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MT bezieht klare Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen


Mit einer deutlichen Niederlage im Auswärtsspiel bei den Rhein-Neckar Löwen ist die MT Melsungen am Sonntag in die Schlussphase der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga gestartet. Die Nordhessen konnten nur in den ersten 10 Minuten das Spiel offen gestalten und wurden nach einem 4:4-Zwischenstand vom Tabellenvierten mit 31:22 (15:10) förmlich an die Wand gespielt. Überragend bei den Gastgebern als Torschütze war Uwe Gensheimer mit 10 Treffern aus 11 Versuchen. Darüber hinaus glänzte der 19-jährige Ersatztorwart David Späth mit 40 Prozent gehaltener Bälle. Auf Seiten der MT konnten im Angriff lediglich Timo Kastening und Kai Häfner (jeweils 5 Tore) vereinzelt Akzente setzen.

Die MT Melsungen war in Bestbesetzung nach Mannheim gereist und traf dort auf einen Gastgeber, dem die erstmalige Zuschauerpräsenz in dieser Saison sichtlich Auftrieb zu geben schien. Auch wenn nur 250 Fans in der riesigen SAP-Arena zugelassen waren, ließen die Rhein-Neckar Löwen vom Start weg erkennen, dass sie die für ihr Kommen belohnen wollten. Nachdem Kai Häfner im ersten Angriff des Spiels mit seinem Wurf an Nachwuchskeeper David Späth gescheitert war, nutzte ausgerechnet der mit nach vorne gestürmte Abwehrspezialist Mait Patrail die Gelegenheit, nach genau 59 Sekunden das 1:0 zu erzielen.

Weil in der Folge auch Timo Kastening freistehend von David Späth entzaubert wurde, Nebojsa Simic Löwen-Routinier Andy Schmid einen Ball abkaufte, im Gegenzug Kai Häfner ein Fehlpass unterlief und dann Schmid mit seinem zweiten Wurfversuch erfolgreich war, durften sich die Gelbhemden nach knapp drei Minuten über eine 2:0-Führung freuen.

Dann aber schlugen die Rotweißen gleich doppelt über ihre Flügelzange zurück: Yves Kunkel nach herrlichem Diagonalpass von Domagoj Pavlovic und Timo Kastening nach perfektem Steal. So war beim 2:2 wieder alles offen. Ebenso beim 3:3 nach Toren von Lukas Nielsson und Domagoj Pavlovic.

In den anschließenden rund viereinhalb Minuten und nach dem Führungstreffer von Andy Schmid zum 4:3 lief es auf beiden Seiten in der Offensive ziemlich unrund: Julius Kühn trifft nur den Pfosten, Uwe Gensheimer vergibt aus aussichtreicher Position, Kai Häfner unterläuft ein Fehlpass, Andy Schmid scheitert bei Abschluss eines Kempa-Tricks am blitzschnell reagierenden Nebojsa Simic, ehe Timo Kastening per Gegenstoß diese Phase mit dem Ausgleich zum 4:4 beendet.  

Soweit so gut. Die MT verzichtete in der Abwehr in dieser Anfangsphase auf den ansonsten praktizierten Spezialistenwechsel Angriff/Abwehr mit Finn Lemke. Gudmundur Gudmundsson hatte sich für einen 5:1-Variante entschieden mit Domagoj Pavlovic auf der Spitze. Der Gegner operierte mit einer etwas offensiver ausgerichteten 6:0-Formation, die vor allem das Augenmerk auf Julius Kühn und Domagoj Pavlovic legte. Während dieser Plan bei den Löwen recht gut aufging, bekam die MT-Hintermannschaft zusehends Probleme.

Was aber nicht der alleinige Grund dafür war, dass die Nordhessen innerhalb von nur vier Minuten mit 4:8 ins Hintertreffen gerieten. Denn nach dem 5:4 durch Jannik Kohlbacher erhielt  Ymir Örn Gislason eine Zeitstrafe. In der Überzahlphase leistete sich die MT gleich drei fehlerhafte Angriffe, währenddessen sich Kohlbacher erneut durchsetzen konnte. Den 4:0-Lauf komplettierten dann Lukas Nilsson und Andy Schmid.

Nach einer Viertelstunde, beim Stand von 9:5, nahm Gudmundur Gudmundsson eine Auszeit, beorderte anschließend Finn Lemke als Abwehrcenter aufs Feld, um von der 5:1- auf die 6:0-Variante umzustellen. Den Platz von Felix Danner nahm hinten wie vorne  Arnar Arnarsson ein. Die taktische und personelle Umstellung brachte jedoch nicht die erhoffte Wende. Im Gegenteil – Fehler im Angriff und mangelnde Effizienz in der Defensive ermöglichten es den Hausherren auf 13:6 und 14:7 davonzuziehen. Zwischenzeitlich waren für die etwas glücklosen Halbangreifer Julius Kühn und Kai Häfner Ole Pregler und Stefan Salger aufs Feld gekommen.

In der Schlussphase des ersten Durchgangs konnten die Nordhessen den Abstand auf fünf Tore reduzieren. Kai Häfner hatte die Verschaufpause gut getan, der Linkshänder belebte die Offensive und trat noch zweimal als Schütze auf den Plan. Mit 15:10 ging es in die Kabinen.

Der zweite Durchgang begann ähnlich wie der erste. Die Rhein-Neckar Löwen übernahmen vom Wiederanpfiff an die Initiative und zeigten innerhalb von nur 204 Sekunden mit vier Treffern in Folge (Albin Lagergren, zweimal Uwe Gensheimer und Andy Schmid) überaus deutlich, dass sie Herr im Hause bleiben wollten. Spätestens mit diesem Zwischenenstand von 19:10 hatten die Gelbhemden die Basis für das Ende ihrer Durststrecke von fünf sieglosen Spielen gelegt.  

Dennoch wollte dies die MT zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht wahrhaben. Zwar erhielt auch Silvio Heinevetter, der zur zweiten Halbzeit Nebojsa Simic abgelöst hatte, von seinen Vorderleuten nicht mehr Unterstützung, trug aber mit zwei tollen Paraden dazu bei, den Rückstand auf  20:14 (38.) zu verkürzen. Die Tore hatten derweil Kai Häfner, Timo Kastening (2) und Domagoj Pavlovic besorgt. War jetzt vielleicht nochmal etwas drin für die MT?

Uwe Gensheimer war es, der die zart aufkeimenden Hoffnungen der Nordhessen mit zwei Toren, davon eines von der Siebenmeterlinie, schnell erstickte (22:14, 40.). Wie sehr dies Gudmundur Gudmundsson in Rage gebracht hatte, machte der MT-Coach mit einer entsprechend lauten Ansprache in der anschließend genommenen Auszeit deutlich. Es sollte ein Wachrüttler sein. Aber rund fünf Minuten später erzielte  Andy Schmid die erste 10-Tore-Führung für die Löwen.

Die Melsunger Angreifer waren da zugegebenermaßen auch etwas im Pech, So traf etwa Julius Kühn zwischenzeitlich nur den Pfosten und Tobias Reichmann zog den von Felix Danner herausgeholten Strafwurf knapp übers Tor. Viel nachteiliger aber fiel ins Gewicht, dass es die Abwehr den gegnerischen Angreifern zu einfach machte. Die konnten sich oft mit einigen schnellen Schritten bei nur wenig Körperkontakt bis zum Sechsmeterkreis vorarbeiten, um dem Keeper von dort aus dann kaum eine Chance zu lassen. Und als Niclas Kirkeløkke knapp acht Minuten vor dem Ende den Vorsprung gar auf 11 Tore vergrößerte (29:18), war für die Nordhessen endgültig die Messe gelesen.

Auf beiden Seiten gaben die Trainer dann noch Spielern, die bis dahin gar nicht oder kaum zum Einsatz gekommen waren, Gelegenheiten. Bei den Löwen zum Beispiel Philipp Ahouansou, dem von Halblinks ein Treffer gelang. Für den mit 12 Paraden überragenden A-Jugendlichen David Späth (19) kam der noch ein Jahr jüngere Mats Grupe zwischen die Pfosten – er zeichnete sich noch zweimal aus. Hintergrund: Bei den Rhein-Neckar Löwen sind die Stammtorhüter Mikael Appelgren und Nikolas Katsigiannis verletzt und Andreas Palicka saß angeschlagen nur als Notnagel auf der Bank. Bei der MT kamen noch Ole Pregler und Stefan Salger zu weiteren Kurzeinsätzen.     

Rhein-Neckar Löwen – MT Melsungen 31:22 (15:10)

Rhein-Neckar Löwen: Späth, (1.-53. Min., 12 Paraden / 19 Gegentore), Grupe (54.-60. Min., 2 P. / 3 G.), Palicka (n.e.) – Schmid 7, Gensheimer 10/3, Veigel, Kirkeløkke 1, Lagarde 1, Patrai 1, Ahouansou 1, Abutovic, Lagergren 4, Gislason 1, Nielsen, Nilsson 2, Kohlbacher 3 – Trainer: Klaus Gärtner, Martin Schwalb

MT Melsungen: Simic (1.-30. Min., 4 Paraden / 15 Gegentore), Heinevetter (ab 31.-60 Min., 6 P. / 16 G.), – Maric, Kühn 2, Lemke 1, Allendorf, Reichmann 3, Kunkel 3, Mikkelsen, Danner, Arnarsson, Pregler, Häfner 5, Salger, Kastening 5, Pavlovic 3 – Trainer: Gudmundur Gudmundsson.

Schiedsrichter: Fabian Baumgart (Neuried) / Sascha Wild (Offenburg).

Zeitstrafen: 4 Min. – 4 Min. (Gislason, 10:45 Min., Kohlbacher, 23:28 Min. – Danner, 15:10 Min., Salger, 20:05 Min.)

Siebenmeter: 3/3 – 0/2 (Reichmann scheitert an Späth, 16:08 Min., Reichmann wirft über das Tor, 46:23 Min.)

Spielort: SAP Arena Mannheim, 250 Zuschauer

Das nächste Spiel:
Do., 17.06.21, 19:00 Uhr, MT Melsungen – TSV Hannover-Burgdorf, Rothenbach-Halle Kassel





MT bei den Rhein-Neckar Löwen: Wird auch das Rückspiel zum Krimi?


Die LIQUI MOLY Handball-Bundesliga biegt mit dem 34. von 38 Spieltagen auf die Zielgerade ein. Für die MT Melsungen bedeutet das: Auswärtsauftritt bei den Rhein-Neckar Löwen. Zum Spiel am Sonntag in Mannheim werden die Gastgeber erstmalig in dieser Saison Zuschauer in der SAP-Arena begrüßen können. Anwurf ist um 16:00 Uhr – Sky überträgt live.

Mit dem 30:28-Derbysieg am vergangenen Sonntag gegen die HSG Wetzlar hat die MT Melsungen nur zwei Tage nach dem schmerzlichen Ausgang des REWE Final4 ein überaus starkes Statement abgegeben. “Die Mannschaft hat hier eine Riesenmoral bewiesen, ich habe ihr deshalb anschließend gesagt, dass ich sehr stolz auf sie bin”, blickt Trainer Gudmundur Gudmundsson kurz zurück. Wieviel Wert dieser Erfolg auf den letzten Metern der Saison ist, auf dem die Nordhessen unbedingt noch weiter Boden gut machen wollen, wird sich am Sonntag in Mannheim zeigen.

In der “Quadrate-Stadt” bekommen es Kühn & Co. mit einem Kontrahenten zu tun, der in der Tabelle zwar zwei Plätze und fünf Zähler voraus ist, aber angesichts dessen aktueller Leistungskurve nicht als unschlagbar erscheint. Zumal die MT schon im Hinspiel im April in Kassel drauf und dran war, dem Favoriten ein Bein zu stellen. Das Match entwickelte sich zum Krimi und stand bis kurz vor Schluss auf des Messers Schneide. Spielmacher Andy Schmid war es dann, der mit einem verwandelten Siebenmeter zum 26:25 den Sieg zugunsten seines Teams sicherte. 

In den letzten Wochen vermag offenbar aber auch der geniale Denker, Lenker und Vollstrecker seiner Mannschaft nicht aus dem Tief heraus zu helfen. Die Löwen bilanzieren 1:9 Punkte aus den letzten fünf Spielen, mussten dabei unter anderem Niederlagen gegen normalerweise für sie schlagbare Gegner wie Erlangen, Stuttgart und Balingen hinnehmen. Darüber hinaus brachte auch das Ende Mai ausgerichtete Final Four in der European League nicht den erhofften Erfolg. Ebensowenig die eigens dafür getätigte Blitzverpflichtung des Ex-Löwen Kim Ekdahl Du Rietz. In dem Vierer-Teilnehmerfeld mit Berlin, Magdeburg und dem polnischen Vertreter Wisla Plock reichte es “nur” zu Platz 3.

“Dieses Tief der Löwen ist für uns gar nicht gut. Die werden darauf brennen, sich jetzt zum Ende der Saison darauszuarbeiten, egal in welcher Besetzung”, befürchtet Gudmundur Gudmundsson. Der MT-Trainer hofft dennoch wieder auf ein Spiel auf Augenhöhe – so wie im April in Kassel. Damals hätten wir mit unserem letzten Gegenstoß zumindest noch ein verdientes Unentschieden erreichen können. Das hat aber leider nicht geklappt. Wir haben jetzt in der Vorbereitung dieses Spiel besonders intensiv analysiert und wollen möglichst wieder daran anknüpfen”.

Gudmundur Gudmundsson wird am Sonntag zum ersten Mal seit Januar 2020 wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren. Damals war der ehemalige Löwen-Coach (2010-2014) in seiner Funktion als isländischer Nationaltrainer in der SAP-Arena zu Gast. “Das war ein sehr schönes Gefühl, als ich bei der Mannschaftsvorstellung und der Nennung meines Namens von den vielen Fans einen richtig tollen Applaus bekam”, erinnert sich “Gudmi”. Die Fans in der ausverkauften Halle hatten natürlich nicht vergessen, dass die Löwen mit dem Isländer mit der Deutschen Vizemeisterschaft und den EHF-Cup -Sieg ihrer ersten größeren Vereinserfolge erringen konnten.

Beifall für Gudmi wird es möglicherweise auch am Sonntag wieder geben, dann allerdings nicht in einer ausverkauften Arena. Aus Pandemiegründen sind nämlich nur 250 Besucher in der über 13.000 Plätze bietenden Spielstätte zugelassen.

Die Gastgeber beklagen derzeit eine Reihe verletzter Stammspieler, unter anderem Ex-MT-Keeper Mikael Appelgren und Rechtsaußen Patrick Groetzki. Hingegen reist die MT nach ihrem Abschlusstraining bereits am Samstagmittag nach Mannheim – und das sehr wahrscheinlich in voller Besetzung. Löwen-Co-Trainer Klaus Gärtner warnt: “Melsungen hat eine robuste Mannschaft, die uns körperlich überlegen ist”. Ob die Nordhessen daraus Kapital schlagen können, muss sich am Sonntag zeigen.

Schiedsrichter in Mannheim:
Fabian Baumgart (Neuried) / Sascha Wild (Offenburg); DHB-Spielaufsicht: Frank Wenz.

Bisherige Erstligavergleiche MT Melsungen – Rhein-Neckar Löwen
31 Spiele, davon 7 Siege MT, 23 Siege RNL, 1 Remis
Letzter Vergleich:
01.04.21: MT Melsungen – Rhein-Neckar Löwen 25:26 (14:15)

Live-Berichterstattung:
15:30 Uhr: Sky startet mit der Konferenz und mit Vorberichten, u.a. Interview mit  Julius Kühn. Das Spiel aus der Mannheimer SAP-Arena kommentiert anschließend Florian Schmidt-Sommerfeld

Infos zum Gegner:
www.rhein-neckar-loewen.de

 





Hart, härter, HBL: Ligaendspurt mit 5 Spielen in 15 Tagen

 

Die Clubs der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga (HBL) setzen zum Endspurt an. Die Mammutsaison 2020/2021 mit ihren 20 Teams und 38 Spieltagen biegt auf die Zielgerade ein. Und die hat es nochmal gewaltig in sich. Die MT Melsungen etwa muss innerhalb von 15 Tagen noch fünf Spiele absolvieren. Härter könnte das Restprogramm kaum sein. Dabei zeichnet sich ab, dass in den meisten Arenen nach über acht Monaten verwaister Tribünen sogar nochmal vor Publikum gespielt werden darf.    

Wer hätte im Spätsommer letzten Jahres gedacht, dass die 55. Handball-Bundesligasaison angesichts der pandemiebedingten Unwägbarkeiten überhaupt in dem geplanten Umfang durchgeführt werden kann? Noch dazu in der XXL-Variante mit 20 Mannschaften und 38 Spieltagen. Inzwischen sind die beiden letzten Wochen dieser Meisterschaftsrunde angebrochen. Mit Ausnahme vom frischgebackenen DHB-Pokalsieger TBV Lemgo Lippe, der noch sechs Ligaspiele zu absolvieren hat, müssen alle anderen Teams “nur noch” vier-, bzw. fünfmal ran. So auch die MT Melsungen, deren Anwurfzeiten für das Restprogramm von der HBL jetzt fixiert wurden.

Dabei warten ausnahmslos schwere Brocken auf die Nordhessen. Neben dem Tabellenvierten und -fünften Rhein-Neckar Löwen und Füchse Berlin und den schwer auszurechnenden Stuttgartern bekommen es Kühn & Co. auch noch mit den beiden Kontrahenten aus dem letzte Woche ausgetragenen REWE Final4, Hannover und Lemgo, zu tun. Besonders brisant: Der langjährige Rivale aus dem Lipperland, den man im Liga-Hinspiel Anfang Oktober noch klar bezwungen hatte – übrigens das bislang einzige Saisonheimspiel vor Publikum – rächte sich ausgerechnet im Pokalfinale in Hamburg. Gegen die vier anderen Gegner im Ligaendspurt hatte die MT ihre Hinspiele jeweils verloren.

MT will noch Boden gut machen

Schwere Brocken hin oder her, das MT-Team hofft, auf den letzten Metern noch Boden gut machen zu können und in der Tabelle noch etwas nach oben zu klettern. Erst recht, nachdem der Traum vom DHB-Pokal jäh geplatzt ist. Ob es am Ende noch zu einer Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb reicht, wird sich zeigen. Aktuell rangieren die Nordhessen mit 38:28 Punkten auf Platz sechs, vier Zähler hinter den Füchsen Berlin und fünf hinter dem Vierten Rhein-Neckar Löwen. Dabei ist das Restprogramm dieser beiden Clubs mindestens so deftig, wie das der Melsunger.

Endlich wieder Fans auf den Tribünen

Die Hoffnung, angesichts bundesweit sinkender Inzidenzwerte in dieser Schlussphase noch Zuschauer in den Arenen begrüßen zu dürfen, hat sich für die meisten Clubs inzwischen erfüllt. Die Rhein-Neckar Löwen dürfen zum Spiel gegen die MT am Sonntag 250 Fans in die 14.500 Plätze bietenden SAP Arena einlassen. In der Lemgoer Phoenix Contact Arena (5.000 Pl.) sind gegenwärtig immerhin 500 und in der Stuttgarter Porsche Arena (6.000 Pl.) 250 Besucher erlaubt.

“Wir stehen in engem Kontakt mit den zuständigen Ämtern und werden – sofern erlaubt – alles daransetzen, dass wir unsere beiden letzten Heimspiele vor Publikum austragen dürfen. Wir bauen dabei auf unser Konzept, welches wir mit mehreren Partnerunternehmen unter großem Aufwand vor der Saison erstellt haben und das damals in der Umsetzung perfekt funktionierte”, erklärt MT-Vorstand Axel Geerken. Am 6. Oktober letzten Jahres, im Heimspiel gegen Lemgo, waren aufgrund der ausgeklügelten Planung und unter Erweiterung des Sitzplatzangebots rund 2.000 Fans in der Kasseler Rothenbach-Halle zugelassen – 1.720 hatten damals davon Gebrauch gemacht.

Das Restprogramm der MT Melsungen im Überblick:

  • So., 13.06.21, 16:00 Uhr, Rhein-Neckar Löwen – MT Melsungen, SAP Arena Mannheim
  • Do., 17.06.21, 19:00 Uhr, MT Melsungen – TSV Hannover-Burgdorf, Rothenbach-Halle Kassel
  • So., 20.06.21, 16:00 Uhr, TBV Lemgo Lippe – MT Melsungen, Phoenix Contact Arena Lemgo
  • Mi., 23.06.21,  19:00 Uhr, MT Melsungen – Füchse Berlin, Rothenbach-Halle Kassel
  • So., 27.06.20, 15:30 Uhr, TVB Stuttgart – MT Melsungen Porsche Arena Stuttgart

 

OV von MT Melsungen




Hessenderby: Melsungen schlägt Wetzlar auch im Rückspiel


Mit einem knappen, aber verdienten Sieg im Hessenderby hat sich die MT Melsungen nach der Pokal-Enttäuschung in der Liga schadlos gehalten. Mit 30:28 (17:15) bezwangen die Nordhessen am Sonntag die HSG Wetzlar auch im Rückspiel und zogen damit in der Tabelle an den Mittelhessen vorbei. Dabei war ihnen der Kräfteverschleiß deutlich anzumerken gegen Gäste, die eine ganze Woche Zeit zur Vorbereitung hatten. Garant des Sieges war trotz neun Toren von Timo Kastening bei neun Versuchen, Schlussmann Silvio Heinevetter. Der verbuchte nämlich unter seinen 16 Paraden auch drei gehaltene Siebenmeter und avancierte zum eindeutigen Matchwinner für die MT. Wetzlar hatte im achtmal erfolgreichen Lenny Rubin seinen auffälligsten Akteur.

Ohne Michael Allendorf, der sich im Pokalfinale vor zwei Tagen eine Zerrung zugezogen hatte und für den Yves Kunkel übernahm, aber auch ohne Felix Danner mussten die Nordhessen das Spiel beginnen. Der künftige Wetzlarer plagte sich mit Rückenschmerzen. Für Danner in der Innenverteidigung neben Kapitän Finn Lemke: Arnar Freyr Arnarsson. Auch die Wetzlarer waren von Ausfällen nicht verschont: mit Alexander Feld, Olle Schefvert und Stefan Cavor fehlten ihnen gleich drei Stammkräfte. Und noch eine weitere personelle Änderung gab es auf Seiten der MT: Timo Kastening besetzte wieder die rechte Außenbahn und war sofort hellwach: zwei Tempogegenstöße, zwei Tore zum frühen 3:1 (3.).

Auch wenn die Gäste diesen Rückstand schnell wieder egalisierten war deutlich: Melsungen war um viel Tempo bemüht. Das klappte nicht immer, wenn sich die Mittelhessen hinten sortieren konnten. Ansonsten aber wurde nicht lange taktiert, sondern aktiv die beste Anspielstation gesucht. Das war oft Kastening, der mit dem 7:5 bereits zum vierten Mal traf, nachdem gerade zuvor Yves Kunkel im Gegenstoß erfolgreich gewesen war. Dem wurde die Geschwindigkeit kurz darauf jedoch zum Verhängnis, als er beim Wechsel zu schnell aufs Feld wollte und die erste Strafe der Partie kassierte. Melsungen blieb trotzdem konzentriert und baute den Abstand mit Arnar Freyr Arnarssons Nachsetzen zum 9:6 aus (14.).

Wetzlar blieb dennoch dran, konnte über den agilen Ivan Srsen sogar wieder auf 10:9 aufschließen und hatte auch die Chance zum Ausgleich. Die aber vereitelte Heinevetter mit einer tollen Parade bei Maximilian Holsts Siebenmeter. Vorn besaß die MT ohnehin immer eine Antwort auf das, was Wetzlar anstellte, und die hieß Timo Kastening. Ob als Leger, Kunstwurf ins lange Dreieck, als genialen Dreher vorbei am eingewechselten Tibor Ivanisevic oder in den leeren Kasten, als es die Gäste mit dem Siebten Feldspieler versuchten und an Finn Lemke hängen blieben – der Rechtsaußen machte mit dem 15:11 schon seinen siebten Treffer des Tages und zwang Kai Wandschneider damit zur Auszeit. Aus der die Gäste schwungvoll zurückkamen. Kristian Björnsen verwertete Emil Mellegards Kempa-Anspiel zum 16:14 und traf zum 17:15 (29.). Noch größeres Ungemach verhinderte zum Glück Silvio Heinevetter mit seiner Rettungstat gegen Lenny Rubin unmittelbar vor der Halbzeitsirene.

Auch aus der Kabine zurück brachte die HSG etwas mehr Spielfreude mit. Und frische Kräfte: Lars Weißgerber und Philip Henningsson trafen, Emil Mellegard auch – unentschieden 19:19 (34.). Julius Kühn und immer wieder Heinevetter stemmten sich dagegen und hielten eine knappe Führung und wenigstens das Remis, als Wetzlar erneut ausgeglichen hatte. Auch Kastening war wieder zur Stelle als es brenzlig wurde (21:20, 39.). Spielerische Linie war auf beiden Seiten nur noch wenig drin, dafür wurde die Partie zum packenden Kampfspiel. Die Deckungsreihen lieferten Höchstleistungen ab, Siebenmeter kamen zwangsläufig. Tobias Reichmann verwandelte seinen sicher zum 22:21, Max Holst scheiterte zum zweiten Mal an Heinevetter (43.). Dennoch glich Filip Mirkulovski einmal mehr aus – mit dem ersten Feldtor nach fast sechs langen Minuten (45.).

Dass Björnsen eine der trotz der abwehrlastigen Partie seltenen Strafen absitzen musste, kam vor allem Yves Kunkel entgegen. Zweimal wurde er mustergültig freigespielt, zweimal traf er. Und nachdem Heinevetter seine dreizehnte Parade abgeliefert hatte, sogar gegen vollzählige Wetzlarer. Die vierzehnte schließlich nutzte Finn Lemke zum Gegenstoß – Melsungen führte 26:23 (51.). Heinevetter aber hatte noch längst nicht genug. Gegen Lars Weißgerber holte er sich den dritten Siebenmeter des Tages und als Björnsen seine zweite Strafzeit absitzen musste, legten seine Mitstreiter im Feld nach: Kunkel und Pavlovic erhöhten auf 28:23 (54.).

Das hätte die Vorentscheidung sein müssen. Doch weil Julius Kühn nicht am zurückgewechselten Till Klimpke vorbei kam, Kai Häfner nur den Innenpfosten traf und auf der Gegenseite zweimal Lenny Rubin sowie Magnus Frederiksen trafen, war etwas mehr als drei Minuten vor Schluss plötzlich doch wieder Feuer drin. Und obwohl Silvio Heinevetter ganz stark gegen Frederiksen im Gegenstoß parierte, gelang Philip Henningsson sogar der Anschluss. Dann trafen Kühn und Rubin – 29:28, nur noch 37 Sekunden zu gehen. Der Rest war blanke Routine: Gudmundur Gudmundsson zog bei 22 Sekunden Rest die Grüne Karte, sieben Sekunden vor Schluss pflügte Kai Häfner unwiderstehlich durch die konsternierte HSG-Deckung und warf ein zum Endstand. Eine Energieleistung mit dem dritten Spiel innerhalb von vier Tagen hatte aus Sicht der MT doch noch ihr gutes Ende gefunden.

Stimmen zum Spiel

Gudmundur Gudmundsson: Es war damit zu rechnen, dass es schwer wird. Und ich bin stolz auf meine Mannschaft, mit welcher Art und Weise sie das heute gemacht hat. Wir haben wirklich ein Hammerprogramm hinter uns. Wir waren leer nach dem Pokalspiel. Aber wie wir heute angefangen haben, das war richtig gut. Die Abwehr stand und gegen eine gute Wetzlarer Mannschaft haben wir auch vorn immer wieder Lösungen gefunden. Dazu hatten wir einen überragenden Silvio Heinevetter hinter uns. Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft, sie hat heute Charakter gezeigt.

Kai Wandschneider: Herzlichen Glückwunsch an Gudmi, Finn und die MT Melsungen zum Sieg. Man muss natürlich einordnen, dass Melsungen ein Hammerprogramm hinter sich hat. Deswegen hatten wir uns auch was ausgerechnet. Wir haben es immerhin besser gemacht als in der Hinrunde, aber ich bin damit trotzdem nicht zufrieden. Wir sind an Silvio Heinevetter gescheitert. Zum Schluss kamen wir ja nochmal ran, sind dann aber wieder an diesem tollen Keeper gescheitert. Bei uns haben die allerletzte Konsequenz und das Umschalten nach Ballgewinnen gefehlt. Normalerweise müssen wir uns über Tempogegenstöße für die gute Abwehrarbeit belohnen, haben das aber heute nicht geschafft.

Die weiteren Stimmen der Kapitäne Finn Lemke (MT) und Kristian Björnsen (HSG) entnehmen Sie dem Livemitschnitt der Pressekonferenz auf YouTube.

MT Melsungen – HSG Wetzlar 30:28 (17:15)

MT Melsungen: Heinevetter (16 Paraden / 28 Gegentore), Simic (n. e.) – Maric, Kühn 6, Lemke 1, Kompenhans, Reichmann 3/3, Kunkel 5, Mikkelsen, Arnarsson 1, Pregler, Häfner 2, Salger 1, Kastening 9, Pavlovic 2 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

HSG Wetzlar: T. Klimpke (3 P. / 16 G.), Ivanisevic (5 P. / 14 G.), Suljakovic (n. e.) – Srsen 4, Henningsson 2, Björnsen 6, O. Klimpke, Mirkulovski 2, Weissgerber 1, Holst 1/1, Fredriksen 1, Gempp, Mellegard 3, Rubin 8, Lindskog – Trainer Kai Wandschneider.

Schiedsrichterinnen: Tanja Kuttler (Meckenbeuren) / Maike Merz (Oberteuringen)

Zeitstrafen: 4 – 6 (Kunkel 12:01, Pavlovic 26:58 – Rubin 18:56, Björnsen 45:06 51:54)

Strafwürfe: 3/3 – 4/1 (Holst scheitert an Heinevetter 17:26 und 42:38 Min., Weißgerber scheitert an Heinevetter 51:24 Min.)

Spielort: Rothenbach-Halle Kassel, ohne Zuschauer

Die beiden nächsten Spiele:
So., 13.06.21, 16:00 Uhr, Rhein-Neckar Löwen – MT Melsungen, SAP Arena Mannheim
Do., 17.06.21, 19:00 Uhr, MT Melsungen – TSV Hannover-Burgdorf, Rothenbach-Halle Kassel





Hessenderby als Auftakt eines langgezogenen Saisonendspurts


Was für ein Pflichtspielprogramm: Wenn die MT Melsungen am Sonntag in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga die HSG Wetzlar empfängt, wird dies ihr 11. Match innerhalb von 31 Tagen sein. Wobei der Donnerstag und Freitag in dieser Woche mit dem REWE Final Four und zwei Spielen innerhalb von nur 22 Stunden die Belastungskurve in eine weitere Dimension führte. Man darf also gespannt sein, wie viele Reserven  Lemke & Co im Hessenderby mobilisieren können. Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle ist um 16:00 Uhr. Die Sky-Übertragung beginnt um 15:25 Uhr mit der Konferenz und Vorberichten. Bereits um 15:00 Uhr startet das 30-minütige MT-Warm Up “Kurz vor Anpfiff live” auf Facebook und YouTube.

“Eine totale Leere, ein besch… Gefühl” – so lautete der Tenor der MT-Cracks nach dem Abpfiff des verlorenen Endspiels um den DHB-Pokal am Freitag beim REWE Final4 in Hamburg. Nur 45 Stunden später muss sich die Mannschaft von Trainer Gudmundur Gudmundsson wieder auf den Liga-Alltag konzentrieren. Die spannende Frage ist, wie dies angesichts von 11 absolvierten Spielen innerhalb von 31 Tagen gelingen kann – nicht nur physisch sondern auch mental?

Zum Vergleich: Die Mittelhessen mussten im genannten Zeitraum mit fünf Begegnungen noch nicht mal die Hälfte des Melsunger Pensums absolvieren. Dabei liegt deren letzter Einsatz sogar schon acht Tage zurück. Keine Frage, wenn jemand ausgeruht in dieses Derby gehen wird, dann die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider.

Dass die HSG Wetzlar obendrein mit breiter Brust in Kassel anreisen darf, liegt an deren erfolgreichem Saisonverlauf. Aktuell liegt sie punktgleich und aufgrund des um 30 Treffer besseren Torverhältnisses einen Rang vor der achtplatzierten MT Melsungen. In den letzten drei Spielen gegen Nordhorn, in Erlangen und gegen den Bergischen HC worden volle sechs Zähler realisiert – auch ein Beleg für die derzeit gute Form.

Will die MT in einem langgezogenen Saisonendspurt – einschließlich des Hessenderbies sind noch sechs Spiele zu absolvieren – in der Tabelle noch weiter Boden gut machen, ist sie gegen die HSG voll gefordert. Den Fingerzeig auf dieses Vorhaben hatte Melsungen ja mit den beiden Liga-Erfolgen zuletzt gegen Ludwigshafen und Coburg gegeben.

“Die Enttäuschung ist natürlich auch am Tag nach dem verlorenen Finale noch nicht verflogen. Aber natürlich werden wir das schnell abschütteln und den Fokus auf das Wetzlar-Spiel legen müssen. Das wird gewiss keine leichte Aufgabe. Wir wollen in der Bundesliga noch so gut wie möglich abschneiden. Das sind wir gegenüber unseren Fans, Partnern und den MT-Gremien schuldig”, sagt MT-Vorstand Axel Geerken.

Nie war für die MT Melsungen die Vorbereitung auf ein Bundesligaspiel kürzer als in diesem Fall. Nachdem die Mannschaft in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder in Kassel eingetroffen war, stand am Samstagnachmittag lediglich eine Teambesprechung auf dem Programm. Ein Hallentraining war aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich. Zudem war es weitaus wichtiger, Körper und Geist eine kurze Pause zu genehmigen.

Auch wenn die FinalFour-Einsätze gegen Hannover-Burgdorf und Lemgo Lippe ihre Spuren bei den MT-Profis hinterlassen haben, werden sie aller Voraussicht nach in der gleichen Besetzung am Sonntag gegen Wetzlar antreten können. Ein Fragezeichen steht dabei hinter Michael Allendorf. Der Linksaußen schied am Sonntag in Hamburg wegen einer Zerrung vorzeitig aus.

Bei den Gästen hingegen fällt laut vereinseigener Information mit Olle Forsell Schefvert (RL), Alexander Feld (RM) und Stefan Cavor (RR) eine komplette Rückraumreihe aus.

Schiedsrichterinnen in Kassel:
Tanja Kuttler (Meckenbeuren, BaWü) / Maike Merz (Oberteuringen, BaWü); DHB-Spielaufsicht:  Frank Böllhoff

Bisherige Erstligavergleiche MT Melsungen – HSG Wetzlar
31 Bundesliga-Duelle (HBL, ohne Pokal)
18 Siege MT Melsungen, 8 Siege HSG Wetzlar, 5 Remis
Letzter Vergleich:
22.10.20, HSG Wetzlar – MT Melsungen 25:33 (7:16)

Live-Berichterstattung:

  • 15:00 Uhr:  “Kurz vor Anpfiff live”, das Warm Up-Magazin der MT auf Facebook und YouTube mit Interviewgästen.
  • 15:25 Uhr: Sky startet mit der Konferenzschaltung und Vorberichten. Das Spiel aus der Rothenbach-Halle kommentiert anschließend Dennis Baier.
  • Die HNA begleitet das Match mit einem Liveticker.
  • Hitradio FFH ist mit Zwischeneinblendungen dabei.
  • 15 Minuten nach Spielende: Die Pressekonferenz live auf YouTube.

Infos zum Gegner:
www.hsg-wetzlar.de





24:28 gegen den TBV – Die MT riecht am Titel, geht aber leer aus


Es hat wieder nicht gereicht – zum vierten Mal. Auch wenn für die MT Melsungen diesmal ihre erste Finalteilnahme beim REWE Final4 anstand und die Euphorie naturgemäß hoch war, behielt der TBV Lemgo Lippe vor 2.000 Zuschauern in der Hamburger Barclaycard Arena mit 28:24 (15:12) die Nase vorn und schnappte sich nach 19 Jahren Abstinenz von der Pokal-Endrunde den Titel, der gleichzeitig auch Eintrittskarte zum Europacup 2021/22 ist. Dabei drehten die Lipperländer eine Drei-Tore-Führung Melsungens kurz vor der Pause in eine eigene Drei-Tore-Führung und bauten darauf ihre Sicherheit in der zweiten Hälfte auf, mit der sie eine Aufholjagd der MT konsequent verunmöglichten. Mit sechs Toren war Domagoj Pavlovic der beste Schütze seines Teams, während für Lemgo Lukas Zerbe und Jonathan Carlsbogard je fünfmal trafen.

Kleine Veränderungen präsentierte Trainer Gudmundur Gudmundsson in der Aufstellung bei den Nordhessen im Vergleich zum Vortag. Im Tor begann Nebojsa Simic statt Silvio Heinevetter, Felix Danner begann am Kreis und neben Finn Lemke im Deckungszentrum sowie Julius Kühn und Kai Häfner auf den Halbpositionen. Auf den Außenbahnen jedoch setzte er auf die Erfahrung von Tobias Reichmann und Michael Allendorf. Und Reichmann war es auch, der nach etwas mehr als zwei Minuten den ersten Treffer des Tages auf die Anzeigetafel brachte. Guter Start also für die Nordhessen und Lemgo, wie bereits am Vortag, kurzzeitig wieder in der Rolle des Jägers.

Die legten sie aber schnell ab. Christoph Theuerkauf und Andrej Kogut holten sich die Führung, Allendorf egalisierte aber umgehend. Die angesprochene Erfahrung auf den Flügeln stach also in der Anfangsphase, während Julius Kühn aus dem Rückraum zwei Versuche brauchte, um mit seinem ersten Erfolg das 3:3 zu erzielen (6.). Was nicht darüber hinweg täuschen konnte, dass es im Zusammenspiel erst einmal mächtig hakte. Felix Danner brachte einen Ball nicht unter Kontrolle, Domagoj Pavlovic überwarf Tobias Reichmann beim Passversuch auf Außen. Lemgo musste nicht viel tun, um in den eigenen Angriff zu kommen. Folgerichtig machte Jonathan Carlsbogard mit dem 5:3 die erste Zwei-Tore-Führung der Kiel-Bezwinger perfekt (10.).

Was in der ersten Viertelstunde, wie schon am Vortag gegen Hannover, die große Stärke der Melsunger war: die Abwehr stand nahezu perfekt. Immer zwischen kompakt am Kreis und diesem einen geschlossenen Schritt vor, der den Lipperländern die Räume eng machte. Zweimal blockte Finn Lemke, einmal Julius Kühn. Und weil es hinten so gut klappte und auch vorn plötzlich Lösungen gefunden wurden, holte Kai Häfner erst per Doppelschlag den Vorteil zurück zur MT und Tobias Reichmann baute auf 7:5 aus (16.). Ein 4:0-Lauf also, der für etwas Ruhe sorgte und Häfner im Tausch gegen Stefan Salger eine Verschnaufpause auf der Bank ermöglichte.

Knapp 20 Minute dauerte es, bis mit der Parade von Finn Zecher, der gerade erst für Peter Johannesson eingewechselt worden war, gegen Domagoj Pavlovic auch die erste positive Torhüter-Aktion zu vermerken war. Auf beiden Seiten, wohlgemerkt, denn auch Nebojsa Simic blieb ohne Strich auf dem Statistikzettel und musste kurz darauf den Platz für Silvio Heinevetter räumen. Als Analogie der Geschehnisse hielt auch der sofort seinen ersten Ball von Andreas Cederholm und lieferte damit seinen Anteil am Ausbau der MT-Führung durch Reichmann und Pavlovic auf 11:8 (22.). Was jedoch schnell wieder Makulatur war, weil erst Häfner nur die Latte traf, Kühn sich einen Ballverlust leistete, Zecher den nächsten Wurf hielt und schließlich Cederholm doch noch sein Tor machte: 11:11 (25.).

Kurios wurde es, als Kühn in seiner unnachahmlichen Art aus zehn Metern mit Urgewalt von Halbrechts abzog, der Ball von der Unterkante der Latte an den Innenpfosten prallte und sich von dort kommend über das Gesäß von Zecher doch noch den Weg zum 12:11 ins Netz suchte. Aber Lemgo ließ sich auch davon überhaupt nicht beeindrucken. Erst legte Lukas Zerbe das Leder an Heinevetter vorbei, dann trafen Frederik Simak, Carlsbogard und abermals Zerbe bei gleichzeitigen Fehlversuchen von Reichmann und Kühn – der TBV ging plötzlich sogar mit einer 15:12-Fhrung in die Pause.

Finn Zecher gehörte das erste Ausrufezeichen des zweiten Durchgangs, als er den Wurf von Kai Häfner abwehrte. Das zweite beanspruchte jedoch Felix Danner mit einem klasse Block für sich. Es waren also weiterhin die defensiven Aktionen, die im Vordergrund standen. So wie auch Heinevetters Rettungstaten gegen Isaias Guardiola und Jonathan Carlsbogard, der aber noch einen Siebenmeter herausholte. Bjarki Mar Elisson vollstreckte und Lemgo war bereits auf vier weg (35.). Dann waren aber schon wieder die Keeper dran: Zecher gegen Danner und Heinevetter gegen Theuerkauf.

Melsungen wartete bis zur 38. Minute auf den ersten Torerfolg nach dem Seitenwechsel. Häfner war es, der die Rot-Weißen erlöste und Danner legte nach: 16:14 (39.). Das zu einem Zeitpunkt, da Frederik Simak die erste Strafe der gesamten Partie absitzen musste. Denn das Finale war bis dahin absolut fair verlaufen, die Unparteiischen hatten bisher zu keiner Zeit Probleme oder kniffelige Situationen zu lösen. Dann allerdings waren es gleich zwei in kurzer Zeit, die beide zu Ungunsten der MT abliefen. Erst angelte sich Yves Kunkel einen Abpraller, soll aber beim akrobatischen Wurf ins Netz im Kreis gewesen sein und auf der anderen Seite kassierte Finn Lemke bei Theuerkaufs Tor zum 18:15 zusätzlich obendrauf eine Zeitstrafe. Melsungen kopflos und mit Ballverlust, Gedeon Guardiola mit Übersicht und dem 19:15 übers gesamte Feld ins verlassene Tor (44.).

Der entscheidende Faktor im Spiel blieb Lemgos Torhüter Finn Zecher. Auch gegen Marino Maric aus kürzester Distanz blieb er der Sieger und feierte seine mittlerweile neunte Parade. Umso mehr, als Arnar Freyr Arnarsson die zweite Strafe für die MT kassierte, in der Mitte die Bahn für Theuerkauf frei war und der sich die Chance nicht entgehen ließ: 20:15 für den TBV und sofort die Auszeit von Gudmundur Gudmundsson (48.). Die jedoch verpuffte, weil sich Julius Kühn in der Deckung festlief, den Ball verlor und Bjarki Mar Elisson prompt auf sechs Tore Vorsprung erhöhte – die Vorentscheidung (49.).

Zehn Minute blieben den Nordhessen noch, um das zu vollbringen, was Lemgo tags zuvor gegen den THW Kiel gelang: einen hohen Rückstand aufzuholen. Ein schwieriges Unterfangen, weil Zecher weiter bravourös hielt und Carlsbogard wie Cederholm spektakulär vollstreckten. Da nutzte es wenig, dass sogar Finn Lemke im Gegenstoß traf. Die Zeit lief auch davon, weil Lemgo jeden Ballbesitz gnadenlos bis ins Passivspiel zog. Als Finn Zecher schließlich gegen Tobias Reichmann seine zwölfte Parade ablieferte und Lemgo mit dem Spielstand von 26:21 in die letzten vier Minuten ging, war der Deckel sprichwörtlich drauf und gingen die Aktionen der verbleibenden Spielzeit nur noch als statistische Daten in die Finalhistorie ein.

Statistik

MT Melsungen: Simic (1 Parade / 11 Gegentore), Heinevetter (4 P. / 17 G.); Maric, Kühn 4, Lemke 1, Reichmann 4/1, Kunkel 1, Mikkelsen, Danner 2, Arnarsson, Allendorf 1, Pregler, Häfner 4, Salger 1, Kastening, Pavlovic 6 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

TBV Lemgo Lippe: Johannesson (0 P. / 8 G.), Zecher (12 P. / 16 G.); Elisson 4/1, Kogut 2, I. Guardiola 2, Simak 2, Carlsbogard 5, Theuerkauf 3, Schagen, Timm, Hangstein, Zerbe 5, G. Guardiola 2, Cederholm 2, Reimann, Baijens 1 – Trainer Florian Kehrmann.

Schiedsrichter: Tobias Tönnies (Magdeburg) / Robert Schulze (Magdeburg)

Zeitstrafen: 4 – 4 (Lemke 42:36, Arnarsson 47:27 – Simak 36:37, Theuerkauf 57:47)

Strafwürfe: 1/1 – 1/1





MT Melsungen – 27:24 Sieg über die Recken sichert der MT das REWE Final4 gegen Lemgo!

