Die Wirtschaft Chinas brummt: So können Anleger davon profitieren

Abbildung 1: China war 2020 die einzige größere Wirtschaftsmacht, die ein Wachstum erzielen konnte. Bildquelle: @ Li Yang / Unsplash.com

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Abbildung 1: China war 2020 die einzige größere Wirtschaftsmacht, die ein Wachstum erzielen konnte. Bildquelle: @ Li Yang / Unsplash.com

Wer in den letzten Wochen einen Blick auf die Berichterstattung der Medien über China geworfen hat, kam an Meldungen über die rasante wirtschaftliche Erholung nicht vorbei. So hat die wirtschaftliche Dynamik mit einem Plus von 18% gezeigt, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nach der Krise einiges aufzuholen hat. Als Anleger stellt sich dabei doch fast schon zwangsläufig die Frage, wie sich das starke Wachstum für erfolgreiche Investitionen nutzen lässt. Wer sich ernsthaft für den chinesischen Markt interessiert, sollte sich vorher mit den Besonderheiten vertraut machen.

 

Aktienmarkt in China: Mittlerweile etwas offener

Noch vor einigen Jahren war es für ausländische Investoren gar nicht so einfach, in chinesische Aktien zu investieren. Die sogenannten A-Shares, die den Großteil der Aktienlandschaft ausmachten, waren nämlich nur Inländern vorbehalten. Erst Reformen wie Shanghai und Shenzen Stock Connect haben die Märkte auch für ausländische Investoren geöffnet. So können Anleger heute aus vielen verschiedenen Papieren wählen und daraus eine erfolgreiche China-Strategie auswählen.

In China investieren: Welche Möglichkeiten stehen Anlegern offen?

Ein Investment in den Aktienmarkt Chinas erscheint angesichts der großartigen wirtschaftlichen Entwicklung und der Zukunftsperspektive mehr als logisch. Doch welche Wege stehen Anlegern dabei offen? Nachfolgend werden die Möglichkeiten etwas genauer skizziert:

  1. Direktinvestment in einzelne chinesische Aktien

Wer sich gerne in den chinesischen Aktienmarkt einarbeiten möchte, findet dort zahlreiche spannende Unternehmen, die ein großes Kurspotenzial aufweisen. Dieser Artikel zeigt einige spannende Aktien, die hier noch einmal in einem Kurzüberblick aufgezeigt werden:

  • Alibaba (WKN: A117ME): Der größte E-Commerce Anbieter Chinas wird nicht selten mit Amazon verglichen, was durchaus treffend ist. Das Unternehmen weist große Liquiditätsreserven auf, mit denen sich nicht nur der große Marktanteil in China (55 Prozent), sondern auch das Geschäft in anderen Ländern erweitern lässt. Ein Risiko stellt allerdings die chinesische Politik dar, denn der Firmengründer Jack Ma fiel zuletzt in Ungnade und die chinesischen Aufsichtsbehörden mahnen die großen E-Commerce-Konzerne, ihre Marktmacht nicht zu missbrauchen.
  • Xiaomi (WKN: A2JNY1): Xiaomi darf mittlerweile als einer der Big Player auf dem chinesischen und auch dem weltweiten Smartphone-Markt betrachtet werden. Das Unternehmen zeichnet sich vor allem durch einen strikten Fokus auf Innovationen aus und ist mittlerweile auch auf dem Markt für Wearables tätig.
  • Tencent (WKN: A1138D): Tencent ist ein Telekommunikations- und Internetunternehmen, welches sich am ehesten mit Facebook oder Google vergleichen lässt. Qzone als größtes soziales Netzwerk in China und WeChat als wichtigster Messeneger sind nur zwei Standbeine des Konzerns. Zusätzlich agiert das Unternehmen auch im Bereich der Online-Bezahldienste und im Gaming-Segment. Trotz politischer Unsicherheiten zwischen China und den USA steht Tencent aktuell sehr gut da und hat eine gute Zukunftsperspektive.
  • com (WKN: A112ST): JD.com ist wie Alibaba im E-Commerce aktiv, fokussiert sich dabei allerdings auf zertifizierte lokale Händler. Mit einem eigenen Logistikzentrum können zudem auch Lieferungen in die abgelegenen Bereiche Chinas vollzogen werden. Gerade die starke Qualitätskontrolle der Händler ist ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Alibaba, wo es leichter zu Problemen kommen kann.
  • BYD (WKN: A0M4W9): BYD ist aktuell der größte Produzent von Batterien und Handy-Akkus auf der ganzen Welt. Dabei ist das größte Kapital des Unternehmens das technologische Wissen rund um Batterien für Elektroautos. In Kombination mit großen Produktionskapazitäten ergibt sich ein Branchenschwergewicht, welches für Anleger auch künftig großes Potenzial bietet.
  • Geely (WKN: A0CACX): Geely ist ein großer chinesischer Autokonzern, der neben BYD zu den bedeutendsten Unternehmen in der Automobilbranche Chinas zählt. Künftig möchte Geely auch in Europa Fuß fassen, was für Investoren eine spannende Nachricht sein dürfte.

