Islam und der Teufel im Detail: In Köln soll der Muezzin zum Gebet rufen

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Köln will muslimischen Gebetsruf am Freitag – muslimische Gemeinden aber nicht!

(dpa) — Bei der Stadt Köln sind auch nach einer Woche noch keine Anträge auf Genehmigung von Muezzin-Rufen eingegangen. Eine Sprecherin der Stadt sagte am Freitag, drei Moscheegemeinden hätten Interesse bekundet und Informationen eingeholt, aber noch keinen Antrag gestellt. Muezzin-Rufe können in Köln seit dem 8. Oktober beantragt werden.

Von © Superbass / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, Link

Sofern der Antrag genehmigt wird, können Moscheegemeinden ihre Gläubigen zum mittäglichen Freitagsgebet rufen. Der Gebetsruf darf nur in der Zeit zwischen 12.00 bis 15.00 Uhr und für die Dauer von maximal fünf Minuten erfolgen. Die Lautstärke wird je nach Lage der Moschee festgelegt. Außerdem muss die jeweilige Moscheegemeinde die Nachbarschaft frühzeitig mit Flyern informieren und eine Ansprechperson benennen, die Fragen beantworten oder Beschwerden entgegennehmen kann.

Die Stadt Köln verweist bei ihrer Initiative auf die im Grundgesetz verbriefte Freiheit der Religionsausübung. Während in christlichen Kirchen die Glocken geläutet würden, um die Gläubigen zum Gottesdienst zu rufen, seien es in den Moscheen muslimischer Glaubensgemeinschaften die Rufe des Muezzins, die diesen Zweck erfüllen.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker erinnerte daran, dass viele Musliminnen und Muslime gebürtige Kölnerinnen und Kölner seien und fester Bestandteil der Stadtgesellschaft. «Wer das anzweifelt, stellt die Kölner Identität und unser friedliches Zusammenleben infrage», sagte die parteilose Politikerin «Wenn wir in unserer Stadt neben dem Kirchengeläut auch den Ruf des Muezzins hören, zeigt das, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird.»

Die Türkisch-Islamische Union Ditib teilte mit, sie berate noch intern darüber, wie der Gebetsruf in der Kölner Zentralmoschee im Stadtteil Ehrenfeld umgesetzt werden könne. Danach erst werde man sich mit der Stadt besprechen. «Eine Antragstellung für den öffentlichen Gebetsruf gibt es daher bislang nicht», teilte eine Sprecherin mit. Die Entscheidung, das Modellprojekt zu starten, begrüße man aber ausdrücklich. «In anderen Städten ist der öffentliche Gebetsruf zum Freitagsgebet längst möglich und unproblematisch. Die Entscheidung der Stadt Köln wäre insofern nicht bundesweit einmalig, sondern reiht sich in diese Kette der gegenseitigen Toleranz und Akzeptanz ein.»

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime (ZMD), Aiman Mazyek, begrüßte die Initiative. «Köln sendet damit ein Zeichen der Toleranz und der Vielfalt in die Welt», sagte Mazyek. Der Muezzin-Ruf sei integraler Bestandteil des muslimischen Gebets und in vielen Ländern Europas oder auch in den USA schon lange eine Selbstverständlichkeit. Dieser Teil des Glaubens dürfe kein Bestandteil politischer Debatten sein, «sonst spielt man mit einer islamfeindlichen Klaviatur den Extremisten in die Hände», warnte Mazyek.

Daneben gibt es auch Kritik. Das Hauptargument: Der Muezzin-Ruf könne als Machtdemonstration umstrittener muslimischer Verbände verstanden werden. «Diese Symbolpolitik dient den Falschen», schrieb etwa die frühere Islam-Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Lale Akgün, auf ihrer Facebook-Seite. Sie verwies auf die engen Verbindungen der Ditib zur türkischen Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan. «Die Erlaubnis für den Muezzin-Ruf von der Ehrenfelder Moschee ist also ein Knicks vor dem politischen Treiben Erdogans, auch in Deutschland», kritisierte Akgün.

Die Soziologin und Publizistin Necla Kelek («Die fremde Braut») sagte der Deutschen Presse-Agentur, auf Toleranz könne sich nur der berufen, der sich selbst an die vereinbarten gesellschaftlichen Regeln halte. «Wenn zum Freitagsgebet nur Männer eingeladen werden und den Frauen nur ein separater Raum geboten wird, dann wird dort ein archaisches Gesellschaftsmodell gelebt», kritisierte Kelek.

In den Moscheen werde nach außen hin tolerant geredet, doch letztlich werde dort der Islam als einzig wahre Religion gefeiert. «Dort wird die Welt in Gläubige und Ungläubige, in Männer und Frauen geteilt», sagte Kelek. «Dort wird eine patriarchale und keine offene, demokratische Gesellschaftsordnung gepredigt.»

Kelek appellierte an Moscheevereine, Verbände und Gemeinden, von sich aus auf den Gebetsruf zu verzichten. «Die Moscheen sollten vielmehr verantwortungsbewusste Orte für das Neue, Moderne sein», sagte sie. Die Migranten sollten dort unabhängig und ohne Bevormundung der Herkunftsländer ihrem Glauben nachgehen können. «Dazu braucht es keinen öffentlichen Muezzin-Ruf, sondern eine Debatte der Muslime untereinander, wie sie ihre Religion mit der Demokratie verträglich machen», forderte Kelek.“

 

Kleiner aber nötiger Exkurs:

Und damit jeder weiß WAS damit gemeint ist, was da nicht in Zimmerlautstärke erklingen soll; der Gebetsruf HIER!

