Geflügelpest: VIER PFOTEN fordert Impfungen statt Massentötungen

Hamburg, 8. Dezember 2016 – Vor genau einem Monat, am 8. November, wurde der erste Fall von Geflügelpest mit dem hochpathogenen Erreger H5N8 in Deutschland gemeldet. Seitdem wurden hunderttausende gesunde Gänse, Hühner und Puten vorsorglich getötet.

VIER PFOTEN fordert, das massenhafte Keulen gesunder Geflügeltiere umgehend zu stoppen. In der EU sind verschiedene Impfstoffe zugelassen, die von Behörden in bestimmten Fällen genehmigt werden können und einen zuverlässigen klinischen Schutz erzeugen. Die prophylaktische Impfung gegen die Geflügelpest ist jedoch in Deutschland und der EU verboten. Dieses Impfverbot ist laut VIER PFOTEN kritisch zu hinterfragen und sei allein aus handelspolitischen Gründen in Kraft. Besonders in Risikogebieten müsse das Verbot schnellstens aufgehoben werden.
Agraringenieurin Ina Müller-Arnke von VIER PFOTEN:
„Geimpfte sind von ungeimpften Tieren schwer zu unterscheiden. Mithilfe eines Markerimpfstoffes ist dies allerdings möglich. Da in der industriellen Tierhaltung dem Leben eines Tieres kein ethischer Wert zugesprochen wird, werden lieber vorsorglich zigtausende gesunde Tiere getötet, anstatt sie zu impfen. Ein Leben sollte mehr zählen, als wirtschaftliche Gründe. Die hohen Tierbesatzdichten in der industriellen Tierhaltung führen zu einer rasanten Ausbreitung des Erregers. Auch hier wird nichts getan, um die wirklichen Ursachen zu bekämpfen.“

Vorteile der Impfung:
Durch eine Impfung der Tiere können sich die Tiere zwar weiterhin mit dem Virus infizieren. Damit es aber zu einer Infektion kommt, ist eine deutlich erhöhte Virusmenge notwendig. Darüber hinaus scheiden geimpfte Tiere entweder keine oder wesentlich weniger Viren aus als nicht geimpfte. Auch ist der Ausscheidungszeitraum bei geimpften Tieren deutlich verkürzt. Dadurch kann der Infektionsdruck gesenkt werden. Geimpfte Tiere zeigen nur selten oder nur leichte klinische Symptome einer Erkrankung. Verluste unter geimpften Tieren sind sehr selten.
Intensivtierhaltung fördert Ausbreitung der Vogelgrippe:
Eine der Hauptursachen für die rasante Verbreitung von Krankheiten ist die extreme Tierdichte durch die industrielle Intensivtierhaltung. Auch die massenhaften Tiertransporte, die Teil des Systems der industriellen Tierhaltung sind, tragen zur Verbreitung des Virus bei. Doch diese Übertragungswege werden zu wenig erforscht. So müssten bspw. die Handelswege betroffener Betriebe mehr unter die Lupe genommen werden. Auch die immer wieder vom Friedrich-Löffler-Institut (FLI) aufgestellte Theorie der Übertragung von Wildvögeln auf Hausgeflügel ist nicht erwiesen. Die umgekehrte Variante ist ebenso möglich. Wildvögel könnten sich bspw. an Exkrementen anstecken, die aus der Nutztierhaltung auf Felder ausgebracht werden. Eine objektive Ursachenforschung fehlt. Um den Infektionsdruck bei Geflügelkrankheiten nachhaltig abzuschwächen, fordert VIER PFOTEN die maximale Anzahl der Tiere pro Betrieb zu reduzieren, und eine Dezentralisierung der Produktionsstätten umzusetzen.
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Weitere Informationen zum Impfverbot finden Sie in der Geflügelpest-Verordnung http://www.gesetze-im-internet.de/geflpestschv/index.html sowie in der Richtlinie 2005/94/EC.

Vier Pfoten

 


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