Die beschriebenen Unternehmen stellen nur eine Auswahl von Chinas Big Playern dar, zeigen aber sehr eindrucksvoll, was hier für Anleger drin ist.

Hinweis: Wer lieber den Weg über einen US-amerikanischen Handelsplatz geht, kann an der New Yorker Börse auch sogenannte ADR-Zertifikate erwerben. Diese sind zwar selbst keine Aktien, verbriefen jedoch das Recht an einer Aktie. So konnten auch ausländische Firmen aus China quasi per Umweg eine Platzierung an der New Yorker Börse erhalten.

  1. Investieren per ETFs
Abbildung 2: Anleger sollten im Hinblick auf ihre Renditechancen auch den chinesischen Aktienmarkt im Blick haben. Bildquelle: @ Jason Briscoe / Unsplash.com

Das Investment in indexbasierte Fonds (ETFs) hat in den letzten 10 Jahren enorm an Beliebtheit gewonnen. Somit ist es kein Wunder, dass es mittlerweile natürlich auch ETFs gibt, die sich hauptsächlich mit China beschäftigen. In breit aufgestellten Indizes wie dem MSCI World sind chinesische Aktien nach wie vor stark unterrepräsentiert, jedoch soll sich auch dies künftig ändern.

Wer den chinesischen Markt fokussieren möchte, sollte vor allem auf ETFs mit folgenden Indizes näher betrachten:

  • Hang Seng (alle an der Hongkong Börse gelisteten Unternehmen)
  • CSI 300 (die 300 bedeutendsten chinesischen Unternehmen an den Börsen Shanghai und Shenzen)
  • SSE Composite Index (ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Index, der alle 1.500 an der Shanghaier Börse gelisteten Unternehmen enthält)

Darüber hinaus können Anleger natürlich auch noch in Aktienfonds investieren, die sich nicht an einem Index orientieren, sondern an einer bestimmten Aktienauswahl. Der mögliche Vorteil liegt darin, dass sich so überdurchschnittliche Renditen erzielen lassen. Hierbei ergeben sich jedoch folgende Nachteile:

  1. Klumpenrisiko (weniger Streuung als bei Indizes)
  2. Höhere Kosten (Fonds werden aktiv gemanagt)

Abbildung 2: Anleger sollten im Hinblick auf ihre Renditechancen auch den chinesischen Aktienmarkt im Blick haben. Bildquelle: @ Jason Briscoe / Unsplash.com

Chinesische Aktien bieten großes Potenzial

Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass der Aktienmarkt in China großartige Zukunftsperspektiven für Anleger bietet. Dort stehen nach wie vor viele Firmen in den Startlöchern, auf dem Weltmarkt für Furore zu sorgen. Darüber hinaus existieren mit Unternehmen wie Alibaba, Tencent oder auch BYD bereits globale Player, die nach wie vor eine gute Rendite ermöglichen können. Trotzdem darf bei aller Würdigung der Chancen auch die andere Seite nicht unerwähnt bleiben: Die Führung in China ist in ihren Entscheidungen autonom und könnte die Spielregeln für Investoren jederzeit ändern. Darüber hinaus sollten auch die wachsenden Spannungen zwischen China und den USA nicht außer Acht gelassen werden. Wer diese Risiken bei einem Investment bedenkt, findet sicherlich den richtigen Weg für sein Depot.

 

     


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