Covid-20: Impfpflicht bei Eventim AG eingeführt – es ist Zeit zu gehen!

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Der Eventveranstalter CTS EVENTIM AG & Co. KGaA hat medienwirksam verkündet, dass in Zukunft nur noch geimpfte Besucher die Veranstaltungen besuchen dürfen. Das ist schön zu hören. Zumal der schon vor der Coronakrise wirtschaftlich angeschlagene Konzern zurzeit keinen Umsatz macht und aus der Spardose lebt.
Da sind solche Statements schon mal wichtig. Marketingtechnisch relevant. Und wenn man auf Fördertöpfe der Regierung hofft sind diese dann auch opportun, zumal diese selbst so etwas pressewirksam nicht verlangt.

Hier sind dann solche freiwilligen, anbiederischen und wohl auch arschkriecherischen Statements aus der Industrie/Wirtschaft gern gesehener Schleim auf der Spur dessen, was die eigene Unfähigkeit der Regierenden verursacht hat.

Warum EVENTIM das so gemacht hat wird das Geheimnis von EVENTIM bleiben. Gern darf man auch glauben, was EVENTIM dazu selbst gesagt hat. Wir werden das hier nicht wiederholen, denn dadurch wird es nicht besser. Jedenfalls ist der Schutz der Besucher mit Sicherheit nicht die treibende Kraft hinter dieser Maßnahme gewesen.

 

„Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen“, sagt Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg der „Wirtschaftswoche“.

Betrachten wir einmal die betriebswirtschaftliche Seite.

1.) EVENTIM als kerngesunden Eventkonzern für Großveranstaltungen jeder Art, samt zubuchbaren Add-ons wie Backstagebesuche und Fototermine mit Stars, zu sehen ist etwas optimistisch. Der Konzern war schon lange vor Corona im Sinkflug begriffen. Und seit Corona wurde aus dem Sinkflug ein freier Fall. Ähnlich wie Friseure und andere Branchen.  Und bei EVENTIM gibt es für reine Spaßevents mit Massenandrang keine Systemrelevanz. Im Gegenteil: Diese von EVENTIM vermarkteten/geförderten Events sind Pandemietreiber!
Und anders als beispielsweise Messebetreiber, wo wirtschaftliche Gründe im Vordergrund stehen, die auch durchaus als systemrelevant anzusehen sind, geht es bei EVENTIM im Kerngeschäft nur um die wirtschaftliche Ausbeutung des Spaßfaktors in der Gesellschaft.

2.) EVENTIM versteht sich auch als Vermittler von Karten zu Events wie Konzerten, Theateraufführungen, Sport und andere Großveranstaltungen. Als provisionsabhängiger Servicepartner für Künstler, Veranstalter und Events. Damit dann auch als „Förderer der Künste“ an sich. Das ist ungefähr genauso zu sehen, wie Immobilienmakler sich als „Förderer der Architektur“ bezeichnen könnten.

3.) Ohne Einnahmen, aber mit laufenden Fixkosten, hat EVENTIM unlängst einen beträchtlichen Anteil seiner Mitarbeiter in das endgültige und künstlerisch wertvolle „Dauerhomeoffice“ geschickt und dazu „Fördermittel“ der Agentur für Arbeit – ebenfalls dann wohl dauerhaft, in Anspruch genommen. Diese Leute nun als arbeitslos zu bezeichnen verbietet sich natürlich zu sagen, nur zeigt es auf, wessen Geistes Kind das Management so ist.

 

4.) Natürlich muss man marketingtechnisch etwas tun, damit die schon verkauften Tickets, deren Geld man nun hortet und das mitunter auch in die Deckung der laufenden Kosten fließt, nicht… wieder abfließt.
Karten zu Sportveranstaltungen, Konzerten usw. führen halt nicht zu den gebuchten, aber nun abgesagten Veranstaltungen. Gern verweist man auf die AGBs wenn es um Rückzahlungen geht. Man behilft sich mit Gutscheinen und möglichen Wandlungsangeboten und beruft sich auf „höhere Gewalt“, was Haftungen – also RÜCKZAHLUNGEN! – ausschließen soll.