 

Die MT Melsungen steht im Finale um den DHB-Pokal 2020! Mit 27:24 (14:10) bezwangen die Nordhessen die TSV Hannover-Burgdorf und zogen damit nach drei vergeblichen Versuchen erstmals ins Endspiel des REWE Final Four in der Hamburger Barclaycard-Arena ein. Dort wartet morgen ab 17:30 Uhr überraschend der TBV Lemgo Lippe als Gegner, der zuvor bereits den THW Kiel eliminierte. Die 1.600 Zuschauer sahen eine ausgeglichene, enge und packende Partie, in der sich Melsungen jeweils gegen Ende der Halbzeiten die entscheidenden Vorteile erspielte. Mit sieben Toren war Julius Kühn Melsungens erfolgreichster Schütze, einmal mehr traf Ivan Martinovic für die Niedersachsen.

Mit dem Anwurf, also Ballbesitz, und mit Felix Danner am Kreis startete die MT ins Spiel. Die erste Wurfchance hatte allerdings Kai Häfner – und fand in Domenico Ebner seinen Meister. Besser machte es Martin Hanne zur ersten Führung des TSV, ehe Häfner doch traf und prompt ausglich (3.). Bevor es ungemütlich wurde für die Nordhessen. Denn innerhalb von wenigen Sekunden kassierte zunächst Finn Lemke eine Strafe und gleich darauf Häfner. Doppelte Unterzahl also schon nach knapp mehr als zweieinhalb Minuten, aber auch eine klasse Reaktion seitens der Rot-Weißen, die über Julius Kühn sogar trafen und damit dem numerischen Nachteil auf dem Feld trotzten. Kühn war es auch, der mit dem 3:3 abermals egalisierte, als seine beiden Mannschaftskollegen wieder zurück waren (6.).

Es war ohne langes Abtasten sofort das erwartet enge und hitzige Spiel. In dem Melsungen seine Vorteile aus einer stabilen, beweglichen und vor allem wesentlich defensiver als gewohnt gestellten Deckung zog. Das lag nicht zuletzt am prima funktionierenden Zusammenspiel von Kapitän Finn Lemke, der nach seiner Pause gegen die Eulen Ludwigshafen in der Liga wieder mit an Bord war, und Felix Danner im Innenblock. Dazu wartete Silvio Heinevetter im Tor mit zwei feinen Paraden auf. Dass es nach Timo Kastenings 5:4 (10.), der ersten Führung, nicht zu mehr reichte, lag an einigen Abstimmungsproblemen im Vorwärtsgang sowie Julius Kühns Pfostenkracher, der nicht den Weg ins Netz fand.

Das Tempo nahm ab, die Intensität weiter zu. Eine ganze Serie von Angriffen fand beidseitig keinen positiven Abschluss. Die Abwehrreihen diktierten das Geschehen und Silvio Heinevetter machte im direkten Vergleich mit Domenico Ebner die bessere Figur, so dass Felix Danner und Tobias Reichmann eine 7:5-Führung herauswerfen konnten (18.). Gefolgt von der bereits vierten Zeitstrafe, diesmal gegen Marino Maric, und dem ersten Tor von Melsungens 2022-Neuzugang Ivan Martinovic zum Anschluss. Das jedoch Domagoj Pavlovic mit einem fast ansatzlosen Schlagwurf aus gut zehn Metern beantwortete. Martinovic nahm die Kampfansage an und traf gleich noch einmal: 8:7 (22.).

Die entscheidenden Faktoren in dieser ersten Hälfte hießen Heinevetter und Kai Häfner. Ersterer parierte mit seiner sechsten Parade den Siebenmeter von Johan Hansen, Letzterer tankte sich in Unterzahl – Danner hatte die mittlerweile fünfte Zeitstrafe gegen die MT kassiert – unwiderstehlich zum 10:7 durch (25.). Zum ersten Mal also drei vor für die MT und Hannover zeigte deutlich Wirkung. Fabian Böhm, beim 11:9 noch erfolgreich, blieb im nächsten Versuch am Block von Felix Danner hängen. Die Recken-Deckung wiederum konzentrierte sich folgerichtig auf den starken Häfner nach dessen 11:8 (26.), was Julius Kühn in die Karten spielte. Der glänzte mit plötzlich ganz viel Freiraum als Passgeber auf Danner und traf selbst noch zweimal, was Melsungen eine zunächst einmal komfortable Pausenführung bescherte.

Zwar gehörte auch der Auftakt zur zweiten Hälfte Silvio Heinevetter, als er den Wurf von Martinovic abwehrte, aber Hannes Feise schnappte sich den Abpraller und vollendete nachträglich doch noch. Dann war wieder Martinovic dran, verwandelte zwei Siebenmeter und hielt Hannovers Hoffnungen damit mehr als am Leben. Die kämpften in der Deckung plötzlich ebenbürtig mit der MT und blockten mehrfach ganz stark. Während Häfner und Pavlovic sich vorn Fehler leisteten, blieb Martin Hanne im Abschluss nicht nur eiskalt, sondern zog auch noch Danners zweite Strafe des Spiels. Der TSV auf 16:15 wieder dran, Gudmundur Gudmundsson legte die Grüne Karte zur Auszeit (38.).

Es kam nach Wiederaufnahme der Partie noch dicker für die Melsunger. Marino Maric holte einen Siebenmeter, Tobias Reichmann vergab ihn gegen Urban Lesjak, der zur Pause für Ebner gekommen war. Dafür parierte Silvio Heinevetter zwar glänzend gegen den leicht geschobenen Ivan Martinovic aus dem Feld, doch der bekam dafür ebenfalls einen Strafwurf – und verwandelte ihn höchstselbst sicher zum 16:16-Ausgleich. Alles also wieder auf Null gestellt nach 40 Minuten.

Einen Aufreger gab es kurz darauf beim Stand von 17:17, als Julius Kühn explosiv hochstieg und mit seinem Wurf an Lesjak scheiterte. Er wurde dabei aber von Fabian Böhm noch in der Luft attackiert, was dem Hannoveraner nach angefordertem Videobeweis der Unparteiischen schließlich die Rote Karte einbrachte. Eine sehr harte Entscheidung, die seitens der Niedersachsen auf Unverständnis stieß, aber nichts an ihrer Konzentration änderte. Selbst in Unterzahl wurden die Führungen durch Julius Kühn und Marino Maric durch Ivan Martinovic und Filip Kuzmanovski egalisiert (19:19, 45.).

Es begannen erneut, wie schon im ersten Durchgang, Minuten des zähen Ringens um jeden Ball.  Beide Abwehrreihen agierten stark, beide Torhüter, bei Melsungen mittlerweile Nebojsa Simic statt Silvio Heinevetter, ebenfalls. Da brauchte es Einzelleistungen wie die von Kai Häfner zum 21:20 (50.) oder das clevere Kreuzen von Häfner und Pavlovic auf der rechten Seite, was links Julius Kühn den Raum zum Durchbruch eröffnete: 22:21 (51.). Nur eine Minute später lag der Halblinke, einmal mehr aus der Luft geholt, auf dem Boden. Es war ein blanker Abnutzungskampf in dieser entscheidenden Phase des Spiels.

Die spielerische Linie geriet ins Hintertreffen, ebenso kraftvolle wie kräftezehrende Einzelaktionen prägten das Bild. Johan Hansens Tor von außen ins kurze Eck zum 23:23 (54.) war eine Ausnahme, denn er wurde vorher prima frei gespielt. Kühns 24:23 war ebenso ein knallharter Hammer ins Eck wie Martinovic‘ Siebenmeter zum erneuten Ausgleich. Ähnlich humorlos versenkte Tobias Reichmann seinen Versuch von der Linie. Dann aber vergab Kuzmanovski frei vom Kreis gegen den klasse reagierenden Simic, ebenso wie Kastening auf der anderen Seite an Lesjak scheiterte. Erst als Hannes Feises Versuch am kurzen Pfosten landete, im Gegenzug Domagoj Pavlovic mit fast letzter Kraft bei angezeigtem Passivspiel zum 26:24 einwarf und Simic gegen Hanne parierte, war 46 Sekunden vor Schluss die Entscheidung gefallen.

 

Statistik
MT Melsungen: Heinevetter (8 Paraden / 19 Gegentore), Simic (4 P. / 5 G.); Maric 2, Kühn 7, Lemke, Reichmann 4/4, Kunkel, Mikkelsen, Danner 2, Arnarsson, Allendorf, Pregler, Häfner 4, Salger, Kastening 4, Pavlovic 4 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

TSV Hannover-B.: Ebner (4 P. / 14 G.), Lesjak (4 P. / 13 G.); Cehte, Kuzmanovski 3, Martinovic 8/4, Mävers 1, Hansen 3/1, Pevnov 2, Böhm 1, Krone, Donker, Hanne 3, Brozovic, Fischer, Feise 1, Büchner 2 – Trainer Carlos Ortega.

Schiedsrichter: Nils Blümel (Berlin) / Jörg Loppaschewski (Berlin)

Zeitstrafen: 12 – 4 (Lemke 2:30, Häfner 2:47, Pavlovic 12:16, Maric 18:20, Danner 23:27 37:25 – Büchner 8:09, Hanne 44:53)

Disqualifikation: Böhm (TSV, 41:53)

Strafwürfe: 5/4 – 6/5 (Hansen scheitert an Heinevetter 23:29, Reichmann scheitert an Lesjak 38:41)

Zuschauer: 1.600 in der Barclaycard Arena, Hamburg.

 

OV von MT Melsungen




MT Talents: 29:21 – Die B-Jugend zieht ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft ein!


Die B-Jugend der MT Talents steht im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft! Mit einem überzeugenden 29:21 (17:8)-Sieg beim TV Nieder-Olm bestätigten die Schützlinge von Georgi Sviridenko und Max Pregler ihre schon gegen den SC Magdeburg gezeigte gute Form. Von Beginn an übernahmen sie die Führung und bauten den Vorsprung sukzessive aus. Bereits zur Halbzeit war am Weiterkommen der Melsunger nicht mehr zu zweifeln, die aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung heraus in den je fünfmal erfolgreichen Manuel Hörr und Florian Potzkai ihre besten Werfer hatten.

Sprichwörtlich wie die Feuerwehr auf Einsatzfahrt legten die MT Talents los. Erst knapp mehr als eine Minute war absolviert, da führten sie durch Thorge Lutze und Ben Backhaus bereits mit 2:0. Und gaben auch nach Philipp Osterhagens Anschluss keine Ruhe, sondern legten, erneut durch Backhaus und Florian Drosten, sofort zum 4:1 nach (5.). Eine völlig neue Situation für die Gastgeber, die bei ihrem überraschenden Sieg gegen Frisch Auf! Göppingen ihrerseits den Gegner überrumpelt und danach gut davon gelebt hatten.

Umgekehrte Verhältnisse also in Rheinland-Pfalz mit hoch konzentrierten Nordhessen, die weiter D-Zug-Tempo gingen. Über Tore von Manuel Hörr, Thorge Lutze und zweimal Marcell Markos stellten sie auf 8:3 und zwangen damit TV-Coach Jan Ludwig früh zur ersten Auszeit (9.).

Wirklich Paroli bieten konnten die Nieder-Olmer jedoch auch danach nicht. Zu sicher standen die Rot-Weißen in der Deckung, zu treffsicher agierte ihr Angriff. Bei Halbzeit der ersten Halbzeit hatte Manuel Hörr bereits auf 11:5 erhöht, Florian Potzkai, Luca Pickenhahn und wieder Thorge Lutze bauten gegen überforderte Gastgeber aus und Ben Backhaus legte mit seinem 15:5 schon nach knapp 19 Minuten erstmals zehn Treffer zwischen die Kontrahenten. Da passte es ins Bild, dass Paul Bonin seinen Siebenmeter nicht an Carl Beck im Melsunger Tor vorbei brachte.

Immerhin reichte es dem TV in der verbleibenden Zeit des ersten Durchgangs aber noch, den Rückstand durch Malte Wolf wieder zurück ins Einstellige zu bringen.

Und nach dem Seitenwechsel machte Aaron Hoffmann gleich mal mit zwei Treffern auf sich aufmerksam. Doch wer da an ein nachhaltiges Aufholen dachte, sah sich schnell getäuscht. Im Gegenteil gestalteten Manuel Hörr, Julian Engler und Jost Liebergesell den Stand der Dinge beim 20:10 schnell wieder zweistellig (31.). Da machte es nichts, dass Georgi Sviridenko durchgewechselt hatte, denn ein Nachlassen der Bemühungen seiner Mannschaft um klare Verhältnisse war dadurch nicht zu spüren. Die Aussenseiter gaben dennoch nicht auf. Doch war es diesmal Florian Potzkai, der mit einem Doppelschlag binnen 14 Sekunden die Näherung von Hoffmann und Bonin wieder zunichtemachte (23:13, 35.).

Als Hoffmann jedoch den zweiten Nieder-Olmer Siebenmeter des Tages vergab (38.), war die Vorentscheidung endgültig gefallen. Auch wenn die Hausherren das inzwischen doch verminderte Tempo der Melsunger nutzten, um ein wenig Ergebniskosmetik zu betreiben. Mit Ruhe, Übersicht und Toren von Luca Pickenhahn, der dreimal hintereinander traf, sowie Felix Kindl und Florian Drosten brachten es die Nordhessen dann aber doch deutlich nach Hause und sorgten damit überlegen für ihren ungefährdeten Einzug ins Halbfinale.

Statistik

MT Talents: Beck, Claus  – Hörr 5, Pickenhahn 4, Backhaus 3, Engler 2, Markos 2, Lutze 3, Kindl 1, Wilfer, Schröder, Drosten 3, Liebergesell 1, Potzkai 5 – Trainer Georgi Sviridenko.

TV N-O: Friedrich, Wald – Wolf 2, Bonin 4, Josch, Engelmann 2, Hoffmann 5, Milosavljevic, Osterhagen 5, Kölsch 2, Hofmann 1 – Trainer Jan Ludwig.

Z: – – SR: Hehn / Mayer (Pfullingen) – Strafen: 8: 4 Minuten – 7m: 0/0 : 3/0.





MT mit ungefährdetem Sieg in Coburg


Wie unbequem die Aufgabe gegen den vermeintlich krassen Außenseiter HSC Coburg sein kann, musste die MT Melsungen ja bereits im Hinspiel erfahren. Auch am Sonntag, im zweiten Aufeinandertreffen, diesmal im Frankenland, war der HSC erneut hochengagiert und machte es den Nordhessen keinesfalls einfach, wie der knappe 13:15 Halbzeitstand zeigt. Dennoch ließen sich Kühn & Co. nicht aus der Reserve locken und entschieden die Partie routiniert und unaufgeregt mit 30:25 zu ihren Gunsten. Beste Schützen in der HUK Coburg Arena waren Rechtsaußen Florian Billek (7) für die Hausherren und Julius Kühn (6) für die Gäste. Damit reisen die Nordhessen mit einem Erfolgserlebnis im Rücken zum REWE Final4, wo am Mittwoch in Hamburg im Halbfinale die TSV Hannover-Burgdorf wartet.

Die MT Melsungen startete mit Michael Allendorf, Julius Kühn, Domagoj Pavlovic, Kai Häfner, Timo Kastening, Felix Danner und Nebojsa Simic in die Partie. Abwehrchef Finn Lemke, zuletzt gegen Ludwigshafen wegen einer im Spiel zuvor erlittenen Gehirnerschütterung nicht im Einsatz, war in Coburg wieder dabei, blieb zunächst aber auf der Bank. Für ihn nahm Felix Danner die zentrale Deckungsposition ein. In der 5:1-Formation agierte Domagoj Pavlovic in der Rolle des Vorgezogenen.

Den ersten Vorstoß der anwerfenden Gastgeber schloss Tobias Varvne mit einem Lattenknaller ab. Besser machten es die Nordhessen, bei denen Kai Häfner mit ansatzlosem Hüftwurf das 0:1 erzielte. Ebenso gut startete Nebojsa Simic in die Partie – der Montenegriner verschaffte sich gleich mit einer Doppelparade Respekt: Erst vereitelte er den Wurf von Tobias Varvne und dann den Nachwurf von Felix Sproß, die beide freistehend von der Sechsmeterlinie aus alle Chancen hatten. Keine Frage, die MT war auf den Punkt hellwach. Einziger Fauxpas in den ersten fünf Minuten war der vergebene Strafwurf von Tobias Reichmann. Er fand in Coburgs Keeper Konstantin Poltrum, dem besten Siebenmeterkiller der Liga, seinen Meister. Dabei war der MT-Rechtsaußen zwei Minuten zuvor in der gleichen Situation noch Sieger geblieben.

Coburg war ständig um den Anschluss bemüht, aber die MT war zunächst immer eine Nasenlänge voraus und glänzte zwischendurch mit sehenswerten Treffern. Etwa mit dem 1:3 von Timo Kastening nach Rückhandanspiel von Kai Häfner und dem Rückhandtor von Domagoj Pavlovic zum 2:4.

Dank eines erfolgfreichen Gegenstoßes von Timo Kastening war die MT nach rund 13 Minuten erstmalig auf vier Treffer enteilt (4:8). Die 5:1-Abwehr funktionierte weiterhin gut, die Coburger taten sich im Angriff entsprechend schwer. Beim 5:9 durch Julius Kühn in der 15. Minute trat HSC-Trainer Alois Mraz per Timeout auf die Bremse. Zunächst ohne Wirkung, denn wiederum Julius Kühn besorgte nach Wiederanpfiff das 5:10. Kurz darauf erhöhte Felix Danner vom Kreis auf Zuspiel von Kai Häfner sogar auf 5:11 (17.). Keine Frage, das Spiel hatte aus Sicht der MT damit den erhofften Weg genommen.

Dass man sich aber auch dann nicht allzu sicher sein darf, zeigte der weitere Verlauf bis zur Pause. Da taute vor allem Coburgs Spielmacher Pouya Norouzinezhad immer mehr auf. Der wieselflinke, nur 1,88 m große Iraner entwickelte sich zum absoluten Unruheherd vor der MT-Abwehr und war mit drei Toren maßgeblicher Wegbereiter der Aufholoffensive zum 10:13 (24.). Grund genug für Gudmundur Gudmundsson, diese mit einer Auszeit zu stoppen. Doch es ging zunächst mit dem HSC-Treffer zum 11:13 weiter, diesmal durch Linksaußen Milos Grozdanic (25.).

Eine Melsunger Unterzahl – Marino Maric musste für zwei Minuten auf die Bank – nutzten die Franken dann, um wiederum durch Grozdanic sogar auf 13:14 zu verkürzen. 15 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff stellte Marino Maric auf Zuspiel von Julius Kühn auf den 13:15-Pausenstand.

Zur zweiten Spielhälfte brachte Gudmundur Gudmundsson mit Yves Kunkel und Tobias Reichmann eine neue Flügelzange und mit Silvio Heinevetter einen frischen Keeper. Die MT begann konzentriert, Domagoj Pavlovic markierte gleich im ersten Angriff das 13:16 und kurz darauf ließen Kai Häfner das 13:17 und Julius Kühn das 13:18 folgen (33.). Binnen nur drei Minuten war aus Sicht der Melsunger also wieder alles im Lot.  

Obwohl dann Coburg über Siebenmeterspezialist Florian Billek und Regisseur Pouya Norouzinezhad auf 14:18 verkürzen konnten, brachte dies die Souveränität der MT nicht in ernsthafte Gefahr. Denn deren Toreffektivität blieb weiterhin auf einem ansprechenden Niveau. Und weil zwischendurch Silvio Heinevetter einige Würfe teils spektakulär entschärfte – unter anderem den des freistehenden Andreas Schröder beim Stand von 16:20 ( 40.)  – bleib der Vorsprung beruhigend. Denn Marino Maric netzte gar zum 16:21 ein (41.), nachdem er sich beeindruckend gegen gleich zwei Coburger Abwehrspieler durchgetankt hatte.

Ohne die Spielzusammenfassung überheblich erscheinen zu lassen, hatte man als Betrachter zu diesem Zeitpunkt nicht das Gefühl, dass die MT Melsungen in den verbleibenden 19 Minuten noch einmal ernsthaft in Gefahr geraten könnte. Dafür agierte sie viel zu routiniert und abgeklärt und  vor allem mit mehr Durchschlagskraft im Angriff als die Hausherren – auch wenn die im weiteren Verlauf noch zweimal auf jeweils drei Tore herankommen konnten (18:21, 43.; 19:22, 46.).

Spätestens als Yves Kunkel siebeneinhalb Minuten vor Schluss per Gegenstoß das 21:28 erzielt hatte – übrigens nach einem Traumpass über 30 Meter von Silvio Heinevetter – war die Vorentscheidung gefallen. Gudmundur Gudmundsson gab daraufhin auch noch Arnar Arnarsson, Stefan Salger und Paul Kompenhans, die bis dahin auf der Bank gesessen hatten, einige Einsatzminuten. Und wie schon bei seinem Kurzauftritt in Flensburg nutze Kompenhans auch diesmal die Gelegenheit, um sich mit dem letzten MT-Treffer in die Torschützenliste einzutragen. Das 25:30 haben sich die Nordhessen in dieser Höhe auf jeden Fall verdient. Jetzt kann das REWE Final4 endlich kommen.

HSC 2000 Coburg – MT Melsungen 25:30 (13:15)

HSC 2000 Coburg: Poltrum (1 Tor / 5 Paraden / 21 Gegentore), Kulhanek (1 P. / 7 G.), Dreyer (0 P. / 2 G.) – Norouzinezhad 6, Sproß, Kelm, Nenadic, Billek 7/4, Mustafic, Zetterman 4, Varvne, Schikora 1, Zeman 1, Grozdanic 3/1, Schröder 2, Neuhold – Trainer Alois Mraz.

MT Melsungen: Simic (4 Paraden / 14 Gegentore), Heinevetter (4 P. / 11 G.) – Maric 5, Kühn 6, Lemke, Kompenhans 1, Reichmann 4/3, Kunkel 2, Mikkelsen, Danner 1, Arnarsson, Allendorf, Häfner 2, Salger 1, Kastening 3, Pavlovic 5 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Schiedsrichter: Julian Fedtke / Niels Wienrich (beide Berlin)

Zeitstrafen: 4 Min. – 10 Min. (Sproß, 40:54 Min.; Nenadic, 45:53 Min. – Maric 45:10 Min.; Kühn, 33:28 und 41:23 Min.; Danner, 21:20 und 26:58 Min.)

Strafwürfe: 5/6 – 3/4 (Grozdanic trifft nur die Latte, 32:09 Min. – Reichmann scheitert an Poltrum, 03:59 Min.)

Spielort: HUK Coburg Arena, Coburg; ohne Zuschauer.

Das nächste Spiel:
REWE Final4 um den DHB-Pokal – Halbfinale
Do., 03.06.21, 19:30 Uhr, MT Melsungen – TSV Hannover-Burgdorf, Barclaycard Arena Hamburg.





MT Talents: Die Hinspiel-Bürde war zu groß – auch im Rückspiel keine Chance gegen Berlin


Es hat nicht sollen sein, was nach der klaren Hinspiel-Niederlage ohnehin keiner zu hoffen wagte. Auch im Halbfinal-Rückspiel um die Deutsche Meisterschaft unterlagen die MT Talents den hoch favorisierten Füchsen Berlin mit 21:34 (10:16). Nur in der Anfangsphase hielten sie mit hohem Tempo dagegen und gingen auch in Führung. Als die Fehlerquote auf Melsunger Seite zunahm, wurden die Gäste jedoch immer sicherer und schraubten das Ergebnis kontinuierlich nach oben. Dennoch bleibt das Erreichen der Vorschlussrunde ein großer Erfolg nach den Unbillen des vergangenen Jahres.

 

Die Melsunger legten erst einmal mächtig los mit dem Mute der Verzweiflung. Und mit einem atemberaubenden Tempo, denn anders war ein Hoffen auf das Wunder ohnehin aussichtslos. Also gingen sie ein unglaublich hohes Tempo, nahmen sich ihre Möglichkeiten, sobald es auch nur irgendwie ging. Rene Andrei zog aus zehn Metern einfach flach durch die Deckung ab zur 1:0-Führung, wohingegen Malvin Haeske sein engagiertes 1-gegen-1 kurz darauf als Offensivfoul gewertet bekam. So profitierten die Gäste einfach, indem sie mit dem Hinspiel-Vorsprung im Rücken auf die sichere Chance oder aber den Fehler der Gastgeber warten konnten und dann eiskalt zuschlugen. Das reichte, um trotz eines von Jannik Büde gegen Tim Grüner gehaltenen Siebenmeters durch Maxim Orlov die Führung zu übernehmen (1:2, 4.).

Die Hausherren hielten das Tempo trotzdem oben – und ernteten dafür zunächst auch den verdienten Lohn. Paul Kompenhans holte die Führung zurück, Benjamin Fitozovic konservierte sie mit dem 4:3 (8.). Es war ein offener Schlagabtausch mit viel Risiko, aber auch beiderseitig mit vielen Fehlern. Die jedoch nahmen in den Folgeminuten überhand seitens der MT Talents. Berlin dagegen behielt den Überblick und traf: dreimal in Folge zum 4:6 (10.). Ein früher Dämpfer für die Melsunger, der ihre Bemühungen kräftig einbremste.

Dennoch blieben sie noch dran, auch wenn es von temporeich erst einmal in hitzig überging. Erst musste David Kuntscher für zwei Minuten runter, dann Marcel Nowak. Auch als Malvin Haeske von der Siebenmeterlinie am starken Lasse Ludwig  scheiterte, war das Bemühen um und der Glaube an ein gutes Ergebnis noch zu spüren. Doch als dann Ben Beekmann seinen Tempogegenstoß als Aufsetzer über das Tor bugsierte, gingen die Köpfe spürbar nach unten. Darüber täuschte auch das erfolgreiche Nachsetzen von Benjamin Fitozovic zum 9:12 nach Parade von Ludwig gegen Kuntscher nicht hinweg. Bis zum Seitenwechsel waren es dann schon sechs Tore Differenz.

Mit der Einwechslung von Moritz Goldmann ins Team und zwei tollen Paraden gegen Marcel Nowak sowie Nils Lichtlein kam noch einmal Schwung in die Aktionen der MT Talents. Doch David Kuntschers 11:17 beantwortete Nils Lichtlein umgehend mit einem Doppelschlag und Marcel Nowak setzte noch einen drauf zum 11:20 – die Vorentscheidung im Spiel (36.). Der nächste Melsunger, der sich für einige Minuten stark präsentierte, war Rene Andrei. Zweimal netzte er und es war dennoch vergebens, weil im gleichen Zeitraum die Hauptstädter das Ergebnis bis auf 13:24 hochschraubten (43.).

Trotz der Ausweglosigkeit des eigenen Vorhabens und der mit zunehmender Spieldauer größer werdenden Überlegenheit der Berliner hatten auch die Nordhessen immer wieder kleine Highlights. Wie den gemeinsam gelaufenen Tempogegenstoß, bei dem Rene Andrei trotz eigener guter Aussicht auf Erfolg dennoch uneigennützig Paul Kompenhans den Ball zum 14:24 auflegte. Oder als sich Melsungens Regisseur durchsetzungsstark durch die Berliner Abwehr tankte und zum 17:29 einwarf. Da war natürlich längst nichts mehr zu ändern am ergebnistechnischen Untergang. Die Füchse brachten das Spiel routiniert und überlegt zu Ende, schraubten den Sieg noch auf vierzehn Tore hoch und zogen damit hochverdient ins Finale um die Deutsche Meisterschaft ein.

 

Stimmen zum Spiel

Florian Maienschein: Ich hatte meiner Mannschaft vorher gesagt, dass sie in dieser Konstellation aller Voraussicht nach nicht mehr zusammenspielen würden. Klar war es schwierig, zu gewinnen. Aber sie sollten es wie ihr letztes Spiel einfach genießen und dabei Spaß haben. Man hat am Anfang auch gesehen, wie emotional und motiviert sie waren.  Aber auf dem Niveau der ersten Minuten kann man dieses Tempo nicht über ein ganzes Spiel durchhalten. Irgendwann kam der Bruch, dass wir an unsere Misere vom Hinspiel angeknüpft haben und plötzlich war Berlin zur Pause schon sechs tore weg. Nach dem Seitenwechsel hat man das Niveau der Füchse gesehen. Sie konnten durchwechseln, ohne an Qualität zu verlieren. Trotzdem bin ich sehr stolz auf diese Mannschaft und das von ihr Erreichte.

Bob Hanning: Das war eine Demonstration von meiner Mannschaft. Ich bin sehr zufrieden, dass sie das hier so durchgezogen hat. Ich habe damit gerechnet, dass Melsungen einen solchen Auftakt hat. Sie mussten das Tempo so erhöhen. Aber wir sind individuell so stark, dass wir da gegenhalten konnten. Und wenn mal nichts geht, dann haben wir mit Lasse Ludwig immer noch einen Torwart, der eine Klasse für sich ist. Meiner Mannschaft habe ich vor dem Spiel gesagt, dass es unser Ziel sein muss, den Gegner bei höchstens 24 Toren zu halten. Denn dass wir selbst vorn unsere Tore machen würden, war uns klar. Und damit konnte dann eigentlich auch nichts schief gehen.

Statistik

MT Talents: Büde (6 Paraden, 23 Gegentore), Goldmann (3 P. / 12 G.)  – Haeske, Beekmann 1, Pregler, Kompenhans 5, Fitozovic 3, Dhaliwal, Andrei 4, Hellemann, Rietze, Sahin 2, Kuntscher 6/1 – Trainer Florian Maienschein.

Füchse: Ludwig (11 P. / 13 G.), Kull (6 P. / 8 G.) – Heinis, Nowak 5, Orlov 8, Beneke2, Sauter 3, Dieffenbacher 2, Freihöfer 1/1, Lichtlein 3, Scheminski 2, Grüner 7/2, Kilias 1, Langhoff – Trainer Bob Hanning.

Z: – – SR: Bona / Frank (Remscheid) – Strafen: 12: 6 Minuten – DQ: Dhaliwal (56.) – 7m: 5/1 : 4/3.

MT





Lasse Mikkelsen zieht es zurück in die Heimat


Lasse Mikkelsen, Rückraumspieler von Handball-Bundesligist MT Melsungen, zieht es zurück in seine dänische Heimat. Der 33-jährige wird die Nordhessen zum Ende dieser Saison verlassen und sich seinem vorherigen Club Skjern Håndbold anschließen.

Lasse Mikkelsen kam in 2017 vom dänischen Erstligisten Skjern Håndbold zur MT Melsungen. Das war die erste Auslandsstation für den damals 29-jährigen. Mit den Nordhessen hatte er zuvor zweimal Kontakt im EHF Cup. In der Saison 2014/15 war Mikkelsen als Leistungsträger der Dänen maßgeblich daran beteiligt, die MT in diesem Wettbewerb im Viertelfinale zu stoppen. Mit der Saison 2017/2018 leitete die MT Melsungen einen personellen Umbruch ein – zusammen mit Mikkelsen kamen damals Nebojsa Simic, Julius Kühn, Tobias Reichmann und Finn Lemke.

Nun verständigten sich die MT und Lasse Mikkelsen auf die vorzeitige Auflösung seines eigentlich noch bis nächstes Jahr laufenden Vertrages. “Wir sind übereinstimmend zu der Überzeugung gelangt, dass dies die beste Lösung für beide Seiten ist. Mit seinem damaligen Wechsel zur MT steht er stellvertretend für die zu dem Zeitpunkt begonnene Neuausrichtung der Mannschaft. Die hat er wesentlich unterstützt und durch seine Spielweise gefördert. Wir danken Lasse für seinen Einsatz bei uns und freuen uns gleichzeitig für ihn, dass er mit Skjern in den Verein zurückkehrt, in dem seine sportliche Karriere ihren Lauf nahm. Wir wünschen ihm und seiner Familie alles Gute”, sagt MT-Vorstand Axel Geerken.

“Auch wenn wir jetzt früher als ursprünglich geplant nach Dänemark zurückkehren, möchte ich  diese Zeit bei der MT nicht missen. Ich bin sehr froh, nach Deutschland gekommen zu sein. Das war nicht nur gut für meine sportliche Entwicklung, sondern auch für uns als Familie. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Jetzt freue ich mich, dass wir die für alle Beteiligten beste Lösung gefunden haben. Ich freue mich ebenso auf die Teilnahme mit der MT am Final Four. Da werden wir gemeinsam alles geben, um erfolgreich zu sein. Bedanken möchte ich mich auch bei den Fans, die mich immer großartg unterstützt haben”, erklärt Lasse Mikkelsen.

Beim dänischen Erstligisten Skjern Håndbold, bei dem er schon von 2011 bis 2017 spielte, erhält er einen Dreijahresvertrag. Dort lenkt übrigens mit Thomas Klitgaard der frühere MT-Kreisläufer die Geschicke des Vereins als Sportchef.//MT


 

 

 

 




Melsungen pusht sich nach Rückstand zum Sieg über Ludwigshafen


Mit einer Kraftleistung in den letzten zehn Minuten drehte die MT Melsungen das Spiel beim 25:23 (12:13) gegen die Eulen Ludwigshafen noch um und belohnte sich damit für eine sicher über lange Zeit nervöse und alles andere als erstklassige Leistung. Dafür stimmten jedoch Einsatz, Moral und Kampfgeist absolut, so dass der Sieg trotz langer Zeit des Hinterherlaufens keinesfalls unverdient war. Mehrfach mit drei Toren in Rückstand, bissen sich die Melsunger immer wieder zurück ins Spiel und hatten in Nebojsa Simic dabei den entscheidenden Faktor der zweiten Hälfte auf ihrer Seite. Zwei gehaltene Siebenmeter des Montenegriners innerhalb von nur 60 Sekunden sicherten der MT schließlich den Sieg, zu dem Kai Häfner als bester Schütze sechs Tore beitrug. Für die Gäste waren Alexander Falk, Pascal Durak, Dominik Mappes und Hendrik Wagner je viermal erfolgreich.

Nebojsa Simic Nr.16

Die Anfangsaufstellung der Nordhessen bot zwei Umbesetzungen. Im Tor durfte zunächst Silvio Heinevetter für Nebojsa Simic ran, an den Kreis ging Felix Danner an Stelle von Arnar Freyr Arnarsson. Auf der Bank fehlte allerdings Abwehrchef Finn Lemke, der aufgrund einer in Flensburg erlittenen leichten Gehirnerschütterung passen musste und dessen Platz in der Innenverteidigung nach Julius Kühns frühem 1:0 (1.) Felix Danner übernahm. Ohne Nebenmann, denn Domagoj Pavlovic spielte die Spitze einer 5:1-Deckung, mit der die Eulen erst einmal nicht gut klar kamen. Gleich zweimal parierte Heinevetter, eher Dominik Mappes dann doch der Ausgleich gelang (3.).

Weil aber Martin Tomovski auf der gegenüber liegenden Seite auch zweimal parierte, legte Mappes sogar noch einen zur ersten Gästeführung nach, die jedoch Pavlovic umgehend egalisierte (5.). Ein unterhaltsamer, ausgeglichener Auftakt also und ein Vorgeschmack auf das „schwere Spiel“, das Trainer Gudmundur Gudmundsson vorausgesagt hatte. Und das in genau diesem Stile weiterlief: beide schenkten sich nichts, die Eulen erwiesen sich als der erwartet unangenehme Gegner. Kleine Pluspunkte für die MT: die offensive Abwehr stand gut und Julius Kühn holte mit dem zweiten Treffer bei zwei Versuchen die Führung kurzzeitig zum 4:3 zurück (10.). Großer Pluspunkt jedoch für Ludwigshafen: Tomovski hielt glänzend gegen Danner und Pascal Durak sorgte mit seinem zweiten verwandelten Siebenmeter gar für die Wende zum 4:6 (15.).

Obwohl Kai Häfner und Julius Kühn zunächst zum 7:7 ausglichen, holte sich die MT dadurch keine Sicherheit in ihren Aktionen. Im Gegenteil gingen die Bälle vorn plötzlich wieder reihenweise verloren, während die Eulen im schnellen Umschaltspiel ein Mittel fanden, die Deckung der Gastgeber erst gar nicht in Formation kommen zu lassen. Die Folge waren drei Tore zum 7:10 durch den gleich doppelt treffenden Hendrik Wagner (21.) und die erste Auszeit der Partie. Allerdings wurde es danach auch nicht wirklich besser, denn während Tobias Reichmann seinen ersten Siebenmeter an Martin Tomovski abgeben musste, verwandelte Pascal Durak bereits seinen dritten, diesmal gegen den kurz hereingenommenen Nebojsa Simic, sicher: 8:11 (23.).

Dass es in Richtung Pause hin wieder besser wurde, lag insbesondere an Julius Kühn. Zweimal traf der Hüne selbst, sein Zuspiel auf Marino Maric am Kreis zu dessen 12:13 war klasse. Ebenso wie die starke Parade von Heinevetter gegen Wagner und das entschlossene Stemmen der Deckung gegen das nächsten Eulen-Tor. Das fiel dann aber – mit etwas Glück bei längst angezeigtem passivem Spiel – durch Dominik Mappes doch noch, so dass Pavlovic nur noch der Anschluss gelang. Ein Rückstand war es dennoch beim Gang in die Kabine und alles andere als eine spielerische Offenbarung im ersten Durchgang. Allerdings, und das war wichtig zu sehen, stimmten Kampf und Einsatz über weite Strecken gegen sehr forsch auftretende Eulen.

Die zweite Hälfte begann mit Ballbesitz Ludwigshafen und gleich der ersten Glanztat des frisch eingewechselten Nebojsa Simic im Tor gegen den eingelaufenen Alexander Falk vom Kreis. Allerdings gegenüber auch mit dem ersten geblockten Wurf von Kühn. Dazu noch einmal Holz auf jeder Seite und es dauerte mehr als drei Minuten, ehe es dann doch Falk war, der auf 13:15 stellte. Kurz darauf hatte Maximilian Haider im Gegenstoß sogar die Möglichkeit zu erhöhen, visierte jedoch abermals den Pfosten an. Und Melsungen blieb harmlos: Kühn schenkte Tomovski eine weitere Möglichkeit zur Parade, Pavlovic warf gleich ganz am Tor vorbei. Christian Klimek machte es dafür besser – 14:16 (38.).

Vieles im Angriff der Nordhessen blieb Stückwerk. Timo Kastening wurde rechts ebenso schön frei gespielt wie links Michael Allendorf, doch beide brachten das Leder nicht an Martin Tomovski vorbei. Stattdessen erhöhte Falk gar auf 16:19 (42). Grund genug für MT-Trainer Gudmundsson, sein Personal durchzumischen. Lasse Mikkelsen kam für Julius Kühn, Stefan Salger für Kai Häfner und Yves Kunkel für Michael Allendorf. Gespielt war da knapp eine dreiviertel Stunde und es lief überhaupt nicht viel zusammen. Immerhin holte Salger gleich mit seiner ersten Aktion einen Siebenmeter, den Kastening zum 17:19 nutzte. Mehr jedoch war nicht drin – zweite Auszeit MT (46.).

Danach war, zumindest im Rückraum, alles wieder beim Alten: Kühn und Häfner kamen zurück. Dazu Tobias Reichmann, der seine erste Chance zum Gegenstoß nutzte und auf zwei verkürzen konnte. Weil es hinten nun wieder besser lief und sich die Gäste mehrfach festrannten, gelang Felix Danner gar das 19:20 (49.). Es war die Zeit, da beide Coaches sich kurzzeitig am Spiel sieben gegen sechs versuchten, da spielerisch sonst gegen beide Abwehrreihen nicht viel möglich war. Nach Strafen gegen zuerst Pavlovic und dann Valiullin waren derlei taktische Mitten schnell wieder eingepackt. Dafür glänzte Yves Kunkel dreimal: erst mit einem Kempa-Anspiel auf Häfner, dann selbst erfolgreich zum 21:21-Ausgleich und schließlich, nach einem Danner-Steal im Abwehrzentrum, per Gegenstoß sogar zum 22:21 (54.).

Die MT war also mit fünf Minuten Rest auf der Uhr nach langer Zeit wieder einmal vorn. Und hatte Blut geleckt, was an der Defensivarbeit deutlich zu erkennen war. Selbst beim erneuten Versuch mit dem siebten Feldspieler offenbarte sich den Gästen keine Lücke. Stattdessen baute Tobias Reichmann auf 23:21 aus (56.). Als kurz darauf Nebojsa Simic seine bis dahin schon famose Leistung krönte, gleich zweimal bei Siebenmetern gegen Pascal Durak sowie Max Neuhaus der Sieger blieb und Yves Kunkel das 25:22 gelang, war die Partie schließlich durch. So dass der letzte Treffer des Abends durch Neuhaus nur noch als Kosmetik diente.

Stimmen zum Spiel

Benjamin Matschke: Glückwunsch an Gudmi und die MT zu Sieg. Ich bin natürlich heute enttäuscht. Aber nicht etwa, dass wir in Melsungen verloren haben, sondern vielmehr von unserer Leistung. Wir haben viel zu viele Freie liegen gelassen. Deshalb geht der Sieg für Melsungen dann auch in Ordnung. Ich wünsche der MT nun für ihr kommendes Highlight beim Final Four alles Gute. Holt euch die Schale!

Gudmundur Gudmundsson: Es war zu erwarten, dass es schwer wird. Die Eulen haben zuletzt auch gut gespielt. Deshalb sind wir mit sehr viel Respekt in die Partie gegangen. Es war kein schönes Spiel, sondern eher so etwas wie ein Arbeitssieg. Die letzten 15 Minuten war unsere Abwehr besser und wir hatten einen überragenden Simic im Tor. Vorn hatten wir vielleicht manchmal etwas Glück, aber die Mannschaft geht momentan auch ziemlich auf dem Zahnfleisch. Den Eulen wünsche ich viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg.

MT Melsungen – Eulen Ludwigshafen 25:23 (12:13)

MT Melsungen: Heinevetter (6 Paraden / 12 Gegentore), Simic (10 P. / 11 G.); Maric 1, Kühn 5, Kompenhans, Reichmann 3/1, Kunkel 3, Mikkelsen, Danner 1, Arnarsson, Allendorf, Häfner 6, Salger, Kastening 3/1, Pavlovic 3 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Eulen Ludwigshafen: Tomovski (10 P. / 21 G.), Skof (2 P. / 4 G.); Dietrich, Scholz 1, Haider, Remmlinger 1, Falk 4, Durak 4/3, Bührer, Mappes 4, Wagner 4, Meddeb, Neuhaus 1, Valiullin 3, Klimek 1, Klein – Trainer Benjamin Matschke.

Schiedsrichter: Christian vom Dorff (Kaarst) / Fabian vom Dorff (Kaarst)

Zeitstrafen: 4 – 4 (Maric 22:46, Pavlovic 50:37 – Falk 15:51, Valiullin 51:51)

Strafwürfe: 3/2 – 5/3 (Reichmann scheitert an Tomovski 22:32, Durak scheitert an Simic 57:35, Neuhaus scheitert an Simic 58:35)

Spielort: Rothenbach-Halle, Kasse; ohne Zuschauer

Das nächste Spiel:
So., 30.05.21, 16:00 Uhr, HSC 2000 Coburg – MT Melsungen, HUK-Coburg Arena, Coburg





MT Melsungen ist vor angriffslustigen Eulen gewarnt


Nach vier Auswärtsspielen in Folge kehrt die MT Melsungen endlich wieder in ihre heimischen Kasseler Rothenbach-Halle zurück. Dort empfangen die Nordhessen am Donnerstag am 31. Spieltag der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga die Eulen Ludwigshafen. Anwurf ist um 19:00 Uhr, Sky startet um 18:30 Uhr mit der Konferenz und Vorberichten. Bereits ab 18:00 Uhr beginnt das 30-minütige Warm Up der MT “Kurz vor Anpfiff live”.   

In den letzten vierzehn Tagen saßen die Profis der MT Melsungen fast länger im Bus, als sie trainiert und gespielt haben. Rund 2.000 Kilometer legten sie während dieser Zeit zu ihren Einsatzorten in Minden, Solingen, Kiel und Flensburg zurück. Die Punktausbeute fiel mit drei Zählern auf der Habenseite nicht sehr üppig aus. Wäre den Rotweißen in Kiel das Quäntchen Glück hold gewesen, wie etwa in Minden, hätte man auch von dort einen Teilerfolg mit nach Hause bringen können. Wodurch im Nachhinein der Blackout in Flensburg etwas abgemildert worden wäre. So aber bleibt als Fazit: Die Punkte müssen woanders geholt werden. Am besten schon gleich am Donnerstag gegen die Eulen Ludwigshafen.

Aber gerade die zeigen sich in letzter Zeit besonders angriffslustig. Deshalb, aber auch aufgrund des zähen Hinspielerfolgs, sind die Männer von Gudmundur Gudmundsson gewarnt.  Und der Trainer bekräftigt: “Wo ein Gegner gerade in der Tabelle steht, ist mir egal. Das sagt überhaupt nichts aus. Nur weil Ludwigshafen auf Platz 17 und wir auf Platz 8 sind, bedeutet das nicht, dass dies ein einfaches Spiel für uns wird. Im Gegenteil, wir müssen nach dem letzten Negativerlebnis schnell wieder unsere Linie finden. Viel Zeit dazu haben wir aber leider nicht”.

