Der Foundation-Zyklus von Isaac Asimov kommt als Serie

Der Foundation-Zyklus: die fiktive Geschichte der Menschheit über 30.000 Jahre

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Der Foundation-Zykus von Isaac Asimov (HIER) ist eines der Kernwerke der Science Fiction Literatur. Ende Januar 2021 wurde bekannt, dass die Dreharbeiten für die Serie in der Gemeinde Tuineje auf der Insel Fuerteventura stattfinden. Die erste Staffel soll nun am 24. September 2021 starten.

Warum begeistert (mich) das?

Neben der Tatsache, dass es einen weiteren SciFi zu sehen gibt, die Tatsache, dass ich diesen über Jahrzehnte entstandenen Zyklus als Jugendlicher gelesen habe um dann mit dem letzten die verbleibende Lücke schließenden  und abschließenden Roman eine Gänsehaupt hatte. Asimov veröffentlichte den letzten Teil des Zyklus praktisch mit seinem Tod im Jahre 1993.

Die Widmung dieses Buches war einfach: Für meine treuen Leser.

 

Asimov’s Werk, wie es über die Jahrzehnte erschienen ist.

 

Und diese Leser hatten fast vierzig Jahre auf den Abschluss des Zyklus gewartet. Ein Zyklus, der so nie geplant war aber letztlich zum Kernwerk von Asimov wurde, um das herum andere Ideen und Projekte realisiert wurden.

 

Auch der Inhalt war für die damalige Zeit – selbst für die SciFi-Literatur – wegweisend und einmalig. Wurde in ihrem Anspruch nur von Frank Herbert und dem Dune-Zyklus erreicht.

Der Foundation-Zyklus beleuchtet und entwickelt die Zukunft der Menschheit bis hin zum ersten galaktischen Imperium, ihren Höhepunkt und ihren Niedergang bis zu dem, was man als Aufstieg des Phönix aus seiner eigenen Asche beschreiben kann.

Der Ausgangspunkt der epochalen und über zigtausende Jahre gehenden Handlung ist eine überbevölkerte und kaputte Erde.
Die Masse der Menschheit lebt zusammengepfercht in sog. Stahlhöhlen, überkuppelten, autonomen und voneinander getrennten Städten. Ohne jede weitere Innovation und allein auf das Überleben fixiert.
Es gibt ein paar dutzend kolonialisierte Welten von Menschen, den sog. Spacern,  die sich selbst genetisch verändert (verbessert) haben und mit ihrem natürlichen genetischen Erbe abgeschlossen haben. 
Einzeln auf riesigen Ländereien isoliert lebend und letztlich, wenn auch im Wohlstand dahinlebend, doch genauso dem Untergang geweiht.

Durch einen Mord, den ein Detektiv aufklären soll, kommt die Handlung ins Rollen. Die Ermittlungen führen ihn und die ihm von den Spacern zugeteilten androiden Robotern, Daneel R. Olivaw und R. Giskard Reventlov zu einer Verschwörung. Ziel ist die Ausrottung der Menschheit auf der Erde, um sie als Bedrohung für die Spacerwelten auszuschalten.

Ausgehend von den drei Gesetzten der Robotik, die von Asimov in den 40er entwickelt wurden nahm der Versuch zur Rettung der Menschheit vor der Vernichtung eine dramatische Wende, die dann letztlich zum Imperium führte.

Diese drei Gesetzte der Robotik, sind für die heutige Entwicklung von Robotern, autonomen Systemen und der KI von entscheidender und grundlegender Bedeutung. Die drei Gesetzte von Asimov sind ethische Grundlage für all das geworden, von dem die Digitalisierung erst den Anfang bildet (HIER).

 

1.) Ein Roboter darf eine Person nicht verletzen oder durch Untätigkeit zulassen, dass eine Person zu Schaden kommt.

2.) Ein Roboter muss die Anforderungen erfüllen, die ihm von Menschen gestellt werden, außer wenn diese Anforderungen mit dem Hauptgesetz in Konflikt geraten würden.

3.) Ein Roboter muss seine ganz eigene Realität sicherstellen, solange die Versicherung dementsprechend nicht mit dem Ersten oder Zweiten Gesetz kämpft.

 

 

Diese drei Gesetzte zu befolgen und die Menschheit vor dem Anschlag und abschließendem Schaden zu schützen war letztlich unmöglich, da die Gesetze nicht ausreichend waren.

Die Erde sollte durch Radioaktivität unbewohnbar gemacht werden. Die dort in den Kuppelstädten lebenden und verängstigten Menschen langfristig ausgerottet werden. Menschen, die es verlernt hatten den Himmel anzusehen, ohne in Panik zu verfallen. Die Regen nicht kannten und nie die Sonne gesehen oder gespürt haben. Kurz: Menschen, die die relative Sicherheit der Städte der eigenen Fortentwicklung als Mensch und Menschheit vorzogen. Stillstand und Stagnation als Lösung ansahen und dabei von Generation zu Generation weiter degenerierten.

Durch einen Fehler in seiner Positronik, der die Umgehung der drei Gesetzte möglich machte, vermochte R. Giskard Reventlov diese Regeln aufzubrechen und weiter zu schauen, quasi alternativer zu Handeln, als es die Restriktionen der drei Gesetzte ermöglicht hätten.
R. Giskard Reventlov ließ den Anschlag, den er hätte verhindern können, zu, und die Erde wurde verstrahlt. So wurde die Menschheit gezwungen die Kuppelstädte zu verlassen, sich weiterzuentwickeln und den Weltraum zu besiedeln. Als Species (doch noch) zu überleben.

