Das Leben genießen – mit einer guten Zigarre

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Der hektische Alltag, in dem wohl jeder heute lebt, fordert bisweilen seinen Tribut: Man wird nervös, reizbar, hat das Gefühl nichts zu schaffen. In solchen Situationen ist es wichtig, sich kleine Auszeiten zu nehmen. Zum Beispiel mit dem Genuss einer guten Zigarre. Mittlerweile entdecken auch in Deutschland immer mehr Menschen,wie viel Lebensart in einer Zigarre steckt.

Prominente Fans weltweit

Um eine Zigarre zu rauchen, braucht es Zeit. Heutzutage ein echter Luxusartikel. Wer sich also für eine Zigarre anstelle der schnellen Zigarette entscheidet, entschleunigt seinen eigenen Tag, schafft sich selbst eine Oase der Ruhe. Und setzt einen ganz klaren Kontrapunkt zur Ära der Smartphones und des Coffee to go. Wie der Kaffee war auch Tabak einst ein koloniales Luxusgut – und bei Zigarren ist das bis heute so geblieben. Denn vor allem handgerollte Exemplare aus exklusiven Tabaksorten haben ihren Preis. Damit einher geht auch der Mythos, der Zigarrenraucher umgibt: Sie gelten nämlich als besonders erfolgreich, was nicht zuletzt Michael Douglas als Gordon Gecko in dem Film „Wall Street“ zu verdanken ist. Doch nicht der nur Börsen-Tycoon greift häufig zur Zigarre, selbst erfolgreiche Sportler wie der ehemalige Basketballstar Michael Jordan gehören zu den Aficionados dieses Luxusartikels. Vom berühmtesten Zigarrenraucher der Welt, dem ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill gar nicht zu reden. Aber auch Frauen wissen die Magie einer guten Zigarre zu schätzen. Dazu gehörten Schauspielerinnen wie Marlene Dietrich, Jodie Foster oder Whoopi Goldberg ebenso wie Gangsterbraut Bonnie Parker oder die Zarin Katharina die Große.

Herstellung: Kuba bleibt Spitze

Doch der Mythos der Zigarre macht sich nicht nur an Personen fest, sondern auch an ihren Herkunftsländern. Zum Beispiel Kuba mit seiner faszinierenden Hauptstadt Havanna. Kubanische Zigarren gelten bis heute als Nonplusultra und gehören auch zu den teuersten Zigarren der Welt. Das hat vor allem damit zu tun, dass sie in echter Handarbeit hergestellt werden. Wie das Magazin „Business Insider“ berichtete, sind rund 500 manuelle Arbeitsschritte nötig, bis die Zigarre genussfertig ist. Dazu gehört das Vorbereiten der Erde ebenso wie die Ernte der Tabakblätter, das Rollen und die Verpackung.

Die wichtigste Person bei der Herstellung edler Zigarren ist der sogenannte „Torcedor“ – also der Mensch, der die Zigarren wickelt. Eigentlich müsste es Torcedora heißen, denn diese Arbeit wird häufig von Frauen ausgeführt. Professionelle Tordecors schaffen am Tag zwischen 60 und 150 Zigarren. Dabei gibt es in diesem Beruf unterschiedliche Kategorien: Umso besser ein Torcedor wird, umso höher wird er eingestuft. Die Meisterklasse hat die Einstufung 7 und es gibt durchaus Hersteller – wie beispielsweise Cohiba – die ausschließlich mit Torcedores dieser Kategorie arbeiten. Das hauptsächliche Arbeitsmittel eines Torcedors sind natürlich seine Hände. Darüber hinaus aber nutzt er verschiedene Utensilien. Dazu gehören ein Brett, ein Messer, eine Messlehre oder eine Mini-Guillotine, mit der die Zigarre auf die richtige Länge gekappt wird.

Diese traditionelle und sorgfältige Herstellung erklärt natürlich den hohen Preis so mancher Zigarre. Wer allerdings Neuling ist, möchte natürlich nicht gleich zu Beginn Unsummen für diesen Genuss-Ausflug investieren. Das muss auch gar nicht sein, denn es gibt durchaus günstige Zigarren, die Lust machen, diese Form des Rauchens zu erleben.

Genuss: Zigarren passend kombinieren

Am besten schmeckt eine Zigarre nach einem guten Essen. Allerdings nicht direkt danach. Vielmehr sollte man es sich wie ein verspätetes Dessert vorstellen, bei dem man dann ein auf die Zigarre abgestimmtes, passendes Getränk genießt – meist etwas Hochprozentiges wie einen Cognac oder einen Whiskey.

Die Auswahl der richtigen Zigarre ist jedoch nicht das Einzige, was bei diesem Genuss beachtet werden muss. So wird eine Zigarre streng genommen nicht geraucht, sondern gepafft. Der Rauch gelangt also nicht in die Lunge. Dafür wird die Zigarre zunächst am Ende abgeschnitten. Dazu eignet sich eine Guillotine, die es im Fachhandel gibt. Danach zündet man sie an. Profis nehmen dazu übrigens Späne aus Zedernholz, weil diese keinen beim Abbrennen keinen starken Eigengeruch entwickeln. Angezündet wird die Zigarre an den Außenseiten und dann zwischen den Fingern so gedreht, dass die Glut sich gleichmäßig verteilt. Erst zum Schluss wird die Mitte angezündet. Dann folgt der erste Zug. Der Rauch wird einige Sekunden in der Mundhöhle gehalten, sodass sich die verschiedenen Aromen langsam entwickeln können. Zu heftiges Ziehen an der Zigarre sorgt übrigens dafür, dass diese zu heiß wird und ihre Aromen verliert.

Das Gleiche gilt, wenn man zu häufig zieht. Kenner sagen, einmal pro Minute ist völlig ausreichend.

Weitere Tipps und Informationen rund um den Genuss einer Zigarre gibt es hier.


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