Aus Flensburg kam die Mannschaft erst am frühen Dienstagmorgen zurück. Der Tag war dann logischerweise trainingsfrei. Und so blieb im Grunde nur eine einzige Einheit, um sich auf das Duell mit den Eulen vorzubereiten. “Diese Saison ist der Wahnsinn. So etwas habe ich in meiner Laufbahn noch nicht erlebt”, zeigt sich der MT-Coach ob der grenzwertigen Belastungen aufgrund der engen Spielplangestaltung einigermaßen erregt. Zweimal muss die MT noch im Mai ran, dann steht das REWE Final4 auf dem Plan und dann geht es im Juni in deinen langgezogenen, sechs Spiele umfassenden Endspurt

Im Gegensatz zur MT dürften die Ludwigshafener ziemlich ausgeruht in das Spiel am Donnerstag gehen. Ihr letzter Einsatz liegt genau eine Woche zurück. Und da haben sie richtig aufhorchen lassen. In Hannover besiegten sie die favorisierten Recken mit 28:25. Aber auch schon in mehreren Spielen zuvor bewiesen die Eulen ihre Gefährlichkeit, wie etwa gegen den Bergischen HC, Erlangen und Stuttgart. Dabei wurde der engagierte Einsatz jeweils mit voller Punktzahl belohnt. Und selbst zwischendurch in Flensburg bewies die Mannschaft von Trainer Ben Matschke Stehvermögen und unterlag “nur” mit sechs Toren.

“Keine Frage”, so Tobias Reichmann, “diesen Gegner müssen wir sehr ernst nehmen. Nach der klaren Niederlage in Flensburg hat das Selbstvertrauen schon etwas gelitten. Es lastet jetzt ein gewisser Druck auf uns. Ohne den Eulen zu nahe treten zu wollen, kann für uns nur die Devise gelten: Das Spiel muss unbedingt gewonnen werden”. Der Rechtsaußen ist einfach zuversichtlich, dass es an seinem Geburtstag ein Erfolgserlebnis gibt.

Gudmundur Gudmundsson hofft, personell aus dem Vollen schöpfen zu können. Was angesichts der Tatsache, dass einige Spieler angeschlagen von dem Ostseetrip zurückgekehrt sind, aber noch nicht absehbar ist.

Schiedsrichter in Kassel:
Christian vom Dorff / Fabian vom Dorff (beide Kaarst); DHB-Spielaufsicht: Peter Behrens

Bisherige Erstligavergleiche MT Melsungen – Eulen Ludwigshafen
12 Spiele, davon 11 Siege MT, 1 Remis
Letzter Vergleich:
28.03.2021, Eulen Ludwigshafen – MT Melsungen 27:30

Live-Berichterstattung:

  • 18:00 Uhr:  “Kurz vor Anpfiff live”, das Warm Up-Magazin der MT auf Facebook und YouTube mit Interviewgästen, u.a. Youngster Paul Kompenhans und Geburtstagskind Tobias Reichmann.
  • 18:30 Uhr: Sky startet mit der Konferenzschaltung und Vorberichten. Das Spiel aus der Rothenbach-Halle kommentiert anschließend Michael Born.
  •  
  • Hitradio FFH ist mit Zwischeneinblendungen dabei.
  • 15 Minuten nach Spielende: Die Pressekonferenz live auf YouTube.

Infos zum Gegner:
www.eulen-ludwigshafen.de





MT Melsungen erleidet 20:36-Debakel in Flensburg


Das war am Pfingstmontag in Flensburg definitiv nicht die MT Melsungen, die noch 46 Stunden zuvor Tabellenführer THW Kiel mit einem starken Auftritt an den Rand eines Punktverlustes gebracht hatte. Im Nachholspiel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga wurden die Nordhessen von Kiel-Verfolger SG Flensburg-Handewitt mit 36:20 aus der Halle gescheucht. Entschieden war die Partie praktisch schon beim 21:9 zur Halbzeit. Beste Akteure der Hausherren waren Torwart Torbjörn Bergerud mit 14 Paraden und die beiden Feldspieler Jim Gottfridsson mit acht und Johannes Golla mit sieben Toren. Bei der MT gefielen noch am ehesten die beiden Keeper Nebojsa Simic und Silvio Heinevetter mit zusammen 11 Paraden. Erfrischender Lichtblick bei den Gästen war der erst 18-jährige Paul Kompenhans, der jetzt mit gleich drei Treffern erstmalig in der Bundesliga-Torschützenliste auftaucht.

Mit der dritthöchsten Niederlage in ihrer 16-jährigen Bundesligageschichte musste die MT Melsungen am Pfingstmontag in Flensburg eine bittere Pille schlucken. Damit ist gleichzeitig der zuvor gezeigte Aufwärtstrend mit der fast optimalen Punkteausbeute gegen Leipzig, Göppingen, Minden und Bergischer HC, sowie dem beherzten Auftritt am Samstag beim knappen 28:29 gegen Tabellenführer THW Kiel jäh gestoppt worden.

Das hatten sich die Nordhessen ganz anders vorgestellt, wie Kai Häfner noch vor dem Anpfiff im SKY-Interview sagte: “Gegen Kiel haben am Ende nur Kleinigkeiten gefehlt, um mal einen Großen zu schlagen. Das wollen wir heute besser machen. Wir werden versuchen, einen guten Ball zu spielen, die Abwehr noch enger zu machen und selber aufs Tempo zu drücken, um auch möglichst einige einfache Tore zu erzielen”. Dabei warnte der Nationalspieler vor den Flensburgern: “Die spielen einen unglaublich schnellen Ball, sowohl im Umschaltspie,l als auch im Positionsangriff. Da läuft der Ball perfekt, jeder weiß, was er machen muss”.

So ähnlich kam es dann auch. Allerdings galt das nicht für die MT, die gleich im ersten Angriff des Spiels eine Riesenchance ausließ. Arnar Arnarsson konnte am Kreis den Ball nicht an Flensburgs Schlussmann Torbjörn Bergerud vorbeibringen. Dessen Vorderleute machten es umgehend besser, Lasse Svan verwandelte nach 54 gespielten Sekunden über Rechtsaussen zum 1:0. Und auch den zweiten Vorstoß ließ die MT ungenutzt, Julius Kühns Wurf wurde abgewehrt. Wie gut, dass danach Domagoj Pavlovic, der gegen Kiel noch unter einem Magen-Darm-Infekt litt, ausgleichen konnte. Weil im Gegenzug erneut Flensburg erfolgreich war (Magnus Rød), Kai Häfner ein Fehlwurf unterlief und auf der anderen Seite Johannes Golla einlochte, stand es – noch ehe fünf Minuten absolviert waren – 3:1 für die Hausherren.

Drei Minuten später hatte Timo Kastening eine starke Szene, als er nach Zuspiel von Julius Kühn den 5:4-Anschluss herstellte. Der Rückraumspieler unterbrach dann vorübergehend den Flensburger Vorwärtsdrang mit seinem ersten eigenen Treffer zum 7:5 (11.). Die aber ließen sich jetzt nicht mehr aufhalten, sondern spielten sich mit einem fulminanten 6:0-Lauf förmlich in Rage. Was war passiert? Während sich die Gäste eine Fahrkarte nach der anderen leisteten und zum Teil auch in aussichtsreicher Position immer wieder an Torbjörn Bergerud scheiterten, fielen beim Gegner die Tore wie reife Früchte. Und hätte in dieser Phase Nebojsa Simic nicht noch zwei “Unhaltbare” vereitelt, wäre der Abstand sogar noch deutlicher als dieses 13:5 nach kaum 20 gespielten Minuten ausgefallen.

Kurz zuvor hatte Gudmundur Gudmundsson noch per Timeout seinem Team neue Angriffsideen mit auf den Weg gegeben und obendrein frische Akteure aufs Parkett beordert (Felix Danner für Marino Maric, Stefan Salger für Kai Häfner). Besser wurde es dann aber nicht. Auch wenn Domagoj Pavlovic zum 13:6 (20.) und etwas später Felix Danner zum 15:7 (23.) trafen, war keine nennenswerte Steigerung in Sicht.

Im Gegenteil: Flensburg blieb auf dem Vormarsch, Melsungen mühte sich, blieb aber weitestgehend torlos. Lediglich Nebojsa Simic stand noch mehrere Male goldrichtig – etwa gegen den von rechts hereinfliegenden Lasse Svan oder den mittig heranstürmenden Hampus Wanne. Der 21:9-Halbzeitrückstand verdeutlichte den Klassenunterschied. Schimmer konnte es wohl nicht mehr kommen.

Betrachtet man mit etwas Galgenhumor isoliert das Ergebnis der zweiten Spielhälfte, stimmt dies sogar. Die verlor Melsungen nämlich “nur” mit 15:11. Am Gesamtbild indes änderte das nur wenig. Denn egal was die Gäste auch versuchten, es wollte einfach kaum etwas gelingen. Anders beim Gegner. Der war angriffsmäßig längst im Spielrausch und abwehrmäßig einfach weiterhin schnell auf den Beinen und vehement im Zupacken.

Die Nordhessen probierten es mit Positionsumbesetzungen in der Abwehr und  im Angriff, oder mit dem Spiel ”Sieben gegen Sechs”. Sogar Tobias Reichmann nahm zeitweise den Posten im rechten Rückraum ein, weil Kai Häfner angeschlagen war. Erfolgserlebnisse hatten oft nur die Torhüter. Als Silvio Heinevetter nach rund 37 Minuten für Nebojsa Simic zwischen die Pfosten ging, konnte zwar auch er keine Wunder mehr vollbringen – die MT lag zu diesem Zeitpunkt mit 12:25  im Rückstand – doch zumindest für einige helle Momente sorgen, unter andrem mit einem gehaltenen Strafwurf gegen Hampus Wanne.

Gewechselt wurde auch auf Flensburger Seite. Trainer Maik Machulla hatte zuvor bereits den künftigen Melsunger Alexander Petersson gebracht – dem übrigens mit seinem ersten Ballkontakt gleich ein Treffer gelang  – und später unter anderem mit Marius Steinhauser einen frischen Rechtsaußen sowie mit dem 19-jährigen Magnus Holpert ein Talent auf der Regieposition.

Apropos Talent: Das gab es auch auf Seiten der MT und zwar in Person von Paul Kompenhans. Der A-Jugendliche war am Freitag nach dem Halbfinalspiel der MT-Talents in Berlin zum Bundesligateam gestoßen. Eigentlich sollte den Platz Ole Pregler einnehmen, doch der Rückraumspieler hatte sich gegen den Füchse-Nachwuchs verletzt. Des einen Pech, des anderen Glück: Kompenhans kam in der 49. Minute in der Flens Arena aufs Parkett, spielte als halblinker Rückraumakteur zwei Pässe, die leider ihr Ziel verfehlten, blieb aber weiter mutig. Und belohnte sich dann eindrucksvoll selber. Mit seinen drei Treffern zum 33:17, 34:18 und dem Schlusspunkt zum 36:20 ist der 18-jährige nun erstmalig in der Bundesligatorschützenstatistik zu finden.

Zeit, um die Wunden zu lecken, hat das MT-Team nur bis zum Donnerstag. Dann steht nach vier Auswärtsspielen in Folge endlich wieder ein Heimspiel auf dem Programm: Um 19:00 Uhr wird in der Kasseler Rothenbach-Halle das Match gegen die Eulen Ludwigshafen angepfiffen.

Tobias Reichmann fasste den MT-Auftritt nach dem Abpfiff im Sky-Interview so zusammen: “Wir haben scheiße gespielt und zwar in Abwehr und Angriff, wir waren hinten in der Mitte zu offen und haben uns vorne zu viele Fehler erlaubt”.

SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen – 36:20 (21:9)

SG Flensburg-Handewitt: Bergerud (1.-54 Min.; 14 Paraden / 17 Gegentore), Backhaus (55.-60. Min; 1 P./ 3 G.) – Golla 7, Hald 1, Svan 1, Wanne 4/2, Jøndal 1, Steinhauser 5, Mensah 2, Søgard, Gottfridsson 8, Holpert, Petersson 3, Rød 4 – Trainer Maik Machulla.

MT Melsungen: Simic (1.-37. Min. 7 Paraden / 25 Gegentore), Heinevetter (38.-60. Min.; 4 P. / 11 G.) – Maric 1, Kühn 5, Lemke 1, Reichmann 2/1, Kunkel 1, Mikkelsen 1, Danner 1, Arnarsson, Allendorf, Häfner 1, Salger, Kastening 2, Pavlovic 2, Kompenhans 3 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Schiedsrichter: Marcus Hurst (Berlin) / Mirko Krag (Frankfurt)

Zeitstrafen: 6 Min. – 8 Min. (Hald, 22:08 Min. und 29:09 Min.; Rød, 24:51 Min. – Allendorf 6:21 Min.; Danner, 25:27 Min.; Lemke, 36:06 Min. und 54:16 Min.)

Strafwürfe: 2/4 – 1/4 (Wanne wirft übers Tor, 45:41 Min.; Wanne scheitert an Heinevetter, 54:37 Min.  – Kastening scheitert an Bergerud, 12:04 und 31:03 Min; Reichmann scheitert an Bergerud, 52:04 Min.)

Spielort: FLENS Arena, Flensburg, ohne Zuschauer

Das nächste Spiel:
Do., 27.05.21, 19:00 Uhr, MT Melsungen – Eulen Ludwigshafen, Rothenbach-Halle Kassel





Melsungen in Kiel nur knapp am Coup vorbeigeschrammt


Die MT Melsungen stand am späten Samstagabend im Nachholspiel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga beim THW Kiel dicht vor einer Überraschung. Nach dem schon knappen 13:11-Halbzeitstand wurde es im zweiten Durchgang noch enger. Den entschieden die Nordhessen zwar zu ihren Gunsten, aber wiederum nicht so deutlich, dass es zu einem Gesamterfolg gereicht hätte. Mit 29:28 behielten die Hausherren am Ende die Oberhand. Melsungen hätte sich aufgrund der starken kämpferischen Leistung zumindest einen Zähler verdient gehabt. Herausragend als Torschützen bei den Zebras waren Sander Sagosen (8) und Steffen Weinhold (7) und bei der MT Timo Kastening (7/3), Julius Kühn und Kai Häfner (beide 6). Das Torhüterduell zwischen Niklas Landin und Silvio Heinevetter ging klar mit 13:9-Paraden an den MT-Keeper.

In leicht veränderter Aufstellung gegenüber dem siegreichen Spiel gegen den Bergischen HC schickte Gudmundur Gudmundsson sein Team gegen den THW Kiel ins Rennen. Statt Timo Kastening und Yves Kunkel besetzten diesmal Tobias Reichmann und Michael Allendorf die Außenpositionen. Im Tor begann Silvio Heinevetter für den zuletzt überzeugenden Nebojsa Simic. Ansonsten agierte die gewohnte Rückraumachse Julius Kühn – Domagoj Pavlovic – Kai Häfner, am Kreis stand Arnar Arnarsson. In der Abwehr kam jeweils Finn Lemke für Domagoj Pavlovic.

Den ersten Angriff des Spiels hatte die MT Melsungen. Der allerdings blieb ohne Wirkung, da Arnar Arnarsson ein Zuspiel nicht unter Kontrolle bringen konnte. Der THW Kiel machte es im Gegenzug besser, Sander Sagosen schloss den ersten Vorstoß nach zwei Minuten mit dem 1:0 ab. Weil danach Niklas Landin einen Wurf von Julius Kühn abwehrte, nutzen die Zebras ihren zweiten Angriff zum 2:0, diesmal über Steffen Weinhold.   

Den Zwei-Tore-Rückstand konnte die MT innerhalb von fünf Minuten wieder wettmachen. Michael Allendorf erzielte mit seinem zweiten Tor das 3:3. Wäre zuvor Tobias Reichmann nicht von der Strafwurflinie aus an Landin gescheitert, hätten die Nordhessen zu dem Zeitpunkt sogar in Führung gehen können. Die aber holte sich etwas später der THW zurück und setzte sich mit einem 3:0-Lauf bis zur 14. Minute auf vier Tore ab – der zwischenzeitlich eingewechselte Domagoj Duvnjak besorgte  7:4. Den Weg dorthin hatte die MT durch drei Fehl-angriffe hintereinander geebnet.

Silvio Heinevetter war es, der den Kieler Lauf mit einer starken Parade gegen den frei von rechtsaußen vor ihm auftauchenden Sven Ehrig unterbrechen konnte. Das gab gleich auch einen Schub nach vorne, den Kai Häfner zum 8:5 nutzte (16.). Auf der anderen Seite brachte Trainer Filip Jicha Harald Reinkind für Steffen Weinhold und der Norweger bedankte sich umgehend für seine Einwechslung mit dem Tor zum 9:5 (17.). Die MT antwortet über Marino Maric, angespielt von Kai Häfner, mit dem 9:6.

Nach einem von Timo Kastening verwandelten Strafwurf, einer Parade von Silvio Heinevetter gegen Domagoj Duvnjak und einem Treffer von Tobias Reichmann nach tollem Anspiel von Finn Lemke, rückten die Nordhessen den Zebras wieder etwas näher aufs Fell – 10:8 (22.). Gudmundur Gudmundsson nahm ein Timeout. Nach Wiederaufnahme des Spiels stellte der THW seine Abwehr auf eine ziemlich offensiv interpretierte 3:2:1-Formation um.

Der auf der Spitze spielende Domagoj Duvnjak entfaltete sogleich Wirkung und angelte sich einen Pas vom inzwischen für Kai Häfner gekommenen Stefan Salger. Im Gegenzug wurde Sven Ehrig auf Rechtsaußen freigespielt – 11:8. Und weil das so schön geklappt hatte, wurde die Szene nach einem Ballverlust der MT gleich wiederholt. Der 21-jährige markierte so auch das 12:8. Wie stark die Kieler Deckung die MT-Angreifer verunsicherte, zeigte deren nächster Ballverlust, dessen Folge das 13:8 war – Magnus Landin hatte ins verwaiste MT-Gehäuse getroffen.

Was die Gäste aber nicht auf sich sitzen lassen wollten. Die Trotzreaktion folgte auf dem Fuße und ließ die letzten fünf Minuten des ersten Durchgangs noch einmal sehr unterhaltsam werden: Zunächst wuchtet Julius Kühn das Spielgerät zum 13:9 in Niklas Landins Maschen. Dann kauft Silvio Heinevetter Sander Sagosen einen Ball ab, ehe Magnus Landin eine Zeitstrafe kassiert. Die Überzahl nutzt Kai Häfner zum 13:10. Danach hat Julius Kühn die Chance, mit einem Wurf ins leere Kieler Tor weiter zu verkürzen. Doch sein Ball landet auf dem, statt im Netz. Der THW nimmt eine Auszeit. Die Uhr zeigt noch 29 zu spielende Sekunden an. Jetzt geht alles blitzschnell. Silvio Heinevetter pariert fulminant gegen Harald Reinkind, wirft einen langen Pass auf Marino Maric und der zaubert den Ball praktisch mit dem Pfiff vorbei an Landin zum 13:11-Halbzeitstand.

Mit Wiederanpfiff machte Silvio Heinevetter dort weiter, womit er in Halbzeit eins geendet hatte. In diesem Fall mit einer Parade gegen Domagoj Duvnjak. Hendrik Pekeler gelang dann zwar das 14:11, aber Marino Maric konterte für die MT mit dem Tor zum 14:12 (32.). Das sollte für die folgenden 11 Minuten der knappste Abstand bleiben. Denn fortan schwang sich der THW mehr und mehr zum tonangebenden Part in diesem Duell auf.

Maßgeblich verantwortlich dafür war der unumstrittene Leader in dessen Team. Domagoj Duvnjak lieferte als Vorgezogener in der Abwehr eine starke Vorstellung und sorgte im Angriff mit seinen Toren bei der MT immer wieder für empfindliche Nadelstiche. Einen wertvollen Gespannpartner hatte er vorne in Steffen Weinhold. Melsungen gelang es trotz eifriger Deckungsarbeit einfach nicht, diesen beiden Schlüsselspielern wirksamer zu begegnen. Die Hintermannschaft war zwar beweglich und viel auf den Beinen, verlor aber gegen die zweikampfstarke Kontrahenten zu oft das Duell Mann gegen Mann. So waren die Hausherren über die Zwischenstände 16:12 (34.), 19:14 (39.) auf 20:16 (43.) davongeeilt.

Dennoch war dieser Vorsprung für Kiel noch kein Ruhekissen. Weil sich auf der anderen Seite die MT damit nicht abfinden wollte. Und entsprechenden Einsatz zeigte. Wie Arnar Arnarsson am Kreis, der ein Anspiel von Kai Häfner zum 20:17 ummünzte. Oder Timo Kastening, der von Außen zum 21:18 traf. Der folgende Treffer von Niklas Ekberg wurde aufgrund von Kreisbetretens nicht anerkannt. Weil anschließend Julius Kühn nach einem Übergang in die Nahwurfzohne siebenmeterreif gefoult wurde und Timo Kastening den Strafwurf verwandelte, war beim 21:19 (45.) plötzlich wieder einiges offen.

Nicht zu übersehen war jetzt: Der Kieler Angriff lief nicht mehr so flüssig wie gewohnt. Der Spielaufbau war bisweilen recht umständlich. Auf der anderen Seite operierte die MT-Offensive nun besser gegen die Hintermannschaft. Zum Beispiel mit weiteren Übergängen aus dem Rückraum an den Kreis. Von ungewohnter Position erzielte Julius Kühn etwa das 24:22 (51.), nachdem zuvor zweimal Kai Häfner getroffen, und Silvio Heinevetter den völlig freistehenden Steffen Weinhold entzaubert hatte.   

Mit dem gleichen Abstand gings dann in die Crunchtime, da es der MT immer wieder gelang, Kieler Drei-Tore-Vorsprünge auf zwei zu reduzieren. Dabei schwang sich Timo Kastening zum “Mann ohne Nerven” und wichtigsten Torschützen auf: Zunächst mit seinem Treffer zum 27:25, dann nach perfektem Steal zum 27:26. Dass er dabei von Miha Zarabec unsanft attackiert wurde und der ungeschoren davon kam – geschenkt.  Steffen Weinhold konterte kurz darauf unnachahmlich zum 28:26 (58.). Im Gegenzug wurde Kai Häfner regelwidrig ausgebremst, Timo Kastening verwandelte von der Siebenmeterlinie zum 28:27-Anschluss (58.).

Den nächsten Kieler Angriff schloss einmal mehr Sander Sagosen erfolgreich ab (29:27, 59.). Und wieder war es Timo Kastening, der aus spitzem Winkel Melsungens Hoffnungen auf einen Coup nährte – 29:28! Zu spielen sind jetzt noch 65 Sekunden. Kiel greift mit sieben Mann an, Steffen Weinhold tankt sich durch und Silvio Heinevetter wehrt sensationell mit dem Fuß ab. Filip Jicha nimmt 26 Sekunden vor Schluss die letzte Auszeit. Und noch einmal bekommt der THW eine Riesenchance und wieder ist Silvio Heinevetter zur Stelle – diesmal gegen Niklas Ekberg. Melsungen kommt dann zwar noch einmal in Ballbesitz, aber es ergibt sich keine echte Torgelegenheit mehr, der letzte Wurf von Kai Häfner wird von der Abwehr abgelenkt. Ein Punktgewinn wäre auf jeden Fall ein toller Lohn für den kämpferisch starken Melsunger Auftritt gewesen.

THW Kiel – MT Melsungen 29:28 (13:11)
 
THW Kiel: N. Landin (9 Paraden / 28 Gegentore), Quenstedt (n.e.) – Ehrig 2, Duvnjak 5, Sagosen 8, Reinkind 1, M. Landin 1, Sunnefeldt, Weinhold 7, Ekberg 3/3, Dahmke, Zarabec, Voigt, Horak, Pekeler 2 – Trainer Filip Jicha.

MT Melsungen: Heinevetter (13 Paraden / 28 Gegentore), Simic (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.) – Maric 4, Kühn 6, Lemke, Reichmann 1, Kunkel, Mikkelsen, Danner, Arnarsson 2, Allendorf 2, Häfner 6, Salger, Kastening 7/3, Pavlovic, Kompenhans – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Schiedsrichter: Martin Thöne (Lilienthal) / Marijo Zupanovic (Berlin)

Zeitstrafen: 2 Min. – 4 Min. (Jacobsen, 27:58 Min. – Arnarsson, 13:46 Min.;  Allendorf, 23:11 Min.)

Strafwürfe: 3/3 – 3/4 (Reichmann scheitert an Landin, 05:16 Min.)

Spielort: Wunderino Arena Kiel, ohne Zuschauer

Das nächste Spiel:
Mo., 24.05.2021, 18:30 Uhr, SG Flensburg-Handewitt –  MT Melsungen, Flens Arena Flensburg





MT Talents: 26:36 – Gute Ausgangsposition gegen die Füchse innerhalb von zehn Minuten verspielt


Die MT Talents haben im Kampf um die Deutsche Meisterschaft einen herben Dämpfer erhalten. Mit 26:36 (11:15) unterlagen sie im Halbfinal-Hinspiel beim amtierenden Meister Füchse Berlin und nehmen damit eine mächtige Last mit ins Rückspiel am kommenden Freitag in Melsungen. Bis kurz vor der Pause sah es beim Stand von 11:13 noch nach einem engen Spiel aus. Dann verloren die Nordhessen ihre Linie, gerieten schon zur Pause in höheren Rückstand und befanden sich nach einem zehnminütigen, halbzeitübergreifenden 1:8-Lauf vorentscheidend mit neun Toren im Hintertreffen. Davon erholte sich die Mannschaft um Ole Pregler, der kurz vor Schluss zudem mit einer Fußverletzung raus musste, nicht mehr.

Mit dem Anwurf nutzten die Gastgeber zunächst gleich ihre erste Chance, fast selbstverständlich über Linksaußen und Tim Freihöfer, zur 1:0-Führung. Und das, obwohl die Deckung vor Moritz Goldmann eigentlich gut stand. Das konnte die geduldig herausgespielte Möglichkeit und den Dreher des „Torschützen vom Dienst“ jedoch letztlich nicht verhindern. Weil es im Angriff der Nordhessen anfangs noch hakte, zwei Bälle nicht ihr Ziel fanden und David Kuntscher mit dem ersten Siebenmeter des Tages an Lasse Ludwig scheiterte, erhöhten die Hauptstädter durch Marcel Nowak und Nils Lichtlein gar auf 3:0. Fast fünf Minuten dauerte es, bis Ole Pregler die erste Lücke fand und kurz darauf als Passgeber auf Rohat Sahin die Vorarbeit zum Anschluss übernahm (6.).

Von diesem Moment an  war es für längere Zeit spielerisch ein Schlagabtausch weitestgehend auf Augenhöhe. Allerdings immer noch mit der etwas höheren Fehlerquote auf Melsunger Seite. Was Moritz Goldmann zwar mit einigen feinen Paraden zu kompensieren versuchte, es aber nicht ganz schaffte. Dafür fehlte vorn mitunter die Zielstrebigkeit. Ein Pass ins Seitenaus, eine frei vom Kreis vergebene Großchance von Jona Rietze und Berlin war trotz eines von Goldmann gehaltenen Freihöfer-Siebenmeters auf vier Tore enteilt. Auf dessen zweiten, diesmal verwandelten, Versuch von der Linie zum 10:6 reagierte MT-Coach Florian Maienschein mit der ersten Auszeit (20.).

Melsungen fing sich schnell wieder, ohne aber spürbar verkürzen zu können. Das lag zu großen Teilen an Füchse-Schlussmann Lasse Ludwig, der seinem Gegenüber Goldmann mittlerweile in nichts mehr nachstand. Erfolgreich abgeschlossene Angriffe und vergebene Möglichkeiten hielten sich beidseitig die Waage. Ein leichtes Plus für die Gastgeber war Spielmacher Nils Lichtlein, der klug Regie führte und beim 12:8 (24.) auch selbst Torgefahr nachwies. Dem Gegenüber standen Rückraum-Geschosse von Ole Pregler und David Kuntscher, die die Gäste mit 90 Sekunden Rest auf der Uhr schließlich sogar auf 13:11 heranführten. Zur Pause waren es dann aber doch wieder vier, weil Freihöfer mit dem dritten erfolgreich verwandelten Siebenmeter sein persönliches Konto schon auf sechs erhöhte und Ole Pregler den letzten Freiwurf nach Ablauf der Uhr zwar geschickt an der Mauer vorbei, aber um Haaresbreite nicht im Netz unterbrachte.

Die ersten starken Aktionen der zweiten Hälfte gehörten den MT Talents. Erst war Ole Pregler kraftvoll aus der zweiten Reihe erfolgreich, dann einmal mehr Moritz Goldmann zur Stelle. Dass es dennoch nicht zu einer kleinen Aufholjagd reichte, war der guten Reaktion von Ludwig gegen Kuntscher geschuldet. Die Torhüter waren bis zu diesem Zeitpunkt eindeutig die stärksten Akteure auf dem Feld und bügelten oft aus, was ihre Vorderleute sich an Nachlässigkeiten leisteten. Dann ging es jedoch plötzlich schnell: 66 Sekunden reichten den Füchsen, um durch Nowak, Orlov und Lichtlein auf 19:12 davon zu ziehen – Auszeit MT Talents (36.).

Der Berliner Lauf zeigte trotz Unterbrechung Wirkung. Zweimal nichts Zählbares vorn, zweimal das Nachsehen der auf eine wesentlich offenere Variante umgestellte Deckung gegen Maxim Orlov hinten, und die Vorentscheidung war mit dessen 21:12 gefallen (38.). Spielerisch hielten die Melsunger phasenweise dennoch immer wieder dagegen. Klasse anzusehen das Anspiel von Ole Pregler auf Ben Beekmann zu dessen 23:15 und ein starker Paul Kompenhans auf der Spitze der 5:1-Deckung, der erst zum 24:16 erfolgreich war und kurz darauf den Siebenmeter zu David Kuntschers 25:17 holte (45.). Die Berliner jedoch hatte über ihre deutliche Führung inzwischen so viel Sicherheit getankt, dass sie sich kaum noch einen Fehlwurf leisteten.

Das änderte sich kurzzeitig, als Jannik Büde den nach dem Seitenwechsel glücklosen Goldmann ablöste. Erst ein Siebenmeter von Tim Freihöfer, dann zwei freie Bälle aus dem Feld als Doppelparade – der Keeper war sofort voll im Spiel. Zwei Tore vermochte Ole Pregler dadurch vom Rückstand abzuknabbern, dann stoppte der zweite vergebene Siebenmeter von David Kuntscher den kurzen Lauf der Gäste. Der Rest der Partie war weitgehend wieder das gewohnte Spiel: beide Mannschaften trafen abwechselnd. Bis Ole Pregler zwei Minuten vor Schluss umknickte und verletzt vom Feld musste. Diesen Schockmoment nutzten die Füchse, um mit drei Treffern in Folge doch noch auf zweistellig zu stellen und mit einem sicher scheinenden Vorsprung zum Rückspiel nach Melsungen zu fahren.

 

Statistik

MT Talents: Goldmann (9 Paraden, 24 Gegentore), Büde (7 P. / 12 G.)  – Beekmann 1, Pregler 5, Kompenhans 4, Fitozovic 5/1, Dhaliwal, Andrei, Hellemann, Drosten, Rietze 2, Sahin 3, Kuntscher 6/3 – Trainer Florian Maienschein.

Füchse: Ludwig (12 P. / 24 G.), Kull (2 P. / 2 G.) – Heinis, Nowak 5, Orlov 4, Beneke 5, Reichardt, Sauter 3, Freihöfer 8/5, Lichtlein 3, Schley, Langhoff 8 – Trainer Bob Hanning.

Z: – – SR: Heine / Standke (Göttingen / Wendeburg) – Strafen: 8: 8 Minuten – 7m: 6/4 : 7/5.

 





Die MT Melsungen verbringt Pfingsten an der Ostsee


“Pfingsten an die Ostsee!” – ah prima, ein verdienter Entspannungs-Trip für die in den letzten Wochen arg gestressten Bundesligahandballer. Von wegen! Die Profis der MT Melsungen fahren zum Arbeiten dorthin, wo andere dank Pandemie-Lockerungen schon jetzt Urlaub machen können. Auf dem Programm stehen über die Feiertage kurz hintereinander gleich zwei Auswärtsspiele in Schleswig-Holstein: Am Samstag beim THW Kiel (Anwurf 20:30 Uhr, WUNDERINO Arena Kiel) und am Montag bei der SG Flensburg-Handewitt (Anwurf 18:30 Uhr, FLENS Arena Flensburg). Kurios obendrein: Dies sind eigentlich zwei Paarungen aus der Hinrunde der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga, die coronabedingt verlegt werden mussten. Die Begegnungen der Rückrunde wurden Mitte April ausgetragen.

Der knapp vier Tage dauernde Trip in Zahlen und Fakten: Aufbruch am Freitagmittag, Rückkehr am Dienstag, irgendwann in den frühen Morgenstunden. 1100 Kilometer, rund 16 Stunden Busfahrt, zuzüglich unvorhersehbarer Stauzeiten, 3 Hotelübernachtungen, 2 Coronatests, 1 Bundesligaspiel gegen den Tabellenführer, 1 Regenerationstraining, 1 Bundesligaspiel gegen den Tabellenzweiten. “Wir haben angesichts der Gegner und der Kürze der Zeit absolute Hammeraufgaben vor der Brust”, bringt Gudmundur Gudmundsson den Doppelschlag im hohen Norden auf den Punkt.

Keine Frage, dieses Pfingstwochenende hat es in sich. Die MT trifft innerhalb von nur 44 Stunden auf zwei Gegner, die zum Besten zählen, was der Handballsport zu bieten hat. Und das auswärts, also Fahrtstrapazen inklusive. Wenigstens können die Nordhessen personell aus dem Vollen schöpfen, es sitzen alle Mann im Bus. Mit einer Ausnahme: Youngster Ole Pregler steht mit der A-Jugend am Freitagabend in Berlin im Halbfinal-Hinspiel um die Deutsche Meisterschaft. Er wird von dort aus direkt nach Kiel weiterfahren.

Die beiden MT-Kontrahenten THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt sind unter der Woche praktisch im Gleichschritt aus der Champions League geflogen. Im Viertelfinale waren Paris St. Germain und Aalborg HB jeweils Endstation für die beiden deutschen Vertreter in der Königsklasse. “Das ist überhaupt nicht gut für uns”, befürchtet der MT Chefcoach, “denn jetzt werden sich die beiden Mannschaften mit aller Kraft auf die Bundesliga konzentrieren, um hier weiter ihre Titelchancen zu wahren. Die werden gegen uns richtig aufdrehen”.

Apropos Kraft: Was in den beiden anstehenden Spielen auch mitentscheidend sein dürfte, ist die Frage der Energiereserven. Sicher ist, Kiel und Flensburg, die neben der Bundesliga auch noch in der Champions League gefordert waren, haben zum Beispiel im Zeitraum ab Februar, also nach der WM, bis heute zwangsläufig einige mehr Spiele in den Knochen stecken, als die MT. Wobei aber auch ein Blick auf die letzten fünf Wochen lohnt, da sich in dieser Phase die Anzahl der absolvierten Matches bei allen drei Mannschaften nahezu ausgeglichen hat: Kiel und Flensburg hatten acht und die MT sieben Begegnungen. Wer hat also an Pfingsten noch genügend Körner?

Wenngleich die MT als Gast in beiden Partien die Außenseiterrolle innehat, sieht sie sich in Kiel und Flensburg nicht gänzlich als chancenlos. Eine gewisse Zuversicht der Mannschaft speist sich zum einen aus ihren letzten Auftritten, als auch aus den Spielen gegen den THW und die SG direkt. Sieben Punkte aus den letzten vier Spielen gegen Leipzig, Göppingen, Minden und Bergischer HC sind eine gute Ausbeute. Und auch in den Duellen mit den beiden Nordlichtern hat die MT beide Male gar nicht schlecht ausgesehen. “Wir haben in den betreffenden Spielen sehr gut mitgehalten, hatten zwischendurch sogar Chancen, die Gegner noch mehr in Bedrängnis zu bringen, weil vor allem unser Abwehrarbeit über weite Strecken recht gut funktioniert hat. Andererseits haben wir uns zu viele technische Fehler geleistet und so die Gegner zu oft zu einfachen Gegenstoßtoren kommen lassen. Das wollen wir am Wochenende möglichst vermeiden. Denn Kiel und Flensburg bestrafen solche Fehler immer besonders hart”, weiß Gudmundur Gudmundsson.

Wen der erste MT-Gegner dieses Wochenendes am Samstag alles auf die  Platte schicken kann, ist nach dessen hartem Champions League-Spiel am Mittwoch in der französischen Hauptstadt nicht ganz abzusehen. Mehrere Zebras sind mit Blessuren zurück gekehrt. Ganz sicher fehlen wird bei ihnen Kreisläufer Patrick Wiencek, der sich im Hinspiel gegen Paris einen Wadenbeinbruch zugezogen hatte. 

Zwei Tage später, am Pfingstmontag trifft das Team um Kapitän Finn Lemke auf die Flensburger und damit auf einen ehemaligen und einen künftigen MT-Spieler. Johannes Golla, in Melsungen zum Bundesligaprofi herangereift, hat eben erst wieder in der Königsklasse seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Mit 9 Toren avancierte er im Viertelfinale in Aalborg zum besten Schützen des Spiels. Der 23-jährige wechselte in 2018 von Nordhessen an die Förde. Dort steht derzeit mit Alexander Petersson ein Spieler im Kader, der ab der kommenden Saison die Nordhessen unterstützen wird. Der Routinier im rechten Rückraum hat, wie kürzlich vermeldet, bei den Rotweißen einen Jahresvertrag unterschrieben. Ausfallen wird bei der SG Torhüter Benjamin Buric, der sich in Aalborg einen Muskelriss eingehandelt hat.

Dass die Trauben für die MT bei diesen beiden Gegnern besonders hoch hängen, zeigt die Statistik: Gegen Kiel konnte Melsungen von 30 Bundesligaspielen erst vier gewinnen und war dabei nur einmal in Kiel erfolgreich. Das war in 2012. Noch eindeutiger sieht der Vergleich mit Flensburg aus. Dies ist die einzige Mannschaft in der Bundesliga, gegen die die MT bislang erst einmal gewinnen konnte und zwar in 2015. Dafür wurden jedoch schon vier Remis erkämpft.

Samstag, 22.05.2021

Schiedsrichter in Kiel:
Martin Thöne (Lilienthal) / Marijo Zupanovic (Berlin); DHB-Spielaufsicht: Matthias Brauer

Bisherige Erstligavergleiche MT Melsungen – THW Kiel
30 Spiele, davon 26 Siege Kiel, 4 Siege Melsungen
Letzter Vergleich:
22.04.2021, MT Melsungen – THW Kiel 26:32

Live-Berichterstattung:
20:15 Uhr: Sky startet mit Vorberichten, das Spiel aus der WUNDERINO Arena Kiel kommentiert ab 20:30 Uhr Karsten Petrzika.

Infos zum Gegner:
www.thw-handball.de

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Pfingstmontag, 24.05.2021

Schiedsrichter in Flensburg:
Marcus Hurst (Berlin) / Mirko Krag (Frankfurt); DHB-Spielaufsicht: Kay Holm

Bisherige Erstligavergleiche MT Melsungen – SG Flensburg-Handewitt
30 Spiele, davon 25 Siege Flensburg, 1 Sieg Melsungen, 4 Remis
Letzter Vergleich:
25.04.21, MT Melsungen – SG Flensburg-Handewitt 30:32

Live-Berichterstattung:
18:15 Uhr: Sky startet mit Vorberichten, das Spiel aus der FLENS Arena Flensburg kommentiert ab 18:30 Uhr Karsten Petrzika.

Infos zum Gegner:
www.sg-flensburg-handewitt.de





MT Melsungen mit virtueller Fanpower zum Final Four


Pre-Show

Die Bundesligahandballer der MT Melsungen haben es zum vierten Mal in ihrer Vereinsgeschichte unter die vier besten deutschen Teams im Kampf um den DHB-Pokal geschafft. Nach pandemiebedingten Terminverschiebungen ist es in 14 Tagen endlich soweit: Am 3. und 4. Juni steigt in Hamburg des REWE Final4. Da das Turnier ohne die gewohnte Traumkulisse von 13.000 Zuschauern in der Barclay Card Arena stattfinden muss, ruft die MT ihre Fans auf, ihr Team auf virtuellem Wege zu unterstützen.

Die Idee: MT-Fans nehmen mit dem Smartphone Jubelszenen auf und zeigen damit ihre virtuelle Unterstützung beim diesjährigen REWE Final4. Die Szenen werden dann zu einem Video zusammengefügt, welches an den Spieltagen auf den LED-Boards in der Hamburger Barclay Card Arena laufen wird.

“Wenn die Teams pandemiebedingt schon auf die gewohnte Kulisse verzichten müssen, dann wäre es toll, wenn sie wenigstens in digitaler Form den Support von ihren heimischen Anhängern erhalten. Wir sind sicher, dass sich die MT-Fans dazu einiges einfallen lassen werden. Als Dankeschön fürs Mitmachen verlosen wir unter allen Video-Einsenderinnen und -Einsendern drei original MT-Sondertrikots, die unsere Mannschaft beim REWE Final4 tragen wird”, erklärt MT-Marketingleiterin Christine Höhmann.

Und das ist wichtig für alle, die mitmachen wollen:

  • Ein Video von maximal 5 Sekunden Dauer im Hochkantformat von einer Jubelpose (Ekstase, Freude, La-Ola etc.) – am besten, vor einem neutralen Hintergrund. Der Ton spielt keine Rolle, es geht um die Pose.
  • Ideal, aber nicht zwingend: Schon am Outfit ist die Verbindung zur MT erkennbar.
  • Einsendeschluss ist Donnerstag, 27. Mai 2021, 20:00 Uhr; entweder per WhatsApp an 0176 / 40031111 oder per Mail an: Final4@mt-melsungen.de




MT Melsungen bringt beide Punkte aus Solingen mit


Der Trip am Mittwoch in die Klingenstadt hat sich für die MT Melsungen gelohnt: Die Nordhessen entführten in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga beim Bergischen HC mit einem 25:23-Sieg verdient beide Punkte. In Halbzeit eins konnte sich die MT zwischendurch zwar dreimal mit jeweils zwei Toren absetzen, vermochte daraus aber zunächst kein weiteres Kapital zu schlagen. Zur Pause hatten gar die Gastgeber knapp die Nase vorn (11:10).  Eng ging es auch nach dem Wiederanpfiff weiter – bis sich die MT nach etwa einer Dreiviertelstunde mit einem 3:0-Lauf etwas Luft verschafft hatte (15:18). Die Vorentscheidung bahnte Domagoj Pavlovic in der 51. Minute mit seinem Treffer zur 22:17-Führung an. Er war es auch, der am Schluss mit zwei weiteren Toren alles klar machte und damit gleichzeitig zum erfolgreichsten Melsunger Werfer avancierte (7). Auch Nebojsa Simic durfte sich mit 11 Paraden als einer der Väter des Sieges fühlen. Auf Seiten der Gastgeber war Fabian Gutbrod bester Schütze (7).

Die MT Melsungen war mit voller Kapelle in Solingen angereist. Mit dabei auch wieder Felix Danner, der sich gegen Göppingen einen Nasenbeinbruch zugezogen hatte. Der Einsatz des Kreisläufers und Abwehrspezialisten war jedoch nicht notwendig, da dessen zwei Positionskollegen ihre Aufgeben jeweils ordentlich erledigten. So ließ Gudmundur Gudmundsson mit Yves Kunkel, Julius Kühn, Domagoj Pavlovic, Kai Häfner, Timo Kastening und Arnar Arnarsson beginnen – zwischen den Pfosten stand Nebojsa Simic. In der MT-Abwehr vertrat Finn Lemke Domagoj Pavlovic.

Den besseren Start erwischten die anwerfenden Gastgeber. Gleich in ihrem ersten Angriff holte David Schmidt gegen Julius Kühn einen Siebenmeter heraus, schickte den MT-Shooter damit obendrein auch noch für zwei Minuten auf die Bank und freute sich anschließend über den verwandelten Strafwurf seines Teamkollegen Arnor Gunnarsson.

Lasse Mikkelsen kam als Kühn-Vertreter aufs Feld, hatte aber in seinem Zweiminuteneinsatz gleich bei zwei Würfen Pech. Zwischendurch zeigte Nebojsa Simic eine erste Parade gegen Gunnarsson. Nachdem der seinen zweiten Strafwurf an den Pfosten gesetzt hatte, platzte im darauffolgenden Angriff endlich auch bei der MT der Knoten: Kai Häfner erlöste die Nordhessen nach 05:46 gespielten Minuten mit einem Rückraumtor zum 1:1.

