Leitfaden bis 2030 – Kreisentwicklungskonzept im Kreistag


Landkreis Kassel. „Zusammen mit unseren Kooperationspartnern und unter Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern sowie der kreisangehörigen Kommunen haben wir ein Kreisentwicklungskonzept mit dem Zeithorizont 2030 erstellt, um eine Perspektive für die langfristige Gestaltung des Landkreises aufzuzeigen“, erläutert Landrat Andreas Siebert. In den nächsten Jahren werde es zu einer Vielzahl von Veränderungen im demografischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich im Landkreis kommen, so Siebert weiter. Das Kreisentwicklungskonzept (KEK) solle Antworten auf die Fragen haben, wo der Kreis in zehn Jahren stehen und was man tun kann, um die Kreis-Entwicklung positiv zum Wohle der Kreismitbürger zu gestalten. „Das Leitbild dafür sei im Zuge der KEK-Entwicklung bereits gefunden: Landkreis Kassel 2030 wirtschaftsstark, nachhaltig, lebenswert und vernetzt“, berichtet Siebert.

Der Landkreis wolle sich den kommenden Veränderungsprozessen offensiv stellen und sie maßgebend und vorausschauend gestalten, um die Städte und Dörfer im Landkreis als attraktive Orte zu erhalten. „Das Kreisentwicklungskonzept wurde dabei nicht „im stillen Kämmerlein“ von Experten entwickelt, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises kamen zu Wort“, betont der Landrat. Der Landkreis sei damit für seine zukünftige Entwicklung neue Wege gegangen: Das KEK wurde zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern und Experten zu entsprechenden Themenbereichen entwickelt.

Siebert: „Wir sind damit einer der ersten Kreise in Hessen, der diese bisher im Rahmen der Dorfentwicklung genutzte Methode des Beteiligungsprozesses auf das gesamte Kreisgebiet anwendet“.

Das KEK ist der Leitfaden zur Entwicklung des Landkreises in den nächsten zehn Jahren, um die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger zu erhalten und zu verbessern. Das Konzept bildet die Grundlagen für die zukünftige Entwicklung des Landkreises unter geänderten Rahmenbedingungen in allen Bereichen – das gilt für die Bevölkerungsstruktur wie für die wirtschaftliche und soziale Infrastruktur sowie die natürlichen Lebensgrundlagen im Kreisgebiet. Somit wird die Zielrichtung der strategischen Ausrichtung der Kreisentwicklung festgelegt. Das Konzept wird in Form eines flexiblen Handlungsrahmens, der je nach zukünftig zu erwartender Entwicklung angepasst werden kann, erstellt. Es stellt einen „roten Faden“ der Kreisentwicklung dar, die damit gesteuert werden kann.

Das Büro CIMA aus Hannover wurde im letzten Jahr damit beauftragt, das Kreisentwicklungskonzept zu erarbeiten. „Auf Grundlage einer ausführlichen Bestandsaufnahme wurde zunächst die Stärken-Schwächen-Analyse erstellt“ informiert Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung des Landkreises. Im anschließenden Beteiligungsprozess kamen über 2000 Kreis-Mitbürgerinnen und Mitbürger zu Wort. Darüber hinaus wurden die Bereiche Wirtschaft und Arbeitsmarkt, Umwelt, Daseinsvorsorge, Erreichbarkeit, Verkehr und Mobilität sowie Tourismus und Freizeit/Kultur in Experten-Fachforen und Regionalforen diskutiert.

Nissen: „Uns war besonders wichtig, dass sich während des Prozesses interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger auch immer wieder über die eigens eingerichtete Homepage zu Wort melden konnten“. Auch Kirchen und das Diakonische Werk sowie die kreisangehörigen Kommunen wurden in eigenen Foren intensiv beteiligt. Als Kooperationspartner wirkten am Konzept der Zweckverband Raum Kassel, der Nordhessische Verkehrsverbund, die Wirtschaftsförderung Region Kassel sowie der Verein Region Kassel-Land mit und bildeten gemeinsam mit dem Landkreis die Steuerungsgruppe.