5.) Wenn also Rückzahlungen ausgeschlossen werden sollen, Künstler und Vereine ihren Teil wegen Ausfall der Veranstaltungen auch nicht bekommen sollen, dann heißt das doch unter dem Strich, dass EVENTIM das Geld behalten will…


6.) Und als Marketingkracher sagt man daher das populäre Wort „Impfpflicht“ und suggeriert damit denen, die in der merkelschen Tonlage von „Gesellschaftspflicht der Impfung“ pfeifen, im politkonformen Gleichschritt zu sein und hofft darauf mit solchen Musikstücken Hilfsgelder ZUSÄTZLICH abgreifen zu dürfen.

7.) Die Spaltung der Gesellschaft hinsichtlich der Impfung geht rasant weiter. Die Zustimmung zur Impfung und deren möglichen Folgen sinkt unter bald unter 50%. Die Zustimmung zu dem, was EU und Regierung samt gekauften Beratern rechtlich, planerisch, organisatorisch und/oder medial so treibt ist bei 50% angekommen. Nur noch die Nibelungentreuen schwenken das Fähnlein mit der Raute anstatt dem Bundesadler auf der Fahne.
Warum also 50% der EVENTIM-Kunden, ggf. auch die, die schon Karten gekauft haben, vergraulen und auf die Barrikaden bringen? Denn 50% der Kartenkäufer sind schon rein statistisch gesehen Impfgegner…

 

8.) Wenn also 50% der Kartenkäufer Impfgegner sind, diese nach Verlautbarung des Managements von EVENTIM nicht in die Veranstaltungen dürfen, welchen Grund gibt es für diese Menschen denn nun noch die Karten behalten zu wollen???
Ergo wollen sie diese nun zurückgeben, was aber nach gewissen AGBs von EVENTIM ausgeschlossen ist. Sein soll… „Höhere Gewalt“, so sagt man führt zum Haftungsausschluss. Also zum Verlust des Geldes.

 

9.) Ein Management beschließt einseitig den Vertrag mit einer Prämisse zu bereichern, von sich aus und ohne gesetzlich zwingendem Grund oder gar strikter Vorgabe, und schließt die Haftung aus?
Der weniger geneigte Käufer fühlt sich an Wirecard und Schummeldiesel erinnert.

10.) Wie tief muss das Unternehmen EVENTIM denn in der Krise stecken, um auf ein solches Szenario zurückgreifen zu wollen? Und dann zu hoffen, dass es nicht auffällt? Ggf. Medien, Kunden und Aufsichtsgremien hier schweigend mitspielen? Weil das Wort „Impfpflicht“ in einem freiwilligen aber in den sonstigen Medien positiven Zusammenhang fiel? Einen genehmen Zungenschlag hat?
Spätestens der sich aufbauende und schon stattfindende Shitstorm in den Social Media zeigt doch, dass die Medien hier EVENTIM kaum zur Seite springen werden. Auch politisch kaum Hilfe zu sehen sein wird, da Hunderttausende von Kunden ganz offensichtlich mit großer Reibungswärme über den Tisch gezogen werden könnten. Und eben diese fühlbare Reibungswärme führt bei Kunden im Superwahljahr 2021 zu wenig politischer Unterstützung.
Ergo geht auch das vermutliche Sekundärziel von EVENTIM, Hilfen zu bekommen, so eher nicht in Erfüllung.

11.) Könnte EVENTIM also tatsächlich mehr Kunden gewinnen, als es gerade verliert? Bei einem 50:50-Szenario eher nicht. Wo sollen auch die Leute zusätzlich(!) herkommen, die in wirtschaftlich katastrophaler Zeit bereit wären die seit Jahren völlig überhöhen Preisforderungen für Eventveranstaltungen zu bezahlen?