In den folgenden zehn Minuten entwickelte sich ein Spiel zweier Kontrahenten auf Augenhöhe. Mal legten die Oberbergischen einen vor und die Nordhessen glichen aus, mal war es umgekehrt. Nennenswertes Highlight in dieser Phase war ein Klasse-Anspiel von Julius Kühn auf Arnar Arnarsson, der nur auf Kosten eines Siebenmeters am Wurf gehindert werden konnte. Der eigens von der Bank egekommen Tobias Reichmann hatte keine Mühe, zum 3:4 einzuwerfen.

Genau das gelang in der 15. Minute dem zum gleichen Zweck eingewechselte Alexander Weck nicht. Der fand von der Siebenmeterlinie aus nämlich seinen Meister in Person von Nebojsa Simic. Und als weitere vier Minuten später der bei einem Melsunger Angriff mit nach vorn geeilte Finn Lemke nach einer tollen Finte die erste Zwei-Tore-Führung für sein Team erzielt hatte (6:8, 19.), sah sich BHC-Trainer Sebastian Hinze zu einer Auszeit genötigt.   

Kurz nach Wiederaufnahme des Spiels hatte Löwen-Kreisläufer Max Darj Glück, als er einen Abpraller zu fassen bekam und den Anschluss markieren konnte. Postwendend antwortete im Gegenzug die MT: Kai Häfner mit einem Überkopf-Zauberpass, obendrein ohne Blickkontakt, zu dem inzwischen eingewechselten Marino Maric, bescherte den Gästen den nächsten Siebenmeter. Tomas Mrkva kam für Christopher Rudeck ins Gehäuse, hatte aber gegen Tobias Reichmann ebenfalls keine Chance (7:9, 22.).

Doch die Hausherren machten weiter Druck. Zunächst durch den Ex-Melsunger Jeffrey Boomhouwer, der nach Ballverlust von Julius Kühn per Gegenstoß  wieder den Anschluss herstellte. Danach entzauberte Nebojsa Simic den frei vor ihm auftauchenden Fabian Gutbrod, im Gegenzug erzwang Domagoj Pavlovic wieder eine Zwei-Tore-Führung (8:10, 25.). Der BHC setzte nach, hatte Erfolg – und zwar gleich dreimal: David Schmidt und zweimal Fabian Gutbrod wandelten den Rückstand binnen dreieinhalb Minuten in eine 11:10-Halbzeitführung um. Die Hausherren spürten dadurch: Hier geht heute was!

So war es nicht verwunderlich, dass das Spiel auch in der ersten Hälfte des zweiten Durchgangs eng blieb, zunächst das Pendel sogar etwas zugunsten der Oberbergischen ausschlug: Arnor Gunnarsson sorgte in der 34. Minute für die erste Zwei-Tore-Führung des Löwen-Rudels (13:11). Auf der anderen Seite setzte Arnar Arnarsson einen Ball nach feinem Anspiel von Julius Kühn neben das Tor. Der MT-Kreisläufer machte seinen Fauxpas aber schnell wieder wett und lochte nach einem sehenswerten Hinter-dem-Rücken-Anspiel von Kai Häfner zum 13:12 ein. Domagoj Pavlovic ließ den Ausgleich folgen (13:13, 37.).

Warum es der MT bis dahin nicht gelungen war, den eifrigen Kontrahenten abzuschütteln, lag nicht zuletzt auch an dessen solider Abwehr. Deren Hauptaugenmerk lag darauf, die MT-Rückraumachse möglichst in ihrer Wirkung zu bremsen. Immer wenn Julius Kühn, Domagoj Pavlovic oder Kai Häfner den Ball führten, wurden sie aus der 6:0-Formation heraus mit schnellen Aktionen attackiert.

Oberwasser bekamen die Nordhessen erst etwa ab Minute 45. Nachdem Nebojsa Simic seine ohnehin schon gute Paradenquote mit einem vereitelten Wurf von Tom Nikolaisen um eine weitere Glanztat erhöht hatte, gelang es kurz darauf Yves Kunkel, Marino Maric, Julius Kühn und Domagoj Pavlovic die Anzeigentafel auf 15:18 zu stellen. Auch wenn der BHC sich dann wieder auf zwei Tore herankämpfte, hatte die MT damit bereits die Basis für den späteren Erfolg gelegt.

Sebastian Hinze versuchte zwischenzeitlich mit einem Torwartwechsel – Tomas Mrkva für Christoph Rudeck –  einen neuen Impuls zu setzen. Doch der frische Keeper musste schon nach wenigen Minuten nach einem unabsichtlichen Kopftreffer das Feld wieder räumen. Derweil konnte sich auch die Melsunger Rückraumachse gegen die nicht mehr ganz so effektive BHC-Abwehr besser in Szene setzen. Julius Kühn, Kai Häfner und zweimal Domagoj Pavlovic machten deutlich, was der MT an diesem Abend vorschwebte. Sie hatten bis zur 51. Minute für ein Fünf-Tore-Polster gesorgt (17:22). Mitverantwortlich dafür war auch die gut funktionierenden Abwehr, die teilweise in einer 3:3-Formation den gegnerischen Angreifern das Leben schwer machte.

Dennoch war der Vorsprung noch nicht so hoch, dass sich die MT schon zu diesem Zeitpunkt in Sicherheit hätte wiegen können. Denn die nie aufsteckenden Hausherren belohnten sich für ihren Einsatz noch zweimal mit dem jeweiligen Anschlusstreffer (22:23, 23:24). Und so bedurfte es schon der Abgebrühtheit eines Domagoj Pavlovic, um das Spiel nach Hause zu schaukeln. Der Kroate war erst mit einem stilistisch einwandfreien Hüftwurf erfolgreich und dann – 16 Sekunden vor Schluss – bei offener Manndeckung des Gegners mit einem verwandelten Ball vom Sechsmeterkreis. Womit der verdiente Auswärtssieg unter Dach und Fach war. 

Bergischer HC – MT Melsungen 23:25 (11:10)

Bergischer HC: Rudeck (1.-49. u. 57.-60. Min.; 8 Paraden / 22 Gegentore), Mrkva (beai einem Siebenmeter und 50.-56. Min.; 1 P. /4 G.) – Darj 4, Weck, Gunnarsson 6/2, Nippes, Fontaine, Babak, Szücs, Gutbrod 7, Arnesson 1, Nikolaisen, Boomhouwer 1, Stutzke, Schmidt 4 – Trainer Sebastian Hinze.

MT Melsungen: Simic (1.-60. Min.; 11 Paraden / 23 Gegentore), Heinevetter (n.e.) – Maric 1, Kühn 5, Lemke 1, Reichmann 2/2, Kunkel 1, Mikkelsen, Danner, Arnarsson 1, Allendorf, Pregler, Häfner 4, Salger, Kastening 3, Pavlovic 7 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Schiedsrichter: Thomas Kern (Bellheim) / Thorsten Kuschel (Karlsruhe)

Zeitstrafen: 2 Min. – 6 Min. (Darj, 36:33 Min. – Kühn, 01:04 Min.; Arnarsson, 37:06 Min.; Häfner, 49:39 Min.)

Strafwürfe: 2/6 – 2/2 (Gunnarsson trifft nur den Pfosten, 04:45 Min.; Weck scheitert an Simic, 14:20 Min.; Boomhouwer scheitert an Simic, 24:38 Min.; Gunnarsson scheitert an Simic, 52:03 Min.)

Spielort: Klingenhalle, Solingen, ohne Zuschauer

Die nächsten Spiele:
Sa., 22.05.21, 20:30 Uhr, THW Kiel – MT Melsungen, Wunderino Arena Kiel
Mo., 24.05.21, 18:30 Uhr, SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen, Flens Arena, Flensburg   
Do., 27.05.21, 19:00 Uhr, MT Melsungen – Eulen Ludwigshafen, Rothenbach-Halle Kassel

 





MT Melsungen unterzeichnet “Charta der Vielfalt”

 

Gesellschaften werden immer vielfältiger. Das gilt für beinahe alle Lebens- und Arbeitswelten. Warum das wichtig ist? Weil der Austausch von Wissen und die Zusammenarbeit von Menschen aus unterschiedlichen Kultur- und Erfahrungsbereichen die Chancen erhöhen auch komplexe Aufgabenstellungen und Herausforderungen zu bewältigen. Unabdingbare Voraussetzungen sind Offenheit und Toleranz aller Beteiligten. Handball-Bundesligist MT Melsungen macht seine Einstellung dazu schon seit einigen Jahren mit der Unterstützung der von nordhessischen Unternehmen entwickelten Kampagne “Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung” deutlich. Mit der kürzlich unterzeichneten “Charta der Vielfalt”, getragen von einem gemeinnützigen Verein bekannter deutscher Großunternehmen, verpflichtet sich der Profisportklub zur Umsetzung und Einhaltung konkreter unternehmenskultureller Werte.

Dass die MT Melsungen für Offenheit und Vielfalt steht, spiegelt sich bereits in der Besetzung ihrer Mannschaft wider, aber auch im Kreis der Partner und Sponsoren und nicht zuletzt bei Zuschauern und Fans. Mit der Unterzeichnung der ”Charta  der Vielfalt – Für Diversity in der Arbeitswelt” geht der Profisportklub nun  die konkrete Selbstverpflichtung ein, bestimmte Werte in den einzelnen Geschäfts- und Arbeitsbereichen umzusetzen und einzuhalten. Das betrifft sowohl das Innenverhältnis zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu denen natürlich auch die Handballprofis gehören, als auch das Außenverhältnis zu Sponsoren, Dienstleistern und Fans.

Die “Charta der Vielfalt” wird von einem gleichnamigen Verein getragen, dem aktuell 30 führende deutsche Unternehmen und Organisationen als Mitglieder angehören – von Adidas bis Volkswagen, von Bayer bis SAP – ebenso die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Mit dem jährlich stattfindenden Deutschen Diversity-Tag, diesmal am 18. Mai 2021, machen die Charta und deren Unterzeichner mit zahlreichen Aktionen auf den Vielfaltsgedanken in der Arbeitswelt aufmerksam. Wer diese Charta unterzeichnet – dies können zum Beispiel nur Unternehmen, Verbände, Vereinen, Stiftungen nicht jedoch Privatpersonen – erkennt einen in sechs Punkten aufgeführten Wertekodex an. Darin heißt es wörtlich:

Zur Umsetzung dieser Charta werden wir …

  • eine Organisationskultur pflegen, die von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt ist. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Führungskräfte wie Mitarbeitende diese Werte erkennen, teilen und leben. Dabei kommt ihnen eine besondere Verpflichtung zu.
  • unsere Personalprozesse überprüfen und sicherstellen, dass diese den vielfältigen Fähigkeiten und Talenten aller Mitarbeitenden sowie unserem Leistungsanspruch gerecht werden.
  • die Vielfalt innerhalb und außerhalb der Organisation anerkennen, die darin liegenden Potenziale wertschätzen und für das Unternehmen oder die Institution gewinnbringend einsetzen.
  • die Inhalte der Charta zum Thema des internen und externen Dialogs machen.
  • über unsere Aktivitäten und den Fortschritt bei der Förderung der Vielfalt und Wertschätzung jährlich öffentlich Auskunft geben.
  • unsere Belegschaft über den Mehrwert von Vielfalt informieren und sie bei der Umsetzung der Charta einbeziehen.

“Wir teilen die Position der Charta und sind von den Vorteilen überzeugt, die eine gelebte Vielfalt und Wertschätzung aller handelnden Personen bedeutet. Wer als Unternehmen sein Denken und Handeln an diesen Grundsätzen orientiert, wird sich nicht nur selbst erfolgreich weiterentwickeln, sondern auch einen wichtigen Betrag zur Kultur eines respektvollen Miteinanders in unserer Gesellschaft leisten”, erklärt MT-Marketingleiterin Christine Höhmann.

 

OV von MT Melsungen




Melsungen gegen Minden: Und wieder ein Unentschieden

 

Die MT Melsungen kann in dieser Saison gegen GWD Minden einfach nicht gewinnen. Am 30. Spieltag der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga mussten sich die Nordhessen mit einem am Ende sehr glücklichen 30:30 (12:15)-Remis begnügen. Im Hinspiel im Oktober in Kassel hatten sich die beiden Kontrahenten 24:24 getrennt. Spielbestimmende Akteure am Himmelfahrtstag in der Lübbecker MERKUR Arena, dem Ausweichquartier der Grünweißen, waren auf Seiten der MT Keeper Silvio Heinevetter mit 15 Paraden und Kai Häfner mit 7 Toren. Bei Minden hinterließen Rechtsaußen Max Staar (6 Tore) und Spielmacher Juri Knorr (6/1 Tore) die stärksten Eindrücke.

“Sieht man die letzten Sekunden des Spiels, war es ein gewonnener Punkt. Betrachtet man das Spiel insgesamt, war es ein verlorener Punkt”, fasste Silvio Heinevetter das Match in der SKY-Analyse direkt nach dem Schlusspfiff treffend zusammen. Der MT-Keeper selber hatte mit einer eindrucksvollen Leistung dafür gesorgt, dass sich seine Mannschaft in der ersten Halbzeit mit fünf Toren absetzen konnte (10:15, 29. Min.). 

Doch der Reihe nach: Melsungen war ohne den zuletzt starken Felix Danner angereist. Der Kreisläufer und Abwehrspezialist hatte sich am Samstag im Spiel gegen Göppingen einen Nasenbeinbruch zugezogen. Ebenfalls nicht dabei war Youngster Ole Pregler, der zur Zeit mit der A-Jugend vielversprechend in den Playoffs zur Deutschen Meisterschaft unterwegs ist. So ließ Gudmundur Gudmundsson mit Michael Allendorf, Julius Kühn, Domagoj Pavlovic, Kai Häfner, Timo Kastening, Arnar Arnarsson und Silvio Heinevetter beginnen.

Mindens Christoffer Rambo kam 35 Sekunden nach dem Anwurf zu einer ersten Chance, die jedoch Silvio Heinevetter vereitelte. Im Gegenzug vertändelten dessen Vorderleute den Ball, sodass die nächste Mindener Gelegenheit von Max Saar zum Eröffnungstreffer genutzt wurde. Kurz darauf war der flinke Rechtsaußen mit einem Steal erfolgreich – die Gastgeber gingen mit 2:0 nach vorn. Nach fast vier Minuten platzte dann auch bei der MT der Knoten. Timo Kastening schaffte es unter allergrößter Bedrängnis noch, den Ball quer durch den Kreis zu Arnar Arnarsson zu passen, der zum 2:1 verwandelte.

Mit einer Parade leitetete Silvio Heinevetter den nächsten MT-Vorstoß ein, den Kai Häfner mit etwas Pech mit einem Wurf an den Pfosten abschloss. Doch gleich darauf machte es der Halbrechte besser, indem er einen Tempogegenstoß zum 2:2 abschloss. Die MT war nach fünf Minuten also auch im Spiel. – Sollte man meinen. Denn in der Folge übernahmen die Hausherren wieder das Ruder. Mit einem 3:0-Lauf setzten sie sich auf 5:2 ab (9.). Daran beteiligt war – neben Christoffer Rambo und Maximilian Janke, auch Torhüter Malte Semisch, der mit einem langen Ball in das wegen einer Unterzahl verwaiste Melsunger Tor traf. Zwei dieser drei Treffer fielen nach Fehlwürfen – Julius Kühn hatte zweimal hintereinander Pech im Abschluss.

Melsungen robbte sich per verwandeltem Strafwurf (Tobias Reichmann, 11.) und dem Tor von Rechtsaußen Timo Kastening nach perfektem Pass von Julius Kühn wieder heran (5:4, 13.). Und hätte zwischendurch Michael Allendorf von Linksaußen noch getroffen, wäre zu dem Zeitpunkt schon wieder alles offen gewesen. So aber behielten die Mindener weiterhin knapp die Oberhand. Die Hausherren legten zwei vor, die Gäste markierten jeweils den Anschlusstreffer. Wie etwa Marino Maric, der gleich nach seiner Einwechslung zum 8:7 traf (17.). Aber wieder schaffte es Minden, die aufkommenden Nordhessen etwas zurückzudrängen. Auch weil die wiederum in zwei Angriffen hintereinander Nerven zeigten (Timo Kastening) währenddessen Max Staar und Juri Knorr auf 10:7 erhöhten (19.).

Und dann brannte die MT in den folgenden neun Minuten ein wahres Feuerwerk ab. Das Geschehen im Zeitraffer: Maric kann nur siebenmeterreif ausgebremst werden, Reichmann trifft von der Strafwurflinie (10:8); Heinevetter pariert gegen Zeitz; Kühn wuchtet zum 10:9 ein, Heinevetter hält einen Strafwurf von Knorr; Häfner wird gefoult, Reichmann gleicht per Siebenmeter aus (10:10); Maric verwertet ein Anspiel von Häfner und bringt die MT erstmalig in Führung (10:11, 24.); Häfner besorgt das 10:12; Heinevetter kauft erneut Zeitz einen Ball ab; Maric schließt auch seinen dritten Torwurf erfolgreich ab (10:13, 26.); Kastening vergibt einmal, macht aber im nächsten Angriff seinen Fauxpas wieder gut und stellt auf 10:14 (26.); Maric gelingt dann mit seinem Tor zum 10:15 der letzte Knaller in diesem Feuerwerk. Dass Minden in den verbleibenden 83 Sekunden die Bilanz zur Halbzeit mit zwei Treffern zum 12:15 noch etwas erträglicher gestalten kann, mag der nachlassenden Konzentration Melsungens geschuldet sein.

Die Mannschaft von Gudmundur Gudmundsson hatte die Grünweißen durch ihren fulminanten Spielabschnitt im ersten Durchgang womöglich etwas geschockt. Aber offenbar nun auch wieder nicht so stark, dass diese fortan in Ehrfurcht vor dem vermeintlichen Favoriten erstarrt wären. Denn nachdem die Nordhessen noch einige Minuten lang über die Zwischenstände 12:16 (32.), 14:17 (33.) und 15:18 (37.) das Heft in der Hand behielten, machten die Ostwestfalen deutlich, dass sie noch lange nicht ans Aufgeben dachten. Beeindruckend, wie sie mit einem 3:0-Lauf innerhalb von nur 128 Sekunden das Spiel wieder öffneten (18:18, 39.). Wobei ihnen die MT mit zwei Fehlpässen (Kühn, Pavlovic) auch etwas in die Hände spielte. Dabei hatte Gudmundur Gudmundsson seine Schützlinge zwischenzeitlich noch per Timeout neu eingestellt.

Aber dann schlug die MT zurück: Der an diesem Abend wie in besten Zeiten aufspielende Marino Maric traf erst zum 18:19 und bugsierte wenig später im Fallen einen fast verlorenen Ball geschickt zu Tobias Reichmann, der auf 18:20 stellte (40.). Was natürlich kein Ruhekissen bedeutete. Mats Korte und Juri Knorr schafften erneut den Ausgleich (20:20, 41). Wodurch sich Melsungen aber wiederum nicht sonderlich beeindruckt zeigte. Das galt ebenfalls für die dann noch folgenden Pattsituationen 22:22 (44.), 26:26 (54.) und 27:27 (55.). Denn die Bartenwetzer fanden jeweils mit Gegentreffern die passende Antworten. Auch fünf Minuten vor Schluss, nachdem Geburtstagskind Yves Kunkel seine Farben gegen seinen früheren Club mit 27:28 in Führung gebracht hatte. Die konterte Max Staar nur sieben Sekunden später mit dem Ausgleichstreffer.

Auf der anderen Seite hatte Tobias Reichmann von der Strafwurflinie mit einem Lattenkreuzkracher Pech und im Gegenzug gelang Doruk Pehlivan die 29:28-Führung. Aber auch die glich die MT in Person von Kai Häfner wieder aus. Zu spielen waren da noch 03:36 Minuten. Genügend Zeit also, um das Match in der Crunchtime endgültig noch auf eigene Seite zu ziehen. Zumal der inzwischen für Silvio Heinevetter zwischen den Pfosten stehende Nebojsa Simic einen Wurf von Juri Knorr unschädlich machte und damit seinen Vorderleuten die Gelegenheit für einen neuen Angriff bot. Den aber vertändelte die MT, sodass nun der GWD-Jungnationalspieler  eine nächste Chance bekam, die er zur 30:29-Führung nutzte (57:50 Min.).

Genau zwei Minuten vor dem Ende nahm Gudmundur Gudmundsson nochmal eine Auszeit. Den betreffenden Angriff blockte dann aber Mindens Abwehr zunächst ab und die Folgeaktion vereitelte Malte Semisch, der den frei vor ihm auftauchenden Julius Kühn entzauberte. Das gleiche Kunststück gelang im Gegenzug Nebojsa Simic gegen Juri Knorr. So bekam die MT nochmal in den Genuss eines allerletzten Vorstosses. Den zur großen Erleicherung aller Rotweißen Kai Häfner mit einem verdeckten und unhaltbaren Hüftwurf zum 30:30 Endstand abschloss. Damit war zumindest ein Teilerfolg gesichert – der zweite in dieser Saison gegen Minden, das mit inzwischen sieben Unentschieden seinen Ruf als Remis-König der Liga abermals bestätigte.

GWD Minden – MT Melsungen 30:30 (12:15)

GWD Minden: Semisch (1 Tor, 11 Paraden / 28 Gegentore), Lichtlein (bei zwei Siebenmetern; 1 P. / 1 G. – Meister 3, Ritterbach, Richtzenhain, Zeitz, Rambo 5, Korte 3, Thiele, Janke 2, Schluroff, Strakeljahn, Knorr 6/1, Pehlivan 2, Staar 6, Gulliksen 2/2 – Trainer Frank Carstens.

MT Melsungen: Heinevetter (1.-52. Min.; 15 Paraden / 25 Gegentore), Simic (53. – 56. Min.; 2 P. / 5 G.) – Maric 6, Kühn 3, Lemke, Reichmann 4/3, Kunkel 3, Mikkelsen 1, Arnarsson 1, Allendorf, Häfner 7, Salger, Kastening 2, Pavlovic 3 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Schiedsrichter: Nils Blümel / Jörg Loppaschewski (beide Berlin)

Zeitstrafen: 0 Minuten – 6 Minuten (Lemke, 21:33 Min., Pavlovic, 06:4 Min. und 34:31 Min.)

Strafwürfe: 3/5 – 3/4 (Gulliksen scheitert an Heinevetter, 06:53 Min.; Knorr scheitert an Heinevetter, 21:39 Min. – Reichmann triff nur das Lattenkreuz, 55:39 Min.)

Spielort: MERKUR Arena, Lübbecke, ohne Zuschauer.

Das nächste Spiel:
Mi., 19.05.21, 20:30 Uhr, Bergischer HC – MT Melsungen, Klingenhalle Solingen

 

OV von Mt Melsungen




MT Melsungen reist zu Remis-König GWD Minden


In der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga steht offiziell der 30. Spieltag an, für die beiden Kontrahenten GWD Minden und MT Melsungen ist es – coronabedingt – jedoch erst der 29., beziehungsweise 28. Einsatz in dieser Saison. Der findet statt am Himmelfahrtstag, 13. Mai, um 19:00 Uhr, in der MERKUR Arena in Lübbecke. Die Kampa-Halle, eigentliche Heimspielstätte der Grünweißen, ist seit Januar 2020 wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Lübbecke ist nur 22 Kilometer von Minden entfernt.

Nein, eine gemütliche Himmelfahrtspartie steht der MT Melsungen gewiss nicht bevor, wenn sie am Donnerstag in Ostwestfalen antreten muss. Dazu ist der dortige Gegner viel zu unbequem und darüber hinaus nur sehr schwer einzuschätzen. Die bisherige Statistik aus den direkten Duellen spricht zwar für die Nordhessen – von 27 Spielen gewannen sie 16 – aber die Ergebnisse waren meist recht knapp.

Besonders auffällig: Gegen keinen anderen Gegner spielte Melsungen öfter unentschieden als gegen Minden – bislang fünfmal, zuletzt im Hinspiel im Oktober in Kassel (24:24). Und weil die Grünweißen auch in der laufenden Saison schon wieder in sechs Spielen jeweils einen Teilerfolg verbuchten – soviel wie keiner der 20 Clubs – darf man GWD Minden getrost als einen Remis-König der Liga bezeichnen.

Mindens Trainer Frank Carstens misst dem Unentschieden seiner Mannschaft in Kassel eine hohe Bedeutung bei und erinnert daran, dass die Abwehr der Schlüssel zum Punktgewinn und dieses Spiel ein Wendepunkt in der Hinrunde gewesen sei. Im Rückspiel nun müsse man die Rückraumachse Kühn–Pavlovic–Häfner in den Griff bekommen. Besonders Häfner sei derzeit in guter Form.

Was die Melsunger ihrerseits mit nach Lübbecke nehmen können, ist das Selbstvertrauen aus zwei Siegen in Folge: Sehr gelungene Auftritte in Leipzig und zuletzt zuhause gegen Göppingen – diese beiden Teams wurden damit in dieser Saison jeweils im Hin- und im Rückspiel geschlagen – lassen die Zuversicht wachsen, auch gegen Minden etwas zu reißen.

Aber auch der Gegner wird nach den beiden jeweils einfachen Punktgewinnen gegen Stuttgart und in Balingen mit einer etwas breiteren Brust in das Spiel gehen. Als Tabellenfünfzehnter ist Minden zwar noch nicht gänzlich auf der sicheren Seite, hat sich aber inzwischen mit fünf Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz eine hervorragende Ausgangsbasis für einen erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt erarbeitet.

Auf wen die MT-Abwehr besonderes Augenmerk legen muss, ist schnell zu beantworten: Auf mindestens alle Spieler der sogenannten “Ersten Sechs”. Denn da kann GWD auf wirklich jeder Position mit torgefährlichen Akteuren aufwarten. Angefangen von Christoffer Rambo im rechten Rückraum, mit 137 Treffern bester Schütze, über Regisseur und Jungnationalspieler Juri Knorr, Doruk Pehlivan, Rückraum links, Kevin Gulliksen, Rückraum links, Mats Korte, Linksaußen, bis hin zu Julius Richtzenhain am Kreis.

Und die MT-Schützen müssen sich gut auf den 1. Mann im Mindener Gehäuse gut einstellen: Malte semisch weist mit fast 31 Prozent gehaltene Würfe hinter Magdeburgs Jannick Green die zweitbeste Torhüterquote der Liga auf. Und sollte der mal eine Pause benötigen, steht Bundesliga-Rekordspieler Carsten Lichtlein bereit.

Apropos Torhüter: Steht beim Gegner, wie in diesem Fall mit Malte Semisch, ein besonders herausragender Akteur zwischen den Pfosten, könnte man meinen, dass die Trainer ihre Schützlinge in der Vorbereitung auf das betreffende Spiel gezielt auf dessen Stärken und Schwächen hinweisen. Nicht so Gudmundur Gudmundsson: “Damit habe ich keine gute Erfahrungen gemacht. Die Spieler müssen in dem Augenblick intuitiv entscheiden, wohin sie am besten werfen. Wenn man zu genau auf den Torhüter hinweist und die Spieler fangen an, nachzudenken, kommt dabei kein guter Wurf heraus”.

Was der MT-Trainer hingegen seinen Schützlingen mit auf den Weg gibt, sind die Hinweise auf die entsprechenden Feldspieler. Dabei warnt “Gudmi” besonders vor Christoffer Rambo und Juri Knorr, die beide imstande sind, aus jeder Situation ein Tor zu erzielen. Im Abschlusstraining am Mittwoch wurden natürlich auch mögliche Strategien gegen die Mindener Abwehr festgelegt. Die ist bekannt für ihre Kompaktheit und zupackende Art in der 6:0-Formation.

Da muss die MT-Offensive schon mit einer ähnlichen Leistung aufwarten, wie zuletzt gegen Leipzig und Göppingen. “Hier hat mich die Art und Weise überzeugt, wie die Siege herausgespielt wurden”, stellt der MT-Coach seiner Mannschaft ein pauschales Lob aus. “Können wir das in Abwehr und Angriff erneut abrufen, haben wir auch gegen Minden alle Chancen”. Das Ziel ist indes klar: Die MT will ihre noch junge Erfolgsserie jetzt weiter ausbauen – auch gegen Remis-König GWD Minden.

Schiedsrichter in Lübbecke:
Nils Blümel / Jörg Lopuschanskij (beide Berlin); DBB-Superaufsicht: Wolfgang Jamelle

Bisherige Erstligavergleiche MT Melsungen – GWD MInden

27 Spiele, davon 16 Siege Melsungen, 6 Siege Minden, 5 Remis
Letzter Vergleich:
7.10.2020, MT Melsungen – GWD Minden 24:24
Letzter MT-Sieg in Minden:
14.11.2019, GWD Minden – MT Melsungen 27:29

Live-Berichterstattung:
18:30 Uhr: Sky startet mit der Konferenzschaltung und Vorberichten, das Spiel aus der MERKUR Arena Lübbecke kommentiert ab 19:00 Uhr Heiko Mallwitz.

Infos zum Gegner:
https://gwd-minden.de





MT holt einen der erfahrensten Linkshänder überhaupt

 

Wer seit fast 18 Jahren ununterbrochen in der höchsten Spielkasse am Ball ist und über 220 Länderspiele vorweisen kann, darf getrost als Ausnahmespieler bezeichnet werden. Auf der halbrechten Rückraumposition gehört er zu den erfahrensten Linkshändern, die es derzeit überhaupt im Handball gibt. Im Sommer kommt er zur MT Melsungen: Alexander Petersson.

Handball-Bundesligist MT Melsungen kann nach den bereits bekannt gegebenen Neuverpflichtungen von Elvar Örn Jonsson (Rückraum Mitte, Skjern Handbold), André Gomes (Rückraum links, FC Porto) und Ivan Martinovic (Rückraum rechts, TSV Hannover-Burgdorf) einen weiteren Transfer vermelden: Alexander Petersson, derzeit in Diensten von Titelkandidat SG Flensburg-Handewitt, erhält bei den Nordhessen zum 1. Juli 2021 einen Jahresvertrag. Der 40-jährige gebürtige Rigaer mit isländischer Staatsbürgerschaft soll die rechte Angriffsseite verstärken, bis in der darauffolgenden Saison Ivan Martinovic aus Hannover zur Verfügung steht.

“Die Möglichkeit, einen Spieler dieses Formats genau für den genannten Zeitraum bekommen können, ist nicht selbstverständlich. Im rechten Rückraum trägt Kai Häfner bei uns nahezu die gesamte Verantwortung. Mit Alexander Petersson werden wir ihn phasenweise und auf adäquatem Niveau entlasten können. Damit haben wir in der kommenden Saison, also schon vor dem Einstieg von Ivan Martinovic im nächsten Jahr, auch auf dieser Position mehrere Optionen”, erklärt MT-Vorstand Axel Geerken.

Dass sich Alexander Petersson schnell in das MT-Team integriert, ist naheliegend. Schließlich hat er längere Zeit in der isländischen Nationalmannschaft und bei den Rhein-Neckar Löwen unter MT-Coach Gudmundur Gudmundsson gespielt. Zudem triff er mit Arnar Arnarsson einen weiteren Isländer und mit Silvio Heinevetter einen ehemaligen Mannschaftskameraden aus seiner Zeit bei den Füchsen Berlin wieder.   

Alexander Petersson, geboren in Riga, hat zunächst rund 40 Länderspiele für Lettland absolviert, ehe er 2004 die isländische Staatsbürgerschaft annahm und fortan für die Auswahl des europäischen Inselstaates auflief. Fast zur gleichen Zeit gelang ihm in puncto Vereinshandball auch der Start in Deutschland. Seine erste Station war die HSG Düsseldorf, mit der er 2004 den Aufstieg in die 1. Bundesliga schaffte. Es folgten Engagements in Großwallstadt, Flensburg und Berlin. Anschließend trug er fast neun Jahre das Trikot der Rhein-Neckar Löwen. Mit ihnen holte er zwei Deutsche Meisterschaften, einen DHB-Pokalsieg und den EHF-Cup.

Als im Januar diesen Jahres in Flensburg Not am Mann war, haben ihn die Löwen, die mit ihm und mit Niclas Kirkeløkke und Albin Lagergren auf Halbrechts bereits dreifach besetzt waren, zu den Nordlichtern ziehen lassen. Dort hat er einen Vertrag bis zum Saisonende.

“Ich bin noch immer nicht satt. Solange ich auf diesem Niveau spielen kann, möchte ich das auch tun. Ich freue mich auf die Mannschaft und die neue Herausforderung bei der MT Melsungen. Dort möchte ich bei der Weiterentwicklung des Teams gern mithelfen. Ebenso freue ich mich auf die erneute Zusammenarbeit mit Gudmi, den ich als Trainer sehr schätze”, sagt Alexander Petersson.

Zunächst aber will er mit der SG Flensburg-Handewitt noch einiges erreichen. In der Champions League steht er mit den Blauweißen ebenso im Viertelfinale, wie der große Rivale THW Kiel, mit dem Flensburg in der Bundesliga offensichtlich einen Zweikampf um den Titel  austrägt. Alexander Pettersson hätte nichts dagegen, sich im Sommer in Melsungen als frischgebackener Meister oder gar Champions League Sieger vorzustellen. 

Kurzsteckbrief Alexander Petersson

Geburtsdatum / Geburtsort:  02.07.1980 / Riga
Nationalitäten:  lettisch, isländisch
Privat: verheiratet, 1 Sohn
Größe / Gewicht: 186 cm / 92 kg
Position / Wurfhand: Rückraum rechts / links
Bisherige Vereine:        
1998-2003 KR Grótta (Island)
2003-2005 HSG Düsseldorf
2005-2007 TV Großwallstadt
2007-2010 SG Flensburg-Handewitt
2010-2012 Füchse Berlin
2012-2021 Rhein-Neckar Löwen
ab Jan. 2021 SG Flensburg-Handewitt
International:       
40 LS Lettland, 186 LS Island
Erfolge:       
Olympia-Silber 2002, EM-Bronze 2010, deutscher Meister 2016 und 2017, EHF-Cup 2013, DHB-Pokal 2018.

 

OV von MT Melsungen




MT schlägt Göppingen auch im Rückspiel deutlich


Julius Kühn,rechts Felix Danner Nr.17

Ähnlich souverän wie schon im Hinspiel gelang es der MT Melsungen, den Tabellen-Fünften Frisch-Auf! Göppingen mit 31:23 (15:12) zu bezwingen. Grundlage dafür war eine nicht fehlerfreie, aber hochkonzentrierte Leistung vor der Pause, bei der Schlussmann Nebojsa Simic eine herausragende Leistung ablieferte. Auch nach dem Seitenwechsel ließen die von Domagoj Pavlovic gut geführten Nordhessen nichts anbrennen. Sukzessive wurde der Vorsprung ausgebaut, wobei sich insbesondere Julius Kühn mit insgesamt sieben Toren auszeichnete. Auf sechs Tore für Göppingen kam Marcel Schiller, der neben seinen zwei verwandelten Siebenmetern allerdings auch drei nicht im Netz unterbringen konnte.

Mit „voller Kapelle“ ging die MT ins Spiel, also auch wieder mit Yves Kunkel, dessen Startplatz am linken Flügel aber Michael Allendorf besetzte. Am Kreis bekam Felix Danner erneut den Vorzug gegenüber Arnar Freyr Arnarsson und im Tor begann Nebojsa Simic an Stelle von Silvio Heinevetter. Bei den Schwaben dagegen stand Sebastian Heymann zwar auf dem Spielberichtsbogen, konnte nach dem mit absolvierten Aufwärmprogramm aber wegen seiner Adduktorenverletzung nicht mitwirken. Zwar begannen die Melsunger übernervös mit einem Fehlpass auf Rechtsaußen, hatten aber das Glück, dass der sonst sichere Schütze Marcel Schiller nach knapp drei Minuten einen Siebenmeter über das Tor setzte. Zudem konnten sie sich auf Simic verlassen. Der parierte in der Anfangsphase gleich zwei Mal, so dass Julius Kühn, ungewohnt über den rechten Rückraum, und Timo Kastening mit einem raffinierten Dreher um Urh Kastelic herum eine 2:0-Führung herauswerfen konnten (5.).

Die allerdings hatte nicht lange Bestand. Vom Kreis erzielte Kresimir Kozina den 3:3-Ausgleich (8.), Josip Bozic-Pavletic kurz darauf gar das 4:5. Dazwischen lag sogar noch der zweite vergebene Strafwurf von Schiller, der diesmal an Simic scheiterte. Wie überhaupt der Montenegriner mit fortschreitender Spielzeit zum überragenden Mann auf dem Feld avancierte. Eine Parade nach der anderen brachte den Gastgebern die Führung trotz einiger „Stockfehler“ zurück. Wofür im Feld Domagoj Pavlovic mit verantwortlich zeichnete. Der bekam einen ungenauen Pass von Kühn erst nicht zu fassen, klaute das Leder aber dem am Boden liegenden Josip Bozic-Pavletic rotzfrech wieder aus der Hand und versenkte es ins leere Tor, das Kastelic verlassen hatte, um seinem Mannschaftskollegen als mögliche Anspielstation zu helfen. Auch Kühn machte seinen Fehler umgehend gut, indem er die Führung zum 6:5 zurück holte (13.).

Die baute Timo Kastening per Tempogegenstoß und Kai Häfner über eine klasse gespielte erste Welle auf drei Tore aus und zwangen damit Göppingen zu ersten Auszeit. Was jedoch nur wenig Wirkung zeigte. Zwar machte sich Urh Kastelic im Tor auf, der Quote von Simic näher zu kommen, doch seine Vorderleute patzten vor allem im Angriff ein ums andere Mal. Domagoj Pavlovic und Julius Kühn erhöhten folgerichtig mit je zwei Treffern auf 12:8 (24.). Und immer wieder war Nebojsa Simic zur Stelle, wenn es enger zu werden drohte. Fantastisch seine sensationelle Doppelparade zweieinhalb Minuten vor der Pause. Dennoch nicht genug, um die vier Tore in die Kabine zu retten. Weil Göppingen den vielleicht schönsten Treffer im ersten Durchgang setzte. Bei dem sich Tobias Ellebaek selbst die Vorlage zur Vorlage von Josip Bozic-Pavletic gab, die er schließlich nach Kempa-Zuspiel des Rechtsaußen zum 14:12 veredelte. Gut dagegen für die MT, dass Julius Kühn Sekunden vor der Halbzeitsirene die Übersicht behielt und wenigstens wieder auf drei Differenz erhöhte.

Die Eröffnung des zweiten Durchgangs gehörte Marcel Schiller, der sofort verkürzte. Beantwortet von Kai Häfner und der nächsten Simic-Glanztat gegen Nemanja Zelenovic. Dennoch zunächst kein weiterer Ausbau der Führung, weil Marcel Schiller nach einem Steal seine Ausbeute an Toren im Vergleich zur ersten Hälfte schon nach knapp drei Minuten verdoppelte. Trotzdem blieb die Fehlerquote der MT insgesamt unter der von Frisch-Auf!. Was nicht zuletzt an der Übersicht von Domagoj Pavlovic im Spielaufbau lag. Der variierte das Tempo gut und ging auch selbst regelmäßig dahin, „wo es weh tut“. Einer dieser Durchbrüche des Regisseurs führte dann auch prompt zum 20:15 (39.). Der ersten Führung also mit fünf Toren, die zur nächsten Göppinger Auszeit Anlass gab.

Eine Schrecksekunde gab es nach 43 Minuten. Da klaute Michael Allendorf einen Ball von Nicolai Theilinger, blieb dann aber am Bein des Göppingers hängen und musste humpelnd das Spielfeld verlassen. Yves Kunkel kam, ließ jedoch gleich seine erste Möglichkeit ungenutzt. Das Spiel verlor auf beiden Seiten an Linie, Tore wurden zur Mangelware. Erst als Stefan Salger nach einer unsauberen Abwehr mit einer Zeitstrafe draußen saß Marcel Schiller, nun wieder sicher, von der Siebenmeterlinie vollstreckte, war mit dem 22:18 der nächste Treffer auf der Anzeigetafel (47.). Die gleiche Situation kurz darauf auf der Gegenseite, als Kresimir Kozina für seine Aktion gegen Felix Danner runter musste und Tobias Reichmann den fälligen Siebenmeter verwandelte – 23:18 (48.).

Was sonst die Aufgabe von Sebastian Heymann gewesen wäre, das übernahm jetzt Tim Kneule: Tore machen. Treffer Nummer 19 und 20 gingen auf den Mittelmann, änderten aber nichts am Abstand. Weil Domagoj Pavlovic das Runde mit Urgewalt zum 25:20 ins Eckige zimmerte und Tobias Reichmann im Gegensatz zu Schiller sicher blieb von der Linie: sechs vor für die MT und letzte Auszeit Göppingen (52.). Die verpuffte, weil Finn Lemke ganz stark gegen Nemanja Zelenovic blockte und Nebojsa Simic gegen Bozic-Pavletic Sieger blieb. Als dann noch der eingewechselte Tobias Reichmann auf Zuspiel von Kühn das 27:20 machte und Simic gegen Oskar Neudeck Parade Nummer 15 folgen ließ, war die Vorentscheidung gefallen. Die Gäste versuchten zwar noch es mit einer offensiven Deckung, vermochten ihre dadurch gewonnenen Bälle allerdings nicht zu nutzen. So blieb es letztlich beim klaren und ungefährdeten Sieg der Melsunger. Bei dem der erste Auftritt der Unparteiischen Julian Fedtke und Niels Wienrich in der Handball-Bundesliga nicht unerwähnt bleiben darf, die einen starken Einstand feierten.

Stimmen zum Spiel

Gudmundur Gudmundsson: Ich finde, das war kein einfaches Spiel. Göppingen hat eine gute Saison gespielt und deshalb haben wir uns auch entsprechend gut vorbereitet. Die erste Halbzeit war auf Augenhöhe, aber wir waren vielleicht einen Tick besser. In der zweiten Halbzeit haben wir es gut gemacht. Ich bin sehr zufrieden mit der Torhüter- und Abwehrleistung. Auch vorn haben wir stark gespielt und damit insgesamt eine gute Leistung abgeliefert.

Hartmut Mayerhoffer: Glückwunsch an Gudmi und die MT zum verdienten Sieg. Ich finde, wir haben es in der ersten Halbzeit gar nicht schlecht gemacht und hatten gute Ansätze. Aber wir haben sechs Hochkaräter vergeben und hatten uns den Halbzeitrückstand damit selbst zuzuschreiben. In der zweiten Halbzeit konnten wir dieses Niveau nicht mehr halten und kamen nicht näher als drei Tore heran. Zum Schluss mussten wir dann was versuchen, aber es ging für uns nicht auf.

Die komplette Pressekonferenz einschl. der Statements von Nebojsa Simic und Marcel Schiller sehen Sie auf dem MT YouTube-Kanal.

MT Melsungen – Frisch Auf! Göppingen 31:3 (15:12)

MT Melsungen: Simic (16 Paraden / 23 Gegentore), Heinevetter (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 0 G.); Maric, Kühn 7, Lemke, Reichmann 6/3, Kunkel, Mikkelsen, Danner, Arnarsson, Allendorf 3, Pregler, Häfner 5, Salger 1, Kastening 3, Pavlovic 6 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

FA Göppingen: Kastelic (6 P. / 20 G.), Simic (3 P. / 11 G.); Neudeck, Theilinger, Kneule 3, Heymann, Bagersted, Ellebaek 5, Jonsson, Schiller 6/1, Rentschler, Goller 1, Bozic-Pavletic 2, Hermann, Zelenovic 3, Kozina 3 – Trainer Hartmut Mayerhoffer.

Schiedsrichter: Julian Fedtke (Berlin) / Niels Wienrich (Berlin)

Zeitstrafen: 8 – 4 (Lemke 4:12 27:41, Häfner 10:08, Salger 46:11 – Kneule 18:10, Kozina 47:34)

Strafwürfe: 5/2 – 3/3 (Schiller über das Tor 2:46, Schiller scheitert an Simic 10:13, Schiller an den Pfosten 50:57)

Zuschauer: Ohne Zuschauer in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Das nächste Spiel:
Do., 13.05.21, 19:00 Uhr, GWD Minden – MT Melsungen, Kreissporthalle (Merkur Arena) Lübbecke





MT empfängt Überraschungsteam aus Göppingen


Am Donnerstag in Leipzig und schon am Samstag zuhause gegen Göppingen – für die MT Melsungen geht es in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga in diesem Monat Schlag auf Schlag. Das Spiel in der Kasseler Rothenbach-Halle wird um 20:30 Uhr angepfiffen. Schon ab 19:30 Uhr startet das 30-minütige Warm Up der MT “Kurz vor Anpfiff live” auf YouTube und Facebook. Gleich anschließend beginnt die Bundesliga-Konferenz auf SKY.

Am Donnerstag legte das MT-Teams in Leipzig einen tollen Auftritt hin. Die Nordhessen entführten mit einem 33:29-Sieg verdient beide Punkte aus der Sachsen-Metropole. Noch überzeugender traten die Schützlinge von Trainer Gudmundur Gudmundsson im Dezember in Göppingen auf. Damals brachten sie gar mit einem 30:23-Erfolg beide Zähler aus dem Schwabenland mit nach Hause. Dieses Match zählt MT-Coach Gudmundur Gudmundsson nach wie vor zu den gelungensten in dieser Saison.