Er hatte erkannt, dass es ein viertes und übergeordnetes Gesetz geben müsste:

0.) Ein Roboter darf die Menschheit nicht verletzen oder durch Untätigkeit zulassen, dass die Menschheit zu Schaden kommt.

 

Für R. Giskard Reventlov war diese Erkenntnis und Veränderung seiner Programmierung letztlich selbstzerstörend. Seine positronischen Schaltkreise lösten sich auf. Doch vor seiner Abschaltung vermochte er seinem Freund Daneel R. Olivaw dieses Update zukommen zu lassen. Daneel R. Olivaw wurde zum unerkannten Hüter der Menschheit.

Als Roboter nahezu unsterblich, tauchte er in der weiteren Menschheitsgeschichte immer wieder in diversen Inkarnationen auf und nahm die Stelle von Menschen in diversen Funktionen ein, um die Geschicke der Menschheit besser steuern zu können. Bis zu dem Punkt, wo er erkannte, dass das schließlich galaxisumfassende Imperium von Trantor einen Punkt erreicht hatte, der zum Zusammenbruch führen musste.

Er wurde als Hari Sheldon zum Begründer einer (fiktiven) Wissenschaft, die er als Psychohistorik bezeichnete und deren Kern darin bestand aufgrund von dem Verhalten von Aberbilliarden von Menschen und ihr bekanntes  Verhalten von gestern die Entwicklung der Menschheit für die Zukunft vorhersehen/vorausberechnen zu können.
Krisen so vorhersehen und proaktiv bekämpfen zu können.
Dieses Vorhaben stieß auf Ablehnung und Unverständnis.

Den sichern Untergang der Menschheit vor Augen schuf Hari Sheldon das Foundation-Projekt. Es bestand aus zwei Teilen. Einer wissenschaftlichen Projektgruppe zum Aufbau einer neuen Gesellschaft auf dem Planeten Terminus am Rande des Imperium und einer beobachtenden Bibliotheksgruppe „am gegengesetzten Ende der Galaxis“.
Von dort sollte sie unerkannt und im geheimen agieren und ggf. auch eingreifen können.

Das Imperium ging wie vorhergesagt unter, zerbrach und aus seiner Asche entstanden neue Reiche, die sich bekriegten und bekämpften. Mutationen unter Menschen traten auf und brachten das Foundation-Projekt durch unvorhersehbare geniale Führungspersönlichkeiten an seine Grenzen. Eingriffe wurden nötig.
Mit den Jahrtausenden wurde der Bürgermeister von Terminus so mächtig wie einst der Kaiser des Imperiums. 

Letztendlich tauchte die Frage nach dem Ursprung der Menschheit auf, denn die Position der Erde war wie der Planet selbst in Vergessenheit geraten.
Wiederentdeckt fand man auf der Mondbasis Daneel R. Olivaw, der nach fast 30.000 Jahren am Ende seiner physikalischen Existenz angekommen war und nun einen Nachfolger als Hüter der Menschheit suchte und ihn in den letzten Nachfahren der auch vergessenen Spacer fand.

Dieses epochale Werk entstand mit den Jahrzehnten. Auch auf Basis dessen, was Asimov als Wissenschaftler selbst nach und nach herausfand und erforschte. Die damals aktuelle wissenschaftliche Lehre und deren fiktive Weiterentwicklung wurde zum Teil des Zyklus. Wie auch die schon damals erkennbaren zukünftigen Probleme der Menschheit (z.B.: Überbevölkerung, Ressourcenmangel,..) sowie technische Weiterentwicklungen (Robotik, Computer, Raumfahrt) samt ihrem sozialen Impact auf das, was da Mensch sein heißt. Individuell aber auch in seiner Gesamtheit als Menschheit an sich.

 

Captain Future (von E. Hamilton) war auch eine (Buch)Serie aus dieser Zeit!

Unnötig zu sagen, dass Asimov mit seinem Foundation-Projekt tausende von Autoren inspiriert und beeinflusst hat. Seine drei Gesetzte der Robotik sind wissenschaftlich anerkannt und als ethischer Standard bis dato gesetzt. Keine Diskussion von Ethik in KI- und Softwareentwicklung, die sich nicht auf sie bezieht. 

Und wie wegweisend ist dann erst das Basisgesetzt. Das Gesetz NULL, das die Menschheit zu schützen hat. Diese Diskussion steht noch aus. Sie ist noch nicht einmal angedacht. Und daher ist dieser Film vielleicht für viele die Inspiration hier einmal gedanklich weiter zu machen. Neu anzusetzen. Überhaupt mal anzusetzen.

 

Verdammt. Ich freue mich auf die Serie. Ich hüpfe zwar nicht herum aber ich bin nah dran… SIC!

 

 

Auch:
Der neue DUNE-Film wurde wieder verschoben

 

 

Videos:
Ein Trailer von 2010, als die Möglichkeit einer Verfilmung angedacht wurde (HIER)
Der aktuelle Trailer von 2012 (HIER)

 

 

Natürlich wurde ich auch inspiriert meine eigene Serie – oder überhaupt – zu schreiben… (HIER)

SPQR – Der Falke von Rom

 

 

 

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