Gudensberg passt auf

GudensbergWachsame Nachbarn in Gudensberg

Auftaktveranstaltung für neues Projekt mit der Polizei

Gudensberg. Die Stadt wünscht sich Sicherheit für ihre Bürgerinnen und Bürger, die Polizei braucht Unterstützung und möchte die Bürger einbinden. Denn wer sich aktiv um seine Sicherheit bemüht, ist am besten geschützt. Gute Voraussetzungen für ein neues Projekt. Mit großen gelben Blechschildern oder kleinen gelben Aufklebern und der Aufschrift „Wachsamer Nachbar“, vor allem aber mit Sensibilisierung der Bürger, Schulung und Vernetzung starten die Polizeidirektion Schwalm-Eder und die Stadt Gudensberg eine gemeinsame Aktion.

Bürgermeister Frank Börner versteht das Sicherheitsbedürfnis seiner Bürgerinnen und Bürger. Aus diesem Grund, vor allem weil immer mehr Vandalismusschäden – also Sachbeschädigungen – in Gudensberg zugenommen hatten, hat die Stadt einen privaten Sicherheitsdienst damit beauftragt, nachts den öffentlichen Verkehrsraum und öffentliche Einrichtungen regelmäßig zu kontrollieren. Auch ein System, über das Bürger Verdächtiges melden können, wurde installiert.

Gudensbergs Autobahnschluss: gutes Kriterium für Einbrecher

Hubertus Hannappel, Leiter der Polizeidirektion Schwalm-Eder (Foto: Rainer Sander)

Hubertus Hannappel, Chef der Polizeidirektion Schwalm-Eder, Erster Polizeihauptkommissar Dieter Rost, Leiter der Polizeistation Fritzlar und Markus Brettschneider, Pressesprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder, stellten am Dienstagabend rund 30 interessierten Bürgern das Konzept vor. Einbruch in die persönliche Privatsphäre, so Hannapel, ist das Schlimmste. Nachhaltige Folgen belasten die Betroffenen. Nach Jahren des Rückgangs nehmen Einbrüche bundesweit wieder zu. Überregional agierende Banden bevorzugen Städte und Dörfer mit guter Verkehrsanbindung, um Diebesgut sicher abtransportieren und sich selbst schnell in Sicherheit bringen zu können.

Gudensberg mit seiner Lage an der A49 hat also beste Voraussetzungen. Aber wachsame Nachbarn können Einbrüche verhindern und deshalb ist das Nachbarschaftsprogramm Teil eines 10-Punkte-Plans der Hessischen Landesregierung. Die Wahrnehmung der Bevölkerung soll geschärft werden, um das Entdeckungsrisiko für die Täter zu erhöhen. Im besten Fall, um schon im Vorfeld Maßnahmen ergreifen zu können. Auf jeden Fall aber, um aufgrund von Wahrnehmungen, Delikte aufklären zu können.

Für einander aufmerksam sein und die Sozialkontrolle zu stärken, so Hannapel, hat überhaupt nichts mit Blockwart-Mentalität zu tun, denn es geht nicht darum, sich gegenseitig zu beobachten.

209 Einbrüche im Landkreis, 6 in Gudensberg

Gudensberg
Die Polizeistatistik für Gudensberg (Foto: Rainer Sander)

Markus Brettschneider erläuterte Zahlen und Fakten. Seit Jahren werden im Schwalm-Eder-Kreis etwa 60 Prozent aller Straftaten – kontinuierlich unter 8000 – aufgeklärt. Dazu zählen in 2016 500 Diebstähle, mit allerdings sinkender Tendenz und 209 Wohnungseinbrüche im Landkreis insgesamt. Das waren immerhin 13 weniger als 2015. Eine wichtige Zahl ist bei dieser Betrachtung auch die Versuchsquote. Dass Täter unverrichteter Dinge flüchten mussten, war in 39,1 Prozent der Einbrüche der Fall. Mit mehr Sicherungstechnik ist also auch mehr Sicherheit möglich.

Und in Gudensberg? Dort wurden im Jahr 2016 insgesamt 230 Straftaten verübt und davon 131 (57 Prozent) aufgeklärt. Dazu zählten 4 Sexualstraftaten, 32 Rohheitsdelikte, 14 Körperverletzungen, 41 leichte und 52 schwere Diebstähle, 18 Betrugsfälle, 6 – allesamt aufgeklärte – Brandstiftungen, 29 Sachbeschädigungen und 14 Rauschgiftdelikte. Außerdem stehen 6 Wohnungseinbrüche in der Gudensberger Statistik. Das ist die gleiche Zahl wie im Jahr 2015 und nur einer davon konnte aufgeklärt werden.

Gefühlt, so Brettschneider, sind es immer mehr, was auch die Besucher der Auftaktveranstaltung bestätigten.

Was wachsame Nachbarn leisten können

Was aber können wachsame Nachbarn nun tun, um das Sicherheitsgefühl subjektiv zu verbessern und objektiv Straftaten weiter zu reduzieren? Wachsame Nachbarn sprechen miteinander und erzeugen ein Zusammengehörigkeitsgefühl mit Ortsbegehungen, Säuberungsaktionen, WhatsApp- oder Facebook-Gruppen. Sie beziehen Personen, die sich temporär in der Gegend aufhalten, wie Briefträger oder Busfahrer ein. Sie sorgen dafür, dass es auch im Urlaub keine verräterischen, vollen Briefkästen gibt. Auch dass Rollläden bei Abwesenheit runtergelassen werden – zumindest an der Rückseite, weil Täter es gerne einfach haben, gehört zu den organisierbaren Maßnahmen in der Nachbarschaft.

Fahren ausländische Autos auffällig durch die Siedlung, besuchen Menschen die Häuser, gibt es unbekannte Personen, die herumlaufen oder im Auto sitzen? Sie alle werden verunsichert, wenn sie unmittelbar angesprochen werden. Außerdem können Wachsame Nachbarn zur Unzeit laufende Bohrmaschinen oder klirrendes Glas melden. Wenn ein Verdacht aufkommt also gleich bei der Polizei anrufen. Wir gehen Kennzeichen-Meldungen und verdächtigen Beobachtungen auch nach. Und wir gehen gern das Risiko ein, jemand zu Unrecht zu überprüfen.

Zwielichtige Männer gehen nicht zu Tante Gerda!

Zwielichtige Männer in fremden Autos, mit abgedunkelten Scheiben, gehen sicherlich nicht zu Tante Gerda zum Kaffeetrinken. Da kann man schon aktiv werden. Und am Ende stand die Frage: soll man Einbrecher stellen? Die haben immer ein Werkzeug dabei, mit dem sie zuschlagen oder stechen können. Das gehört also in die Aufgabe der Polizei.

Mehr Informationen lassen sich abrufen unter www.polizei-beratung.de. Als nächste Veranstaltungen werden noch im Frühjahr solche zu den Themen „Einbruchsicherheit“ und „Sicherheit im Alltag“ geplant. (rs)

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Rainer Sander

 

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