Deutlicher Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen

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Die Gewerbesteuereinnahmen der hessischen Kommunen waren im ersten Halbjahr 2020 stark rückläufig. Überdurchschnittlich betroffen war die Stadt Frankfurt am Main, aber auch viele andere hessische Gemeinden verzeichneten weniger Einnahmen.

Im ersten Halbjahr 2020 erzielten die hessischen Kommunen Gewerbesteuereinzahlungen von 2,2 Milliarden Euro. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr (2,8 Milliarden Euro) einen Rückgang um 23,9 Prozent. Die Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamts belegen damit erstmals, in welchem Ausmaß sich vor allem die coronabedingten Einschränkungen für Gewerbetreibende in den letzten Monaten auf die Einnahmen der hessischen Städte und Gemeinden auswirkten.

Kreisfreie Städte

Einen überdurchschnittlich hohen Rückgang hatte die Stadt Frankfurt am Main zu verzeichnen, die traditionell für rund ein Drittel aller hessischen Gewebesteuereinzahlungen verantwortlich ist. Mit einem Aufkommen von 700 Millionen Euro verzeichnete die Mainmetropole Einbußen von rund 300 Millionen Euro bzw. 32,8 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2019. Bei den vier anderen kreisfreien Städten in Hessen gab es dagegen zusammen einen eher moderaten Rückgang von 5,2 Prozent. Das lag vor allem daran, dass Darmstadt von Januar bis Juli sogar ein um 20,9 Prozent höheres Gewerbesteueraufkommen aufwies als noch im ersten Halbjahr des Vorjahres. Dieses war allerdings im historischen Vergleich eher schwach ausgefallen. Leichtere Rückgänge vermeldeten mit 0,6 und 5,5 Prozent die Städte Kassel und Wiesbaden. Offenbach dagegen musste mit rund der Hälfte der Einzahlungen des Vorjahreszeitraums und einem Minus von 47,3 Prozent auskommen.

 

Kreisangehörige Gemeinden

In den 417 kreisangehörigen Gemeinden sind die Gewerbesteuereinnahmen zusammen um 21,8 Prozent eingebrochen. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen auf 1,1 Milliarden Euro – gegenüber 1,4 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2019. Die Rückgänge betrafen allerdings nicht alle Kommunen gleichermaßen: Zwar wiesen 284 Gemeinden sinkende Einzahlungen aus der Gewerbesteuer auf, 133 Gemeinden steigerten jedoch ihr Aufkommen gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

 

Deutliche Rückgänge im zweiten Quartal

Die Einbußen des ersten Halbjahres sind zu großen Teilen auf die niedrigen Einzahlungen des zweiten Quartals zurückzuführen. Mit einem Gesamtaufkommen von 878 Millionen Euro verzeichneten die hessischen Kommunen gegenüber dem zweiten Quartal 2019 einen Rückgang von 39,0 Prozent. Zuletzt war das Aufkommen aus der Gewerbesteuer im ersten Quartal 2012 niedriger ausgefallen.

 

Auch bei der quartalsweisen Betrachtung weist die Stadt Frankfurt am Main eine überdurchschnittliche Abnahme auf. Mit 267 Millionen Euro standen nur noch die Hälfte der Einnahmen aus dem Vorjahresquartal zur Verfügung. Ebenfalls deutliche Einbußen nahmen im zweiten Quartal die kreisangehörigen Gemeinden (minus 33,1 Prozent) sowie die anderen kreisfreien Städte (minus 30,8 Prozent) hin.

 

Detaillierte Ergebnisse zur Gewerbesteuer aller 422 hessischen Gemeinden finden Sie auf unserer Fachseite unter „Einzahlungen aus der Gewerbesteuer (brutto) der hessischen Gemeinden“.

STATISTIK HESSEN


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