salger 4, Kastening 7/1, Kuntscher, Pavlovic 3 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Schiedsrichter: Nils Blümel / Jörg Loppaschewski (Berlin

Zeitstrafen: 4 – 6 Minuten (Bührer, Wagner – Maric, Kühn, Pavlovic)

Strafwürfe: 5/5 – 1/3 (Kastening trifft die Latte, Kastening verwandelt im Nachwurf)

Spielort: Friedrich-Ebert-Halle Ludwigshafen, ohne Zuschauer

Das nächste Spiel:
Do., 01.04.2021, 19:00 Uhr, MT Melsungen – Rhein-Neckar Löwen, Rothenbach-Halle Kassel (ohne Zuschauer)

 

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