Deutschland braucht einen Zukunfts-Schul-Pakt

Stress in der Schule kann zum Blackout bei wichtigen Prüfungen und Klassenarbeiten führen. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/74867 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Studienkreis GmbH/Studienkreis/Michael Printz"

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 (ots) Roland Koch (CDU), Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, und Matthias Platzeck (SPD), Vorsitzender des Stiftungsrates der DKJS, appellieren anlässlich der diesjährigen Gesellschafterversammlung an Bund und Länder, ihre Kräfte für einen Innovationsschub zu bündeln und zivilgesellschaftliche Akteure dabei einzubeziehen.

„Im Herbst kann es nicht einfach so weitergehen wie vor Corona. Regelunterricht nach den Ferien ist keineswegs gesichert. Deutschland muss seine Schulen ab sofort krisenfest und gleichzeitig zukunftssicher machen mit klugen digitalen Lern- und Lehrformaten und Bildungspartnerschaften. Die Bereitschaft für Veränderungen ist im Moment groß – ähnlich wie 2001 nach dem ersten PISA-Schock“, so Roland Koch. Auch auf diese Krise haben Bund, Länder und Zivilgesellschaft mit einer großen gemeinsamen Aktion zum Ausbau von Ganztagsschulen reagiert. Das Ergebnis zeige, dass Veränderungen möglich sind.

„Wenn jetzt digitales Lernen auf Technikausstattung reduziert und nur zwischen Politik, Verwaltung und IT-Anbietern verhandelt wird, besteht die Gefahr, dass die bereitgestellten Mittel nur oberflächlich wirken. Statt Erste-Hilfe-Pflaster zu verteilen, sollten wir jetzt alle Kräfte in einem Schule-Zukunft-Pakt bündeln. Warum nutzen wir nicht dabei die Kompetenz zivilgesellschaftlicher Akteure wie der DKJS, um nachhaltig Wirkung erzeugen?“, betont Koch. Wo die größten Baustellen liegen, habe die Zeit des Distanzlernens deutlich gezeigt.

Matthias Platzeck weist auf einen zweiten wichtigen Aspekt hin: „Digitalisierung spielt eine entscheidende Rolle, aber auch ihre Grenzen werden sichtbar. Wenn aus der Distanz gelernt wird, müssen wir noch genauer auf das Kindeswohl schauen und verhindern, dass sich Benachteiligungen nicht verstärken. Viele Lehrkräfte und Eltern haben in den letzten Wochen Immenses geleistet und selbst viel dazugelernt. Wir dürfen sie nicht allein damit lassen, das umzusetzen, was ein Digitalpakt bereits vor vier Jahren versprochen hat. Die Krise bietet uns die Chance, mit unseren Schulen endlich einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft zu meistern.“

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung hat aus ihrer Arbeit mit Lehrkräften, Schulverwaltungen, Schülern, Schülerinnen und Eltern 5 Lessons dafür formuliert:

2 (von 5) Lessons aus Corona, die Schulen für die Zukunft fit machen, Familien unterstützen und Schüler stärken

1. Wirksame Online-Qualifizierungen für Lehrkräfteanbieten

Das Fortbildungssystem für Lehrkräfte war beim Umstieg auf Fernunterricht so gefragt wie noch nie, hat aber in der Krisensituation kaum stattgefunden.

Vorschlag: Schnelle, unkomplizierte und leicht skalierbare Online-Grundkurse zur Nutzung digitaler Medien z.B. Didaktische Grundlagen, Einführung in die Lernplattform des Landes, Erprobung erster Tools, Datenschutz etc. wie eine Adhoc Online-Akademie für pädagogisches Personal in bildung.digital sowie die Begleitung von Fortbildungsinstituten zum Aufbau eigener digitaler Fortbildungsinfrastrukturen.

2. Soziale Lernräume stärken

Wie vor der Coronazeit weitermachen und nebenbei den Stoff nachholen, wird nicht funktionieren. Lernerfolg braucht ein unterstützendes soziales Gefüge – in der Schule, im Sozialraum und zuhause, sonst hat Wissensvermittlung keinen Nährboden.

Vorschlag: Sozialarbeit und Jugendhilfe einbinden, um auch Kindern und Jugendlichen in benachteiligenden Lebenslagen Freude am Lernen zu vermitteln und beim Schließen von Lernlücken zu helfen. Das könnten LernBrücken für Schüler an Brennpunktschulen oder Camps für Versetzungsgefährdete sein.

„Für alle beiden Handlungsfelder gibt es in der Zivilgesellschaft erprobte und wirkungsvolle Lösungsansätze, die es aufzunehmen und zu transferieren gilt“, so Matthias Platzeck. Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung ist e i n erfahrener Akteur in diesem Feld. In der föderalen Struktur bauen z.B. Stiftungen Brücken zwischen den Bildungsmachern und stiften Handlungsmut. Roland Koch und Matthias Platzeck weisen darauf hin, dass die DKJS mit ihren 13 Standorten und guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Bund und Ländern ein möglicher Partner für eine solche Kraftanstrengung sein kann.

 

Original-Content von: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

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