Und schon ist die Brücke zum kommenden Gegner geschlagen. Frisch Auf! Göppingen darf man getrost als die positive Überraschung der Saison bezeichnen. Die Grünweißen haben sich schon seit längerem ziemlich weit oben in der Tabelle festgesetzt und bilden zusammen mit Magdeburg und den Rhein-Neckar Löwen das Verfolgertrio der führenden Nordlichter Kiel und Flensburg-Handewitt.

Apropos: Welches Potenzial die Göppinger besitzen, haben sie erst am  Mittwoch wieder unter Beweis gestellt, als sie Titelkandidat Flensburg einen Punkt abknöpften, obwohl sie mit Nationalspieler Sebastian Heymann auf ihr stärkste Rückraumwaffe verzichten mussten. Der Shooter wird am Samstag womöglich gegen die MT wieder mit von der Partie sein.

Gudmundur Gudmundsson warnt: “Das ist nicht mehr die gleiche Mannschaft, gegen die wir im Dezember gespielt und die wir so klar geschlagen haben. Göppingen hat sich enorm weiterentwickelt. Wir müssen in allen Mannschaftsteilen eine gute Leistung bringen, um eine Chance zu haben”.

Damit spielt der MT-Coach auf die Geschlossenheit im Leipzig-Spiel an, sieht aber auch noch Steigerungspotenzial: “Wir müssen unser Rückzugsverhalten verbessern, also nach Beendigung unserer Angriffe einfach schneller wieder auf Abwehr umschalten. Zudem könnten wir in unserer Abwehr, die ja in Leipzig ganz gut funktioniert hat, noch etwas offensiver werden, um so den Gegner mehr unter Druck zu setzen”.

Der Isländer sieht durchaus Parallelen zwischen dem letzten und dem kommenden Gegner, etwa bei Spielern wie Göppingens Tim Kneule (Rückraum) und Kresimir Kozina (Kreis) und den Leipziger Pendants Philipp Weber und Alan Milosovic, die auch jeweils sehr athletisch und durchsetzungsstark agieren.

Göppingens Trainer Hartmut Mayerhoffer sinnt mit seinem Team in Kassel auf Revanche, wie er  vielsagend andeutete: “Wir wissen von damals, was wir besser machen können. Die MT möchte in der Tabelle den Anschluss herstellen. Wir werden dagegenhalten”.

Sein Gegenüber, Gudmundur Gudmundsson, indes vertraut auf die gut geölte Angriffsmaschinerie und auf eine zupackende Abwehr seiner Mannschaft. So wie in Leipzig. Dann wird es auch Göppingen gegen die MT schwer haben.

Schiedsrichter in Kassel:
Marcus Hurst (Berlin) / Mirko Krag (Frankfurt); DHB-Spielaufsicht: Nils Szuka

Bisherige Erstligavergleiche MT Melsungen – Frisch Auf! Göppingen
HBL 1: 30 Spiele, davon 16 Siege MT, 14 Siege Göppingen
DHB-Pokal: 1 Spiel, 1 Sieg MT
Letzter Vergleich:
20.12.20, Frisch Auf! Göppingen – MT Melsungen 23 : 30  (12 : 20)

Live-Berichterstattung:
19:30 Uhr: “Kurz vor Anpfiff live”, das Warm Up-Magazin der MT auf Facebook und YouTube mit     Interviewgästen: u.a. Finn Lemke, Ole Pregler, Gudmundur Gudmundsson
20:00 Uhr: Sky startet mit der Konferenzschaltung und Vorberichten, das Spiel aus der Rothenbach-Halle kommentiert dann ab 20:30 Uhr Hannes Herrmann.

Infos zum Gegner:
https://www.frischauf-gp.de





MT präsentiert sich in Leipzig abgezockt – 33:29-Sieg


Es war das von allen Seiten erwartete “Duell auf Augenhöhe”, was sich am Donnerstagabend die MT Melsungen und der SC DHfK Leipzig in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga lieferten. Das galt zumindest eine Dreiviertelstunde lang. Dann aber setzten die Nordhessen zu einem langgezogenen Schlussspurt an, bewiesen Cleverness und kühlen Kopf und entführten so mit einem 33:29 (13:13)-Sieg völlig verdient beide Punkte aus der Sachsenmetropole. Die Initialzündung dazu lieferte der in der 40. Minute eingewechselte Torwart Nebojsa Simic. Bester Melsunger Torschütze war Kai Häfner (7). Der MT-Halbrechte war damit genauso erfolgreich, wie sein Leipziger Nationalmannschaftkamerad Philipp Weber. Mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken empfangen die Rotweißen bereits am Samstag das Überraschungsteam dieser Saison, Frisch Auf! Göppingen (Anwurf 20:30 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel).

Mit voller Kapelle war die MT Melsungen bereits am Mittwoch nach Sachsen aufgebrochen. An Bord war auch der wiedergenesene Linksaußen Yves Kunkel, der an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte. Der Ex-Leipziger musste aber Michael Allendorf den Vortritt lassen. Desweiteren bot Gudmundur Gudmundsson Julius Kühn, Domagoj Pavlovic, Kai Häfner, Timo Kastening und Felix Danner in der Startformation auf. Im Tor begann Silvio Heinevetter. In der Abwehr löste Finn Lemke jeweils Domagoj Pavlovic ab.

Die anwerfende MT nutzte gleich ihren ersten Vorstoß zu einem Torerfolg ­– Kai Häfner traf zum 0:1. Auf der anderen Seite hatte Philipp Weber etwas Glück, sein abgefälschter Ball war für Silvio Heinevetter unerreichbar, 1:1. Daraus entwickelte sich ein etwa zehnminütiger Schlagabtausch, bei dem die Hausherren jeweils ein Tor vorlegten und die Gäste ausglichen.

Während die MT in der ihr vertrauten 6:0-Formation deckte, versuchten es die Leipziger mit einer 5:1-Variante, wobei Philipp Weber als Vorgezogener sein Augenmerk auf Julius Kühn legte. Was aber die Rotweißen nicht weiter störte. Denn Kai Häfner besorgte mit seinem dritten Treffer nach gut 12 Minuten die zweite Führung in diesem Spiel für seine Farben (4:5).

Kurz darauf scheiterte der extra von der Bank gekommene Tobias Reichmann von der Strafwurflinie aus an Leipzigs Schlussmann Joel Birlehm.  Die Scharte wetzte gleich danach Silvio Heinevetter mit einer Glanzparade gegen den frei vor ihm auftauchenden Kreisläufer Alan Milosevic aus. Und weil Timo Kastening von Rechtsaußen versenkte, war die MT sogar mit Zweien vorne (4:6, 15.).

Dank Philipp Weber, dem binnen 18 Sekunden zwei Tore gelangen, kam Leipzig wieder heran (6:6 (16.). Zu mehr reichte es für die Sachsen aber zunächst nicht. Die MT behielt immer mit ein oder zwei Toren dezent die Oberhand. Wie beim 7:9 durch Kai Häfner. Kurz zuvor musste Weber vorübergehend angeschlagen auf die Bank. Lukas Binder markierte über Linksaußen zwar dann den 8:9-Anschluss, auf den aber die MT postwendend mit einem feinen Kempa-Trick – Kai Häfner auf Timo Kastening – antwortete (8:10, 21).

Beim Stand von 9:11 bat Gudmundur Gudmundsson zur einminütigen Besprechung an die Seitenlinie. Kurz zuvor hatte er mit Arnar Arnarsson für Felix Danner eine frische Kraft an den Kreis beordert. Nach der Auszeit gönnte er auch Kai Häfner eine kurze Verschnaufpause und schickte Stefan Salger aufs Parkett. Die beiden Einwechselten machten ihre Sache gewiss nicht schlecht. Salger holte während seines Kurzeinsatzes gar einen Strafwurf heraus, den Tobias Reichmann zum 10:12 verwandelte. Doch in der Schlussphase des ersten Durchgangs kehrten die Ausgewechselten wieder zurück aufs Parkett – was sich wiederum bezahlt machte. Denn Felix Danner etwa stand goldrichtig bei einem Abpraller, den er zur 11:13-Führung (29.) nutzte.

Weil Leipzig aber weiterhin hellwach war und sich bietende Chancen dankend annahm, waren die  zwei Tore von Luca Witzke und Lucas Krzikalla zum 13:13 Halbzeitstand keinesfalls unverdient.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs stellten die beiden Kontrahenten auf Dauerfeuer. Die ersten acht Tore fielen im Schnitt im 30-Sekunden-Rhythmus, hüben wie drüben war wirklich jeder Angriff erfolgreich. In der 35. Minute leuchtete bereits ein 17:17 auf der Anzeigentafel auf. Dann sorgten die beiden Keeper für eine kurze Feuerpause: Silvio Heinevetter kaufte Luca Witzke einen Ball ab, auf der anderen Seite vereitelte der frisch eingewechslete Kristian Saeveraas den Wurf von Domagoj Pavllovic.

Als Tobias Reichmann beim Stand von 19:19 einen Strafwurf vergab und kurz darauf Alan Milosevic und Philipp Weber auf 21:19 stellten, hatten es die Gatsgeber in der Hand, das Spiel auf ihre Seite zu ziehen. Warum ihnen das nicht gelang? Weil zunächst Michael Allendorf, der sich von Linksaußen an die Kreismitte davongestohlen hatte, zum 21:20 traf, danach der für Silvio Heinevetter hereingekommene Nebojsa Simic einen tollen Reflex zeigte, und Tobias Reichmann einen durch Philipp Weber verursachten Strafwurf zum 21:21 verwandelte. Damit war nach exakt 42 gespielten Minuten alles wieder offen.

Aber die Sachsen griffen weiter an, kamen über Julius Meyer-Siebert (23:22, 44.) und Maceij Gebala (24:23, 45.) wieder in Vorhand. Melsungen indes ließ sich davon überhaupt nicht beeindrucken, Kai Häfner egalisierte zum 24:24 (46.). Und dann kam der Moment von Nebojsa Simic. Der MT-Keeper steigerte sich von Minute zu Minute, hielt zunächst einen Siebenmeter von Lucas Krzikalla, parierte dann gegen Linksaußen Lukas Binder und wenig später gegen den frei vor ihm auftauchenden Maciej Gebala. Der Tausendsassa schien mit seinen Paraden auch seine Vorderleute zu stimulieren. Denn nach jeder dieser erfolgreichen Taten zwischen den Pfosten trafen vorne Timo Kastening, Domagoj Pavlovic und Kai Häfner. Kein Wunde also, dass jetzt der SC Nerven zeigte. Wie etwa Lukas Binder, der kurz nach einer Leipziger Auszeit einen Kempa-Trick versemmelte.

Mit vier Toren führte die MT als noch neun Minuten zu spielen waren. Das war zwar noch kein sanftes Ruhekissen, aber wie sich die Nordhessen in dieser Phase präsentierten, nämlich routiniert und durchaus auch abgezockt, hatte man als Beobachter nicht den Eindruck, dass da noch etwas schief gehen könnte. Leipzig steckte zwar nie auf, versuchte in den letzten Minuten sogar nochmal per Manndeckung das Unmögliche möglich zu machen. Doch weil “Simo” weiterhin Höchstform bewies und auch die Angreifer weitere Nadelstiche zu setzen vermochten, hatte der Melsunger Vorsprung verdientermaßen bis zum Schlusspfiff Bestand.

SC DHfK Leipzig – MT Melsungen 29:33 (13:13)

SC DHfK Leipzig: Birlehm (6 Paraden / 27 Gegentore), Saeveraas (1 P. / 6 G.) – Wiesmach 1, Witzke 2, Krzikalla 4/4, Meyer-Siebert 2, Binder 5, Pieczkowski 1, Roschek, Weber 7, Remke 2, Gebala 4, Milosevic 1, Esche, Gansau, Leun – Trainer André Haber.

MT Melsungen: Heinevetter (5 Paraden / 20 Gegentore), Simic (7 P. / 9 G.) – Maric, Kühn 5, Lemke 1, Reichmann 3/3, Kunkel, Mikkelsen, Danner 3, Arnarsson 1, Pregler, Allendorf 3, Häfner 7, Salger, Kastening 6, Pavlovic 4 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Schiedsrichter: Colin Hartmann (Magdeburg) / Stefan Schneider (Irxleben)

Zeitstrafen: 4 Min. – 4 Min. (Pieczkowski, Weber – Kühn, Pavlovic)

Strafwürrfe: 4/5 – 3/5 (Krzikalla scheitert an Simic, 46:07 Min. – Reichmann scheitert an Birlehm, 13:35 Min.; Reichmann scheitert an Saeveraas, 38:30 Min. )

Spielort: QUARTERBACK Immobilien ARENA, Leipzig, ohne Zuschauer

Das nächste Spiel:
Sa., 08.05.21, 20:30 Uhr, MT Melsungen – Frisch Auf! Göppingen, Rothenbach-Halle Kassel





MT startet in Leipzig in den “Monat der Superlative”


Nach der Woche der EM-Qualifikationsspiele heißt es für die Nationalspieler: Szenenwechsel, vom internationalen aufs nationale Parkett! Fast übergangslos geht es jetzt weiter in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga und damit für die MT Melsungen mit einem Auswärtseinsatz beim SC DHfK Leipzig. Anwurf am Donnerstag in der QUARTERBACK Immobilien Arena ist um 19:00 Uhr. Sky überträgt wie gewohnt live. Das Spiel ist das erste von sage und schreibe acht Begegnungen allein in diesem Monat.

Schnell umschalten vom Länderspiel- auf den Ligamodus müssen die Handballprofis, die in der vergangenen Woche mit ihren jeweiligen Auswahlteams bis zu dreimal international im Einsatz waren. Das trifft bei der MT Melsungen auf nahezu zwei Drittel der Mannschaft zu. Neben den sechs deutschen Nationalspielern Finn Lemke, Julius Kühn, Kai Häfner Tobias Reichmann, Timo Kastening und Silvio Heinevetter, waren noch Arnar Arnarsson und Trainer Gudmundur Gudmundsson mit Island, Domagoj Pavlovic mit Kroatien und Nebojsa Simic mit Montenegro unterwegs in Europa.

Das Wichtigste: Alle Akteure sind wohlbehalten nach Nordhessen zurückgekehrt – negative Coronatestergebnisse inklusive – und haben sich einsatzbereit für den Auswärtstrip nach Leipzig gemeldet. Inwieweit dort die Kräfte reichen, um den Gastgebern möglichst zwei Punkte abzuluchsen, wird sich zeigen. “Die Vorbereitung ist natürlich sehr kurz. Das trifft aber nicht nur auf das Spiel in Leipzig zu, sondern noch eher für das darauffolgende Heimspiel gegen Göppingen. Aber die Bedingungen sind ja für alle gleich. Auch von Leipzig waren mehrere Nationalspieler unterwegs. Ich denke also, es darf keine Ausreden geben. Wir fahren hin und versuchen zu gewinnen”, geht Torhüter Nebojsa Simic das Spiel pragmatisch an.

Trainer Gudmundur Gudmundsson hatte den Nationalspielern am Montag noch eine Verschnaufpause eingeräumt, während er den “Rest des Teams” schon mal eine ersten Vorbereitungseinheit auf den SC DHfK absolvieren ließ. Den kompletten Kader hatte er dann nur am Dienstag und am Mittwochvormittag beisammen. Am Nachmittag gings dann schon mit dem Bus Richtung Leipzig. Mit allen Mann an Bord. Also auch mit dem nach einer Kreuzbandzerrung wiedergenesenen Yves Kunkel. Der Linksaußen kehrt übrigens an seine frühere Wirkungsstätte zurück: Bevor er in 2018 zur MT Melsungen wechselte, trug er eine Saison lang das Dress der Messestädter. Apropos: Bei der MT spielte Kunkel noch ein Jahr zusammen mit dem Mann, der inzwischen Sportkoordinator des SC DHfK ist: Philipp Müller ging 2019 nach Leipzig, war dort noch eine Saison auf dem Spielfeld aktiv und wechselte dann in die Leitungsfunktion.

Die Gastgeber, die eine Partie mehr absolviert haben als die MT und derzeit mit zwei Minuspunkten direkt hinter den auf Platz neun liegenden Nordhessen rangieren, werden versuchen, das Ergebnis aus dem ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison wett zu machen. “Schon das Spiel im Februar hat gezeigt, wie eng diese beiden Mannschaften leistungsmäßig beieinander liegen. Deshalb erwarten wir auch in Leipzig wieder ein spannendes Match auf Augenhöhe. Eine genauere Prognose ist nicht möglich, zumal keiner weiß, wie schnell es den Mannschaften nach der Länderspielwoche gelingt, wieder in den Ligabetrieb umzuschalten“, sagt Gudmundur Gudmundsson.

Der SC DHfK hatte übrigens mit Philipp Weber (Deutschland), Maciej Gebala (Polen), Alen Milosevic (Schweiz), Patrick Wiesmach (Dänemark) und Kristian Saeveras (Norwegen) fünf Nationalspieler unter der Woche im EM-Quali-Einsatz. Leipzigs Trainer André Haber muss am Donnerstag verletzungsbedingt wohl auf den kroatischen Halblinken Marko Mamic und den dänischen Halbrechten Martin Larsen verzichten. Ein Fragezeichen steht auch hinter Philipp Weber, der mit Wadenproblemen aus der Länderspielwoche zurückgekehrt ist. Weber ist ein Dreh- und Angelpunkt bei den Grün-Weißen. Der Rückraumspieler war im Hinspiel von der rot-weißen Abwehr nicht zu bändigen und erzielte 10 Tore.  Mit der MT bekäme es seine Mannschaft mit einem “richtigen Brett” und einem Team zu tun, das “mit richtig guten Individualisten” gespickt ist, wird André Haber in der Leipziger Volkszeitung zitiert.

Ein “richtiges Brett” ist auch das Programm, das die MT Melsungen in diesem Monat absolvieren muss. Die Corona-Saison hat ja schon für die ein oder andere Besonderheit in Sachen Spielplan gesorgt. Doch eine Steigerung ist offensichtlich immer noch möglich. So müssen die Nordhessen innerhalb von nur 25 Tagen sage und schreibe acht Pflichtspiele absolvieren. Nach dem Match im Leipzig geht es schon am Samstag in Kassel weiter gegen Frisch Auf! Göppingen (Anwurf 20:30 Uhr). Danach stehen vier Auswärtspartien in Folge auf dem Plan (Minden, Bergischer HC, Kiel und Flensburg). Der “Monat der Superlative” endet dann in der letzten Maiwoche mit dem Heimspiel gegen die Eulen Ludwigshafen und dem Trip nach Coburg.

Schiedsrichter in Leipzig:
Colin Hartmann (Magdeburg) / Stefan Schneider (Irxleben) ; DHB-Spielaufsicht: Jörg Mahlich

Bisherige Erstligavergleiche MT Melsungen – SC DHfK Leipzig
12 Spiele, davon 7 Siege Melsungen, 4 Siege Leipzig, 1 Remis
Letzter Vergleich:
18.02.2021, MT Melsungen – SC DHfK Leipzig 31:28

Live-Berichterstattung:
18:30 Uhr: Sky startet mit der Konferenzschaltung und Vorberichten – unter anderem Finn Lemke im Interview  – das Spiel aus der QUARTERBACK Immobilien ARENA kommentiert dann ab 19:00 Uhr Karsten Petrzika.

Infos zum Gegner:
www.scdhfk-handball.de





MT Talents: Mit 34:25 ins Viertelfinale gestürmt


Die MT Talents haben ihre Auswärtsaufgabe beim TV Bittenfeld souverän gelöst. Mit 34:25 (17:12) landeten sie im zweiten Vorrunden-Gruppenspiel den zweiten Sieg nach ihrem vorangegangenen Heimerfolg gegen den TV Gelnhausen. Damit steht der Nachwuchs der MT Melsungen vorzeitig als Gruppensieger fest und steht im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft. Gegner ist voraussichtlich die JSG Balingen-Weilstetten, eine Chance auf ein Weiterkommen hat in dieser Gruppe allerdings auch noch die SG Pforzheim/Eutingen.

Wie schon vor Wochenfrist gegen Gelnhausen brauchten die MT Talents ein paar Minuten, um ins Spiel zu kommen. Bittenfeld dagegen war nicht nur spielerisch stark, sondern vor allem emotional wesentlich präsenter. So verwunderte die 4:3-Führung der Gastgeber nach sieben Minuten nicht und war auch völlig verdient. Vor allem Luca Mauch machte der viel zu offenen MT Talents-Deckung Ärger. Zu einfach fand er die Lücken und kam fast unbedrängt zum Wurf. Erst als Trainer Florian Maienschein seine Deckung zurück beorderte, kam mehr Stabilität rein.

Und darauf aufbauend auch sofort mehr Zug nach vorn. Vor allem über die erste und zweite Welle sowie Tempogegenstöße. Denn die Ballgewinne in der Abwehr häuften sich und vorn gaben sich Pauk Kompenhans wie auch Benjamin Fitozovic keine Blöße. Dazu noch zweimal David Kuntscher sowie der nächste Konter, diesmal über Florian Drosten, drehten die Partie komplett. Sechs MT-Tore in direkter Folge zwangen Ulf Lindner beim Stand von 4:9 zur frühen ersten Auszeit (13.).

Die allerdings fruchtete. Im gleichen Maße wie Melsungen nachlässiger wurde, drehten seine Spieler auf. Insbesondere Luca Mauch erfreute sich vieler Einladungen zum Wurf, die er dankend annahm und dreimal traf. Joe Traub erzielte mit seinem 11:12 gar wieder den direkten Anschluss (22.). Als Faktor der kleinen Aufholjagd erwies sich auch Torhüter Fabian Bauer, der einige Male prächtig reagierte. Die nächste Auszeit war prompt das Resultat, diesmal genommen von den Gästen. Und in der Wirkung ebenso erfolgreich wie die des TVB zuvor, denn bis zum Pausenpfiff lagen wieder fünf Treffer zwischen den Kontrahenten und hatte MT-Neuzugang Rohat Sahin zum 12:16 sein erstes Tor im neuen Dress erzielt.

Die zweite Hälfte begann mit einer Schrecksekunde für die Gastgeber. Jona Rietze hatte auf 12:18 erhöht, Paul Kompenhans im Gegenstoß krachend nur die Latte getroffen. Da ging Luca Eckert plötzlich im Ansatz einer Beschleunigungsbewegung ohne Gegnerkontakt zu Boden und musste nach mehrminütiger Behandlung das Spielfeld verletzt verlassen. Eine weitere Schwächung des TVB, der dennoch nicht aufgab. Es jedoch auch nicht schaffte, den leichten Melsunger Schlendrian nachhaltig zu nutzen. Finn Eberle verkürzte zwar wieder auf 15:19 und Johannes Theurer auf 16:20 (40.), doch Lasse Hellemann und Paul Kompenhans antworteten sofort. Benjamin Fitozovic setzte noch einen drauf und es stand 18:25 (44.).

Noch einmal bat Ulf Lindner zur Auszeit, noch einmal kam sein Team in einen kleinen, kurzen Höhenflug. Aber mehr als Johannes Theurers 20:25 (47.) war nicht drin, bevor die Nordhessen erneut anzogen. Diesmal getragen am immer stärker werdenden Moritz Goldmann im Tor, der den Bittenfeldern die Zuversicht nahm, vielleicht doch noch etwas bewegen zu können. Spätestens nach Ole Preglers 20:27 (50.) schwanden die Hoffnungen der „Young Boys“, Lasse Hellemanns 22:30 (55.) sorgte endgültig für klare Verhältnisse. Dass gegen Ende Florian Drosten und Jonas Ebner schöne Treffer zu setzen wussten, entschädigte für das phasenweise eher unkonzentrierte Abschließen ihrer Kollegen zuvor. Zum Schluss hin vermieden die Bittenfelder entschlossen eine mögliche zweistellige Niederlage. Die sich jedoch ganz sicher auch nicht verdient gehabt hätten.

Stimmen zum Spiel

Florian Maienschein: Wir wollten relativ offensiv decken, haben aber schnell gemerkt dass das nicht gut ist; haben uns dann  auch zurückfallen lassen, um kompakter zu stehen. Aus der so stabilisierten Abwehr haben wir dann gleich einen 6:0-Lauf gemacht. Danach wurden wir nachlässig. Haben uns zwar Chancen erarbeitet, aber nicht verwertet und den Gegner zu Gegenstößen eingeladen. Plötzlich waren wir nur noch einen vor. Dann habe ich in der Abwehr Sahin und im Tor Goldmann gebracht, um einfach neuen Input zu generieren und Reize zu setzen. Das hat geklappt und wir konnten wieder wegziehen. Die zweite Hälfte wollten wir kompakter stehen und geduldiger spielen. Phasenweise war das in Ordnung, aber insgesamt noch nicht so konstant, wie ich mir das vorstelle. Bis zum nächsten Spiel in zehn Tagen müssen wir wieder mehr Aggressivität reinkriegen und uns auf alle Fälle steigern.

Ulf Lindner: Ich muss Melsungen gratulieren, sie haben es heute besser gemacht als wir. Von dem, was wir uns im Vorfeld vorgenommen hatten, hat eigentlich vieles gut funktioniert. Dadurch blieb es am Anfang für eine Zeit pari. Vielleicht war es dann später ein Fehler, auf eine 6:0-Deckung umzustellen. Dadurch waren wir zu weit weg vom Gegner. Aber davon abgesehen hat uns die individuelle Klasse der Melsunger schon zu schaffen gemacht. Wir haben entweder schon sofort das erste 1-gegen-1 verloren, oder dann eben das zweite oder spätestens das dritte. Gegen Spieler wie Pregler, Kompenhans, Kuntscher und Haeske konnten wir auf Dauer wenig machen. Sie hatten immer eine Antwort parat. Die Niederlage geht in Ordnung, auch wenn das Ergebnis nicht unbedingt unsere Leistung spiegelt und zu hoch ausgefallen ist.

Statistik

mJSG: Büde (2 Paraden, 9 Gegentore), Goldmann (13 P. / 16 G.)  – Haeske 4/1, Ebner 2, Pregler 4, Kompenhans 4, Fitozovic 4, Andrei, Hellemann 3, Drosten 3, Rietze 3, Sahin 1, Kuntscher 6/3 – Trainer Florian Maienschein.

TVB: Scheiner (4 P. / 20 G.), Bauer (6 P. / 14 G.) – Agner 1, Traub 4, Uskok 3, Eckert 1, Eberle 5, Mauch 5, Winger, Schönemann, Luithardt 1, Siebel, Berger, Theurer 5/2 – Trainer Oliver Hubbert.

Z: – – SR: Bärmann / Bärmann (Neudorf) – Strafen: 8: 6 Minuten – 7m: 4/4 : 2/2.

 





Ab 2022: Weiterer Rückraumspieler für die MT Melsungen


Die MT Melsungen wird sich mit einem weiteren Rückraumspieler verstärken. Der Handball-Bundesligist verpflichtet zur Saison 2022/23 den 23-Jährigen Ivan Martinovic vom Liga-Konkurrenten TSV Hannover-Burgdorf. Der wurfstarke Linkshänder hat mit den Nordhessen zunächst einen Vertrag für die Dauer von zwei Jahren geschlossen.    

Ivan Martinovic, gebürtiger Wiener mit kroatischen Wurzeln, zählt trotz seiner erst 23 Jahre bereits zu den Leistungsträgern im Team der Recken. Mit aktuell 97 Treffern führt der Linkshänder auf der rechten Rückraumposition die Torschützenliste der Niedersachsen an. Seine Markenzeichen: Enorme Sprungkraft, wuchtige Sprungwürfe, breites Wurfrepertoire.

In 2018 tauchte er nach seinem Wechsel von seinem österreichischen Heimatverein Fivers Margareten nach Gummersbach erstmalig in der Bundesliga auf. Den Abstieg der Oberbergischen am Ende der Saison konnte er zwar nicht verhindern, zeigte damals aber schon, dass er auf alle Fälle in die “stärkste Liga der Welt” gehört. Die TSV Hannover-Burgdorf  war von seinem Talent überzeugt und holte ihn 2019 in die niedersächsische Landeshauptstadt, wo er einen Vertrag bis Juni 2022 besitzt. Bei der MT Melsungen wird er mit den beiden ehemaligen “Recken” Kai Häfner und Timo Kastening zusammentreffen. Während er mit dem Rechtsaußen dort selbst noch zusammengespielt hat, war er für Häfner der Nachfolger.

Ivan Martinovic ist in Wien geboren und aufgewachsen. Er hätte somit auch für die österreichische Nationalmannschaft auflaufen können, der Verband hatte sich stark darum bemüht. Aber Martinovic entschied sich – übrigens sehr zur Freude seines Vaters – für Kroatien. Mit den erfolgreichen Teilnahmen mit Kroatien an der Jugendweltmeisterschaft 2015 in Russland und der U19-WM 2017 in Georgien, wo er als bester Spieler auf Rückraum rechts ins All-Star-Team gewählt wurde, nahm seine internationale Karriere ihren Lauf. Für die kroatische A-Nationalmannschaft hat er bislang 11 Spiele bestritten, gut die Hälfte davon bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Ägypten – übrigens an der Seite von MT-Kreisläufer Marino Maric. Und auch Domagoj Pavlovic, Melsungens Spielemacher, kennt er bereits von einigen Lehrgängen mit der kroatischen Auswahl.

In der laufenden Saison wird Ivan Martinovic mit der TSV Hannover-Burgdorf noch zweimal auf seinen künftigen Verein treffen: Am 3 Juni kämpfen beide Kontrahenten im REWE Final4 in Hamburg um den Einzug ins Endspiel um den DHB-Pokal und 14 Tage später steht in Kassel das Liga-Duell in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga auf dem Spielplan.

Kurzsteckbrief Ivan Martinovic
Geburtsdatum / Geburtsort: 06.01.1998 / Wien
Nationalität: Kroatien
Größe / Gewicht: 194 cm / 95 kg
Position / Wurfhand: Rückraum rechts / links
Bisherige Vereine: Fivers Margareten (AUT, bis 2018), VfL Gummersbach (2018/2019),
TSV Hannover-Burgdorf (ab 2019)
International:
Jugend-WM 2015 Russland
U19-WM 2017 Georgien
Männer-WM 2021 Ägypten
11 LS / 27 Tore
Nationalmannschaftsdebüt: 23.10.2019 gegen Deutschland





Melsungen gegen Flensburg: Wieder gut gekämpft, aber wieder keine Punkte


Wieder hielt die MT Melsungen gegen ein Top-3-Team mit, wieder wurde sie am Ende für ihr engagiertes Spiel nicht belohnt. Beim 30:32 (15:18) gegen die SG Flensburg-Handewitt ließen sich die Gastgeber nie abschütteln, kamen immer wieder zurück und verpassten es in den entscheidenden Momenten aber erneut, den Schritt zurück zum Unentschieden oder gar einer Führung zu machen. Dabei war gegen den Tabellenführer durchaus was möglich. In den entscheidenden Momenten präsentierte sich der Favorit dann jedoch nervenstärker und entführte beide Punkte aus der Kasseler Rothenbach-Halle. Während für die MT Kai Häfner und Timo Kastening je achtmal trafen, ragte bei der SG Hampus Wanne mit elf Toren heraus.

Timo Kastening Nr.73

Drittes Spiel gegen ein Top-Team der Bundesliga innerhalb von nur acht Tagen und zum Abschluss dieser Woche gegen den Tabellenführer. Dass die beiden Spiele zuvor nicht spurlos an den Kräften der Gastgeber vorbeigegangen waren, war ihnen nicht anzumerken. Im Gegenteil startete die MT voller Elan und erkennbar mit dem Willen, ausgerechnet gegen den Vizemeister der vergangenen Saison etwas zu reißen. Einmal lief sich Domagoj Pavlovic an der Flensburger Deckung fest, einmal Arnar Arnarsson. Der dritte Versuch brachte nach Foulspiel am Isländer den von Tobias Reichmann zur ersten Führung verwandelten Siebenmeter und eine Strafe gegen Simon Hald. Weil Nebojsa Simic den Wurf von Gøran Søgard parierte und Kai Häfner vorn kurzen Prozess machte, führte Melsungen gleich mal mit 2:0 (3.).

Den ersten Flensburger Treffer markierte gewissermaßen auch ein „Melsunger“. Johannes Golla nämlich, der seiner erfolgreichen Jugendzeit an der Fulda bestritt und dann in den hohen Norden wechselte, zum Anschluss (4.). Es war der Auftakt eines regelrechten Verfolgungsrennens, bei dem die Torhüter auf beiden Seiten nur Zuschauer waren. Praktisch jeder Wurf ein Tor, wobei Melsungen jeweils auf zwei davonzog, Flensburg umgehend antwortete. Dass die Abwehrarbeit dennoch intensiv war, dokumentierten insgesamt fünf Siebenmeter in den ersten zehn Minuten, die allesamt ihren Weg ins Netz fanden: dreimal Hampus Wanne, zweimal Tobias Reichmann. Das Muster blieb gleich bis zu Lasse Svans 8:7 (12.).

Ein kleiner Bruch kam ins Spiel der Gastgeber, als Julius Kühn erst an Benjamin Buric scheiterte und seinen darauffolgenden Versuch krachend an die Latte setzte. Das nutzten Johannes Golla und noch einmal Lasse Svan, um die Vorzeichen umzukehren und die erste SG-Führung herauszuwerfen (8:9, 14.). Weil kurz darauf auch Kai Häfner in Buric seinen Meister fand, erhöhte Gøran Søgard auf 10:12 (18.). Der Keeper der Gäste wurde zunehmend ein Faktor, während der glücklose Simic nach gutem Beginn Platz für Silvio Heinevetter machte. Vorn blieb der Zug drin: Kai Häfner traf beim 12:13 schon zum fünften Mal (22.).

Es folgte eine für das Spiel völlig ungewohnte, mehrminütige Torflaute. Mit einem Mal ging nicht mehr viel. Hampus Wanne traf ebenso das Gebälk wie Lasse Svan und auf der Gegenseite Timo Kastening, sowohl die zuvor eiskalten Reichmann und Wanne scheiterten von der Siebenmeterlinie an Buric beziehungsweise Heinevetter. Weil aber Buric darüber hinaus aber noch zweimal glänzend parierte, zog Flensburg langsam doch davon. Erst durch Svan auf 12:16 (26.), nach einer Auszeit der MT durch Wanne sogar auf 13:18 (29.). Doch Häfner und Pavlovic trafen in den verbleibenden 60 Sekunden und so ging es, wie bereits drei Tage zuvor gegen Kiel, mit drei Toren Rückstand in die Kabine.

In den zweiten Durchgang ging es für die MT wieder mit Julius Kühn, dafür ohne Timo Kastening. Dessen Platz auf der rechten Außenbahn bekam Tobias Reichmann. Zuerst jubeln durften die Gäste über Johannes Gollas und Hampus Wannes Tore zum 15:20 (33.). Dazwischen lag ein Pfostentreffer von Felix Danner. Bis zur 34. Minute dauerte es, dann war auch Julius Kühn auf der Torschützenliste. Kurze Zeit später gefolgt von Johannes Rød für die SG und auch Felix Danner, der zwar wieder das Holz anvisierte, diesmal aber das Glück hatte, dass die Kugel von der Unterkante der Latte hinter die Linie prallte – 17:21. Und weil Kai Häfner an diesem Nachmittag kaum zu stoppen war, verkürzte er sogar auf 18:21 (36.).

Melsungen war wieder auf dem Weg zurück ins Spiel; langsam und bedächtig zwar, aber zielstrebig. Kühn fand seine Torgefährlichkeit wieder und glänzte beim 20:22 durch Domagoj Pavlovic auch als Vorbereiter (39.). Wie schon gegen Kiel kämpften sich die Nordhessen hartnäckig an den Favoriten heran. Um allerdings prompt heftige Nackenschläge zu kassieren. Erst die Gegentore durch Alexander Petersson und Simon Hald zum 20:24 (41.), dann einen Knockout, den Tobias Reichmann unbeabsichtigt von Hald kassierte. Es schien, als solle die kräftezehrende Aufholjagd erneut ohne Lohn zu enden.

Ausgerechnet als Reichmann draußen war und damit Kastening zurück aufs Feld musste, gab es einen Siebenmeter für die MT. Den übernahm der frisch wieder hereingenommene Linkshänder und setzte endlich seinen ersten Torerfolg des Tages. Dem sich sogar direkt der nächste anschloss, nachdem ihn Felix Danner mit einem abgefangenen Ball lang bediente – 22:24 (43.). Sicher, der Favorit führte noch, durfte sich aber keinesfalls sicher fühlen. Auch als Danner zwei Minuten runter musste, blieb die Deckung stabil. Wieder war es Kastening, der nach erfolgreicher Abwehrarbeit geschickt wurde – 23:25. Noch enger wurde es, als Heinevetter gegen Wanne parierte und vorn Kühn bei angezeigtem passivem Spiel „auf die letzte Rille“ zum 24:25 einwarf (48.).

Benjamin Buric, vor der Pause der Grundstein zur Flensburger Führung, brauchte satte 19 Minuten, bis er den ersten Ball abwehren konnte. Und war mit diesem ersten Erfolgserlebnis  wieder der Auslöser für die nächste Wende. Nach Kühn verfehlte auch Pavlovic das Ziel, während sich vorn Wanne, Rød und Søgard keine Schwäche leisteten. Flensburg war erneut auf vier weg (51.). Und diesmal gab es auch kein Zurück mehr für die tapfer kämpfenden Melsunger. Dazu präsentierten sich die Norddeutschen in der Schlussphase zu nervenstark. Obwohl Einsatz und Moral bei Melsungen stimmten, wie das feine Kempa-Anspiel von Häfner auf Kastening zu dessen 28:31 zeigte (57.). Am Ende jedoch holte Flensburg die Punkte, auch wenn Nebojsa Simic in der Schlussminute noch eine sehenswerte Doppelparade zeigte Timo Kastening doppelt traf.

Trainerstimmen zum Spiel

Gudmundur Gudmundsson: Glückwunsch an Maik und die SG. Ich fand, es war sehr lange alles möglich. Inder Zusammenfassung haben wir einfach zu viele Gegentore über die schnelle Mitte, die erste Welle und Gegenstöße bekommen. Das waren, glaube ich, allein 15 Stück. In der zweiten Hälfte sind wir auf 24:25 dran und alles ist noch drin. Dann haben wir aber einige klare Chancen verworfen. Uns fehlt nicht viel an den Top-Mannschaften, aber wir gewinnen eben nicht. Wir werfen gegen Flensburg 30 Tore und die müssen eigentlich reichen. Aber dann machen wir in einigen Phasen zu viele technische Fehler und uns selbst damit alles kaputt. Da müssen wir uns verbessern.

Maik Machulla: Die Glückwünsche nehmen wir heute gern an. Ich glaube, wir haben ein gutes Spiel gemacht, auch sehr strukturiert. Dazu haben wir immer wieder Lösungen gefunden. Wenn man nach einem Sieg in Melsungen etwas Negatives finden will dann hätte ich mir von meiner Abwehr vielleicht ein klein wenig mehr Kompaktheit und Aggressivität gewünscht. In der ersten Hälfte haben wir viel Druck gemacht und die Spezialistenwechsel von Melsungen, wie ich finde, sehr gut genutzt. Später dann haben wir unsere Abwehr auf 5:1 umgestellt und daraus einige gute Situationen gehabt. Insgesamt bin ich zufrieden, denn wir haben hier bei einer guten Melsunger Mannschaft gewonnen.

Die komplette Pressekonferenz, einschließlich der Statements von Timo Kastening und Johannes Golla, sehen sie hier auf dem MT YouTube-Kanal.

MT Melsungen – SG Flensburg-Handewitt 30:32 (15:18)

MT Melsungen: Simic (7 Paraden / 16 Gegentore), Heinevetter (6 P. / 16 G.); Maric, Kühn 3, Lemke, Reichmann 2/2, Mikkelsen, Danner 1, Arnarsson 1, Allendorf 2, Pregler, Häfner 8, Salger, Kastening 8/2, Pavlovic 5 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

SG Flensburg-H.: Buric (12 P. / 30 G.), Bergerud (n. e.); Golla 5, Hald 1, Svan 4, Wanne 11/6, Jøndal, Steinhauser, Mensah 1, Søgard 5, Gottfridsson 2, Petersson 1, Rød 2 – Trainer Maik Machulla.

Schiedsrichter: Fabian Baumgart (Neuried) / Sascha Wild (Offenburg)

Zeitstrafen: 6 – 2 (Allendorf 5:10, Danner 43:30, Kühn 55:49 – Hald 1:25)

Strafwürfe: 5/4 – 7/6 (Wanne scheitert an Heinevetter 23:17, Reichmann scheitert an Buric 24:17)

Zuschauer: Ohne Zuschauer in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Die nächsten Spiele:
Do., 06.05.21, 19:00 Uhr, SC DHfK Leipzig – MT Melsungen, Quarterback Imm. Arena Leipzig
Sa., 08.05.21, 20:30 Uhr, MT Melsungen – FA Göppingen, Rothenbach-Halle Kassel





Melsungen empfängt Spitzenreiter Flensburg-Handewitt


Am Donnerstag hatte die MT Melsungen den amtierenden Deutschen Meister und Champions League-Titelträger THW Kiel zu Gast, am Sonntag empfangen die Nordhessen den aktuellen Tabellenführer und wohl heißesten Meisterschaftsanwärter der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga SG Flensburg Handewitt. Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle ist um 13:30 Uhr. Ab 12:30 Uhr startet der MT-eigen Warm Up Livestream mit interessanten Interviewgästen.  

Innerhalb von nur 66 Stunden gegen zwei Mannschaften anzutreten, die zu den besten in Europa gehören – das kann man durchaus als echten Stresstest bezeichnen. Nach dem kämpferisch hervorragenden, aber vom Ergebnis her leider nicht erfolgreichen Auftritt gegen den THW Kiel am Donnerstag, steht nun Teil 2 ins Haus: Mit dem aktuellen Tabellenführer SG Flensburg Handewitt, übrigens genau wie Kiel fürs Viertelfinale der Champions League qualifiziert, stellt sich der nächste Top-Favorit in der Rothenbach-Halle vor.

Kurios auch hier: Genau wie gegen Kiel findet das Rückspiel vor dem Hinspiel statt. Eigentlich sollten die beiden Team bereits am 11. November, dem 7. Spieltag in die LIQUI MOLY Handball-Bundesliga, in Flensburg aufeinander treffen. Die MT war sogar schon angereist. Doch aufgrund von Corona-Verdachtsfällen einigten sich die beiden Clubs wenige Stunden vor Anpfiff darauf, die Partie abzusagen. So fuhr die MT unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Das Rückspiel in Kassel war dann im März vorgesehen. Da musste Flensburg wegen positiver Coronafälle im eigenen Team absagen. Nun also am Sonntag der dritte Versuch, der endlich klappt.

Die MT kann voraussichtlich bis auf den noch rekonvaleszenten Yves Kunkel in Bestbesetzung antreten. Felix Danner, der gegen Kiel kurzfristig wegen einer Migräneattacke ausgefallen war, kehrt ins Aufgebot zurück. Für Kunkel wird Youngster Ben Beekmann aufrücken und Linksaußen Michael Allendorf unterstützen.

War schon gegen den THW die Abwehr besonders gefordert, wird sie auch gegen die SG wieder an ihre Grenzen gehen müssen. Finn Lemke und Arnar Arnarsson, bzw. Marino Maric im Mittelblock werden alle Hände voll gegen Jim Gottfridsson und Gøran Søgard Johannessen zu tun haben. Der Schwede und der Norweger gehören zu den torgefährlichsten Regisseuren der Liga, sind mindestens der “Kategorie Duvnjak” vom THW Kiel zuzuordnen. Und wie ein solcher Spielmacher die MT-Hintermannschaft in Wallung bringen kann, hat Duvnjak am Donnerstag ja nicht nur mit seinen acht Toren gezeigt.

Mit Gottfridsson und Johannessen bereits die beiden Schlüsselspieler im Flensburger Team genannt zu haben, hieße jedoch, die Realität zu verkennen. Diese Mannschaft lässt sich nicht auf einzelne Köpfe reduzieren. Genau wie Kiel ist sie auf jeder Position sehr gut und natürlich gleich doppelt besetzt. Angefangen bei den Keepern Buric/Bergerud, über die Linksaußen Wanne/Jøndal, Rückraum links Mensah/Møller (derzeit verletzt), die bereits genannten Regisseure, Rückraum rechts Rød/Pettersson, die Rechtsaußen Svan/Steinhauser bis hin zu den Kreisläufern Golla/Hald.

Die auffälligste Entwicklung im Flensburger Team hat zweifelsohne Johannes Golla gemacht. Der gebürtige Südhesse, der bei der MT über die A-Jugend den Sprung in die Bundesliga schaffte und bis 2018 das Trikot der Bartenwetzer trug, wurde in Flensburg zum Champions League und A-Nationalspieler. Ihn zeichnet nicht nur seine Gefährlichkeit am gegnerischen Wurfkreis aus, sondern auch seine stark ausgeprägte Fähigkeit als Abwehrspieler.

