Eine Ausfahrt mit der Super SOCO TCmax

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Es ist Sonntag, das Eis ist verschlungen und die Planungen für den Abend sind gemacht. Da passt noch eine Runde Moped ins Programm. Heute soll es endlich die Super SOCO TCmax sein, die einen ordentlichen Fahrbericht bekommen soll, nachdem sie bereits seit Februar ihre Kreise um unsere Basis zieht und immer mehr Kunden begeistert.

Warum die Super SOCO TCmax uns so begeistert

Da wären zum Einen ihr geringes Gewicht: Nur 79kg bringt sie fahrbereit auf die Waage. Ein echtes Motorrad was weniger wiegt als ihr Fahrer ist schon etwas Besonderes. Die Zuladung von 175kg ist der Sitzbank angemessen. Zu Zweit muss man schon von eher schmächtiger Statur sein um das verstellbare Zentralfederbein nicht in die Knie zu zwingen und Dieselben als Sozius unterzubringen. Die Reichweite wird in den Papieren mit 92 Kilometern angegeben. Das schafft man aber nur, wenn man ausschließlich im Stadtverkehr unterwegs ist.

Drei Fahrstufen zur Geschwindigkeitsbegrenzung

Die Stadt ist auch das perfekte Anwendungsgebiet der 1. Fahrstufe. Diese lässt die SOCO bis 55km/h beschleunigen und sorgt so für stressfreies Vorankommen. Die schmale Silhouette, die Leichtigkeit und der gute Grip der Reifen bei trockenem Wetter verleiten zum Slalom um die Autokolonnen. Für Außerorts bietet sich die 2. Fahrstufe mit Maximaltempo 75-80 km/h an. Man ist flott unterwegs ohne den Akku zu sehr zu strapazieren. In der dritten Fahrstufe schafft die TCmax auch ihre Höchstgeschwindigkeit und noch ein bisschen mehr. Bei guten Bedingungen steht die recht genaue Tachonadel am Anschlag von 110 km/h, ohne dass es rasant den Berg herunter geht.

Kleine Nennleistung sorgt für günstige Versicherung

Die Leistung ist auf dem Papier eher dürftig, lediglich schmale 3,9kW stehen als Nennleistung in den Papieren. Das macht die SOCO allerdings bei fast jeder Versicherung sehr günstig; auch bei denen, die besonders sportliche Maschinen in eine teure Kategorie einstufen. Als Richtschnur kann man bei der Haftpflicht mit etwa 75€ im Jahr kalkulieren, wenn man das erste Mal ein Zweirad versichert. Angetrieben wird das Fahrzeug mit dem Mittelmotor durch einen Continental-Riemen, der auf das Hinterrad wirkt und die Maschine bis 95km/h beschleunigen soll. Mit ihren 17 Zoll-Reifen auf schicken Speichenrädern, der kompletten LED-Beleuchtung und dem Cafe-Racer-Design sind dem Fahrer alle Blicke und freundliche Grüße anderer Biker sicher.

Der Fahrbericht

Wir Starten im Norden von Kassel zu einer kleinen Tour durch den Reinhardswald. Geplant ist etwa eine Stunde Fahrzeit mit einer gewissen Idee von einer Route. Wir fahren durch Fuldatal, erst durch den Ortskern von Ihringshausen um dann weiter über die B3 nach Knickhagen zu kommen. Auf dem Weg dorthin können wir das erste Mal die Maschine an ihre Leistungsgrenze bringen. Dies auch recht ungefährlich, denn gerade zwingt eine Großbaustelle den überörtlichen Verkehr zu langen Umwegen – wir haben freie Bahn! Das macht sich natürlich am Akku bemerkbar, nach 12 Kilometern sind wir schon bei 80%. Von Knickhagen aus wird die Straße schmal und kurvig hoch bis nach Immenhausen-Holzhausen. Das macht mit der leichten TCmax richtig Laune und setzt einem das breite Grinsen ins Gesicht. Von Holzhausen geht es mehrere Kilometer schnurgerade durch den Reinhardswald bis zum Abzweig Udenhäuser Stock. Die Gerade steigt kontinuierlich an, da kommen wir mit guten 80 km/h am ausgeschilderten Tempolimit den Berg hoch.

