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Depression in der Familie – was Angehörige tun können

 

Wenn sich das eigene Kind zurückzieht, lustlos erscheint und kein Interesse am Austausch mit Familie und Freunden hat, fragen sich besorgte Eltern häufig: Sind das übliche entwicklungsbedingte Stimmungsschwankungen oder ist mein Kind depressiv? Dr. med. Andrea Stippel, Chefärztin der Oberberg Fachklinik Konraderhof, und ihr Team informieren rund um das Thema und laden im Rahmen der „Woche der seelischen Gesundheit“ am 13.10.2021 zu Kurzvorträgen mit anschließendem Austausch in die Oberberg Fachklinik Konraderhof ein.

Die Frage, wie Eltern erkennen können, ob ihr Kind psychisch erkrankt ist, wird in der Kinder- und Jugendpsychiatrie häufig gestellt. „Eltern berichten immer wieder, wie schwer es für sie zu erkennen war, wie schlecht sich ihr Kind gefühlt hat. Oft wurden sie erst durch den sozialen Rückzug des Kindes, nachlassende Leistungen in der Schule oder immer wieder auftretende Kopf- und Bauchschmerzen, auf dessen psychischen Zustand aufmerksam“, erklärt Dr. Stippel. Für Eltern wichtig zu wissen: Die Symptome können bei psychisch kranken Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen je nach Störung und Alter variieren und sich oftmals anders zeigen als bei Erwachsenen. Schlafstörungen, Albträume, Antriebslosigkeit, Gewichtsverlust oder -zunahme, Konzentrationsstörungen, Ängstlichkeit und Rückzug können einige Merkmale einer depressiven Erkrankung sein. Bemerken Eltern eine Wesensveränderung bei ihrem Kind, die sie nicht einordnen können, oder sind sie sich nicht sicher, ob eine Depression vorliegt, sollte rasch ein Experte zu Rate gezogen werden. Denn alle elterliche Fürsorge und Liebe kann bei einer depressiven Erkrankung meist nicht weiterhelfen. Eine fachliche Einschätzung wird notwendig. Je schneller mit einer passenden Behandlung begonnen wird, desto eher kann dem Kind geholfen werden, und die Heilungschancen steigen.

Doch auch Eltern können positiv auf ihr Kind einwirken, indem sie Interesse und Verständnis für seine Situation zeigen und geduldig bleiben. „Eltern sollten die Niedergeschlagenheit des Kindes in jedem Fall ernst nehmen. Mit einem offenen Ohr signalisieren sie, dass es nicht allein ist. Von gut gemeinten Ratschlägen sollten Eltern hingegen absehen. Dies kann eher dazu führen, dass sich das Kind Vorwürfe für seine Gefühlslage macht und sich sein Zustand verschlechtert“, so die Expertin.

Oft ist es auch für die Familie ein schmerzhafter Erkenntnisprozess, wenn das eigene Kind psychisch erkrankt ist. In den Oberberg Fachkliniken, die sich auf Kinder und Jugendliche konzentrieren, legt man deshalb bei der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung des Kindes viel Wert auf die Einbeziehung der Eltern. Sie sind aktiver Teil der Therapie und können gegebenenfalls in der Klinik mit aufgenommen werden. Die therapeutischen Angebote der Kliniken sind auf junge Patienten zugeschnitten und in ein Behandlungskonzept eingebettet, das sich ganz an den Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen orientiert.

 

OV von  Oberberg Kliniken

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