Der 23-jährige sagte gegenüber der HNA, dass er sich auf die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte freue, aber er wisse auch, dass die MT gerade gegen namhafte Gegner zu großer Form auflaufe. Sein Trainer Maik Machulla sagt im vereinseigenen Vorbericht: “Die MT hat sehr viel individuelle Qualität im Kader und ist in der Lage jeden Gegner zu schlagen. Wir müssen definitiv anders verteidigen als gegen Ludwigshafen, sonst wird es gegen Akteure wie Julius Kühn oder Kai Häfner kräftig scheppern”.

Inwieweit Machulla damit Recht behält, wird sich im Spiel zeigen. Kai Häfner jedenfalls hat gegen Kiel sein tolle Form bewiesen und außer sieben Toren noch zahlreiche “tödliche Pässe” an seine Nebenleute geliefert. Julius Kühn konnte seine Torgefahr in den letzten Spielen nicht in gewohntem Maße zur Geltung bringen. Die gegnerischen Abwehrreihen stellen sich zusehends besser auf den mit 137 Treffern weiterhin erfolgreichste Feldtorschützen der Liga ein.

Ohnehin wird es gegen Flensburg nicht ausreichen, wenn nur einzelne Mannschaftsteile funktionieren. Wie es im Tor und auch in der davor postierten Deckung bei entsprechendem Zusammenspiel und der notwendigen Aggressivität wirksam zugehen kann, hat ebenfalls das Spiel gegen den THW gezeigt. Schade nur, dass diverse, im ersten Moment bereits geblockte Würfe der THW-Angreifer dann abgelenkt doch noch den Weg ins Melsunger Tor fanden.

Im Spiel nach vorne wünscht sich Gudmundur Gudmundsson gegen Flensburg mehr Disziplin und weniger Fehler. Soll heißen, keine überhasteten oder unvorbereiteten Würfe, keine Risikopässe, sondern geduldig bis zur Chance spielen. Der MT-Chefcoach wie auch Kapitän Finn Lemke haben schon gleich nach dem Abpfiff gegen Kiel den Blick nach vorne gerichtet. “Ich war mit vielem, was ich heute gesehen habe, sehr zufrieden. Darauf können wir gegen Flensburg aufbauen”, sagte “Gudmi”. Lemke sagte: Gegenüber den letzten Spielen haben wir Fortschritte in der Abwehr gemacht. Ich hoffe, dass wir das nächste Spiel noch besser gestalten können.”

Schiedsrichter in Kassel:
Fabian Baumgart (Neuried) / Sascha Wild (Offenburg); Spielaufsicht: Frank Wenz

Bisherige Erstligavergleiche MT Melsungen – SG Flensburg-Handewitt
33 Spiele, davon 1 DHB-Pokalspiel
1 Sieg MT, 28 Siege SG, 4 Remis
Letzter Vergleich:
04.03.20, SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen 33:23

Live-Berichterstattungen:

  • 12:30 Uhr: “Kurz vor Anpfiff live”, das Warm Up-Magazin der MT auf Facebook und YouTube mit Interviewgästen: Kai Häfner, Yves Kunkel, Gudmundur Gudmundsson, Johannes Golla und Eric Sindermann (Ex-Handballer, Modedesigner)
  • 13:00 Uhr: Sky startet mit der Konferenzschaltung und Vorberichten, das Spiel aus der Rothenbach-Halle Kassel kommentiert Karsten Petrzika, Experte ist Stefan Kretzschmar.
  •  
  • Hitradio FFH ist mit Zwischeneinblendungen dabei.
  • 15 Minuten nach Spielende: Die Pressekonferenz live auf YouTube.

Infos zum Gegner:
www.sg-flensburg-handewitt.de





MT Talents: Überzeugender Start in die Meisterschaftsrunde – 39:18 gegen Gelnhausen


Die MT Talents haben ihren Auftakt zur Deutschen Meisterschaft 2020/21, der eigentlich ein Re-Start der begonnenen und später unterbrochenen Saison ist, gegen den TV Gelnhausen mit 39:18 (18:8) gewonnen. Dabei überzeugten die Nordhessen mit druckvollem und vor allem schnellem Spiel, das auf viele gewonnene Bälle der Deckung und des starken Moritz Goldmann im Tor aufgebaut war. Mit elf Toren ragte Benjamin Fitozovic aus einem ansonsten geschlossenen Team heraus, in dem sich alle Feldspieler in die Torschützenliste eintragen konnten. Gelnhausen wehrte sich nach Kräften, hatte der Spielfreude der MT Talents aber wenig entgegenzusetzen.

 

Obwohl die Anfangsphase durchaus nach dem Geschmack von TVG-Trainer Oliver Hubbert war. Seine Startsieben begann forsch und brachte durch Tommy Antonowicz auch den ersten Treffer auf die Anzeigetafel. Kurz darauf traf auch Hendrik Hanke zur 2:1-Führung der Gäste. Danach allerdings entfesselten MT-Kapitän Paul Kompenhans und seine Mitstreiter einen wahren Orkan auf dem Spielfeld, in dem die Gelnhäuser untergingen. Bis Oliver Hubbert nach zwölf Minuten die erste Auszeit nahm, hatten sieben verschiedene Melsunger Torschützen das Spiel mit einem 8:0-Lauf komplett gedreht.

Der Schlüssel zur Überlegenheit war vor allem das blitzschnelle Umschaltspiel. Kaum war hinten ein all gewonnen oder vom ganz starken Moritz Goldmann pariert, dauerte es in der Regel nur wenige Sekunden bis zum nächsten Grund zum Jubel. Die Außen Ben Beekmann und Benjamin Fitozovic liefen einen Tempogegenstoß nach dem anderen und wenn es in das Positionsspiel ging, war der Rückraum oder Lasse Hellemann am Kreis erfolgreich. Gelnhausen blieb bis zum 13:6 durch Lasse Georgi (21.) noch halbwegs in Sichtweite, dann legte der MT-Nachwuchs noch einmal zu. Ole Pregler war beim 16:6 (24.) für die erste zweistellige Führung verantwortlich, die bis zur Pause Bestand hatte.

Nach dem Seitenwechsel ließen die MT Talents keinerlei Zweifel mehr aufkommen. Mit einem 4:0-Lauf erstickten der doppelt treffende Benjamin Fitozovic sowie Jonas Ebner und Florian Drosten alle Hoffnungen des TVG und ließen auch nachfolgend überhaupt nicht nach. Im Gegenteil war David Kuntscher beim Anwurf Gelnhausens nach einem Tor von Ebner hellwach, stibitzte sich das Spielgerät und lief der verdutzten Gegnerschaft davon zum zweiten Treffer innerhalb von nicht einmal zehn Sekunden (24:9, 36.). Nur einer von vielen Fehlern, mit denen sich Gelnhausen ein besseres Abschneiden selbst verbaute.

Selbst das stete Durchwechseln von Trainer Florian Maienschein, der jedem seiner Akteure reichlich Spielpraxis gab, brachte den Spielfluss seiner Mannschaft nicht ins Stocken. Florian Drosten löste seine Aufgabe auf Linksaußen nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Ben Beekmann schon im ersten Durchgang sehr gut, Jonas Ebner setzte sich am Kreis mehrfach stark durch und Navtej Dhaliwal dirigierte den Angriff ebenso effektvoll wie zuvor Paul Kompenhans. Mit seinem Tor zum 35:17 (53.) trug er sich als letzter verbliebener Feldspieler auch noch in die Torschützenliste ein und vervollständigte das Bild einer sehr ausgeglichenen und durchweg starken Mannschaft, die das Ergebnis gegen kräftemäßig nachlassende Gelnhäuser noch kräftig nach oben schraubte.

 

Stimmen zum Spiel

Florian Maienschein: Ich finde, wir hatten mit diesem Spiel einen sehr guten Einstieg in die Vorrunde der Meisterschaft. Am Anfang haben wir uns aus dem Kampf und über die Mentalität Kraft und Sicherheit gezogen. Später dann über einen guten Rückzug Gelnhausen zu Fehlern gezwungen. Moritz Goldmann ist auch gut ins Spiel gekommen hatte ein paar tolle Paraden bei freien Bällen und hatte mit einer super Parade gegen Lasse Georgi so eine Art Initialzündung. Das führte insgesamt zu einer guten Deckung und mit dieser Sicherheit lässt sich dann auch ein gutes Angriffsspiel aufziehen. Heute hatte jeder eingesetzte Spieler seinen Anteil an der Mannschaftsleistung, und so muss es am Ende ja auch sein. Dass es gerade in der Anfangsphase erst einmal etwas hakte, lag vor allem an der fehlenden Wettkampfpraxis. Deshalb war es auch umso wichtiger, über diese gute Abwehr ins Spiel zu finden.

Oliver Hubbert: Also 21 Tore Unterschied sind definitiv zu viel, die sind wir nicht schlechter. Das ärgert mich an der Geschichte. Wir haben zu viele Bälle verworfen. Wir haben es nicht verstanden, auf die Gegebenheiten zu reagieren und haben beispielsweise immer wieder auf die Füße vom Torwart geworfen, wo er stark war. Insgesamt war meine Mannschaft auch sehr nervös. Gegen die schnelle Melsunger Abwehr haben wir uns schwer getan und sind nicht ins Tempospiel gekommen. Über die Spielzeit hatten wir auch viele schöne Aktionen, aber doch zu viele Dellen im Spiel. Melsungen war dagegen unheimlich organisiert, da wussten alle zu jeder Zeit, was sie machen.

 

Statistik

mJSG: Goldmann (18 Paraden, 18 Gegentore), Büde (n. e.)  – Haeske 4, Beekmann 2, Ebner 4, Pregler 2, Kompenhans 2, Fitozovic 11, Dhaliwal 1, Andrei 1, Hellemann 4, Drosten 2, Rietze 2, Kuntscher 4/1 – Trainer Florian Maienschein.

TVG: Deisenroth (9 P. / 22 G.), Frank (7 P. / 17 G.) – Altwein 2, Zündel, Röll, O. Sust, Antonowicz 3, Sobot 4, J. Sust 2, Geisler 4/1, Wiest, Iancu, Hanke 1, Georgi 2 – Trainer Oliver Hubbert.

Z: – – SR: Völkening / Zollitsch (Minden) – Strafen: 4: 6 Minuten – 7m: 1/1 : 1/1.

 





Stresstest für die MT Melsungen: Erst gegen Kiel, dann gegen Flensburg-Handewitt

 

Dass eine Mannschaft innerhalb von 66 Stunden zwei Spiele zu absolvieren hat, ist in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga keine Seltenheit. In dieser coronabedingt turbulenten Saison ohnehin nicht. Da gibt es durchaus noch engere Taktungen. Wenn es dabei aber so kurz hintereinander gegen den aktuellen Tabellenführer und den amtierenden Deutschen Meister geht, ist das schon ein Stresstest der besonderen Art. Der steht in dieser Woche der MT Melsungen ins Haus. Am Donnerstag empfangen die Nordhessen um 19:00 Uhr den THW Kiel und am Sonntag um 13:30 Uhr die SG Flensburg-Handewitt in der Kasseler Rothenbach-Halle. Jeweils eine Stunde vor Spielbeginn startet das 30-minütige MT-Warm Up “Kurz vor Anpfiff live” auf YouTube und Facebook mit Interviewgästen aus dem MT-Team.

Kurios: Es ist schon eineinhalb Jahre her, dass sich die MT Melsungen und der THW Kiel gegenüberstanden. Das letzte Aufeinandertreffen datiert vom 31. Oktober 2019. Damals fing sich die MT eine 26:38-Klatsche ein. Aufgrund von Corona, respektive Quarantänemaßnahmen, gab es im vergangenen Jahr kein Duell dieser beiden Teams. Das Rückspiel der letzten Saison fand nicht mehr statt, weil Saison zuvor abgebrochen wurde. Das Hinspiel in dieser Saison hat ebenfalls wegen Corona noch nicht stattgefunden. Nun also treffen sich die beiden Kontrahenten am Donnerstag in Kassel.

Die Ausgangssituation ist klar: Kiel liegt einen Punkt hinter Tabellenführer Flensburg-Handewitt, hat in dieser Saison nur sehr selten Schwächen gezeigt und kommt dementsprechend als Favorit nach Kassel. Auf der anderen Seite wartet eine  MT, die bislang noch keine Konstanz vorweisen kann, gegen Top-Gegner aber über weite Strecken auf Augenhöhe agierte und aus ihrer Außenseiterrolle heraus den THW in Verlegenheit bringen will. 

Was der MT zuletzt in Magdeburg zum Erfolgserlebnis gefehlt hat, muss gegen Kiel einfach kompensiert werden. Gudmundur Gudmundsson monierte die mangelnde Torgefahr von Halblinks, die Abstimmungsprobleme in der Abwehr, einschließlich der Torhüter, die oftmalige Unterzahl sowie die zwei Fehlangriffe, die in der spielentscheidenden Sudation zu Gegentoren geführt haben und die MT auf die Verliererstraße brachten. “Aber”, so der MT-Coach, “es kann eben immer auch passieren, dass der ein oder andere Spieler einen schlechten Tag erwischt. Das sind schließlich alles Menschen und keine Maschinen”.

In der Vorbereitung auf Kiel und Flensburg erinnert Gudmundsson seine Schützlinge an die erfolgreichen Auftritte in Wetzlar und Göppingen: “Das waren die beiden Spiele in dieser Saison, in denen die gesamte Mannschaft richtig gut gespielt hat, nicht nur einzelne Spieler. Eine solche Teamleistung müssen wir jetzt wieder schaffen, dann haben wir auch gegen die Favoriten eine Chance”. “Gudmi” kann bis auf den noch verletzten Yves Kunkel personell sehr wahrscheinlich aus dem Vollen schöpfen. Für den fehlenden Linksaußen wird Youngster Ben Beekmann ins Aufgebot rutschen.

Auch der THW dürfte mit Ausnahme von Nikola Bilyk in Bestbesetzung anreisen. Das heißt mit allen Stars um Ausnahmespieler Sander Sagosen, angefangen von Domagoj Duvnjak über Niklas Landin, Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler, Steffen Weinhold, Harald Reinkind, Miha Zarabec bis zu Niclas Ekberg, werden alle in Kassel auflaufen.

Kiel beweist in dieser Saison seine Klasse wieder einmal nicht nur in der Bundesliga, sondern auch auf internationalem Parkett. In der Champions League hat der viermalige Gewinner der Königsklasse nach dem 33:28-Sieg über Szeged das Viertelfinale erreicht. Genauso übrigens auch die SG Flensburg-Handewitt. 

Den THW Kiel kennt einer aus dem MT-Team ziemlich gut: Tobias Reichmann trug das Zebra-Trikot von 2009 bis 2012, wurde dort unter anderem zweimal Champions League-Sieger. “Der THW hat dieses gewisse Erfolgs-Gen. Egal unter welchen Bedingungen, egal in welcher Besetzung, dieser Verein gehört seit Jahrzehnten zu den besten in dieser Sportart überhaupt und ist immer auf den vorderen Tabellenplätzen zu finden. In Kiel ist der Erfolgshunger besonders groß. Wenn wir so spielen wie bisher, werden wir diese Mannschaft nicht schlagen können. Wir müssen uns schon deutlich steigern”, so der MT-Rechtsaußen.

Gudmundur Gudmundsson kann sich nur an eine einzige Situation in seiner langen Trainerkarriere erinnern, die mit dem bevorstehenden Stresstest der MT vergleichbar ist: “Wir mussten damals mit den Rhein-Neckar Löwen kurz hintereinander in der Champions League gegen Barcelona und in der Liga gegen Kiel spielen. Wir haben beide Spiele gewonnen”, schmunzelt der MT-Coach. Wenn das kein gutes Omen ist.

Schiedsrichter in Kassel:
Nils Blümel / Jörg Loppaschewski (beide Berlin); Spielaufsicht: DHB SR-Wart Wolfgang Jamelle

Bisherige Erstligavergleiche MT Melsungen – THW Kiel
32 Spiele, davon 4 Siege MT, 26 Siege THW, 2 Remis
Letzter Vergleich:
31.10.2019, THW Kiel – MT Melsungen 38:26

 

OC von MT Melsungen




Saison 2021/22: HBL erteilt allen Vereinen die Lizenz


Die unabhängige Lizenzierungskommission des Handball-Bundesliga e.V. hat am Dienstag entschieden, dass alle Vereine in der 1. und 2. Handball-Bundesliga die Lizenz für die Spielzeit 2021/22 erhalten. Diese Entscheidung steht unter dem Vorbehalt der jeweiligen sportlichen Qualifikation.

Damit ein Bundesligist an der jeweils folgenden Saison teilnehmen darf, muss er neben der sportlichen Qualifikation vor allem auch wichtige  wirtschaftliche Voraussetzungen erfüllen ein. Dies wird von der unabhängigen Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga rechtzeitig geprüft und im positiven Fall als erfüllt bestätigt. Für die MT Melsungen trifft dies in ununterbrochener Folge auch für ihre 17. Saison in der “Stärksten Liga der Welt” zu.

Was MT-Vorstand Axel Geerken sagt:

“Die Prüfungskommission schaut sich zum Beispiel ganz genau die bestehenden Sponsorenverträge an, um davon abzuleiten, wie der veranschlagte Etat für die kommende Saison gedeckt werden soll. In diesem Punkt gebührt unser großer Dank in erster Linie unseren Partnern und Sponsoren, die auch in diesen bewegten Zeiten zu uns stehen und ihre finanziellen Zusagen einhalten. Darüber hinaus bilden die staatlichen Coronahilfen und der teilweise Gehaltsverzicht unserer Spieler weitere wichtige Bausteine, um unseren Etat zu entlasten. Auch dafür sind wir sehr dankbar. Unser Dank geht natürlich auch an unsere treuen Fans, die uns auf vielfältige und kreative Weise zeigen, wie sehr sie den MT-Handball vermissen. Apropos: Wir hoffen inständig und tun alles von uns aus Mögliche, dass die Fans spätestens zur kommenden Saison wieder in die Arenen zurückkehren. Eine weitere Saison gänzlich ohne Zuschauer würde nicht nur uns als Club, sondern den Profihandball insgesamt in seinem Fortbestehen gefährden. Wir müssen uns ohnehin auf weitere Herausforderungen einstellen – wirtschaftlich, wie organisatorisch – um eine Rückkehr zur sogenannten Normalität zu erreichen. Indes ist unsere Zuversicht groß, auch in der 17. Saison in der höchsten deutschen Spielklasse sportlich eine gute Rolle spielen zu können, wie wir mit den bekanntgegebenen Personalentscheidungen bereits angedeutet haben.”     

Die Pressemeldung der HBL im Wortlaut:

Der Zweitligist Wilhelmshavener HV erhält die Lizenz für die kommende Saison allerdings unter der Bedingung, dass die derzeit bestehende Liquiditätslücke bis spätestens zum 12. Mai 2021 geschlossen wird. Dies muss der Lizenzierungskommission nachgewiesen werden. Wird die Bedingung nicht innerhalb der gesetzten Frist erfüllt, gilt die Lizenz als nicht erteilt.

Olaf Rittmeier, Mitglied der Lizenzierungskommission: „Das Lizenzierungsverfahren für die Saison 2021/2022 fällt trotz sehr angespannter Lage aufgrund mehrerer Faktoren positiv aus. Es ist den Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern der Klubs gelungen, über einen längeren Zeitraum laufende Kosten, auch durch Gehaltsverzichte der Spieler, erheblich zu senken. Positiv wirkt sich aus, dass die Sponsoren in dieser wirtschaftlich schwierigen Lage den Klubs weitestgehend verbunden bleiben – sicher auch, weil es gelungen ist, den Spielbetrieb der Ligen bis dato aufrechtzuerhalten und so auch die TV-Präsenz mit sehr guter Reichweite zu sichern. Auch die Corona-Hilfen von Bund, Land und Kommunen tragen zur Existenzsicherung bei.“

Mattes Rogowski, Leiter Sport & Lizenzierungsverfahren bei der HBL GmbH, ergänzt: „Nach über einem Jahr Corona-Pandemie zahlt es sich aus, dass die Klubs in den vorherigen Jahren solide gewirtschaftet haben und sukzessive negatives Eigenkapital abgebaut haben. Auch wenn das rettende Ufer noch ein ganzes Stück entfernt liegt, ist die Erteilung der Lizenzen nach intensiver Prüfung – wenn auch teils unter Auflagen – sehr erfreulich.“

Der unabhängigen Lizenzierungskommission des HBL e.V. gehören neben dem Vorsitzenden Rolf Nottmeier, Richter am Arbeitsgericht Minden, Olaf Rittmeier, Steuerberater und Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga GmbH an. Unterstützt wird die Kommission durch Mattes Rogowski, Leiter Sport & Lizenzierungsverfahren bei der HBL GmbH.


 




MT Melsungen reist zum Top-Team nach Magdeburg


Der 26. Spieltag der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga hält für die MT Melsungen einen  hochkarätigen Auswärtseinsatz beim SC Magdeburg bereit. Anwurf am Sonntag in der Magdeburger GETEC Arena ist um 13:30 Uhr, Sky überträgt live. Erst acht Wochen ist es her, seit sich die beiden Kontrahenten im Hinspiel gegenüberstanden. Ende Februar zogen die Nordhessen in Kassel mit 24:27 den Kürzeren. Gelingt am Sonntag die Revanche, wäre dies der erste Sieg der MT gegen eines der Top-Teams der Liga in dieser Saison. Nach Minuspunkten ist der SCM Tabellendritter hinter Flensburg und Kiel.

Im Hinspiel vor acht Wochen in Kassel war die MT drauf und dran, den Favoriten aus Sachsen-Anhalt in die Knie zu zwingen. 50 Minuten lang stand das Match auf des Messers Schneide, aber in der Crunchtime hatte Magdeburg die besseren Nerven und die MT leistete sich ein paar Fehler zuviel. Beim 24:27 nahmen die Bördeländer beide Zähler mit nach Hause.

Am Sonntag will die MT den Spieß umdrehen. Doch leichter wird dies garantiert nicht. Auch wenn bei den Gastgebern mit Spielmacher Gisli Kristjansson ein wertvoller Leistungsträger fehlen wird. Der Isländer hatte sich vor vier Wochen gegen Berlin die Schulter ausgekugelt. Nichtsdestotrotz marschieren die Magdeburger weiter in der Erfolgsspur. Sowohl in der Bundesliga, wo sie nach Flensburg (-4) und Kiel (-5) die Mannschaft mit den wenigsten Minuspunkten sind (-12) und in den letzten 10 Spielen 17 von 20 Punkten erkämpft haben, als auch in der European League, in der sie nach dem fulminanten 34:28-Sieg im schwedischen Kristianstad schon mit einem Bein im Final Four stehen. Keine Frage, die MT Melsungen bekommt es am Sonntag mit einem echten Schwergewicht zu tun.

Um das stemmen zu können, müssen die Melsunger zum einen ihre Fehler im Angriff minimieren und zum anderen eine hocheffektive Abwehr stellen. Dazu hat Trainer Gudmundur Gudmundsson inzwischen zwei Varianten im Gepäck: Etwas defensiver, als 6:0-Formation, unter anderem mit Finn Lemke und Arnar Arnarsson im Zentrum und eine etwas offensivere mit zum Beispiel Domagoj Pavlovic in der Rolle des Vorgezogenen bei der 5:1-Aufstellung. Wichtig ist es, mindestens den Rückraum in den Griff zu kriegen. Dort gibt die Achse Michael Daamgard (RL), Christian O’Sullivan (RM) und Omar Ingi Magnusson (RR) den Ton an. Vor allem der Isländer, der übrigens auch Schützling von Gudmundur Gudmundsson in der Nationalmannschaft ist, dreht in seiner ersten Saison in Deutschland richtig auf. Der Linkshänder liegt derzeit mit 162 Toren auf Platz drei in der Bundesliga.

Gudmundsson weist sein Schützlinge an, besondere Disziplin walten zu lassen und die Angriffe bis zur Chance auszuspielen. Ansonsten droht jeweils die Bestrafung der Fehler durch den Gegner auf dem Fuße. Magdeburgs Flügelzange Lukas Mertens (LA) und Daniel Pettersson (RA) packt jede Gegenstoßgelegenheit beim Schopfe.

Welcher Wind den Nordhessen in Magdeburg entgegen weht, können drei Akteure der Rotweißen besonders gut beurteilen. Als ehemalige Spieler bei den Grün-Roten wissen sie, wie der SCM tickt: Torhüter Silvio Heinevetter (2005-2009) betrat in Magdeburg erstmalig die Bundesligabühne, für Tobias Reichmann (2008-2009 beim SCM II) war es der Startblock für den Sprung zum THW Kiel, und für Finn Lemke (2015-2017) die Entwicklung zum absoluten Deckungsspezialisten und Festigung der entsprechenden Postion in der Nationalmannschaft.

Am Sonntag werden diese drei jedoch kaum Gelegenheit haben, länger über ihre Magdeburger Vergangenheit zu sinnieren. Schließlich geht es ihnen, wie dem MT-Team insgesamt darum, endlich einem der Top-Teams der Liga Paroli zu bieten.

Aufgrund  frühen Anwurfzeit um 13:30 Uhr, machte sich der MT-Tross bereits am Samstagmittag nach dem Abschlusstraining in Melsungen auf den Weg nach Magdeburg.

Schiedsrichter in Magdeburg:
Martin Thöne (Lilienthal) / Marijo Zupanovic (Berlin); DHB-Spielaufsicht: Jörg Mahlich

Bisherige Erstligavergleiche MT Melsungen – SC Magdeburg
31 Spiele, davon 21 Siege Magdeburg, 6 Siege Melsungen, 4 Remis
Letzter Vergleich:
28.02.21, MT Melsungen – SC Magdeburg 24:27
Letzter MT-Sieg in Magdeburg:
19.11.2013, SC Magdeburg – MT Melsungen 19:29

Live-Berichterstattung:
13:00 Uhr: Sky startet mit der Konferenzschaltung und Vorberichten – unter anderem Axel Geerken im Interview mit Jens Westen – das Spiel aus der GETEC Arena Magdeburg kommentiert ab 13:30 Uhr Karsten Petrzika, Experte ist Stefan Kretzschmar.

Infos zum Gegner:
www.scm-handball.de





Das intelligente Netzwerk


Handball-Bundesligist MT Melsungen hat im Businessbereich mit einer neuen App eine intelligente digitale Lösung geschaffen, die nicht nur den Kontakt zu ihren Partnern und Sponsoren weiter vertiefen wird, sondern auch deren Netzwerken untereinander in eine ganz neue Dimension führt. Die Nutzer sind damit noch enger mit der MT verbunden, erfahren auf kürzestem Wege alles, was rund um den nordhessischen Bundesligisten passiert.

Die nach wie vor anhaltende Pandemielage verdeutlicht, dass Kommunikation nicht nur jetzt, sondern auch künftig noch stärker und vor allem qualitativer auf digitalem Wege stattfinden wird. Mit der Einführung der neuen BusinessApp trägt die MT Melsungen dieser Entwicklung Rechnung und fördert den engen Austausch mit ihren Business Partnern.

Die Plattform wurde jüngst von Michael Wardatzki, Geschäftsführer des App-Anbieters Bundeling im Rahmen einer Online-Veranstaltung präsentiert. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig dieses Kommunikationsinstrument ist. Es bündelt zum einen die unterschiedlichen Kanäle und Plattformen, auf denen der Nutzer bereits aktiv sind, zum anderen fördert es die Interaktion mit der MT wie auch untereinander.

”Wir freuen uns sehr die MT Melsungen zukünftig zu unterstützen und allen Partnern unterschiedliche Interaktionsmöglichkeiten zu bieten. Ich selber bin großer Handballfan, weshalb ich mich auch umso mehr auf unsere Zusammenarbeit, die Neuigkeiten, Veranstaltungen und exklusiven Inhalte innerhalb der Plattform freue. Auch mit dem Marktplatztool können alle Partner eigene Angebote, Fragen und sonstige Anmerkungen mit dem gesamten MT Business Netzwerk teilen. Wir wünschen allen einen guten Austausch und gute Geschäfte innerhalb des MT Business Netzwerks.“, sagte Bundeling Deutschland Geschäftsführer Michael Wardatzki.

So kann man etwa sein eigenes Unternehmensprofil einstellen und über Angebote aus seinem Produkt- oder Dienstleistungsportfolio informieren. Genauso gut kann man sich die neuesten Nachrichten von der MT direkt aufs Smartphone senden lassen oder sich zum nächsten Heimspiel mit anderen Partner verabreden.

“Mit dieser BusinessApp bieten wir unseren Partnern einen echten Mehrwert. Die Kommunikation wird damit direkter, schneller und gleichzeitig übersichtlicher – nicht nur für uns sondern für alle Nutzer. Denn die App ist kein Einbahnstraßen-Instrument. Im Gegenteil: Sie fördert die Interaktion mit uns und der Partnern untereinander. Damit erreichen das Netzwerken und der kommunikative Austausch ein neues Level. Die Zahl der unmittelbaren Anmeldungen und Downloads der App schon direkt nach der Präsentation zeigt uns, dass dieses neue digitale Angebot von unseren Partnern sehr interessiert aufgenommen wird.”, erklärt MT-Vorstand Axel Geerken.





MT Melsungen gelingt Transfercoup


Die MT Melsungen kann nach der kürzlich bekanntgebenen Verpflichtung des Isländers Elvar Örn Jónsson (23) einen weiteren Rückraumspieler als Neuzugang vermelden. Mit dem Portugiesen André Gomes haben die Nordhessen nach Meinung von Experten eines der größten Talente im Handball gewinnen können. Gomes ist 22 Jahre alt und gehört in seinem derzeitigen Verein, dem portugiesischen Topclub FC Porto, und auch in der Nationalmannschaft jeweils zu den Schlüsselspielern. Namhafte Bundesligisten waren an ihm interessiert. Bei der MT erhält er einen Dreijahresvertrag.

25. Januar 2020, Stockholm (Schweden). Die deutsche Handball-Nationalmannschaft (Deutschland, GER, weifl) trifft Spiel um Platz 5/6 der EHF EURO 2020 auf Portugal (POR, rot).
Andre Gomes am Ball.

Dass Berater ihren Schützlingen mitunter Superlative handballerischen Könnens anheften, um sie bei den Clubs als attraktive Verstärkung ins Gespräch zu bringen, ist im Profisport gewiss nichts Neues. Auch im Fall von André Gomes setzt der Vermittler weit oben an und bezeichnet dessen Verpflichtung durch die MT Melsungen schon jetzt als einen “Königstransfer” in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga.

Von den Medien wurden in den letzten Monaten namhafte deutsche Bundesligisten genannt, die jeweils großes Interesse an André Gomes hatten. Klar, dass sich die MT Melsungen angesichts des gelungenen Coups sehr glücklich schätzt. Champions League TV-Hoster DAZN bezeichnete den Portugiesen jüngst gar als “Rising Star” im Welthandball. 

Gomes zog schon als 18-jähriger die Aufmerksamkeit auf sich. Seit seinem Wechsel zum Topclub Porto hat seine Entwicklung einen rasanten Verlauf genommen. Der Instinkthandballer avancierte nach Meinung der Fachleute inzwischen zu einem der Schlüsselspieler, nicht nur seines Vereins, sondern auch der portugiesischen Nationalmannschaft. Neben seinen Qualitäten als explosiver Sprungwurfschütze mit variantenreichem Repertoire überzeugt er vor allem als Teamplayer mit hervorragendem Auge für den Nebenmann. Dabei bringt der Rechtshänder seine Fähigkeiten sowohl im linken als auch im mittleren Rückraum zur Geltung.

“Wir wollen uns im Rückraum breiter aufstellen und für verschiedene Besetzungen jeweils qualitativ hochwertige  Optionen zur Verfügung haben. Mit der bereits bekanntgeben Verpflichtung von Elvar Örn Jónsson von Skjern und André Gomes vom FC Porto als weiteren Neuzugang kommen wir diesem Ziel sehr nahe. Diese beiden Spieler stehen für die junge, sehr talentierte und erfolgshungrige Generation. Sie verfügen auch schon mit Anfang 20 über einen beachtlichen internationalen Background. Wir sind davon überzeugt, dass diese Personalentscheidungen, in die unser Trainer Gudmundur Gudmundsson intensiv eingebunden war, wegweisend für die unmittelbare Zukunft unseres Teams sind”, sagt MT-Vorstand Axel Geerken.

Während der Vertrag mit Elvar Örn Jónsson ab der kommenden Saison zunächst über zwei Jahre läuft, hat sich André Gomes für drei Jahre, bis zum Juni 2024 an die MT gebunden.

“Ich betreibe diesen Sport mit Demut, bin bereit, hart zu arbeiten und will auf dem Spielfeld Spaß haben”, sagte der 22-jährige kürzlich in einem Interview.  Erstaunlich für sein junges Alter ist seine bereits stattliche Liste von Teilnahmen an internationalen Wettbewerben. Von Junioren-Europa- und Weltmeisterschaften bis zur diesjährigen WM, von den verschiedenen Europapokalwettbewerben bis hin zur Champions League sind alle Kategorien vertreten.

“Meine Entwicklung hat mit viel Arbeit zu tun. Dies habe ich nicht allein geschafft , sondern mit meinen Teamkollegen und meinen Trainern”, weiß André Gomes, wem er zu Dank verpflichtet ist.

Mit Ablauf dieser Saison endet sein vier Jahre währendes Engagement beim FC Porto. Dabei hat er die Chance, sich mit einem oder gar zwei Titeln zu verabschieden. In der Meisterschaft liegt der Traditionsclub als Tabellenzweiter aussichtsreich im Rennen, ebenso im nationalen Pokalwettbewerb, in dem Porto im Viertelfinale steht.

Mehr als dramatisch ging es hingegen in der Champions League zu. Im Achtelfinale hatten die Portugiesen auf eigenem Terrain das Hinspiel gegen den dänischen Vertreter Aalborg mit 32:29 gewonnen. Am Mittwoch kam es in Aalborg zum Rückspiel und das ging erneut mit drei Toren Differenz aus. Diesmal allerdings für die Dänen. Und weil die auswärts mehr Tore als Porto erzielt hatten, war für André Gomes, der selber in dieser Nervenschlacht drei Treffer markierte, der Auftritt in der Königsklasse damit beendet.

Seinen Ehrgeiz wird dieses Erlebnis eher noch mehr befeuern. Dafür sorgt schon sein brasilianisches Temperament, das er von seinem Vater Jorge Gomes mitbekom- men hat. Der inzwischen 66-jährige ehemalige Fußballprofi spielte in seiner Heimat für den Erstligisten Vasco da Gama. 1973 ging er nach Portugal und setzte dort seine Karriere weitere 16 Jahre lang fort, unter anderem bei den Topclubs Benfica Lissabon und Braga. Auf Sohn André ist er mächtig stolz, auch wenn der nicht das Fußballspielen für sich auserkoren hat.

Der junge Handballprofi wiederum fand trotz Champions League Stress in Aalborg noch Zeit, um ein kurzes Grußvideo an seinen künftigen Verein zu senden. “Hallo Deutschland”, ich bin glücklich, diesen Sommer nach Melsungen zu kommen und dann in der Bundesliga zu spielen. Wir sehen uns bald!”

Bis dahin gilt bei der MT Melsungen: Volle Konzentration auf die laufende Saison! Wie gut ihr das gelingt, kann sie schon heute Abend gegen den TuSEM Essen zeigen. Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle ist um 19:00 Uhr. Ab 18:00 Uhr startet das Warm Up “Kurz vor Anpfiff live” – zu sehen auf den MT-Kanälen von Facebook und YouTube – mit Interviewgästen und natürlich dem Videogruß von André Gomes. 

André Gomes – Kurzsteckbrief

  • Geburtsdatum: 27.07 1998
  • Geburtsort: Braga, 60 km nördlich von Porto, Portugal
  • Größe / Gew.: 193 cm / 96 kg
  • Wurfhand: rechts
  • Positionen: Rückraum Mitte, Rückraum links
  • Bisherige Clubs: ABC Braga (bis 2016/17), FC Porto Sofarma (ab 2017/18)
  • National: Portugiesischer Meister und Pokalsieger 2019
  • International: EHF-Cup 2015, 2016, 2017, 2018, Champions League 2016/17, 2019/20 (Bester Nachwuchsspieler der CL), 2020/21; M20-EM 2016, U21-WM 2017, EM 2020 (Platz 6), WM 2021 (Platz 10)
  • LS / LS-Tore:    25 / 52, Portugal

 





Die zweite Halbzeit machte den Unterschied – MT schlägt TuSEM


Mit einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause wandelte die MT Melsungen beim 35:31 (14:15) über den TuSEM Essen einen verdienten Pausenrückstand in einen letztlich ebenso verdienten Sieg. Angetrieben vom überragenden Timo Kastening, der neun seiner zwölf Tore nach dem Seitenwechsel erzielte und gestützt auf einen starken Silvio Heinevetter im Tor zogen sich die Nordhessen selbst aus der Lethargie der ersten Hälfte. Dabei kehrte zeitweise sogar die Leichtigkeit zurück, die so lange vermisst wurde. Nicht unerwähnt bleiben darf die dennoch starke Vorstellung der Essener, die in Sebastian Bliss ebenfalls lange Zeit einen starken Torhüter stellten und bei denen Lucas Firnhaber achtmal erfolgreich war.

Timo Kastening Nr.73, im Hintergrund v.l. Lukas Becker und Tim Zechel Nr.96

In Bestbesetzung ging die MT ins Spiel, also auch wieder mit Kapitän Finn Lemke, der aber zunächst noch auf der Bank blieb und seinen gewohnten Part im Innenblock dem zuletzt stark aufspielenden Felix Danner überließ. Im Tor bekam Silvio Heinevetter den Vorzug gegenüber Nabojsa Simic und zeigte sich gleich bei der ersten Prüfung gegen Tim Zechel auf dem Posten. Beim ersten Siebenmeter gegen sein Team musste er nicht eingreifen, denn den setzte Felix Klingler nach eineinhalb Minuten glatt über die Latte. Weil auf der Gegenseite Julius Kühn an Sebastian Bliss scheiterte, war Lucas Firnhaber schließlich erster Torschütze der Begegnung (3.).

Überhaupt lief es im Angriff der Melsunger wieder einmal nicht nach Wunsch. Ein weiterer Fehlwurf, ein technischer Fehler und konsequente Essener, bei denen Firnhaber beim 0:3 schon zum zweiten Mal erfolgreich war. Erst danach zielte Julius Kühn genauer und verkürzte per Doppelpack innerhalb nicht einmal 30 Sekunden auf 2:3. Ohne allerdings Sicherheit ins Spiel zu bringen. Umgehend erhöhte Tim Zechel vom Kreis, vergab Timo Kastening einen Tempogegenstoß gegen Sebastian Bliss und traf Noah Beyer beim zweiten Strafwurf sicher: 2:5 nach neun Minuten.

An Felix Danners Zeitstrafe lag es nicht, dass gerade im Vorwärtsgang nur wenig ging. Eher daran, dass Sebastian Bliss im Essener Kasten seine gute Form der vergangenen Wochen eindrucksvoll bestätigte. Vier Paraden hatte er schon auf dem persönlichen Erfolgskonto, als Lukas Becher von Linksaußen auf 4:8 stellte (13.). Den nächsten Strich auf dem Statistikzettel holte er sich erneut gegen Kühn, bei der MT bedurfte es zweier schöner Einzelaktionen von Domagoj Pavlovic, der sein Team im Spiel hielt. Näher heran ging es nicht, weil auch Danner nicht an Bliss vorbei kam, Lukas Becher aber über die erste Welle traf: 6:10 (18.). Trainer Gudmundur Gudmundsson reagierte, brachte im Angriff Stefan Salger für Kai Häfner und Ole Pregler für Julius Kühn.

Das hatte naturgemäß längere Ballbesitzstrecken zur Folge, führte aber auch zu mehr Sicherheit. Schön anzusehen der Anschlusstreffer zum 10:11, den Domagoj Pavlovic nach schöner Vorarbeit von Pregler erzielte und Essen damit zur Auszeit zwang. Die fruchtete, weil Bliss nach der kurzen Verschnaufpause glänzend gegen Yves Kunkel parierte und Lukas Becher im Gegenstoß zum 10:13 vollendete. Bei der MT wechselten weiter Licht und Schatten. Bezeichnend: Kai Häfner machte erst das 11:13, spielte das Leder aber gleich in seiner nächsten Aktion der Essener Deckung in die Hände. Dafür jagte Julius Kühn das Spielgerät praktisch mit der Halbzeitsirene aus zwölf Metern zum 13:14 in den Winkel. Konstanz geht anders, aber immerhin waren die Gastgeber damit wieder dran.

Und hatten mit Ballbesitz zum Wiederbeginn gleich die Chance, alles wieder auf Ausgangsparameter zu setzen. Das erledigte prompt Timo Kastening mit einem raffinierten Dreher von Rechtsaußen, als bereits das passive Spiel drohte. Lucas Firnhaber hielt seine Farben noch einmal in Vorlage, dann drehten zwei Offensivfehler des TUSEM den Spielstand, aber noch nicht gänzlich die Partie. Erst waren Kunkel und Kastening zum 17:15 erfolgreich, dann entwickelte sich die Partie minutenlang zum direkten Duell zwischen Kastening und Firnhaber. Firnhaber machte dabei zum 18:18 seinen dritten Treffer nach der Pause und den siebten insgesamt. Kastening traf gleich dreimal hintereinander und mit seinem fünften nach der Pause, insgesamt schon sein achter, warf er die 20:18-Führung heraus (38.).

Den nächsten Siebenmeter überließ er Tobias Reichmann, während einer Firnhaber-Strafzeit erhöhte Yves Kunkel ins verlassene Essener Tor auf vier Tore. Das bis dahin schönste Kabinettstück gelang allerdings Domagoj Pavlovic, der ein Kempa-Anspiel von Kastening zum 23:19 nutzte (40.). Kurz darauf war der torhungrige Rechtsaußen wieder selbst erfolgreich: 25:20 (43.). Selbst eine Strafe gegen Julius Kühn konnte Melsungen nicht ausbremsen. Abgesehen vom dabei fällig werdenden Siebenmeter ging die Unterzahl durch ein Häfner-Tor sogar an die MT, Kühn traf unmittelbar nach Rückkehr aufs Feld und Kastening setzte seinen Zehnten hintendrauf: beim Stand von 28:21 nahm Gästecoach Jamal Naji bereits seine dritte und letzte Auszeit (47.).

Essen rappelte sich auf, Melsungen zeigte erste Unkonzentriertheiten. Lukas Becher war doppelt erfolgreich, Schlimmeres verhinderte Silvio Heinevetter, der nach dem Seitenwechsel das Fernduell mit den TUSEM-Keepern, bei denen zwischenzeitlich Lukas Diedrich den lange Zeit überragenden Sebastian Bliss abgelöst hatte, eindeutig für sich entschied. Trotzdem war es wieder Becher, der mit seinem Gegenstoß zum 29:25 eine Melsunger Auszeit initiierte (52.). Die Ballverluste vorn hatten sich gehäuft und das Rückzugsverhalten war nicht nach Gudmundsson’s Geschmack.

Auch danach kam die Souveränität der starken Phase nach dem Seitenwechsel nicht zurück. Im Gegenteil witterten die Westdeutschen wieder Morgenluft, als der gerade eben erst eingewechselte Arnar Freyr Arnarsson gleich wieder für zwei Minuten raus musste. Lucas Firnhaber brachte Essen mit dem 30:27 sogar wieder in Schlagdistanz (55.), ehe Kai Häfner den Doppelpack schnürte und beim 32:27 vier Minuten vor Ultimo den Deckel vorzeitig drauf machte. Den Rest der Spielzeit nutzte Timo Kastening, um sein Konto auf zwölf Tore hochzuschrauben und eine neue persönliche Saisonbestmarke zu setzen. Der Abschluss blieb jedoch Julius Kühn vorbehalten, der damit nur knapp den zweistelligen Score verpasste.

Stimmen zum Spiel

Gudmundur Gudmundsson: Das war heute nicht einfach, wie erwartet. Wir haben uns das Leben in der ersten Halbzeit schwer gemacht, aber Essen hat es auch gut gespielt, besonders vorne. Wir haben elf Fehlwürfe gehabt, manchmal nach nur ganz kurzen Angriffen. Und genau das war auch unser Problem. In der zweiten Hälfte haben wir es besser gemacht, da hatten wie insgesamt nur noch drei Fehlwürfe und die Quote war überragend. Die Mannschaft hat die zweite Halbzeit wirklich gut gespielt, vorne wie hinten. Man kann schon ein Sonderlob an Timo Kastening geben. Ich habe noch nicht so oft so etwas erlebt. Julius Kühn kam auch gut ins Spiel, wir hatten einen super Spielmacher mit Domagoj Pavlovic. Eigentlich kann ich die ganze Mannschaft heute alle positiv erwähnen.

