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Im hohen Alter von 90 Jahren verstarb gestern der wohl letzte wahre Revolutionsführer. Castro glaube an sich selbst war ungebrochen. Er sagte: „Wenn ich einmal sterbe, dann wird es niemand glauben!“ Es ist möglich, dass der „Máximo Líder“ irgendwann anfing an seine eigene Unsterblichkeit zu glauben. Geboren wurde Castro laut offizieller Biografie am 26. Juli 1926 in Biran im Osten Kubas. Schon als Kind empfand er die sozialen Verhältnisse auf der Insel als zutiefst ungerecht. Als junger Rechtsanwalt nahm er den Kampf gegen den Diktator Fulgencio Batista auf. 1953 stand der junge Anwalt wegen eines Umsturzversuchs vor Gericht. Grund : Der Überfall auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba am 26. Juli 1953, dem späteren kubanischen Nationalfeiertag, schlug fehl. Etliche Aufständische wurden gefangen genommen, gefoltert und ermordet. Castro selbst wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt, 1955 aber im Zuge einer Generalamnestie wieder freigelassen.

fidel_castro_under_arrest_after_the_moncada_attack
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1959 gelang es ihm den verhassten Diktatur Batista zu stürzen. Danach hat Fidel Castro weiter Geschichte geschrieben, auch weil er als Regierungschef der kleinen mittelamerikanischen Zuckerinsel dem mächtigen Nachbarn USA Paroli bieten konnte. Castro hat so vieles überlebt, dass es schon wie ein Wunder anmutet. Während der große Bruder die Sowjetunion und damit die meisten der Ostblockstaaten durch abrupten Systemwechel zum Kapitalismus zurückkehrten, hat Cuba diesem Druck nicht nachgegeben. Das ist und bleibt ein Verdienst von Fidel Castro. Was er in seiner fast fünfzig jährigen Amtszeit nicht alles erlebt oder besser überlebt hat! Dafür stehen die bis heute noch nicht vollständig abgebaute Wirtschaftsblockade der USA, zehn US-Präsidenten, das Ende der großen Schutzmacht Sowjetunion und angeblich mehr als 600 Attentatsversuche auf ihn.

Cristina_Fernández_de_Kircher_y_Fidel_Castro
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Sein jüngerer Bruder Raúl Castro teilte heute den Tod von Fidel Castro mit. Der Leichnam des einstigen Revolutionsführers solle gemäß seinem Wunsch verbrannt werden. Ab sofort gelte eine neuntägige Staatstrauer: „Alle öffentlichen Aktivitäten und Veranstaltungen“ würden ausgesetzt, hieß es. Am 4. Dezember werde Castro dann beigesetzt. Auch nach seinem krankheitsbedingten Rückzug 2006 bestimmte er als eine Art graue Eminenz im Hintergrund die Geschicke der sozialistischen Karibikinsel. Fidel Castro genoss in der Welt hohes Ansehen und verdient Anerkennung. Allen voran würdigte der russische Staatschef Wladimir Putin den verstorbenen Castro als „inspirierendes Vorbild“. Frankreichs Staatspräsident François Hollande bezeichnete Castro als „eine Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts“ und der letzte Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, erklärte: „Castro habe der „härtesten Blockade“ der USA widerstanden und sein Land „gestärkt“. (ws)

 

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