Diabetiker in der Pandemie besonders gefährdet

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Chefarzt Dr. Marcus Rottmann registriert bei Patienten schwerwiegende Folgen

Dortmund / Lünen / Kamen. Diabetiker sind eine der besonders gefährdeten Risikogruppen in der Pandemie. Dr. Marcus Rottmann, Ärztlicher Leiter des Hellmig Krankenhauses und Leiter des Diabeteszentrums in Kamen, warnt angesichts von Erkenntnissen aus der Kamener Klinik für Diabetologie und Angiologie und auf Basis aktuell veröffentlichten Studien vor Konsequenzen in der aktuellen Pandemiewelle. Dabei stehen auch junge Diabetiker im Fokus und Betroffene, bei denen das Krankheitsbild noch gar nicht diagnostiziert wurde.

Der 14. November ist der alljährliche Weltdiabetestag. Zu diesem Datum zeigt sich Chefarzt Dr. Marcus Rottmann diesmal besonders sorgenvoll. Inzwischen habe man erkannt, dass Diabetes zu den wesentlichen Risikofaktoren für eine schwere Covid-Erkrankung gehört. Studien belegen außerdem, dass typische Folgen der Pandemie sich ganz besonders auf Diabetiker auswirken. Dazu zählt Dr. Rottmann pandemiebedingten Bewegungsmangel als Folge des zeitweisen Wegfalls von Freizeitaktivitäten, der Kontakteinschränkungen oder der Ausweitung von Home-Office-Tätigkeiten. Gleichzeitig weisen Studien veränderte Ernährungsweisen seit Pandemieausbruch nach mit einem Boom bei Fast-Food-Erzeugnissen. Die Pandemie habe so zu statistisch erfassbaren Gewichtszunahmen geführt.

Für Diabetiker sei jede dieser Entwicklungen besonders problematisch, betont Dr. Rottmann. Diese Trends befördern aber auch neue Diabeteserkrankungen, deren Diagnose durch Zurückhaltung gegenüber dem Besuch von Praxis und Kliniken erschwert wird. Auch schon diagnostizierte Diabeteserkrankungen erfahren in der Pandemie in vielen Fällen Verschlechterungen. „Es ist eine deutliche Zunahme von schweren Zuckerentgleisungen gerade bei Typ-1-Diabetikern festgestellt worden“, so Dr. Rottmann. Dieser Typ tritt oft schon in der Kindheit und Jugend auf. Schwere Zuckerentgleisungen und alle Phasen in denen es nicht gelingt, den Zuckerspiegel durch Überprüfung und Gegenmaßnahmen gut einzustellen, belasten den Organismus schwer.

Deshalb sei es hoch problematisch, wenn Kontrollen und Beratungen gescheut werden. Typische Folgen von Diabeteserkrankungen seien nur durch einen kontinuierlich gut eingestellten Zuckerspiegel zu vermeiden. Auch moderne Dauermessgeräte könnten Beratung und Kontrolle durch Fachkräfte nicht ersetzen, betont der erfahrene Diabetologe. Im Hellmig-Krankenhaus traten in der Pandemie Fälle auf, bei denen Patienten mit typischen Wundproblematiken im Rahmen eines Diabetes erst verspätet den Arzt aufgesucht haben. „Wir haben schlimme Fußwunden gesehen, weil die Fußvorsorge verschleppt worden war“, schildert Dr. Rottmann. Er betont: „Diabeteszentren wie das für die stationäre und ambulante Betreuung beider Diabetestypen zertifizierte Hellmig-Krankenhaus mitsamt spezialisierter Wundpflege bieten kompetenten Rat und Hilfe. Der Infektionsschutz ist bei uns so fest etabliert, dass die Pandemie kein Grund sein sollte, diese Hilfe nicht zu suchen.“

 


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