Das war eine Frage zu viel – Parteiaustritt bei den Grünen

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Vorgestern machte Irina Gaydukova (52) von sich Schlagzeilen. Kurz nach ihrer Wahl auf Platz Zwo der saarländischen Bundestagsliste der grünen Kandidaten, also einer sicheren Fahrkarte in den Bundestag, gab sie auch gleich ihre erste Pressekonferenz. Und die war… durchwachsen.

Sie musste sich den ohnehin schon sehr geneigten Vertretern der Medien zu Rede und Antwort stellen, was sie sichtlich nervös machte. Nun mit einer Öffentlichkeit konfrontiert, die sie so als bisherige Kommunalpolitikerin nicht hatte.

Ohne hier nochmals auf die einzelnen Fragen einzugehen nur soviel: zumindest EINE (1) dieser Fragen hätte man beantworten können. Notfalls auch mit einer Phrase, einem netten Spruch oder schlicht mit der Aussage, dass man hier und jetzt einfach zu sehr aus dem Häuschen wäre, um lange Volksreden zu halten. Man das einem bitte nachsehen wolle.
Aber solange ins Mikro zu schweigen, dass das Publikum schon an einen Schlaganfall denkt, war etwas… daneben.

Dass dieser unwürdige Akt souveräner Selbstdarstellung natürlich medial sofort verbreitet, kommentiert und ausgeschlachtet wurde, war ebenso klar wie folgerichtig. Es ist Wahlkampf. Und in diesem Wahlkampf ist alles, was die Grünen in Sachen Kompetenz versemmeln jetzt der Hingucker.
Der vielfach korrigierte Lebenslauf von Frau Baerbock war da so etwas wie eine Initialzündung. Ab sofort fragt man genauer nach, wenn grüne Politiker mit Ambitionen den Mund aufmachen.

Gewählt wurde sie wohl aufgrund ihrer Idee während der Kandidatur ausgiebig von ihrem Migrationshintergrund zu erzählen. Den Schwierigkeiten, die sie hatte und auch vom Weg zum Erfolg zu berichten wusste. Salbei in den Ohren derer, die nichts anderes hören wollen. Eine Erfolgsgeschichte, die exakt ins Weltbild der Grünen passt. Ergo auch diese Kandidatin als die geeignete Person zur Vertretung des grünen Saarlands in Berlin wünschenswert wäre. – Soweit alles klar.

Nur, dass diese Person mitunter wenig bis gar nichts vom Parteiprogramm der Grünen gelesen hatte oder es nicht sinngemäß kurz wiedergeben kann, war sicher so nicht vorhergesehen. Noch nicht einmal vorhersehbar. 

Natürlich ist ein Bundestagsmandat nicht nur eine gut bezahlte Ehre, es zieht auch einen Rattenschwanz an Ansprüchen hinter sich her. Kompetenz, Ehrlichkeit, Redlichkeit, Unbestechlichkeit und vieles mehr, an dem in der letzten Legislaturperiode so viele Abgeordnete aller Parteien kläglich und sichtbar scheiterten.

Frau Gaydukova scheiterte schon kurz nach der Wahl als Kandidatin. An ihrer Unfähigkeit Antworten zu haben und dann wie ein Depp dazustehen. So könnte man es sehen.
Nur war es halt so, dass geneigte(!) Personen ihr diese Fragen stellten. Kein Boris Reitschuster oder andere bekannte Fragesteller penetranter Natur. Es waren Leute aus ihrem geneigten Umfeld.
Und anstatt zu bemerken, dass da nichts kam wurden weitere Fragen nachgeschoben. Keiner würgte das ab. Keiner ging hoch und übernahm die Regie. Keiner stand ihr bei. Man teilte diesen peinlichen Moment aber fast schon live mit allen anderen. Bundesweit via Twitter.

So wurde aus dem provinziellen „faux pas“ etwas, mit dem die Frau nicht mehr umgehen konnte: dem shitstorm! Und der entlud sich über der unglücklichen Kandidatin als Tornado.

Von der unbekannten zur (am) dümmsten (wirkenden) Person in diesem Land innerhalb von nur achtzehn Stunden.

Wieder ein schönes Beispiel was die Grünen für Hohlköpfe, Vollpfosten und „Genies“ als Quotenbesetzungen haben, könnte man sagen. Hohn, Spott und auch blanker Hass luden sich ab. Und das war zuviel. 

Irina Gaydukova zog nicht nur ihre Kandidatur für den Bundestag zurück, sie trat heute aus der Partei aus. Trotz Rückendeckung fast aller saarländischen Politiker aller Parteien. Denn jeder weiß, dass es so Momente gibt. Und wie schlimm diese sind.

Nur startete all das mit der Verteilung der Aufnahme derer, die da waren. Die sie mitunter gewählt hatten. Und die ihr dann nicht beigestanden sind.

Daher gibt es hier kein Bild der Frau. Auch nicht ein link zu dieser erbärmlichen Vorstellung. Nur ein Hinweis:
Als BT-Kandidat sollten nur Leute antreten, die glaubhaft gewillt sind ihren Wahlkreis oder ihre Partei auch verbal vertreten zu können. Nicht nur zu wollen. Das Arbeitsmittel von Politikern ist das REDEN. Gern auch auf Basis von Fachkompetenz und Erfahrung gestützt. Ohne gebaerbockten Lebenslauf. Vielleicht sogar auch ganz ohne Lebenslauf. Aber immer mit der Tatsache vor Augen jederzeit dem Bürger Rede und Antwort stehen zu müssen.

Dabei darf man authentisch sein. Muss auch nicht zu jeder blöden Frage gleich ein Antwort haben. Oder gar die perfekten Lösung parat haben. Manchmal reicht auch nur ein glaubhaften „dazu kann ich jetzt nichts sagen“. Das ist besser als zehn Minuten Floskeln. Nur darf das Nichtwissen nicht allzu oft hintereinander sicht- und hörbar werden.

Insgesamt

ein schönes Beispiel dafür, wie kritisch die Landeslisten der Parteien zu sehen sind. Da werden Leute aufgestellt, die so nicht am Wahlkampf persönlich teilnehmen. So unter dem Radar von Presse und Bürgen vorbeihuschen und dann in Berlin genau das verursachen, was man mit als Politikverdrossenheit ansehen könnte.
Irina Gaydukova wäre so mit Sicherheit auf Platz Zwo nach Berlin gekommen. Es ist wohl auch besser, dass sie es nun nicht mehr tut. Für sie und auch für den Wähler. 
Es ist wirklich an der Zeit, dass sich absolut jeder Kandidat der direkten Wahl durch den Bürger stellen muss.

Frau Gaydukova kann uns da jetzt nur noch leid tun.

SIC!

 

 

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