EU Umweltrat setzt wichtiges Zeichen gegen die weitere Zerstörung der Natur

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(ots) Der EU-Umweltrat hat sich heute auf die Annahme politischer Leitlinien für die Umsetzung einer ehrgeizigen EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 verständigt. Im Gegensatz zu den natur- und klimaschädlichen Entscheidungen des EU-Agrarrates vom Montag dieser Woche setzte der Umweltrat damit wichtige Leitlinien, um den schlechten Zustand der Natur in Europa zu verbessern und mehr Verantwortung beim Kampf gegen die globale Biodiversitätskrise zu übernehmen.

Einer der Eckpfeiler der neuen EU-Biodiversitätsstrategie ist das gemeinsame Ziel aller EU Staaten, mindestens 30 Prozent der gesamten Land- und Meeresflächen bis 2030 wirksam zu schützen. 10 Prozent davon sollen sogar streng geschützt werden. „Der EU-Umweltrat folgt damit den Empfehlungen renommierter Wissenschaftler, die dies als absolut notwendigen Beitrag zur Bewältigung der Biodiversitäts- und Klimakrise sehen“, unterstreicht Georg Schwede, Europachef der Campaign for Nature.

Dass dieses Ziel auch ökonomisch und finanziell sinnvoll ist, zeigte eine unabhängige Studie zu den ökonomischen Leistungen von Schutzgebieten vom Juli dieses Jahres. Die Studie belegt, dass deren Nutzen die Kosten in einem Verhältnis von mindestens 5:1 überwiegen. Demzufolge fördern Schutzgebiete das Wirtschaftswachstum mehr und nachhaltiger als andere Nutzungsformen wie Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft. Sie bieten zudem wichtige nicht monetäre Vorteile, wie besseren Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels.

Ausdrücklich zu begrüßen sei auch die größere Verantwortung, die die EU weltweit bei der Bewältigung der Biodiversitätskrise übernehmen will, so Schwede. So sei es das erklärte Ziel der EU, bei den derzeitigen Verhandlungen über eine neue globale Strategie zur Umsetzung des UN-Abkommens zum Schutz der Biologischen Vielfalt (CBD) mit gutem Beispiel voranzugehen und sich für die Verabschiedung einer Strategie mit transformativen Charakter einzusetzen. Dabei soll auch der enorme ökologische Fußabdruck der EU adressiert werden, der maßgeblich für den Verlust biologischer Vielfalt insbesondere in den Tropen verantwortlich ist.

Wie der erst in der letzten Woche veröffentlichte Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) zum Zustand der Natur in Europa erneut dokumentierte, gibt es gravierende Umsetzungsdefizite im Naturschutz. So wird auch für diese Strategie vor allem die Umsetzung auf nationaler Ebene der wichtigste Prüfstein sein. Dies zeigt auch eine aktuelle Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, derzufolge allein in Deutschland bis knapp eine Milliarde Euro jährlich zur Umsetzung wichtiger EU Richtlinien im Naturschutz fehlt.

Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Rolle der Landwirtschaft als Hauptverursacher des Verlusts biologischer Vielfalt sind die Beschlüsse des EU-Agrarrates von Anfang dieser Woche ein schlechtes Omen. „Sollte es nicht gelingen, diese desaströsen Beschlüsse zu verbessern, wird weiterhin mit hunderten Milliarden an Steuergeldern Natur- und Umweltzerstörung gefördert, und zentrale Ziele der EU-Biodiversitätsstrategie werden sich nicht umsetzen lassen“, so Georg Schwede von der Campaign for Nature. Er forderte eine konsequente und konsistente Politik zur Bewältigung der Biodiversitätskrise, statt rückwärtsgewandte Partikularinteressen der Agrarlobby weiter zu bedienen.

 

Original-Content von: Campaign for Nature

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