Ex-US-Außenminister General Colin Powell ist an Corona verstorben

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Der ehemalige US-Außenminister Colin L: Powell (HIER) ist tot. Er starb heute im Alter von 84 Jahren. Seine Familie teilte mit, dass er an Covid 19 verstarb, obwohl er zweifach geimpft war.
Powell war in der ersten Amtszeit von George Bush jun. (2001 bis 2005) Außenminister und erlange weltweites Mitleid als er vor der UNO gefakte Nachrichtenanalysen als Grund für den nötigen Einmarsch in den Irak vorlegte und so den Kriegsgrund legte. Leider tauchten die so propagierten Massenvernichtungswaffen nirgendwo im Irak auf und auch nach dem Einmarsch wurde schnell klar, dass es solche Programme zu Herstellung von chemischen Waffen nie gegeben hatte.
Zuvor war der prominente Republikaner von 1995 bis 2000 Gouverneur von Texas.

Colin Powell war aber mehr als das, auf was er als Außenminister nun weltweit reduziert wird. Er trug die Schande vor der UNO gelogen zu haben mit der Würde eines Soldaten und im Bewusstsein von seinem eigenen Präsidenten samt seiner Hofschar hinters Licht geführt worden zu sein.

Geboren 1937 und in der Bronx von New York aufwachsend trat er mit 21 Jahren in die US-Army ein. Vorher hatte er an der Uni (er studierte Geologie) die Ausbildung zum US-Reserveoffizier (Reserve Officer Training Corps ) durchlaufen.
Sein Vater war Lagerarbeiter, seine Mutter war Näherin in einer Textilfabrik. Beide stammten aus Jamaika und waren in die USA eingewandert. Colin Powell besuchte daher ausschließlich öffentliche Schulen.
1958 als Oberleutnant in die Army übernommen erreichte er schon nach 28 Dienstjahren den Rang eines Generalleutnants, der das V. US-Korps in Deutschland befehligte. Eine bis dahin fast schon kometenartige Karriere für einen Schwarzen, der keine der berühmten Militärakademien  wie West Point oder das VMI besucht hat und so  nicht auf dieses Netzwerk zurückgreifen konnte.

Wiki: Pentagon

Am 5. November 1987 machte Präsident Ronald Reagan ihn zu seinem nationalen Sicherheitsberater, wo er dann auch an den Abrüstungsverhandlungen mit der UdSSR teilnahm.
Zwischenzeitlich zum ersten schwarzen Viersternegeneral befördert wurde er 1989 von Präsident Bush (Senior) zum Befehlshaber aller US-Landstreitkräfte ernannt.

Im August 1989 wurde er vom Präsidenten zum Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs des Generalstabs (Chairman of the Joint Chiefs of Staff kurz CJCS) berufen. Colin Powell war nicht nur der erste Afroamerikaner in dieser Position, sondern auch der erste CJCS, der vorher nur das Reserve Officer Training Corps durchlaufen hatte, was seine Leistung um so erstaunlicher macht.
1990 leitete er die Vorbereitungen zum ersten Golfkrieg, den der ihm unterstellte General Norman Schwarzkopf im Felde führte.

Bis heute wird gestritten, warum neben Norman Schwarzkopf nicht auch Colin Powell, als sein Vorgesetzter und eigentliche Planer des Feldzuges zur Befreiung von Kuwait, zum General of the Army (Feldmarschall) befördert worden ist. Manche vermuten, dass es am fehlenden Rückhalt der Militärakademievertreter im Pentagon lag. Andere sagen, weil er eben Schwarz war…
1993 zog sich Powell dann ins Privatleben zurück.

General Powell-Denkmaleinweihung in Fort Leavenworth (re. Colin Powell mit Frau)

Am 16. Dezember 2000 gab der gewählte Präsident George W. Bush bekannt, Colin Powell zum neuen US-Außenminister machen zu wollen. In dieser Funktion trat er dann auch vor die UNO, um im Krieg gegen den Terror den Irak und seine Massenvernichtungswaffen zu verurteilen und Sanktionen bis hin zum Krieg einzufordern. Letzteres gelang mit den manipulierten Beweisen.

Teilweise basierten diese Beweise auf Analysen und Meldungen des BND, die die Briten in ihre Meldungen eingebaut hatten und auf die sich dann Powell in seinem Bericht  – quasi als Referenz – bezog.
Der BND informierte Kanzler Schröder über diesen Winkelzug und dieser entsagte damals mutig der „Allianz der Willigen“ die Gefolgschaft für den Krieg.

2004 trat Powell, von der Welt geachtet, als US-Außenminister zurück. Er war bis dahin als die moderate Stimme der Regierung von Bush junior geschätzt worden.

2008 unterstützte er als Republikaner die Kandidatur des Demokraten Obama; auch als Zeichen gegenüber seiner Partei, die immer nationalistischer wurde.
Nach dem Sturm auf das Capitol trat er 6. Januar 2021 aus der Republikanischen Partei aus.

Powell litt an einem multiplen Myelom und einer in der Folge eingeschränkten Immunabwehr. Am 18. Oktober 2021 starb Powell im Walter-Reed-Militärkrankenhaus, nachdem er zuvor an COVID-19 erkrankt war. Wie seine Angehörigen auf Facebook mitteilten, war Powell vollständig gegen das Virus geimpft.

Eine soldatische Ausnahmeerscheinung aus einfachsten Verhältnissen kommend und in höchste Staats- und Regierungsämter aufgestiegen ist Powell für alle Einwanderer in den USA beispielgebend.
Seine klare Haltung und seine unverbrüchliche Treue zum Land, auch nach dem UN-Desaster, das ihn stark prägte, schufen Respekt. Als moderate Stimme in einer immer nationalistischer werdenden Partei war Powell ein Garant für Freiheitsrechte auch derer, die nicht den Eliten angehörten.

Die Amerikaner wählen gern für verstorbene Soldaten den Terminus, dass er, wie alle Krieger vor ihm seit Anbeginn der Zeit, der Großen Armee beigetreten ist.

Dort möge er in Frieden ruhen.

semper fidelis!

 

 

 

 

 

 

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