12.) Wenn also das Ziel von zusätzlichen Kunden und zusätzlichen Hilfen unerfüllt bleibt, und dieses bei aktuellem Null-Umsatz aus Veranstaltungen, wie ist dann das Kerngeschäft und damit die Überlebensfähigkeit von EVENTIM am Markt zu beurteilen? Und wie eine wie auch immer geartete Gutschrift oder Erwartungshaltung, dass man für seine bezahlte Karte eine Leistung bekommt?? Wann auch immer… Egal ob geimpft oder nicht? Und dazu sagt die Politik nichts.

13.) Ergo WAS tun?

Anders ausgedrückt: nach all dem, was oben einmal in logischer Folge gesagt wurde, was würde unsere Oma tun, wenn man sie fragt, was zu tun sei?

„Oma, die haben mein Geld für eine Karte, wollen mich aber nicht reinlassen, wenn ich nicht geimpft bin, ich will mich aber nicht impfen lassen / und ich sehe die Forderung als unmoralisch an, und daher frage ich dich, was soll ich tun?“

 

Und Oma antwortet:
„Mein Kind. Du musst ihnen vertrauen. Die werden dir mit Sicherheit etwas für dein Geld geben. Und natürlich wird alles gut. Im großen und ganzen läuft doch alles richtig. – WIR SCHAFFEN DAS!

Die Mitglieder der Redaktion haben beschlossen ihr Geld für die Karten zurückzufordern und setzen alles daran das Geld auch zu bekommen. Ja verdammt, wir haben nicht auf Oma gehört. Denn die muss es wohl hinter sich haben. Oder wir haben die falsche Oma gefragt.

 

Und ganz nebenbei: für unbedarfte Verbraucher hört sich CTS EVENTIM AG & Co. KGaA gerade im Coronazeiten echt vertrauensfördernd an…

 

Als kleiner Nachschlag, auf den uns unsere Leser aufmerksam machten…

Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg hat mit der Regierung verhandelt nun auch IMPFTERMINE(!!) zu vergeben. Da die Event-Branche aus dem letzten Loch pfeift hat der Herr S. nun ein neues Geschäftsfeld entdeckt und musste dafür wohl auch ein paar Konzessionen hinsichtlich Ethik und Moral machen. Oder anders ausgedrückt: er hat wohl den inoffiziellen Regierungskurs zur Impflicht – die es ja bekanntlich nicht gibt oder geben soll – als Unternehmensrichtlinie übernommen, um so rein geschäftlich gedacht die Impfterminvergabe bei sich als neues Kerngeschäft anzukurbeln.
Das ist löblich, denn die Regierung ist noch nicht einmal mit einem halben Jahr Vorlauf in der Lage das zu schaffen. Nun ist zumindest das technische Know-how da, um einen Termin zu bekommen… 

Es wäre schön Herr Schulenberg, wenn Sie es auch schaffen würden über diesen Weg Kartenrücknahmen zu organisieren. Was da an nun freien Plätzen reinkommt können Sie geneigten Regierungsmitgliedern verkaufen. Aber bitte privat. Nicht, dass Ministerien Kontingente mit Steuergeldern ankaufen. Sie wollen doch nicht als Coronaprofiteur dastehen oder? 

Die Redaktion hat sich bemüht an dieser Stelle eine Vaseline-Werbung zu schalten, musste sich aber mit dem Wiki-Eintrag zufrieden geben… (HIER). 

 


Der Autor Sascha Rauschenberger

 

Sascha Rauschenberger, geboren 1966 in Wattenscheid, ging nach dem Abitur zur Bundeswehr, wo er als Panzeraufklärer und Nachrichtenoffizier Dienst tat.

Er diente, unter anderem als Reservist, in vier Auslandseinsätzen, zuletzt als Militärberater in Afghanistan.

Seit 2000 ist er als Unternehmensberater im Bereich Projektmanagement und Arbeitsorganisation (Future Work) tätig.

 


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