Jamal Naji: Zuallererst Glückwunsch zum verdienten Sieg. Gerade in der zweiten Halbzeit war die MT das klar bessere Team. Die Niederlage fühlt sich auch höher an als minus vier. Gerade die Effektiv bei Melsungen war beeindruckend. Wir sind gut ins Spiel gekommen, hatten einen guten Torhüter, waren effektiv in unseren Abschlüssen. Gefühlt verlieren wir das Spiel in der zweiten Halbzeit dann aber gegen zwei Personen. Pavlovic bringt unseren Innenblock mit seinen Tempowechseln in große Probleme und was bei Kastening los war, das hat jeder gesehen. Das war eine Weltklasse-Leistung und die haben wir heute nicht verteidigt bekommen.

Statistik

MT Melsungen: Heinevetter (13 Paraden / 31 Gegentore), Simic (n. e.); Maric 1, Kühn 9, Lemke, Reichmann 1/1, Kunkel 3, Mikkelsen, Danner, Arnarsson, Allendorf, Pregler, Häfner 5, Salger, Kastening 12/1, Pavlovic 4 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

TUSEM Essen: Bliss (12 P. / 32 G.), Diedrich (1 P. / 3 G.); Beyer 4/2, Rozman, Durmaz, Homscheid, Becher 6, Ignatow, Müller 4, Firnhaber 8, Seidel, Morante 3, Klingler, Wolf, Ingenpass, Zechel 6 – Trainer Jamal Naji.

Schiedsrichter: Thomas Hörath (Zirndorf) / Timo Hofmann (Bamberg).

Zeitstrafen: 8 – 4 (Danner 10:16, Kühn 42:35, Arnarsson 52:20 55:56 – Firnhaber 37:52, Rozman 53:54).

Strafwürfe: 3/2 – 3/2 (Klingler über das Tor 1:27, Reichmann an den Pfosten 53:57).

Zuschauer: Ohne Zuschauer in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Die nächsten Spiele:
SO, 18.04.21, 13:30 Uhr, SC Magdeburg – MT Melsungen GETEC Arena Magdeburg
DO, 22.04.21, 19:00 Uhr, MT Melsungen – THW Kiel, Rothenbach-Halle Kassel
SO, 25.04.21, 13:30 Uhr, MT Melsungen – SG Flensburg-Handewitt, Rothenbach-Halle Kassel





Melsungen muss gewinnen, Essen hat nichts zu verlieren


Nur acht Wochen nach dem ersten Aufeinandertreffen zwischen der MT Melsungen und dem TuSEM Essen steht den beiden Kontrahenten in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga nun das Rückspiel bevor. Diesmal in Kassel. Anwurf in der Rothenbach-Halle am Donnerstag ist um 19:00 Uhr. Bereits um 18:00 Uhr startet das 30-minütige MT-Warm Up “Kurz vor Anpfiff live” auf YouTube und Facebook – diesmal mit einem überraschenden Grußvideo. Die Bundesligakonferenz auf Sky beginnt um 18:30 Uhr, das Spiel kommentiert anschließend Heiko Mallwitz.  

Dieses Duo könnte Nur acht Wochen zwischen Hin- und Rückspiel? Die Corona-Saison macht’s möglich – die HBL muss den Spielplan laufend an die jeweilige  Lage anpassen. Etwa wenn eine Begegnung wegen plötzlicher Corona-Fälle sehr kurzfristig abgesagt und ein neuer Termin gefunden werden muss. Um diese knifflige Aufgabe ist HBL-Spielorganisator Andreas Wäschenbach gewiss nicht zu beneiden – vor allem nicht, wenn sie, wie in dieser Saison, zum Dauerbrenner wird.

So standen sich also der TuSEM Essen und die MT Melsungen zuletzt am 11. Februar im Essener Sportpark “Am Hallo” gegenüber. Damals entführten die Nordhessen mit einem 35:28-Sieg beide Punkte recht mühelos, wie es zumindest das Ergebnis vermuten lässt. Diese Begegnung stand für die MT unter dem Motto “Re-Start”. Denn es war das erste Spiel nach einer 53-tägigen Wettkampfpause – bedingt durch die WM und eine Corona-Quarantäne.

Und nun gibt es am Donnerstag die Gelegenheit für die “Ruhrpott-Schmiede”, so die Eigenbezeichnung des Traditionsclubs, Revanche zu nehmen. Die Tabellensituation hat sich seit dem ersten Kräftemessen für beide Teams verändert. Die MT hat inzwischen neun weitere Spiele absolviert, 8 Punkte geholt und sich vom 12. auf den 9. Platz verbessert. Der TuSEM trat acht Mal, hat ebenfalls 8 Punkte geholt und ist statt Vorletzter nun Drittletzter.

“Essen hat sein Spiel in den letzten Wochen deutlich verbessert”, erkennt Gudmundur Gudmundsson einen klaren Aufwärtstrend beim Gegner. Und der MT-Coach zählt auch gleich die entsprechenden Belege dafür auf: “In Leipzig nur mit drei Toren und gegen Berlin nur mit einem Tor verloren und dann gegen Stuttgart mit sieben und gegen Minden sogar mit neun Toren gewonnen.” Soll heißen: Der TuSEM ist weitaus besser als es dessen 18. Tabellenplatz vorgibt.

Trainiert wird der Essen übrigens von Jamal Naji, dem in Königswinter aufgewachsenen gebürtigen Bad Honnefers mit marokkanischen Wurzeln. Mit seinen 34 Jahren ist der ehemalige Drittligaspieler und studierte Politikwissenschaftler zweitjüngsten Bundesligatrainer. Nur Jaron Siewert, sein Vorgänger beim TuSEM, der vor der Saison nach Berlin wechselte ist noch jünger, nämlich ganze sieben Jahre.

“Essen hat bei uns praktisch nichts zu verlieren, während von uns jeder einen Sieg erwartet. Wir selber natürlich auch”, sagt Gudmundsson. Wie er diese Erwartungen mit einen Schützlingen in die Tat umsetzen will, deutet er indes nur an: “Wir haben aufgrund von verletzungsbedingt ausgefallenen Spielern unsere Abwehr zum Teil umstellen müssen und nun neben unserem angestammten 6:0-System mit der 5:1-Formation ein weiteres effektives Instrument parat. Das hat zum Beispiel zuletzt gegen die Rhein-Neckar Löwen sehr gut funktioniert – auch wenn wir am Ende ohne Punkte dastanden. Das lag aber nicht an der Abwehr, sondern an der zu geringen Torausbeute”.

Die personelle Besetzung der MT könnte gegen Essen seit längerem mal wieder volle Kaderstärke erreichen. Gegen die Löwen waren ja bereits wieder die Rekonvaleszenten Kai Häfner und Arnar Arnarsson an Bord, wobei Letztgenannter nur auf der Bank saß. Am Donnerstag winkt zudem die Rückkehr von Kapitän Finn Lemke, der zuletzt wegen eines Muskelfaserrisses pausieren musste. Somit hätte der MT-Coach ivor allem n puncto Abwehrbesetzung sogar die Qual der Wahl. Etwaige Umbesetzungen dürften ihm nicht leich fallen, da zum Beispiel Felix Danner im Deckungszentrum hervorragende Arbeit geleistet hat. 

Wie auch immer die Besetzung ausfallen wird, kümmern muss sich de MT-Hintermannschaft wohl wie schon im Hinspiel verstärkt um die Essener Rückraumschützen Lucas Firnhaber (RR, Bruder von Nationalspieler Sebastian Firnhaber) und Dennis Szczesny (RL), die damals fast genau die  Hälfte der 28 Essener Treffer erzielten. Nicht zu vernachlässigen sind auch die Akteure aus der Nahwurfzone, Noah Beyer (LA) Felix Klingler (RA), Tim Zechel (Kreis) und natürlich Dimitri Ignatow (RA), der bekanntlich aus den Reihen der MT-Talents hervorgegangen ist und zwecks mehr Spielpraxis seit dieser Saison das Essener Trikot trägt. Der 22-jährige ist am Donnerstag übrigens Interviewgast beim MT Warm Up “Kurz vor Anpfiff live” (ab 18:30 Uhr auf Facebook und YouTube). 

Schiedsrichter in Kassel:
Thomas Hörath (Zirndorf) / Timo Hofmann (Bamberg); DHB-Spielaufsicht: Peter Behrens

Bisherige Erstligavergleiche MT Melsungen – TuSEM Essen
8 Spiele, davon 6 Siege MT, 1 Sieg TuSEM, 1 Remis
Letzter Vergleich:
11.02.21, MT Melsungen  TuSEM Essen 28:35

Live-Berichterstattungen:

  • 18:00 Uhr: “Kurz vor Anpfiff live”, das Warm Up-Magazin der MT aus der Rothenbach-Halle, mit Infos zum Spieltag und Interviewgästen, u.a. mit Felix Danner und Dimitri Ignatow – empfangbar als Livestream auf den MT-Kanälen von YouTube und Facebook.
  • 18:30 Uhr: Sky startet mit der Konferenzschaltung und Vorberichten, das Spiel aus der Rothenbach-Halle Kassel kommentiert Heiko .
  •  
  • 15 Minuten nach Spielende: Die Pressekonferenz live auf YouTube.

Infos zum Gegner:
www.tusemessen.de

 

 





Silvio Heinevetter im #60Minuten Podcast: Mit Jogginghose und Badelatschen – da ist nicht viel mit Glitzerfaktor


In der aktuellen Ausgabe des MT Podcast #60Minuten, aufgezeichnet vor dem MT-Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen, spricht Patrick Schuhmacher mit Silvio Heinevetter. Das Gespräch wurde coronakonform per Telefon geführt. Doch es wäre fast schon nach einigen Minuten vorzeitig zu Ende gewesen, weil Silvio “drohte, gleich aufzulegen”. Den Grund erfahren die Podcast-Hörerinnen und Hörer natürlich genauso, wie viele interessante Ansichten und Einschätzungen des weithin über den Handball hinaus bekannten und meinungsstarken Sportlers.

“Heine”, wie er in der Sportszene von allen genannt wird, macht deutlich, was für ihn im Profisport, respektive im Teamsport, wirklich zählt. Er verrät, wie er seine Rolle in der Mannschaft sieht und was er von sich aus einbringen kann. Und dass er allergrößten Wert auf Pünktlichkeit legt und ihm Kabinengespräche wichtig sind.

Wie er von anderen gesehen wird, hat Podcast-Moderator Patrick Schumacher nicht nur von aktuellen Mannschaftskameraden herausbekommen, sondern unter anderem auch von einem ehemaligen Gegner, von einem Nationalmannschaftskollegen und von einem ehemaligen Spitzenschiedsrichter. So kommen unter anderem Finn Lemke, Nebojsa Simic, Yves Kunkel, Philipp Müller, Johannes Bitter, und Ralf Damian zu Wort.

Unweigerliche Frage an die MT-Mitspieler war auch, ob mit Heine der Glamourfaktor Einzug gehalten hat. Der Keeper selbst ernüchtert wohl viele, die ihn schon in TV-Shows oder in den einschlägig bunten Blättern gesehen haben und sagt: “Wenn ich in Jogginghose und Badelatschen zum Training fahre, da ist nicht viel mit Glitzerfaktor”.

MT-Vorstand Axel Geerken bestätigt indes, dass das Medieninteresse durch Silvio deutlich zugenommen hat. Die öffentlich Aufmerksamkeit sei zwar schön, definiere aber natürlich nicht seinen tatsächlichen sportlichen und menschlichen Wert für die MT (Foto: A. Käsler).

Die bisherigen Podcast-Folgen, jeweils präsentiert von MT-Premiumpartner Diez Werbetechnik:

1. MT-Kapitän Finn Lemke und Athletikcoach Dr. Florian Sölter
2. MT-Vorstand Axel Geerken und Linksaußen Timo Kastening
3. LInksaußen Michael Allendorf und Talents-Chef Axel Renner
4. Julius Kühn und MT- Premiumpartner Michel Diez Diez
5. Trainer “Gudmi” Gudmundsson
6. Nachwuchstalent Ole Pregler
7. Tobias Reichmann

Alle Folgen sind abrufbar auf mt-melsungen.de/fans/podcast und natürlich auch auf Spotify, Deezer, Amazon Music/ Audible oder Apple iTunes.





Toller Fight bleibt unbelohnt – MT verliert gegen Rhein-Neckar Löwen


Alles gegeben, stark gekämpft, aber am Ende mit leeren Händen da gestanden. Die MT Melsungen lieferte den Rhein-Neckar Löwen am Donnerstagabend beim 25:26 (14:15) vor leeren Rängen in der Kasseler Rothenbach-Halle einen tollen Fight. Die Mannschaft kam nach vier Toren Rückstand kurz nach der Pause noch einmal ganz stark zurück, doch in der Endphase fehlte letztlich das Glück, die geduldige Aufholjagd doch noch mit wenigstens einem Teilerfolg zu beenden. Stark präsentierten sich auf beiden Seiten die Abwehrreihen, so dass die Außen ihren Rückraumkollegen diesmal die Schau stahlen. Folgerichtig standen den sieben Toren von Timo Kastening ebenso viele von Jerry Tollbring gegenüber.

Timo Kastening Nr.73, im Hintergrund Uwe Gensheimer Nr.3

Ohne Kapitän Finn Lemke, dafür aber wieder mit den Rückkehrern Kai Häfner und Arnar Freyr Arnarsson wartete die MT in diesem Nachholspiel auf. Auf dem Feld beginnen durfte allerdings nur Häfner. Arnarssons Part im Abwehrzentrum besetzte Felix Danner, der aber in der Offensive Marino Maric Platz machte. Dahinter durfte Nebojsa Simic beginnen, der auch gleich den ersten Wurf auf seinen Kasten über die Latte lenkte und damit Domagoj Pavlovic den Weg zur ersten MT-Führung ebnete (2.).

Dass bei den Löwen in der Anfangsphase nicht so liefen wie geplant und ungewohnte Fehler das Vorwärtsspiel prägten, war ebenfalls ein Verdienst von Pavlovic. Der störte auf vorgezogener Position in der 5:1-Deckung effektvoll die Kreise von Andy Schmid und angelte sich den Ball, den Timo Kastening kurz darauf zum 3:1 in die Maschen setzte (5.). Dass aus dieser Führung dann nicht mehr wurde, lag mit an Löwen-Keeper Andreas Palicka. Der blieb nämlich gleich zwei Mal Sieger gegen Geburtstagskind Julius Kühn. Und an Nicolas Kirkeløkke, der ebenfalls zweimal von Rechtsaußen traf. Nach neun Minuten waren die Gäste 4:3 vorn.

Was bei den Melsungern in dieser frühen Spielphase prima funktionierte, war das schnelle Umschaltspiel. Mit Yves Kunkels Tempogegenstoß zum 6:5 (12.) lagen die Nordhessen mal wieder vorn, im Anschluss an Palickas dritte Parade gegen Kühn und Jerry Tollbrings zweiten Siebenmeter in Folge holten sich die Gäste den Vorteil zum 7:8 allerdings zurück (16.). Es ging hin und her, es war ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Auch wenn Andy Schmid während einer Zeitstrafe gegen Felix Danner aus der eigenen Hälfte zum 9:11 ins verlassene Gehäuse traf (20.) und Andreas Palicka knapp vier Minuten später das gleiche Kunststück zum 10:12 gelang.

Eine weitere Qualität der Melsunger an diesem Abend war das engagierte Auftreten in der Verteidigung. Was auch immer Andy Schmid versuchte, es war fast immer schon ein Roter da, um die eingeleitete Aktion zu stören. Und dann ging es entschlossen nach vorn, so wie bei Lasse Mikkelsens Ausgleich zum 12:12 (25.). Auch auf Timo Kastening war Verlass, trotz eines unglücklich vom Innenpfosten zurück ins Feld prallenden Siebenmeters. Aus dem Feld blieb der Rechtsaußen fast fehlerlos, traf zum 13:13 schon zum sechsten Male. Ein versuchtes Kempa-Anspiel auf den Linkshänder erreichte ihn jedoch nicht und diesmal war es Uwe Gensheimer, der den daraus resultierenden Gegenstoß erfolgreich abschloss. Zur Pause führten die Löwen knapp.

Der Start in den zweiten Durchgang war holperig. Romain Lagarde traf, Julius Kühn und Yves Kunkel dagegen nicht. Obwohl Silvio Heinevetter aufpasste und einen langen Gegenstoß-Pass abfangen konnte, häuften sich vorn die Fehler extrem. Einen Pass ins Seitenaus nutzte Schmid, um das Leder reaktionsschnell lang auf Albin Lagergren zu geben, der schon auf 14:18 erhöhte. Erst als die Uhr bereits die 36. Spielminute anzeigte, machte Julius Kühn sein erstes Tor zum 15:18. Vorangegangen war eine Auszeit von Gudmundur Gudmundsson, der mit der Leistung seiner Spieler alles andere als zufrieden war.

Die MT fing sich in der ursprünglichen Startbesetzung im Feld, bei den Löwen ging der Spielfluss durch einige Wechsel dagegen etwas verloren. Die Abwehr allerdings, mit Mait Patrail und Ymir Örn Gislason im Innenblock, stand sicher. Tore wurden zur Mangelware Angriffe endeten beidseitig entweder mit Fehlwürfen oder technischen Fehlern. Erst Jerry Tollbring brach den Bann der Flaute, allerdings auch „nur“ mit einem Siebenmeter. Das nächste Feldtor ließ dagegen weiter auf sich warten. Das machte Julius Kühn zum 19:21 (46.). Anschließend waren die Außen dran: Jerry Tollbring und Yves Kunkel stellten die Anzeigetafel auf 20:22 (48.).

Die MT war dran, war eigentlich ebenbürtig, aber an ein Herankommen war nicht zu denken. Auch wenn Heinevetter nach zuvor vier erfolgreichen Versuchen Tollbring einen Siebenmeter „abkaufte“, war der Schwede im Nachwurf dennoch erfolgreich. Erst als Mai Patrail mit einer Strafe draußen saß, verkürzte erst Marino Maric, dann Tobias Reichmann auf die gleiche Weise wie zuvor Tollbring: er scheiterte von der Siebenmeterlinie an Andreas Palicka, angelte sich aber den Abpraller und versenkte ihn zum 22:23 (51.). einmal noch konnte Andy Schmid seinem Team etwas Luft verschaffen, dann schien der Ausgleich nach tollem Pass von Kai Häfner und ebenso formidablem Einsatz von Maric am Kreis schon gefallen, doch es gab stattdessen Strafwurf. Den machte Reichmann diesmal wieder direkt rein – bei 24:24 begann die Partie fünf Minuten vor dem Ende praktisch wieder bei null.

Einmal mehr war es Andy Schmid, der die Initiative ergriff. Ohne Rücksicht auf den Gegner oder sich selbst brach er durch die geballte Melsunger Deckung und wuchtete die Kugel in die Maschen. Was Julius Kühn als Herausforderung verstand und das Spielgerät auf der anderen Seite mit ähnlicher Gewalt in den Winkel jagte – 25:25 (58.). Den nächsten Siebenmeter für die Löwen übernahm auch ihr Kapitän zum 25:26, noch knapp zwei Minuten blieben. Die Sekunden verstrichen, die Arme der Referees gingen hoch. Einer musste die Verantwortung übernehmen, Kai Häfner tat es – und Andreas Palicka wehrte den Ball nicht nur einfach ab, sondern hielt ihn auch fest. Trotzdem gab es noch eine letzte Chance, als sich die Gäste zehn Sekunden vor Ultimo einen technischen Fehler leisteten. Die jedoch blieb ungenutzt, weil Timo Kastenings letzter Pass auf Julius Kühn nicht ankam.

Stimmen zum Spiel

Gudmundur Gudmundsson: Glückwunsch an Martin und die Rhein-Neckar Löwen. Das war eine enge Partie, aber ich habe es so erwartet. Wir waren fast die gesamte Zeit auf Augenhöhe. Was ich aber schlecht fand war, dass wir zur Halbzeit nur knapp zurückliegen, dann aber viele Fehler machen und uns die Löwen weggelaufen sind. Trotzdem waren wir am Ende wieder dran und hätten sogar gewinnen können. Die fünf Gegenstoß-Tore in der ersten Halbzeit waren gut, aber um so ein Spiel zu gewinnen, müssen wir eine viel bessere Quote aus dem Rückraum haben. Es war bitter, hier heute zu verlieren. Wenigstens einen Punkt hätten wir uns gewünscht.

Martin Schwalb: Danke für die Glückwünsche. Das Halbzeitergebnis sagte es schon aus, das war eine ganz enge Partie. Beide Mannschaften haben in der Abwehr gut agiert, deshalb haben sich die Angriffe schwer getan. Auch in unserem Spiel waren schon ein paar technische Fehler dabei, aber wir haben immer an uns geglaubt und Lösungen gefunden. Diesen Erfolg hier heute hat sich die Mannschaft und ein starker Andreas Palicka dahinter selbst erarbeitet.

Die gesamte Pressekonferenz sehen Sie hier auf dem MT YouTube Kanal.

MT Melsungen – Rhein-Neckar Löwen 25:26 (14:15)

MT Melsungen: Simic (2 Paraden / 9 Gegentore), Heinevetter (8 P. / 17 G.); Maric 1, Kühn 3, Reichmann 3/2, Kunkel 3, Mikkelsen 1, Danner 1, Arnarsson, Allendorf, Pregler, Häfner 3, Salger, Kastening 7, Kuntscher, Pavlovic 3 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Rhein-Neckar Löwen: Palicka (1 Tor / 12 P. / 25 G.), Katsigiannis (n. e.), Späth (n. e.); Schmid 5/1, Gensheimer 3, Veigel, Kirkeløkke 3, Lagarde 1, Patrail, Tollbring 7/4, Ahouansou, Lagergren 1, Gislason 1, Nielsen, Nilsson 1, Kohlbacher 3 – Trainer Martin Schwalb.
Schiedsrichter: Colin Hartmann (Magdeburg) / Stefan Schneider (Irxleben)

Zeitstrafen: 6 – 6 (Danner 17:47 43:42, Mikkelsen 21:22 – Kirkeløkke 18:40, Patrail 48:51, Lagergren 50:33)

Strafwürfe: 4/2 – 6/5 (Kastening an den Pfosten 15:57, Tollbring scheitert an Heinevetter 48:14, Reichmann scheitert an Palicka 50:36)

Spielort: Rothenbach-Halle, Kassel – ohne Zuschauer

Das nächste Spiel:
Do., 08.04.21, 19:00 Uhr, MT Melsungen – TuSEM Essen, Rothenbach-Halle, Kassel.
Das eigentlich am 04.04. angesetzte Spiel beim Bergischen HC musste aufgrund von zwei Coronafällen beim BHC verlegt werden.





Die Löwen kommen – steigert sich die MT am Gegner?


Kontrastprogramm für die MT Melsungen in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga: Am Sonntag waren die Nordhessen zu Gast beim Kellerkind in Ludwigshafen, am Donnerstag empfangen sie das Top-Team der Rhein-Neckar Löwen. Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle ist um 19:00 Uhr. Ab 18:00 Uhr gibt es das 30-minütige MT-Warm Up “Kurz vor Anpfiff live” auf YouTube und Facebook, Sky startet mit der Konferenz um 18:30 Uhr. Das Spiel selbst wird Karsten Petrzika kommentieren, Experte ist Stefan Kretzschmar.

Duelle zwischen der MT Melsungen und den Rhein-Neckar Löwen bieten von jeher einen hohen Spannungs- und Unterhaltungsfaktor. Das war schon zu Zweitligazeiten so. Da hatte die MT meist die Nasenspitze vorn. Wie am Ende besagter Ära in 2005, als die Nordhessen unter MSG Melsungen/Böddiger firmierten und die Saison mit drei Punkten Vorsprung vor der SG Kronau Östringen als Meister abschlossen. Aufgestiegen sind indes beide Vereine und so fanden die sportlichen Vergleiche ihre Fortsetzung in der stärksten Liga der Welt. Dort aber wendete sich recht schnell das Blatt, meist gaben dann die Löwen den Ton vor den Bartenwetzern an. Wie auch die Statistik bestätigt: von den 30 Erstligavergleichen endeten 22 mit einem Sieg der Kraichgauer. Nun also steht Duell Nummer 31 an. 

Auch jetzt sprechen die Vorzeichen etwas mehr für die Gelbhemden. Erfolgreich unterwegs in der EHF European League – hier ist der Einzug ins Viertelfinale geglückt – fungiert das Team von Trainer Martin Schwalb in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga als erster Verfolger des Führungstrios aus Flensburg, Magdeburg und Kiel. Die Stützen der Mannschaft aufzuzählen, würde bedeuten, das komplette Team nennen zu müssen. Deshalb seien vertretungsweise an dieser Stelle Spielmacher Andy Schmid, Torhüter Andreas Palicka, Kreisläufer Jannik Kohlbacher und die Flügelzange der Nationalmannschaft, Kapitän Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki als Pendant von Tobias Reichmann und Timo Kastening, erwähnt.

Dass sich für die MT das Duell mit den Rhein-Neckar Löwen so sehr von dem mit den Eulen Ludwigshafen unterscheidet, sieht übrigens MT-Trainer Gudmundur Gudmundsson nicht so: “Erstens war für uns das Spiel in Ludwigshafen auch sehr schwer, zweitens haben selbst die Rhein-Neckar Löwen gegen diesen Gegner ihre Probleme gehabt und sich erst in der Crunchtime durchgesetzt”. 

Kein Wiedersehen gibt es am Donnerstag mit einem Spieler aus dem Löwenrudel, der von 2012 bis 2015 das Dress der MT trug: Mikael Appelgren, der eigentlich ein Torhütergespann mit Andreas Palicka bildet, laboriert seit Monaten an den Folgen einer Schulterverletzung. Seinen Ausfall kompensiert das Schwalb-Team mit Routinier Nicolas Katsigiannis (38).

Dafür gibt es aber ein Wiedersehen von Gudmundur Gudmundsson mit seinem Ex-Verein. Der MT-Trainer coachte die Löwen von 2010 bis 2014 und war maßgeblich für den Aufschwung verantwortlich. Unter seiner Ägide wurde der Club unter anderem Deutscher Vizemeister und erreichte das Halbfinale in der Champions League. 

In der Tabelle liegen die MT und die Löwen zwar vier Plätze auseinander, sind aber nur durch drei Minuspunkte getrennt. Im Erfolgsfall könnten die Nordhessen am Donnerstag also bis auf einen Punkt aufschließen. Die Fragen lauten: “Wie stark sind die Löwen wirklich?” und “Kann sich die MT am Gegner steigern?”. Die Bundesligaergebnisse der Badener nach der WM-Pause lassen den Schluss zu: Da geht was für die MT! Gensheimer & Co. holten in den sieben Einsätzen zwar 9:5 Punkte, aber die Ergebnisse in den siegreichen Spielen waren meist knapp. Schlussfolgerung: Die Löwen reichen bis jetzt nicht an die Souveränität von Kiel oder Flensburg heran.

Ob sich die MT am Gegner steigern kann, ist schwer zu prognostizieren. Denn selbst am Tag vor dem Spiel war noch nicht klar, ob einem oder gar mehreren der Rekonvaleszenten, Kai Häfner, Finn Lemke, Arnar Arnarsson, die Rückkehr aufs Parkett gelingt. “Wenn wir nicht in annähernd voller Besetzung antreten können, wäre das natürlich alles andere als optimal. Dennoch hat man immer eine Chance. In solchen Situationen wächst eine Mannschaft auch mal über sich hinaus. Ein gutes Beispiel dafür haben zuletzt die Leipziger abgegeben, die kaum Wechselmöglichkeiten hatten und trotzdem in Berlin gewonnen haben. Keine Frage, wir müssen schon eine Topleistung bringen”, sagt Julius Kühn.

Bei der MT ist der Halblinke zweifelsohne ein Schlüsselspieler. Der Goalgetter der MT – derzeit mit 120 Treffern bester Feldtorschütze der Liga – wird gegen die Löwen ganz sicher mit einer Extraportion Ehrgeiz auflaufen. Mit einem Sieg könnte er sich – passend zu seinem 28. Geburtstag – nämlich just an diesem Tag das schönste Geschenk selber machen.

Apropos Schlüsselspieler: Den haben die Löwen in Person von Andy Schmid. Der 37 Jahre alte Schweizer ist das Gehirn der Löwen, Denker und Vollstrecker in einem. Wie zuletzt im Europapokal, als er mit sechs Toren in Folge (!) das Match gegen die Kroaten aus Nexe allein aus dem Feuer riss.

Gudmi Gudmundsson, unter dem er schon gespielt hat, als er die Löwen trainierte, weiß nur zu gut um die Qualitäten des Regisseurs. “Dennoch”, so erklärt der Isländer, “darf man als Gegner nicht nach der Devise verfahren, wenn wir Schmid ausschalten gewinnen wir das Spiel. Das funktioniert angesichts der Top-Besetzung, die diese Mannschaft auch auf allen anderen Positionen hat, garantiert nicht”. Und er weist gleich noch auf ein paar weitere Namen außer den eingangs genannten hin, die über enormes handballerisches Können verfügen, wie etwa Jesper Nielsen (Kreis), Lukas Nilsson (RL), Romain Lagarde (RM) oder Niklas Kirkeløkke (RR), den er als Trainer der dänischen Nationalmannschaft schon unter seinen Fittichen hatte.

Bei der MT freut man sich sehr auf dieses Spiel. Schließlich ist es nach dem SC Magdeburg, der im Februar zu Gast war, in dieser Saison erst das zweite namhafte Topteam, was die Rotweißen in der Rothenbach-Halle begrüßen können. Leider aber auch in diesem Fall wieder ohne Publikum.

Schiedsrichter in Kassel:
Colin Hartmann (Magdeburg) / Stefan Schneider (Irxleben);
DHB-Spielaufsicht: Jutta Ehrmann-Wolf

Bisherige Bundesligavergleiche MT Melsungen – Rhein-Neckar Löwen:
30 Spiele, davon 7 Siege MT, 22 Siege RNL, 1 Remis
Letzter Vergleich:
06.02.2020: Rhein-Neckar Löwen – MT Melsungen 30:33

Live-Berichterstattungen:

  • 18:00 Uhr: “Kurz vor Anpfiff live”, das Warm Up-Magazin der MT aus der Rothenbach-Halle, mit Infos zum Spieltag und Interviewgästen, u.a. mit Julius Kühn – empfangbar als Livestream auf den MT-Kanälen von YouTube und Facebook.
  • 18:30 Uhr: Sky startet mit der Konferenzschaltung und Vorberichten, das Spiel aus der Rothenbach-Halle Kassel kommentiert Karsten Petrzika, Experte ist Stefan Kretzschmar.
  •  
  • 15 Minuten nach Spielende: Die Pressekonferenz live auf YouTube

Infos zum Gegner:
www.rhein-neckar-loewen.de





MT erarbeitet sich 30:27-Sieg in Ludwigshafen

 

Die MT Melsungen gewann am Sonntagnachmittag das Nachholspiel des 16. Spieltages der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga bei den Eulen Ludwigshafen mit 30:27, nach 14:11-Halbzeitführung. Es war kein glanzvoller, aber ein ehrlich erarbeiteter und somit verdienter Sieg. Der nach der jüngsten Heimniederlage gegen Balingen natürlich besonders gut tut. Julius Kühn (8 Tore) und Timo Kastening (7/1) erwiesen sich einmal mehr als zuverlässige Goalgetter. Zudem überzeugte Torhüter Silvio Heinevetter mit 11 Paraden. Dessen Gegenüber, Ludwigshafens Keeper Martin Tomovski, stand ihm kaum nach. Im Angriff der Eulen setzten Maximilian Haider, 6 Tore vom Kreis, und Max Neuhaus als Siebenmeterschütze (6/5) die meisten Akzente. Die MT Melsungen will das positive Gefühl nach diesem Auswärtserfolg nun mit in das Heimspiel am Donnerstag gegen Top-Gegner Rhein-Neckar Löwen nehmen.  

Auf Seiten der MT Melsungen fehlten mit Finn Lemke (Muskelfaserriss), Kai Häfner (Adduktorenprobleme) und Arnar Arnarsson (Bänderriss) gleich drei Leistungsträger. Insofern war es nicht verwunderlich, dass beim vermeintlichen Favoriten eine gewisse Anspannung herrschte. Das gestand Gudmundur Gudmundsson vor dem Anwurf in Ludwigshafen am Sky-Mikrofon. Und der MT-Coach schob nach, dass der neu formierte Innenblock, Felix Danner und Marini Maric, seine Sache heute möglichst gut machen müsse, wenn man in Ludwigshafen bestehen wolle.

Zum Spielbeginn hatte “Gudmi” gleich ein kleines Überraschungsmoment parat, er ließ seine Schützlinge in einer 5:1-Abwehrformation mit Domagoj Pavlovic auf der Vorgezogenenposition agieren. Die wurde jedoch gleich im ersten Angriff von den Hausherren von einem völlig frei zum Wurf kommenden Pascal Bührer düpiert – der Spielmacher hatte sich bis an den Sechsmeterkreis geschlichen.

Im ersten MT-Vorstoß setzte Julius Kühn einen Wurf an den Pfosten, dann kam der Ball zu Linksaußen Yves Kunkel, der den Ausgleich erzielte. Die nächste starke Szene gehörte Silvio Heinevetter, der einen scharfen Ball von Hendrik Wagner abwehrte. Wie schon zu erahnen war, kam der eigentliche Halblinke der Eulen im rechten Rückraum zum Einsatz, also dort, wo man in der Bundesliga nur sehr selten einen Rechtshänder postiert vorfindet. 

Ganz sicher abgespeichert war in den Köpfen der Spieler hüben wie drüben das Hinspielergebnis. Im Oktober hatten sich die Eulen mit einem 25:25-Remis ihren ersten Punkt überhaupt gegen die MT erkämpft. Und so spielten sie auch jetzt wieder alles andere als Verstecken vor dem Gast aus Nordhessen. Davon zeugen die knappen Zwischenstände in fast der gesamten ersten Halbzeit. Über 3:3 ( 6. Min.), 5:5 (9.) und 7:7 (18.) war die Partie absolut ausgeglichen. Und auch wenn es der MT einige Male gelang, sich auf zwei Tore abzusetzen, wie etwa beim 7:9 (20.) und beim 9:11 (24.), kämpften sich die Hausherren immer wieder dicht heran.

Den 11. MT-Treffer hatte Timo Kastening per Siebenmeter erzielt. Danach verkürzte dessen Pendant bei den Eulen, Alexander Falk zwar zum 10:11, aber Melsungen erstickte aufkeimende Hoffnungen des Gegner durch einen Doppelschlag von Julius Kühn und wiederum Timo Kastening zur ersten Drei-Tore-Führung für die Nordhessen (10:13, 28.).

Und weil Silvio Heinevetter kurz danach den frei vor ihm auftauchenden Linksaußen Jonathan Scholz entzauberte, die MT ihre Überzahlsituation ausspielte (Pascal Bührer saß eine Zeitstrafe ab) und Yves Kunkel das Leder versenkte, war das 14:10 ein verdienter Lohn für die gezeigte Beharrlichkeit in Abwehr und Angriff. Daran änderte auch das Tor von Max Neuhaus zum 14:11, Sekunden vor dem Halbzeitpfiff nichts mehr.

Gleich im ersten Angriff nach Wiederanpfiff tanke sich MT-Spielmacher Domagoj Pavlovic unnachahmlich zum 11:15 durch. Dann handelte sich Marino Maric, der in der Abwehr jeweils für Stefan Salger kam, eine Zweiminutenstrafe ein. Dessen vorangegangenes Foul hatte einen Siebenmeter zur Folge, den Max Neuhaus gegen den eigens hereingekommenen Nebojsa Simic zum 12:15 verwandelte. 

Nach dem 12:16 durch Felix Danner, erwischte es in puncto Bestrafung auch Domagoj Pavlovic. Jetzt war die MT in doppelter Unterzahl, die die Eulen zum 13:16 und die anschließende einfache Unterzahl zum 14:16 nutzten. Die Gastgeber ließen sich einfach nicht abschütteln. Woran die MT nicht ganz schuldlos war. Gut nur, dass sie es immer schaffte, auf Torerfolge des Gegners die passenden Antworten zu finden.  Wie etwa mit einem geschickten Anspiel auf Felix Danner, der nur auf Kosten eines Fouls am Wurf gehinderte werden konnte. Den Strafwurf verwandelte Timo Kastening zum 14:17 (35.).

Keine sechs Minuten später hatte sich die MT zum zweiten Mal in diesem Spiel dank eines Triples mit vier Toren abgesetzt. Domagoj Pavlovic machte mit seinem Tor zum 17:19 den Anfang. Den Gegenangriff von Jonathan Scholz entschärfte Silvio Heinevetter mit einer Blitzreaktion, vorne traf Julius Kühn (17:20), hinten lieferte Heinevetter die nächste Parade und vorne netzte Pavlovic aus sechs Metern souverän zum 14:21 ein (42.). War das zumindest die  Anbahnung einer Vorentscheidung?

Nein. Denn Ludwigshafen nutze zwei Unachtsamkeiten der MT, um wiederum zu verkürzen. Dumm gelaufen auch für Julius Kühn, der nach einer missglückten Abwehraktion auf zwei Minuten raus musste. Gudmundur Gudmundsson kompensierte die Strafe mit “Torwart raus, Feldspieler rein”  und hatte Erfolg damit. Denn Felix Danner bekommt einen Abpraller direkt in die Hände – 19:22 (44.).  Was dem Routinier übrigens zehn Minuten später erneut glückte. Da war es das 25:28, einem Pfostenwurf von Stefan Salger entsprungen.

Apropos Salger: Der Ex-Ludwigshafener taute in der Schlussviertelstunde richtig auf und knüpfte an seinen guten Auftritt gegen Balingen an: Der Zweimetersieben-Mann lieferte mit seinen Toren zum 21:24 (48.), 23:25 (51.) und 24:27 (55.) einen nicht unerheblichen Beitrag, seinen ehemaligen Arbeitgeber auf Abstand zu halten. 

In den letzten fünf Spielminuten ließ die MT nichts mehr anbrennen. Die Treffer von Alexander Falk und Maximilan Haider beantworteten Timo Kastening und Lasse Mikkelsen zum verdienten 27:30-Endstand. Damit hatte Melsungen an diesem Nachmittag sicher keinen Schönheitspreis gewonnen. Was auch nicht das primäre Ziel war. Zwei Punkte von einem Auswärtstripp mit nach Hause zu bringen schürt allemal das Selbstvertrauen. Was angesichts des nächsten Gegners Rhein-Neckar Löwen (Donnerstag , 19:00 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel) umso willkommener ist.

Silvio Heinevetter zum Spiel:
Natürlich sind wir froh, heute gewonnen zu haben. Wir hatten wirklich gute Phasen in diesem Spiel. Andererseits bin ich ein wenig sauer. Denn wir hatten auch Phasen, in denen gar nichts lief. Es war heute insgesamt viel Kampf und Krampf. Wir brechen auf einmal aus unserem System, jeder meint, die Welt allein retten zu müssen. Letztendlich aber haben wir gewonnen und das allein zählt. 

Eulen Ludwigshafen – MT Melsungen 27:30 (11:14)

Eulen Ludwigshafen: Tomovski (9 Paraden), Škof (0 P.) – Wagner 3, Bührer 3, Dietrich 2, Remmlinger 1 – Klimek, Haider 6, Neuhaus 6/5, Meddeb, Scholz 1, Falk 4, Valiullin 1, Klein – Trainer Ben Matschke.

MT Melsungen: Heinevetter (11 P.), Simic (bei einem Siebenmeter, 0 P.) – Maric 1, Kühn 8, Kompenhans, Reichmann, Kunkel 3, Mikkelsen 1, Danner 3, Allendorf, Pregler, Salger 4, Kastening 7/1, Kuntscher, Pavlovic 3 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Schiedsrichter: Nils Blümel / Jörg Loppaschewski (Berlin

Zeitstrafen: 4 – 6 Minuten (Bührer, Wagner – Maric, Kühn, Pavlovic)

Strafwürfe: 5/5 – 1/3 (Kastening trifft die Latte, Kastening verwandelt im Nachwurf)

Spielort: Friedrich-Ebert-Halle Ludwigshafen, ohne Zuschauer

Das nächste Spiel:
Do., 01.04.2021, 19:00 Uhr, MT Melsungen – Rhein-Neckar Löwen, Rothenbach-Halle Kassel (ohne Zuschauer)

 




Wer rupft wen? – MT Melsungen reist zu den Eulen


Nur drei Tage nach dem Schock zuhause gegen Balingen-Weilstetten muss die MT Melsungen in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga erneut gegen einem vermeintlich schlagbaren Gegner antreten. Diesmal zum Nachholspiel des 16. Spieltages in Ludwigshafen gegen die Eulen. Anwurf in der Friedrich-Ebert-Halle ist am Sonntag um 16:00 Uhr. Sky überträgt live. 

Lange Zeit, über die 24:25-Heimniederlage gegen den Tabellensechzehnten HBW Balingen-Weilstetten nachzudenken, hatten die MT-Cracks nun wirklich nicht. Spieler finden das in der Regel auch besser, als umgekehrt. Ihre Devise: Lieber schnell das Negativerlebnis abhaken und umgehend auf den nächsten Gegner konzentrieren – gepaart mit dem festen Willen, die Scharte möglichst auszuwetzen.

Mit diesem Ansinnen im Gepäck besteigen die Melsunger Handballer nun schon am Samstag den Mannschaftsbus gen Ludwigshafen. Drin sitzen wird wohl der komplette Kader, wenngleich auch noch unklar ist, ob alle Akteure tags darauf tatsächlich einsatzfähig sind. Denn aus dem Balingen-Spiel trug Kapitän Finn Lemke eine Verletzung im Wadenbereich davon. Mitwirken konnten da schon nicht Kai Häfner (Adduktorenprobleme) und Arnar Arnarsson (Bänderriss). Während beim Letztgenannten das Mitwirken nahezu völlig auszuschließen ist, stehen hinter den ersten beiden Namen zumindest sehr große Fragezeichen.

Was muss die MT in Ludwigshafen besser machen als zuletzt in eigener Halle?

Salopp gesagt, darf sie das Torewerfen nicht vergessen. Was gegen Balingen in der ersten Halbzeit mit 16 Treffern noch gut gelang, war in der zweiten Spielhälfte mit nur acht Treffern eindeutig Mangelware. “Wir haben vor allem in Überzahl zu oft die falschen Entscheidungen getroffen”, nennt Timo Kastening einen der Gründe für die Torflaute. Der Rechtsaußen selbst musste zudem auf die gewohnten Anspiele von Kai Häfner verzichten, der eben verletzungsbedingt nicht dabei war. Dessen Stellvertreter im Angriff, Stefan Salger, machte Trainer Gudmundur Gudmundsson keinen Vorwurf. Im Gegenteil: “Stefan hat seine Sache sehr gut gemacht, wie er mit sechs Toren gezeigt habt”. Damit war er übrigens bester MT-Schütze in diesem Spiel.

Die Abwehrarbeit hingegen kann die MT aus dem Balingen-Spiel gern auch auf das Kräftemessen mit den Eulen übertragen. Wenngleich in manchen Situationen der berühmte letzte Schritt gegen den gegnerischen Ballhalter etwas zu spät gemacht wurde, gab es ansonsten an der Formation als solche, wie auch an deren Engagement  wenig auszusetzen.

Bei einem gleichzeitigen Ausfall von Finn Lemke und Arnar Arnarsson müsste Gudmundur Gudmundsson den Mittelblock gleich gänzlich neu bestücken. Anbieten würden sich dazu als erstes das Kreisläuferduo Felix Danner und Marino Maric. Die könnten sich dann gezielt um ihre Ludwigshafener Positionskollegen Christian Klimek und Maximilian Haider kümmern.

Mehr Arbeit als die zentralen Deckungsspieler dürften allerdings die auf den Halbpositionen bekommen. Angriffslustigste  “Eule” dort ist eindeutig Hendrik Wagner (75 Feldtore).Bei ihm kommt erschwerend hinzu, dass man nie weiß, wo der Zwei-Meter-Mann auftaucht. Der 23-jährige ist zwar als Rechtshänder für Halblinks prädestiniert, spielt aber bei Besetzungsproblemen gern auch auf Halbrechts. Und dann ist er imstande, Gegnern wie Göppingen oder den Rhein-Neckar-Löwen 10-, bzw. 9-mal einzuschenken – Respekt!

Apropos Goalgetter: Dazu schwang sich im letzten Spiel der MT gegen Balingen wie erwähnt mit Stefan Salger ausgerechnet eine ehemaliger Ludwigshafener auf. Salger, 24, Jahre alt, 2,07 cm groß, trug von 2018 bis 2019 das Eulen-Dress, bevor er zu den Nordhessen wechselte. Mit Wagner, der hat er allerdings in Ludwigshafen nicht mehr zusammengespielt.

Mit einem Sieg beim Tabellenvorletzten könnte die MT nicht nur das Ergebnis gegen Balingen einigermaßen vergessen machen, sondern auch notwendiges Selbstvertrauen für den Hit in eigener Halle vier Tage später gegen den Tabellenvierten Rhein-Neckar Löwen aufbauen.  