Spaß beim Zirkeln um die Kurven

Ab dem Udenhäuser Stock geht es mehrere Kilometer auf einer schmalen Straße durch den Urwald bis nach Mariendorf, einem Ortsteil von Immenhausen. Auch hier haben wir riesigen Spaß beim Zirkeln um die Kurven. Hier fährt es sich im Schatten der Bäume zudem sehr angenehm im Sommer. Von Mariendorf geht es dann durch Immenhausen unter staunenden und teils ungläubigen Blicken in Richtung B83. Diese fahren wir ein Stück in Richtung Kassel, um auf die kürzlich wiedereröffnete Nebenstraße nach Espenau-Hohenkirchen abzubiegen. Der Akku zeigt uns nurmehr 35% an. Ruhig bleiben und Aussicht genießen. Von Espenau aus fahren wir die wunderschöne Panoramastraße nach Rothwesten. Schaut man nach vorn, sieht man den Häuschensberg mit seiner Sternwarte, links beginnen die Ausläufer des Reinhardswalds und rechts hat man einen tollen Blick über das gesamte Kasseler Becken bis in die Söhre, den Kaufunger Wald, Niedenstein und Gudensberg. Alles natürlich unter den Augen des Herkules. Von Rothwesten aus bleiben wir stabil bei 12% Akku bis hinunter nach Simmershausen.

Fehlende Rekuperation schränkt Reichweite ein

An dieser Stelle hätte man mit Rekuperation das eine oder andere Prozent rausholen können, aber das kann die TCmax leider nicht. Mit 9% erreichen wir den Ortseingang von Ihringshausen und fahren hier noch ein paar Anliegerstraßen ab, bis zu Hause schlussendlich 3% auf der Akkuanzeige übrig bleiben. Dem Kilometerzähler haben wir 57 Einheiten hinzugefügt. Die App zeigt uns eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 67,3 km/h an, das ist ganz ordentlich. Nach etwas Wartezeit um den Akku zur Ruhe kommen zu lassen, können wir in etwa 4 Stunden wieder auf große Fahrt gehen, wenn wir unseren Original Schnell-Lader einsetzen. Mit dem Standardlader dauert es doppelt so lange. Insgesamt haben wir bei der Tour mit Ladeverlusten etwa 3 kW/h verbraucht. Wir sind bei 25 Grad Akkutemperatur gestartet, die Außentemperatur lag relativ konstant zwischen 22 und 26 Grad, sodass die Temperaturen dem Ideal sehr nahe kommen.

Mein Fazit zur Super SOCO TCmax

Mit 16 hätte ich vor Freude geschrien, so viel Spaß macht die TCmax. Inzwischen werde auch ich alt und freue mich noch mehr, dass man mit so einem kleinen Motörchen so viel Spaß haben kann, ohne sich das ob lahmer Geschwindigkeiten einreden zu müssen. Fünf Schleifen für 60km Fahrspaß sind eine Hausnummer, jedoch derzeit die günstigste (und coolste) Option, flott und sparsam elektrisch unterwegs zu sein. Der Akku ist herausnehmbar, aber nur Hartgesottene schleppen das 23kg-Paket jeden Abend in die Wohnung und morgens wieder an das Moped. Trotzdem ist der herausnehmbare Akku das Killerargument schlechthin, denn nur so kann man im Frühjahr und Herbst pendeln, wenn es zur Ladezeit noch so kalt draußen ist, dass der Akku sich weigert Energie aufzunehmen. Und ein gut bei Zimmertemperatur gelagerter Akku hält deutlich länger als draußen. Wem das alles egal ist, der wird das zeitlose Design lieben. Technisch befähigte Interessenten sehen beim Hersteller eine gewisse Lernkurve hinsichtlich Verarbeitung und Kabeldimensionierung. Wer brav putzt wird lange Freude an der SOCO haben.

Ausstattung, Preis und Verfügbarkeit

Die Super SOCO TCmax ist für 5.399€ inkl. Mehrwertsteuer erhältlich. Das schnelle Ladegerät ist im Lieferumfang enthalten, ebenso wie die Überführung zu uns und der Aufbau. Wir empfehlen unser Zulassungspaket für 169€, dann könnt ihr trotz Terminvergaben bei der Zulassungsstelle schon in wenigen Tagen starten! Probefahrten sind bei uns nach Voranmeldung möglich.


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