Als Ergebnis liegt jetzt ein mit der Steuerungsgruppe abgestimmter Entwurf des Ziel- und Maßnahmenkonzeptes mit vier festgestellten Handlungsfeldern (wirtschaftsstark, nachhaltig, lebenswert, vernetzt), strategischen Zielen, Teilzielen, Handlungsansätzen und Maßnahmenideen vor.

„Die Handlungsansätze und Maßnahmenideen zur Erfüllung der strategischen Ziele können nach Bedarf in den nächsten 10 Jahren herangezogen werden“, erläutert der Landrat. Damit sei nicht festgelegt, dass alle Maßnahmen wie aufgeführt umgesetzt werden müssen. Es bedeute vielmehr, dass alle Kooperationspartner bestrebt sind in ihrem Bereich Maßnahmen zur Zielerfüllung zu realisieren. Damit werde deutlich, dass der Landkreis nicht alleine für die Umsetzung des Kreisentwicklungskonzeptes verantwortlich ist.

Zum Abschluss des Entstehungsprozesses haben die Kooperationspartner pro Handlungsfeld drei Maßnahmen mit hoher Priorität festgelegt. Diese Maßnahmen wurden in Form von Steckbriefen konkreter ausgearbeitet, so dass seitens der Kooperationspartner nach Beschluss des Kreisentwicklungskonzeptes direkt an der Umsetzung gearbeitet werden kann.

Zudem ist vorgesehen, dass das Büro CIMA zusammen mit dem Servicezentrum Regionalentwicklung des Landkreises einmal im Jahr eine Evaluation zur Sachstandsermittlung durchführt. Das Ergebnis erhalten die Kooperationspartner und die Kreisgremien zur Kenntnis.

Der Entwurf des Endberichts wurde den Mitgliedern des Kreisausschusses, des Kreistags, den Bürgermeistern und den Fachbereichsleitern der Kreisverwaltung am 15. Juli 2021 vorgestellt. Die im Kreistag vertretenen Fraktionen und die Bürgermeister/innen hatten anschließend Gelegenheit zu dem Entwurf Stellung zu beziehen. Sofern der Kreistag am 2. November das KEK beschließt, werden prioritären Maßnahmen angegangen.

Hintergrund:

Die drei priorisierten Maßnahmen pro Handlungsfeld lauten:

Wirtschaftsstark:

Ausarbeitung der wesentlichen Standortfaktoren für eine Marke „Region Kassel“ (in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Region Kassel),

Start-Ups, die sich aus Universitäten heraus entwickeln, zum Verbleib/Ansiedeln in der Region bzw. im Landkreis Kassel zu motivieren (WFG)

Übertrag des Gewerbeflächenentwicklungskonzept des Zweckverbandes Raum  Kassel auf den Landkreis (ZRK).

 

Nachhaltig:

Optimierung der Ansprache von Eigentümern/innen leerstehender Gebäude, damit diese den Markt erreichen (Kommunen),

Etablierung und Stärkung des Landschaftspflegeverbandes als zentralem Ansprechpartner; dabei sollen Aufgaben mit den Naturparken abgestimmt werden (ZRK/Kommunen),

Initiierung eines Mobilitätspreises für besonders zukunftsfähige und nachhaltige, regional umgesetzte Mobilitätsformen und- technologien zur Stärkung des Umweltverbundes (NVV)

 

Lebenswert:

Bürgerbusse, Fahrdienste und Dorfservicebusse weiter flächendeckend ausbauen – insbesondere auch auf Grund der sozialen Funktion (NVV),

Erarbeitung eines Ehrenamtskonzeptes (Kommunen, Initiativen),

Runden Tisch „Tourismus“ gemeinsam mit Kulturschaffenden einrichten und im Rahmen dessen ein Kulturentwicklungskonzept für den Landkreis aufstellen (Initiativen, GrimmHeimat Nordhessen).

 

Vernetzt:

Weiterentwicklung und Prüfung von bestehenden Angeboten des NVV wie AnrufSammelTaxis (AST) oder Mobilfalt-Projekten in anderen Landkreisen (NVV),

Kopplung des Baus von Fahrradwegen mit der Entwicklung von Bundes-, Landes-, und Kreisstraßen unter Betrachtung des Gesamtnetzes, indem parallel zu den Straßen Fahrradwege gebaut werden (HessenMobil),

Ausbau kostenloses WLAN (Kommunen).

LANDKREIS KASSEL


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