Wem das zu unverständlich war, hier die Übersetzung, damit wir mal wissen, um was es geht, was da erschallen soll:

„Allah ist der Allergrößte (4mal). Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt (2mal). Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist (2mal)“

 

Köln ist in der Tat eine bunte Stadt mit diverser und kultureller Vielfalt sowie einem sehr hohen Anteil von Migranten oder Bürgern mit Migrationshintergrund. Und unter diesen Menschen gibt es viele Muslime.
Als in den 60er immer mehr Menschen als Gastarbeitermuslimischen Glaubens nach Köln kamen, wurde sogar der Dom Freitags zum Gebet für Muslime geöffnet. In einem der beiden Flügel konnte dann Richtung Mekka gebetet werden.

 

Doch seit Jahren verändert sich Köln. Nicht unbedingt zum Besseren. Unvergessen aber die Schande von 2015/16 wo in der Silvesternacht hunderte Frauen und Mädchen „befingert“ und zum Teil wohl auch vergewaltigt wurden. Fast ausschließlich von Menschen, die hierher gekommen sind, um in Frieden zu leben.
Das ist allein deshalb schon unvergessen, weil die Stadt, die Polizei und das Land versuchten diesen „Vorfall“ zu vertuschen (HIER).

Seit diesem Tag wird alles etwas kritischer in Köln betrachtet, was mit der Ausbreitung anderer Kulturaspekte angeht. Und dass hier gerade die Türkisch-Islamische Union Ditib mit ihrer Zentralmoschee in Köln eine besondere Rolle einnimmt, zumal dieser Verband vom Religionsministerium in Istambul massivst finanziert und politisch kontrolliert wird, sollte klar sein.

Auch ist es sehr umstritten, was da so alles im Namen Gottes in den Moscheen gepredigt wird. Berichten zufolge sollen die „Predigten“ weit radikaler und fundamentalistischer sein, als im Mittleren Osten selbst.
Dass Erdogan hier über den Glauben auch Einfluss auf die Muslime in Deutschland nimmt, ist eigentlich unstrittig.

Daher wissen auch die muslimischen Gemeinden um den inzwischen eher zerbrechlichen Frieden in der Stadt. Denn überwiegend haben auch sie mit radikal-islamischen Einflüssen in Köln zu kämpfen. Besonders in Stadtteilen mit hoher Migrantendichte der eher unproduktiven Art.
Während hier seit Jahrzehnten etablierte Muslime eher für sich und in der Familie leben ist das bei den Neuankömmlingen eher anders. Sie leben ihn eher öffentlich.

Und somit ist das Angebot der Kölner OB Reker auch als zweischneidiges Schwert zu sehen. Denn nicht alle Bürger vom ansonsten katholisch geprägten Erzbistum Köln sind von der Idee begeistert. Denn der Vorschlag kommt vornehmlich denen gelegen, die ohnehin schon glauben, dass gewisse gemeinverbindliche Werte westlicher Prägung nicht für sie gelten.

Nur ein Artikelbild

Schön wäre es gewesen, wenn Köln etwas gegen No-Go-Areas getan hätte, die sich jetzt gerade im Winter durch „dunkle Ecken“ weiter ausbreiten. Wo Fahrten im öffentlichen Nahverkehr gerade für Frauen ab gewissen Uhrzeiten zunehmende problematisch werden.

Doch eben das war wohl nicht Bestandteil des Beschlusses für mehr Toleranz in Köln. Wer die o.g. Aussagen von Necla Kelek nachvollzieht, der kommt eher zu dem Schluss, dass diese Idee eben nicht den Dialog zur Reform des fundamentalen Islamismus anregt oder den Islam insgesamt ins 21. Jahrhundert zu bringen vermag. Und das heißt dann auch, dass Frauen auch hier wieder auf der Strecke bleiben.

Es ist also wie immer in Köln: Nette Idee, die nicht richtig durchdacht wurde und am Ende mehr schadet als nützt. –SIC!

 

P.S.: Und als wirklich nette Idee wäre doch mal – aus rein integrationstechnischer Sicht – die Gottesdienste in den Moscheen auf Deutsch zu halten. Das wäre doch mal ein sinnvolles Pilotprojekt. Dann könnten interessierte Menschen einfach mal einen Gottesdienst besuchen und sich ein Bild von dem machen, was so aus dem Koran an Vielfalt gepredigt wird. Unverfälscht und direkt. Auch für die, die vielleicht den Islam kritisch sehen und sich so überzeugen können, ob … ihre Vorurteile stimmen. Und auch hier könnte man dann mit dem Ruf zum Gebet gleich mal anfangen… So als Zeichen für Vielfalt, oder nicht? 

Und nun noch einmal im leider unverständlichem und uns bereichernden Original: HIER

 

P.P.S.: Wer es genau wissen will: Kirchenglocken finde ich genauso angenehm. SIC!

 

 

 

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