Wie schwer das für die Nordhessen wohl wird, zeigt der Blick auf das Spiel der Eulen vor zehn Tagen gegen eben jene Rhein-Neckar-Löwen. Die mussten nämlich im eigene Revier mächtig die Krallen ausfahren, bis sie die Nachtvögel endgültig von den Bäumen geholt hatten. Danach sah es zumindest bis 3 Minuten vor Schluss noch nicht aus, als diese mit  nur zwei Toren Rückstand für eine spannende Crunchtime sorgten. So steht auch vor dem Aufeinandertreffen der Eulen mit den Bartenwetzern am Sonntag die Frage im Raum “Wer rupft wen?”.

Schiedsrichter in Ludwigshafen:
Nils Blümel / Jörg Loppaschewski (Berlin); DHB-Spielaufsicht: Jürgen Rieber.

Bisherige Bundesligavergleiche MT Melsungen – Eulen Ludwigshafen:
10 Spiele, davon 9 Siege MT, 1 Remis
Letzter Vergleich:
23.02.2020, Die Eulen Ludwigshafen – MT Melsungen 25 : 25

Live-Berichterstattung:
Sky startet um 15:30 Uhr mit der Konferenzschaltung und Vorberichten, u.a. mit einem Interview mit MT-Trainer Gudmundur Gudmundsson. Das Spiel aus der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle-Halle kommentiert anschließend Dennis Baier.

Infos zum Gegner:
www.eulen-ludwigshafen.de





1. Online Fan-Talk der MT: ,,Viele Fragen, viele Antworten und eine klare Botschaft


Viele Fragen, viele Antworten und eine klare Botschaft

Die MT Melsungen will auch in pandemischen Zeiten den Kontakt zu ihren Fans so gut es geht, aufrecht erhalten. Das Kommunikationsmittel der Wahl: Ein Talk auf digitaler Ebene. Den hat der nordhessische Handball-Bundesligist nun zum ersten Mal angeboten und damit seine Anhänger gleich begeistert. Nun ist klar: Es wird eine weitere Auflage geben.

Seitdem die Spiele in einer nahezu „sterilen“ Atmosphäre stattfinden müssen, ist eines besonders deutlich geworden: Dem Handball fehlt genau das, was ihn neben all seinen sportlichen Facetten besonders auszeichnet, nämlich die Zuschauer, die Fans und damit die Stimmung in den Arenen! Was natürlich auch auf Gegenseitigkeit beruht, wie man bei der MT Melsungen von zahlreichen Rückmeldungen aus Fankreisen weiß. Da kam der am Dienstag initiierte Online-Fan-Talk gerade zur rechten Zeit.

Die MT hatte zuvor ihre Ticketinhaber schriftlich eingeladen und gleich mit dem betreffenden Einwahldaten zu dieser als “Zoom-Meeting” organisierten Veranstaltung versorgt. Die Erwartungen der MT-Verantwortlichen hinsichtlich der Resonanz zu dieser Premiere wurde mit fast 100 Anmeldungen deutlich übertroffen. Zum Auftakt stellte Moderator Bernd Kaiser in einer kurzen Interviewrunde die Teilnehmer auf dem virtuellen Podium vor – angefangen von Vorstand Axel Geerken über Trainer Gudmundur Gudmundsson bis hin zum Bundesligateam, das an diesem Abend von Michael Allendorf, Timo Kastening und Nebojsa Simic repräsentiert wurde.
 
Bereits während der Vorstellungsrunde kam der Chatverlauf auf Touren. Einige Fans hatten das, was ihnen am Herzen lag, zuvor schon per Mail übermittelt. Und auch wer sein Anliegen live mitteilen wollte, hatte dazu per Handzeichen die Gelegenheit. So kam schnell ein munteres Frage-Antwort-Spiel in Gang, bei dem alle MT-Vertreter gefordert waren. “Wir waren zuvor schon sehr darauf gespannt, mit was uns die Teilnehmer*innen konfrontieren würden. Schließlich hatten ja alle die Möglichkeit, ungefiltert ihre Fragen zu stellen. Und so waren wir auf jegliche Ausprägung ob positiv oder weniger positiv gefasst”, verrät Axel Geerken.

Die Fragen betrafen im Wesentlichen die Kategorien “Sportliche Situation – Ziele – Spieltaktik”, “Personalplanung”, “Ticketing” sowie “Persönliches”. So musste Gudmundur Gudmundsson etwa erläutern, wie er die Mannschaft einstellt, wie er seine Ansprache in den Auszeiten gestaltet oder wann er welche Abwehrformation vorgibt.

Die Fragen an das MT Management beantwortet Axel Geerken in aller Ausführlichkeit – von Gerüchten zu Neuzugängen, über die Wahrscheinlichkeit von Spielen mit Zuschauern und Wünsche von Dauerkarteninhaber*innen bis hin zum Modus beim REWE Final4.

Von den Spielern wollten die Fans Sportliches, aber auch Persönliches erfahren: Wie erklärt ihr euch die Leistungsschwankungen des Teams, wie ist es, in dieser Pandemie Profisportler zu sein, wie sieht bei euch ein typischer Tagesablauf aus?

Die Themen und Fragen konnten vielfältiger kaum sein. Und so war es wenig verwunderlich, dass aus den geplanten 60 Minuten Online-Talk fast eineinhalb Stunden wurden und  dennoch die Zeit wie im Fluge vergangen war. Das Ergebnis der  kleinen Umfrage am Schluss der Veranstaltung war eine klare Botschaft der Fans und gleichzeitig ein Auftrag an die MT-Verantwortlichen, schon mal die nächste  Ausgabe zu planen, wie unter anderem diese Stimmen deutlich machen: Thomas: “Super Sache! Danke MT!”, Tina: “Vielen Dank für das tolle Format und bleibt alle gesund!!”, Dieter: “Vielen Dank für die vielen Infos!”, Jürgen: “Tolle Aktion, bitte unbedingt wiederholen!!”





Einbruch nach der Pause – MT verliert Heimspiel gegen Balingen


Die MT Melsungen hat am Donnerstag gegen den HBW Balingen-Weilstetten eine weitere bittere Heimniederlage einstecken müssen. Mit 24:25 (16:12) unterlagen die Nordhessen aufgrund einer vor allem im Angriff ganz schwachen zweiten Hälfte. War der Ausfall von Kai Häfner bis zur Halbzeit noch einigermaßen zu kompensieren, häuften sich die Fehlwürfe und technischen Fehler in der MT-Offensive nach dem Seitenwechsel. Stefan Salger erzielte als bester Melsunger Torschütze fünf seiner sechs Tore vor der Pause. Demgegenüber drehte Oddur Gretarsson erst nach Wiederbeginn richtig auf. Er machte sieben seiner neun Tore im zweiten Durchgang.

Stefan Salger Nr.55, im Vordergrund Jona SchochNr.22

Mit Felix Danner am Kreis und Stefan Salger im rechten Rückraum reagierte Trainer Gudmundur Gudmundsson auf die verletzungsbedingten Ausfälle von Arnar Freyr Arnarsson und Kai Häfner. Dafür wieder auf der Bank: die Flügelzange Tobias Reichmann und Michael Allendorf. Anfangen durften aber Yves Kunkel und Timo Kastening. Komplettiert wurde die Startformation von Nebojsa Simic im Tor sowie Julius Kühn und Domagoj Pavlovic. Wobei gerade der Regisseur von der ersten Sekunde an hellwach war und die ersten beiden MT-Treffer zum 2:1 setzte (3.).

Auch wenn sich Melsungen feldüberlegen präsentierte und über Julius Kühn sogar auf zwei Tore ausbaute, zeigten die Gäste keinen übermäßigen Respekt. Im Gegenteil kamen die Nadelstiche in die MT-Deckung hinein kurz und knackig. Immer wieder beteiligt: Jona Schoch. Der Halblinke hielt sein Team in Schlagdistanz und machte mit einem Doppelschlag auch den 7:7-Ausgleich perfekt (12.). Möglich machten diese Entwicklung auch starke Paraden von Mike Jensen im Tor, der freie Bälle von Yves Kunkel und Finn Lemke im Gegenstoß wegfischte. Dass die Hausherren dennoch immer wieder in Vorlage gehen konnten, lag auch an Häfner-Backup Stefan Salger. Der behielt nach James Scotts Doppelpack zum 9:9 einmal mehr die Nerven und brachte die Nordhessen mit seinem vierten Treffer abermals in Vorlage (18.).

Es war keine Handball-Feinkost, was beide Mannschaften ablieferten, aber solide Arbeit mit weiterhin leichten Vorteilen bei Melsungen, die ihre Fehlerquote niedriger zu halten verstanden als ihr Gegner. Deshalb war es fast zwangsläufig eine Frage der Zeit, wann der Vorsprung anwachsen würde. Timo Kastening vollstreckte per Tempogegenstoß zum 13:10, Julius Kühn setzte das 14:11 drauf (26.). Melsungen schien also trotz eines zwischenzeitlich von Kastening an den Pfosten gesetzten Siebenmeters auf einem guten Weg. Auch wenn der eingewechselte Mario Ruminsky gleich mit seiner ersten Aktion gegen Julius Kühn erfolgreich war, konnte er den vierten Treffer des Shooters ebenso wenig verhindern wie Stefan Salgers fünften. Pünktlich zur Pause führte die MT also erstmals mit vier Toren Vorsprung.

Auch der Start in den zweiten Durchgang glückte den Hausherren zunächst besser als Balingen. Nebojsa Simic war gegen Vladan Lipovina auf dem Posten. Doch statt daraus gleich Kapital zu schlagen verwarf vorn erst Stefan Salger, hinten kassierte der für Kunkel eingewechselte Michael Allendorf seine erste Strafe noch vor der ersten Ballberührung und traf dann Oddur Gretarsson gleich dreimal hintereinander ins Netz, weil sich vorn weitere Fehler anschlossen. Statt Ausbau der Führung also urplötzlich wieder ein vollkommen offenes Spiel, zumal sich Stefan Salger und bereits zum zweiten Mal in kürzester Frist Michael Allendorf auf die Strafbank verabschiedeten. Zweimal konnte Simic Schlimmeres verhindern, dann traf Vladan Lipovina nach dem nächsten technischen Fehler im Angriff doch noch zum Ausgleich – 16:16 (38.).

Der absolute Fehlstart war endgültig komplett, als Jona Schoch den 5:0-Lauf der Süddeutschen mit deren erster Führung des Tages zum 16:17 abschloss. Sechs Sekunden fehlten schließlich noch an der 40-Minuten-Marke, bis Timo Kastening seine Farben erstmals nach dem Seitenwechsel wieder verhalten jubeln lassen konnte. Was folgte, war eine Kopie der ersten Hälfte. Melsungen, das sich wieder gefangen hatte, legte vor, Balingen zog nach. Handball wurde nicht gespielt, sondern größtenteils gearbeitet. Glänzen konnte in dieser Phase eigentlich nur einer: Nebojsa Simic hielt, was zu halten war. Das jedoch missfiel seinem Gegenüber Mario Ruminsky, der postwendend mit zwei Glanzparaden auf sich aufmerksam machte und ein erneutes Wegziehen der Gastgeber verhinderte (20:19, 48.).

Das Spiel blieb eng und der HBW hartnäckig dran. Trotz einer Strafe gegen Jona Schoch, der nach seinem Foul an Stefan Salger bei dessen 22:20 (50.) sogar kurz bangen musste. Doch die Referees beließen es nach kurzer Beratung bei einer Zeitstrafe. Oddor Gretarsson gelang der nächste Anschluss, Vladan Lipovina zwei Minuten später gar der Ausgleich. Ein Nervenspiel, in dem Tobias Reichmann eiskalt blieb und seinen zweiten Siebenmeter der Partie kalt von der Bank ins Netz jagte. Und in dem Michael Allendorf im schnellen Gegenstoß die Nerven einen Streich spielten, als er völlig frei am glänzend reagierenden Ruminsky scheiterte (23:22, 55.).

Dennoch kippte die MT nicht weg. Im Gegenteil ackerte gerade die Defensive aufopferungsvoll. Balingen wurde gnadenlos in passive Spiel gezwungen, der starke Block von Danner und Lemke gegen Lipovina hielt. Auch nach dem nächsten technischen Fehler vorn gab es an Lemke kein Vorbeikommen. Allerdings fiel das abprallende Leder wieder Gretarsson in die Hände und der bedankte sich: 23:23 (57.). Nächster Angriff Melsungen, nächster Schreck. Romas Kirveliavicius griff Julius Kühn brutal in die Schulter und sah dafür vollkommen zu Recht den roten Karton. Das Momentum nun doch wieder bei den Roten?

Nein, denn wieder gelingt kein Tor. Stattdessen der Ballverlust und im Gegenzug Lukas Saueressig – 23:24, nur noch 90 Sekunden zu spielen. Salger holt vorn den Siebenmeter, Reichmann zum Dritten von der Linie: Ausgleich und noch 48 Sekunden. Mit 25 Rest auf der Uhr nimmt Jens Bürkle die letzte Auszeit, bei noch genau zehn Sekunden zu gehen schafft Vladen Lipovina den Durchbruch halbrechts – und das 24:25. Dennoch kein Jubel beim HBW, sondern direkter Rückzug, taktisches Stockfoul und die Schlusssirene. Der letzte direkte Freiwurf von Julius Kühn geht über den Kasten, ein bei Halbzeit nicht überlegen geführtes, aber doch beherrschtes Spiel ist verloren.

Stimmen zum Spiel

Gudmundur Gudmundsson: Glückwunsch an Jens und an Balingen. Das war für uns eine ganz bittere Niederlage. Das war ein Spiel wie Weiß und Schwarz. In der ersten Halbzeit haben wir gut abgeliefert und führen auch mit 16:12. Aber wir haben es schon oft erlebt mit unserer Mannschaft. Da kommen wir zurück aus der Pause, der Gegner legt einen 5:0-Lauf hin und wir liegen mit 16:17 hinten. Die ganze zweite Halbzeit hatten wir nur zwei Tore aus dem Rückraum, nur fünf aus dem Feld, dazu drei Siebenmeter. Das ist zu wenig. In der Abwehr haben wir ganz gut gespielt, aber der Angriff war schlecht. Es war schade, dass wir nicht noch einen Punkt geholt haben, aber wir sind zum Schluss dann ein hohes Risiko gegangen. Daraus ist dann auch das entscheidende Tor gefallen.

Jens Bürkle: Ich muss meiner Truppe ein riesiges Kompliment machen, sie ist hier sehr gut aufgetreten. Von Anfang an eigentlich. Wie haben auch in der ersten Hälfte, als wir mit vier hinten lagen, viele Sachen gut gemacht. Deshalb hatten wir in der Halbzeit auch alle ein gutes Gefühl gehabt. Den Start in den zweiten Durchgang hat die Mannschaft wieder gut gemacht und wir kamen schnell wieder in Schlagdistanz. Wir haben aber hinten raus dann auch etwas Glück gehabt, zum Beispiel mit zwei Abprallern, die wir behalten haben. Wenn Melsungen die bekommt, sieht es vielleicht gleich anders aus. Ganz besonders freut mich, dass wir heute Leute mit guten Leistungen hatten, die in den letzten Wochen noch einige Probleme hatten.

Die komplette Pressekonferenz, einschließlich der Spielerstimmen, sehen Sie auf www.youtube.com/mtmelsungen

Statistik

MT Melsungen: Simic (11 Paraden / 25 Gegentore), Heinevetter (n. e.); Maric 2, Kühn 5, Lemke, Kompenhans, Reichmann 3/3, Kunkel 1, Mikkelsen, Danner 1, Allendorf, Pregler, Salger 6, Kastening 2, Kuntscher, Pavlovic 4 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

HBW Balingen-W.: Jensen (4 P. / 15 G.), Ruminsky (4 P. / 9 G.), Bozic (n. e.); Lipovina 4, Kirveliavicius, Huber, Thomann 1, Nothdurft 1, Wiederstein, Gretarsson 9/1, Beciri, Schoch 6, Zintel, Scott 2, Saueressig 2, Strosack – Trainer Jens Bürkle.

Schiedsrichter: Mirko Krag (Frankfurt) / Marcus Hurst (Berlin)

Zeitstrafen: 12 – 8 (Kühn 19:30, Danner 24:09, Allendorf 32:15 36:00, Salger 35:44, Kastening 47:10 – Kirveliavicius 2:32 20:44, Nothdurft 21:50, Schoch 49:52)

Disqualifikation: Kirveliavicius (HBW, Foulspiel, 57:33)

Strafwürfe: 4/3 – 2/1 (Kastening an den Pfosten 20:46, Gretarsson an den Pfosten 36:04)

Spielort. Rothenbach-Halle, Kassel, ohne Zuschauer

Die nächsten Spiele:
So., 28.03.21, 16:00 Uhr, Eulen Ludwigshafen – MT Melsungen, Friedrich-Ebert-Halle Ludwigshafen
Do., 01.04.21, 19:00 Uhr, MT Melsungen – Rhein-Neckar Löwen, Rothenbach-Halle Kassel

 





MT will Hinspielsieg gegen Balingen bestätigen


Am heutigen Donnerstag empfängt die MT Melsungen den HBW Balingen-Weilstetten in Kassel. Das Spiel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga wird um 19:00 Uhr in der Rothenbach -Halle angepfiffen. Das Ziel der Gastgeber ist kla: Zum einen will die MT nach der neuerlichen Unterbrechung des Wettkampfkalenders durch die coronabedingte Absage der SG Flensburg- Handewitt am letzten Samstag möglichst umgehend wieder Fahrt aufnehmen, zum anderen will sie den Hinspielerfolg vom Oktober nun mit einem Sieg in heimischer Halle bestätigen. Die Fans können sich ab 18:00 Uhr mit dem MT Livestream “Kurz vor Anpfiff” via Facebook oder YouTube auf das Match einstimmen lassen. Sky überträgt wie gewohnt die komplette Partie live.

Als am 4. Oktober letzten Jahres in der Balinger Sparkassen Arena der Schlusspfiff ertönte, fielen den Nordhessen gleich mehrere Steine vom Herzen. Denn mit dem 25:23-Auswärtssieg hatten sie den Saisonauftakt positiv gestaltet. Das war beileibe nicht selbstverständlich, wie die Erfahrungen aus vorangegangenen Runden gelehrt haben. Sollte das ein gutes Omen für den weiteren Saisonverlauf sein?

Jetzt, nachdem sechzehn weitere Partien absolviert sind, muss die Antwort auf diese Frage lauten “Jein!”. Es folgte danach zwar ein weiterer Sieg zuhause gegen Lemgo, aber in losen Abständen mussten die Bartenwetzer immer wieder Blackouts verkraften. Gegen Erlangen, Coburg und Stuttgart gingen die Spiele jeweils in die Hose.

Unvorhersehbare Unterbrechungen lassen keinen Rhythmus zu

Weitere Unannehmlichkeiten bescherte die Corona-Pandemie. Entweder wurde die MT wegen eigener Fälle ausgebremst oder weil es den jeweiligen Gegner erwischt hatte. Wie letzte Woche die SG Flensburg-Handewitt. Das betreffende Heimspiel musste kurzfristig abgesagt werden, weil bei den Nordlichtern zwei Coronafälle aufgetreten waren. Kurios: Schon das Hinspiel war coronabedingt ausgefallen.

“Das war wieder eine dieser unvorhersehbaren Unterbrechungen. Es ist in dieser Saison einfach nicht leicht, in einen vernünftigen Rhythmus zu kommen”, stöhnt Gudmundur Gudmundsson. Andererseits haben ihn die beiden vorangegangenen Auftritte seiner Schützlinge zuversichtlich gestimmt: “Gegen Erlangen und auch in Nordhorn haben wir jeweils ein gutes Spiel gezeigt. Da war ein klarere Aufwärtstrend erkennbar. Es geht langsam in die richtige Richtung”, so der MT-Coach.  

Angschlagene Gegner sind besonders gefährlich

Klar, dass die MT den eingeschlagenen Weg nun auch am Donnerstag unbedingt gegen Balingen-Weilstetten fortsetzen will. Die Gäste bilanzieren 0:8 Zähler aus den letzten vier Spielen, wodurch der Abstand als Tabellensechzehnter zum ersten Abstiegsplatz nur noch einen Punkt beträgt. Das macht das Aufeinandertreffen der MT mit den “Galliern von der Alb” keineswegs einfacher – die Uralt-Erkenntnis “Angeschlagene Gegner sind besonders gefährlich” ist allen Beteiligten geläufig.

Wer wird gegen Balingen auflaufen können?

So sehr das ausgefallene Spiel gegen Flensburg den Wettkampfkalender strapaziert, so willkommen war diese Unterbrechung für die angeschlagenen MT-Akteure wie Kai Häfner, Finn Lemke , Tobias Reichmann, Ole Pregler und Michael Allendorf. Sie konnten ihre Blessuren weiter auskurieren. Wer von ihnen dann allerdings gegen Balingen einsatzfähig ist, wird sich am Spieltag zeigen. Unklar ist es etwa bei Kai Häfner. Der Halbrechte laboriert an einer Adduktorenzerrung, die er sich im Spiel gegen Nordhorn eingehandelt hatte. Gerade gegen seinen Ex-Klub würde der Linkshänder natürlich liebend gern auflaufen. Er trug das HBW-Dress von 2011 bis 2014. Ganz sicher fehlen wird  Arnar Arnarsson. Der Isländer hatte sich Anfang des Monats im Spiel gegen Erlangen einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen. Gut sieht es hingegen bei Michael Allendorf aus. Der Linksaußen konnte die Belastungstests erfolgreich absolvieren und wird gegen Balingen auflaufen.  

Schlüsselspieler beim Gegner

Auf wen die MT- Abwehr besonders gut achten muss, ergibt sich aus der Torjägerstatistik. Die wird angeführt von Vladan Lipovina. Der 28-jährige Linkshänder, übrigens Teamkollege von MT-Keeper Nebojsa Simic in der Nationalmannschaft Montenegros, hat bislang 92 Feldtore erzielt – davon allein sieben im Hinspiel gegen die MT. Oddur Gretarsson ist ein weiterer Balinger Akteur, der zumindest dem MT-Coach gut bekannt ist. Der Isländische Linksaußen trug bislang 18 mal das Nationaltrikot und avancierte seit seinem Wechsel von in 2017 Emsdetten nach Balingen zu einer wichtigen Stütze.

Welche Abwehrvariante?

Apropos Abwehr: Hier bevorzugt Gudmundur Gudmundsson eine leicht offensiver ausgerichtet Variante. Nachdem es damit im Spiel gegen Hannover noch nicht klappte, hat er für sein Team jetzt eine gute Mischung gefunden. Er sagt: “Im modernen Handball wird eher offensiver gedeckt. Das ist auch unser Ziel. Dabei ist eine besonders gute Abstimmung notwendig und das braucht einfach eine gewisse Zeit. Natürlich schauen wir bei der Festlegung unserer Abwehrstrategie immer auch darauf, was gegen den Gegner erforderlich ist. Ich denke, wir haben jetzt einen gute Altrnative zwischen ganz offensiv und weniger offensiv gefunden”.

Mit Sondertrikots zeigt die MT Solidarität mit Alfred Gislason

Anlässlich der hässlichen Drohbrief-Attacke auf Alfred Gislason in der vergangenen Woche bekundet das MT-Team im Spiel gegen Balingen seine Solidarität mit dem Bundestrainer. In Zusammenarbeit mit der Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ tragen die Spieler  Sondertrikots mit diesen Aufdrucken und zeigen damit klare Kante gegen Rassismus im Sport.

Schiedsrichter in Kassel:
Marcus Hurst (Frankfurt) / Mirko Krag (Berlin) ; DHB-Spielaufsicht: Jutta Ehrmann-Wolf.

Bisherige Bundesligavergleiche MT Melsungen – HBW Balingen-Weilstetten:
26 Spiele, davon 19 Siege MT, 6 Siege HBW, 1 Remis
Letzter Vergleich:
04.10.2020, HBW Balingen-Weilstetten – MT Melsungen 23:25 (11:12)

Live-Berichterstattungen:

  • 18:00 Uhr: “Kurz vor Anpfiff live”, das Warm Up-Magazin der MT aus der Rothenbach-Halle, mit Infos zum Spieltag und Interviewgästen, u.a. mit Nebojsa Simic und Julius Kühn – empfangbar als Livestream auf den MT-Kanälen von YouTube und Facebook.
  • 18:30 Uhr: Sky startet mit der Konferenzschaltung und Vorberichten, das Spiel aus der Rothenbach-Halle Kassel kommentiert anschließend Michael Born.
  • 19:00 Uhr: Die HNA begleitet das Match mit einem Liveticker.
  • 15 Minuten nach Spielende: Die Pressekonferenz live auf YouTube.

Infos zum Gegner:
https://www.h-bw.de

 





Rote Karte für Rassismus – MT Melsungen zeigt mit neuen Trikots Flagge für Vielfalt im Sport


  • Rassistischer Drohbrief gegen Bundestrainer Gislason empört die Handballwelt
  • Wir sind Team Alfred!“: Bundesligist MT Melsungen und nordhessische Initiative „Offen für Vielfalt“ zeigen Solidarität
  • Spieler der MT Melsungen setzen beim Heimspiel gegen HBW Balingen-Weilstetten am Donnerstag sichtbares Zeichen gegen Hass und Hetze im Sport

Ein rassistischer Drohbrief gegen den Handball-Bundestrainer Alfred Gislason hat Entsetzen und Fassungslosigkeit aus-gelöst. Nach scharfer Verurteilung durch den Deutschen Handballbund (DHB) und Unterstützung von einer Vielzahl von Sportlern, die sich nach der Drohattacke in den sozialen Medien solidarisch mit ihrem Bundes-trainer zeigten, gehen die Spieler des Bundesligisten MT Melsungen noch einen Schritt weiter. Sie zeigen gemeinsam mit der Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ bei einer Trikot-Aktion klare Kante gegen Rassismus im Sport. Mit der Logo-Aufschrift „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“, die am Donnerstag beim Spiel gegen die HBW Balingen-Weilstetten auf den Trikots der MT Spieler zu sehen sein wird, zeigt der Verein nicht nur seine Solidarität mit Alf-red Gislason, sondern tritt für Vielfalt im Sport ein.

Trotz des Engagements vieler Vereine, Verbände und Fangemeinden sind Alltagsrassismus und andere Formen der Diskriminierung im Sport noch immer ein gravierendes Problem. Die nun bekannt gewordenen Drohungen und Beleidigungen gegen Gislason zeigen, dass rassisti-sches Gedankengut auch in der Handballwelt existiert und vor dem er-folgreichen Trainer der deutschen Nationalmannschaft nicht Halt macht. Seit Jahrzehnten ist der gebürtige Isländer mit vollem Herz, Einsatz und Leidenschaft im deutschen Handball verankert.

„Hass und Hetze haben keinen Platz im Sport. Hier wollen wir aktiv ge-gensteuern. Die MT steht für Weltoffenheit, Vielfalt, Gleichberechtigung, Respekt und Toleranz. Unsere neuen Trikots tragen das Logo der ‚Offen für Vielfalt‘-Initiative, um ein deutliches Zeichen zu setzen und zu zeigen, dass es bei uns keinen Platz für Diskriminierung und Ausgrenzung gibt“, begründet Christine Höhmann, Marketing-Leiterin der MT Melsungen, die Trikot-Aktion.

Die MT Melsungen hat sich dem nordhessischen Bündnis „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“, das sich für Vielfalt und Toleranz stark macht, kurz nach seiner Gründung im Jahr 2018 als Kooperationspartner angeschlossen. Bei Heimspielen in der Kasseler Rothenbach-Halle zeugen Videoleinwände, Bandenwerbung und Infostände von der Verbundenheit mit der „Offen für Vielfalt“-Initiative. Mit den Trikots wird das Toleranzbündnis bei Auswärtsspielen nun auch nach außen getragen.

Die Drohattacke gegen Gislason, der gerade erst die deutsche Männer-Nationalmannschaft im Qualifikationsspiel zu den Olympischen Spielen in Tokio zum Sieg führte, ist auch für Axel Geerken ein Schock. „Alfred Gislason ist unser Bundestrainer, das Herz unserer Nationalmannschaft. Sechs Spieler der MT Melsungen gehören derzeit zum Kader der Nationalmannschaft und einer unserer Spieler sowie unser Trainer sind Landsmänner von Gislason. Wir sind Team Alfred!“ erklärt der MT-Manager.

„Sport steht für Teamgeist und Fair Play. Sport ist bunt, mit all seinen Ar-ten und mit all seinen Athletinnen und Athleten. Das ist eine unstrittige Tatsache. Und das ist auch gut so,“ so Michael Sasse, Sprecher von „Of-fen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“. „Der ungeheuerliche Drohbrief gegen Alfred Gislason zeigt, dass wir uns weiter mit viel Kraft und langem Atem gegen Rassismus im Sport einsetzen müssen. Das respektvolle und faire Miteinander der Nationen ist das Leitmotiv eines jeden sportlichen Wettkampfes. Und das sollte es auch für eine starke und freie Gesellschaft sein.“

Über die Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“
Im Spätsommer 2018 wurden in Chemnitz Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder ihres Einsatzes für Demokratie zu Zielscheiben. Die Medien sprachen von „Hetz-jagden“, schockierende Videos waren zu sehen. Gemeinsam wollten fünf in Kassel ansässige Unternehmen – die Hübner GmbH, die Schaltbau Bode Gruppe, die K+S Aktiengesellschaft, die Kasseler Sparkasse und Wintershall Dea – im Oktober 2018 mehr als sich empören und ein klares Zeichen für ein vielfältiges Miteinander setzen. Zeigen, dass sie sich Werten wie Respekt, Toleranz und Dialogbereitschaft verpflich-tet fühlen – und dass Wirtschaftsunternehmen diese Vielfalt brauchen und davon profitieren. Gemeinsam starteten sie die Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ in Nordhessen. Mit steigender Tendenz versammeln sich aktuell mehr als 30 Unternehmen und Organisationen, darunter wissenschaftliche Institutio-nen und Bundesligavereine, als Partner:innen unter dem Dach der Initiative. Sie bün-deln ihre Kräfte und nutzen gemeinsam Netzwerke. Alle Informationen zu „Offen für Vielfalt“ finden Sie unter www.offenfuervielfalt.de.





MT landet Start-Ziel-Sieg gegen Nordhorn-Lingen


Das war eine klare Angelegenheit am Mittwochabend in Lingen. In der Emsland Arena landete die MT Melsungen in ihrem 17. Saisonspiel in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga einen ungefährdeten und hochverdienten 29:21 (14:9)-Sieg gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Auffälligste Akteure, weil jeweils beste Schützen ihrer Mannschaft, waren Julius Kühn (8) für die Gäste und Philipp Vorlicek (7) für die Hausherren. Bereits am Samstag empfangen die Nordhessen die SG Flensburg-Handewitt (20:30 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel).

Zugegeben, etwas Ungewissheit herrschte auf Seiten der MT Melsungen vor dem Trip ins Emsland schon. Wie würde die Mannschaft, von der die meisten ihrer Leistungsträger ein anstrengendes Länderspielwochenende hinter sich haben, nach nur kurzer Vorbereitung gegen Nordhorn auftreten? Die Antwort darauf gaben die Nordhessen mit dem Anpfiff. Mit einem Bilderbuchstart ließen sie erkennen, dass sie gegen den vermeintlichen Außenseiter an diesem Abend nichts anbrennen lassen wollten. Kai Häfner, zweimal Timo Kastening (davon einmal per Strafwurf) und Julius Kühn hatten nach nur gut fünf Minuten mit einer 4:0-Führung die Marschroute vorgegeben. Erst nach 6:14 gespielten Minuten platzte dank Robert Weber der Knoten bei den Grafschaftern.

Leider schied Kai Häfner mit Verdacht auf Adduktorenzerrung früh aus, sodass fortan Stefan Salger auf der halbrechten Rückraumposition gefordert war. Die MT war ja schon “ohne Drei” angereist – mit Michael Allendorf, Arnar Arnarsson und Tobias Reichmann fehlte gleich eine komplette Nahwurfzonenbesetzung. Nur gut, dass sich die MT von derlei Begleitumständen nicht aus dem Konzept bringen ließ. Im Gegenteil: Mit einer sehr engagierten Abwehr, deren Mittelblock diesmal von Finn Lemke und Felix Danner gebildet wurde, holten sich Kühn & Co die Selbstsicherheit für den Angriff.   

Dort klappte es wie am Schnürchen – bis HSG-Trainer Daniel Kubes nach knapp 14 Minuten beim Stand von 2:7 den MT-Express per Timeout stoppte. Allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Seinen Schützlingen gelang es, sich bestenfalls auf vier, fünf Tore heranzuarbeiten. Ansonsten aber bestimmten die Nordhessen über die Zwischenstände 3:9 (16. Min.) und 5:10 (20.) weiterhin das Geschehen.

Domagoj Pavlovic führte klug Regie und zeigte sich selbst immer wieder torgefährlich. Wie etwa nach einem feinen “1 gegen 1” auf der ungewohnten Halbrechten, das er mit dem Treffer zum 6:11 abschloss. Den folgenden Nordhorner Angriff stoppe Julius Kühn etwas unsanft und bekam eine Zeitstrafe aufgebrummt. Zudem gab es einen Strafwurf. Bei dem sich aber Silvio Heinevetter nervenstärker als der ansonsten als Siebenmeterspezialist bekannte Robert Weber zeigte. Es war bereits die fünfte Parade des MT-Keepers.

Wenig später, Julius Kühn hatte gerade mit seinem fünften Tor das 7:13 erzielt (25.), humpelte Finn Lemke vom Feld. Der Kapitän hatte sich bei einer Abwehraktion offenbar den Fuß verdreht. Seinen Platz in der Hintermannschaft neben Felix Danner nahm Marino Maric ein. Dann setzte eine rund dreiminütige Torflaute ein, zwischendrin kassierte Julius Kühn seine zweite Zeitstrafe. Die MT machte die Dezimierung durch Herausnahme des Torhüters bei gleichzeitiger Hereinnahme von Lasse Mikkelsen wett.

Gudmundur Gudmundsson beruhigte sein Team per Timeout. Im anschließenden Angriff passierte den Gästen einer der ganz wenigen technischen Fehler, den prompt HSG-Torwart Björn Buhrmester mit einem langen Ball ins verwaiste MT-Gehäuse zum 8:13 nutzte (28.). Jeweils ein weiterer Torerfolg auf beiden Seiten führte zum 9:14-Halbzeitstand.

Wacher aus der Kabine kamen nach der Pause die Gastgeber. Toon Leenders per Siebenmeter und Luca de Boer verkürzten auf 11:14. Zwischendrin hatte Stefan Salger eine gute Gelegenheit, bei der er jedoch freistehend an Buhrmester scheiterte .   

Im weiteren Verlauf ließen die MT-Cracks die Nordhorner nie mit mehr als drei Toren herankommen, waren jederzeit Herr der Lage. Das Spiel war somit zwar nicht spannend, aber sehr gefällig anzuschauen. Wozu auch die hin und wieder auf beiden Seiten eingestreuten Schmankerl beitrugen. Wie etwa der von Nordhorns Routinier Robert Weber erfolgreich abgeschlossene Kempa-Trick zum 13:16 (35.) oder kurz darauf der perfekte Steal von Timo Kastening, den der MT-Rechtsaußen selbst zum 13:17 (37.) vollendete.

Den Grafschaftern war anzumerken, dass sie trotz des ständigen Hinterherlaufens nicht gewillt waren, frühzeitig die weiße Fahne zu hissen. Zum Beispiel versuchten sie es dann mit einer etwas offensiveren Abwehrformation, mit dem Ziel, vor allem die Kreise von Regisseur Domagoj Pavlovic und Shooter Julius Kühn einzuengen. Der Plan indes ging nicht auf. Die sich dadurch ergebenden freien Räume waren ein gefundenes Fressen für den fintenreichen “Domba” oder Marino Maric. Der Kreisläufer etwa bedankte sich für zwei mustergültige Zuspiele von Stefan Salger und Domagoj Pavlovic mit den Treffern zum 15:19 und 15:20 (41.).

Da ergriff Daniel Kubes wieder den Bremshebel und stellte seine Mannen per Timeout neu ein. Das schien zu fruchten. Markus Stegefelt und Pavel Mickal erzwangen das 17:20. Auch, weil zwischendurch die MT ihre fünfte (!) Zeitstrafe hinnehmen musste – diesmal traf es Yves Kunkel. Für den Gudmundur Gudmundsson mit Youngster Ben Beekmann umgehend Ersatz auf die Platte schickte. Und prompt ergab sich für den 18-jährigen aus der MT-Kaderschmiede eine aussichtsreiche Torchance. Als hätte der Linksaußen nur darauf gewartet, ergriff er die Gelegenheit beim Schopfe und erzielte sein erstes Bundesligator (17:21, 44.).  Wenige Minuten zuvor hatte der inzwischen für Silvio Heinevetter zwischen die Pfosten gekommene Nebojsa Simic schon für ein Zungenschnalzen gesorgt, als der Strafwurfschütze Toon Leenders entzauberte.

In der Schlussviertelstunde spulte die MT unaufgeregt ihr Programm ab, blieb konzertiert und hielt den Kontrahenten in sicherem Abstand. Zum Beispiel, indem Timo Kastening zwei Gegenstöße erfolgreich abschloss (18:25, 18:26, 54.) und damit die Weichen endgültig auf Sieg stellte. So durfte mit David Kuntscher (19) auf Rechtsaußen ein weiteres Nachwuchstalent Bundesligaluft schnuppern. Und sein Gegenüber, Ben Beekmann, sogar noch einen weiteren Torerfolg feiern. Den Schlusspunkt setzte Marino Maric mit seinem vierten Treffer zum hochverdienten  29:21-Auswärtssieg.     

Gudmundur Gudmundsson zum Spiel:
Das war aufgrund der sehr kurzen Vorbereitungszeit und der Ausfälle von drei Spielern, zu denen heute mit Kai Häfner noch ein vierter hinzukam, gewiss kein einfaches Spiel für uns. Aber wir haben das sehr gut gelöst. Zum einen mit einer entsprechenden Abwehrleistung, einschließlich der Torhüter, zum anderen mit einer hohen Konzentration im Angriff. Entscheidend war hier auch, dass wir nicht nur sehr wenig Fehler gemacht haben, sondern auch eine sehr hohe Wurfausbeute. Zum Beispiel hatten Julius und Domba keinen einzigen Fehlwurf und auch Timo und Marino jeweils nur einen. Ich habe den Eindruck, dass wir jetzt so langsam in die Richtung gehen, wo wir hinwollen.
 
HSG Nordhorn-Lingen – MT Melsungen 29:21 (9:14)

HSG: Ravensbergen (2 Paraden, 21/1 Gegentore), Buhrmester (1, 2 Paraden, 8 Gegentore) – Torbrügge, Leenders (2/2), Weber (3/1), Mickal (3), Miedema, Stegefelt (2), Terwolbeck (1), de Boer (1), Zare, Vorlicek (6), Visser, Possehl (1), Kalafut (1) – Trainer. Daniel Kubes.

MT: Heinevetter (6/1 Paraden, 15/2 Gegentore), Simic (4/1 Paraden, 6/1 Gegentore) – Maric (4), Kühn (7), Lemke, Kunkel, Mikkelsen (1), Danner, Pregler, Häfner (1), Salger (3), Kastening (5/1), Kuntscher, Pavlovic (6), Beekmann (2) – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Schiedsrichter: Martin Thöne / Marijo Zupanovic (Berlin)

Strafwürfe: 3/6 – 1/1 (Weber, 22. Min., scheitert an Heinevetter; Leenders, 50. Min., scheitert an Simic; Stegefelt, 52. Min., wirf über das Tor)

Zeitstrafen: 2 Min. – 12 Min. (Vorlicek,  46. Min. – Salger, 19.; Kühn, 21., 27.; Maric ,29.; Kunkel, 43.; Lemke, 57.)

Spielstätte: Emsland Arena, Lingen, keine Zuschauer

Das nächste Spiel:
Sa., 20.03.21, 20:30 Uhr: MT Melsungen – SG Flensburg-Handewitt, Rothenbach-Halle Kassel





Melsungen im Emsland gegen die Grafschafter


Drei Tage nach dem Länderspielwochenende steht die LIQUI MOLY Handball-Bundesliga wieder im Blickpunkt des Interesses. Am Mittwoch findet der 21. Spieltag statt. Dazu reist die MT Melsungen, die erst ihren 17. Saisoneinsatz haben wird, ins Emsland, um dort gegen die Grafschafter der HSG Nordhorn-Lingen anzutreten. Anwurf in der Lingener Emsland-Arena ist um 18:00 Uhr. Sky beginnt mit Vorberichten ab 17:30 Uhr.

Das “Umschaltspiel”, um einen häufig in der Handballterminologie auftauchenden Begriff zu gebrauchen, beginnt bekanntlich im Kopf. In diesem Fall ist aber ausnahmsweise nicht der schnelle Übergang von Abwehr auf Angriff gemeint, sondern der gedankliche Switch von der internationalen auf die nationale Handballbühne. Dazu sind zumindest sieben Akteure aus dem Kader der MT Melsungen gefordert: Silvio Heinevetter, Julius Kühn, Kai Häfner, Timo Kastening, Domagoj Pavlovic und Marino Maric waren mit Deutschland, bzw. mit Kroatien in der Olympiaqualifikation im Einsatz, Nebojsa Simic mit Montenegro in der EM-Qualifikation und Gudmundur Gudmundsson, der in seiner Heimat nur trainieren konnte, weil das EM-Qualifikationsspiel Islands in Israel kurzfristig verlegt worden ist.

“Die Nationalspieler waren nach ihrer Rückkehr nach Melsungen doch etwas müde. Deshalb haben wir ihnen einen zusätzlichen Tag frei gegeben. Das bedeutete aber auch, dass wir mit der MT nur eine gemeinsame Trainingseinheit als Vorbereitung auf das Spiel gegen Nordhorn absolvieren konnten”, verrät Gudmundur Gudmundsson. Wobei der MT-Coach mit Tobias Reichmann (Knieprobleme), Michael Allendorf (Achillessehnenanriss) und Arnar Arnarsson (Bänderriss im Sprunggelenk) verletzungsbedingt auf eine komplette Nahwurfzonenbesetzung verzichten musste. Was übrigens auch für den Trip ins Emsland gilt. So werden von den MT-Talents die beiden Youngster Ben Beekmann (18 Jahre, Linksaußen) und David Kuntscher (19 Jahre, Rechtsaußen) den Kader ergänzen.

Die MT Melsungen fährt zum Tabellenachtzehnten, um zu punkten. Da wird nicht lange drumherum geredet. Ohne den Gastgebern zu nahe treten zu wollen: Mit der Favoritenbürde müssen zweifellos die Gäste aus Nordhessen zurechtkommen. Andererseits können die Grafschafter auf das Überraschungsmomentum setzen. Das Zeug dazu haben sie – meint Gudmundur Gudmundsson: “Abgesehen davon, dass in der Bundesliga ohnehin jeder jeden schlagen kann, erwarte ich, dass es für uns gegen die HSG allemal schwer wird. Dieser Gegner ist viel in Bewegung und spielt im Angriff sehr variabel. Hier müssen wir mit allem rechnen”.

Was er dagegensetzen will? Vor allem in der Abwehr, wo durch den Ausfall seines Landsmanns Arnar Arnarsson das bisher im Zentrum sehr effektiv zusammenarbeitende Duo mit Finn Lemke gesprengt ist? “Das ist sicher eine Aufgabe für uns, hier eine gute Lösung zu finden”, so der MT-Trainer. Er spielt gedanklich mit mehreren Varianten, in der Marino Maric, Felix Danner oder auch Julius Kühn den Platz an Lemkes Seite einnehmen könnten. Ansonsten fordert er von seinen Schützlingen im Angriff eine gutes Zusammenspiel, bei dem möglichst wenig Fehler passieren. 

Um ausgeruht und konzentriert in das Match gehen zu können, hat sich der MT-Tross extra schon am Dienstag auf den Weg gemacht. Rund 40 Kilometer vor dem Spielort wird Quartier bezogen, die finalen Videobesprechungen finden nach einem morgendlichen Spaziergang am Spieltag im Hotel statt. Danach geht’s in die Emsland-Halle nach Lingen. Wo auf die MT ganz sicher kein Spaziergang wartet. Das wissen die Melsunger nur zugute aus den bisherigen Vergleichen, die tatsächlich mehrheitlich an Nordhorn gingen.

Schiedsrichter in Lingen:
Martin Thöne / Marijo Zupanovic (Berlin); DHB-Spielaufsicht: Frank Böllhoff

Bisherige Bundesligaduelle HSG Nordhorn-Lingen – MT Melsungen:
11 Spiele, davon 8 Siege HSG, 2 Siege MT, 1 Remis
Letzter Vergleich: 01.11.2020, MT Melsungen – HSG Nordhorn-Lingen 33:28

Gegnerinfos:
www.hsgnordhorn-lingen.de


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